{"id":34098,"date":"2026-01-16T13:47:08","date_gmt":"2026-01-16T12:47:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=34098"},"modified":"2026-01-16T13:47:09","modified_gmt":"2026-01-16T12:47:09","slug":"presswerke-vol-284-the-tower","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=34098","title":{"rendered":"\/\/ presswerke vol. (2)84 &#8211; &#8222;the tower&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit den neuen Vinyl Lps &#8222;The Tower&#8220; und &#8222;The Hierophant&#8220; von Rome.<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Rome-Tower-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-34100\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Rome-Tower-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Rome-Tower-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Rome-Tower-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Rome-Tower-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Rome-Tower-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Rome-Tower.jpg 1900w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ Mit <em>The Tower<\/em> und <em>The Hierophant<\/em> legt <strong>Rome <\/strong>zwei eng miteinander verbundene Alben vor, die man weniger als einzelne Ver\u00f6ffentlichungen denn als zusammengeh\u00f6riges Zwillingswerk h\u00f6ren sollte. Beide Platten kreisen um dieselbe innere Bewegung, n\u00e4hern sich ihr jedoch aus entgegengesetzten Richtungen: R\u00fcckzug und Sammlung hier, \u00d6ffnung und \u00dcbergang dort. Zusammen ergeben sie ein geschlossenes geistiges Panorama, das sich Zeit nimmt, Stille zul\u00e4sst und dem H\u00f6rer etwas zutraut. Hinter Rome steht Jerome Reuter, ein K\u00fcnstler, der sich seit Jahren konsequent dem schnellen Zugriff verweigert. Seine Musik war nie blo\u00df Liedform, sondern immer auch Haltung, Geschichtsbetrachtung und existenzielle Befragung. Reuter arbeitet mit Reduktion, nicht aus Askese um der Askese willen, sondern um Raum zu schaffen \u2013 f\u00fcr Bedeutung, f\u00fcr Resonanz, f\u00fcr das Ungesagte. Diese Arbeitsweise erreicht auf <em>The Tower<\/em> eine besondere Konsequenz. Das Album wirkt wie auf einen einzigen Gedanken zugespitzt: den Gedanken der inneren Festigkeit. Die St\u00fccke sind sparsam instrumentiert, oft nur von Gitarre, Stimme und wenigen, gezielt eingesetzten Akzenten getragen. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Nichts dr\u00e4ngt sich in den Vordergrund, alles scheint einer inneren Ordnung zu folgen. Der \u201eTurm\u201c, der hier beschworen wird, ist kein Ort der Abkapselung, sondern ein geistiger Standpunkt. Einer, von dem aus sich die Welt betrachten l\u00e4sst, ohne sich von ihr fortrei\u00dfen zu lassen. Die Lieder wirken wie Beobachtungen aus der H\u00f6he \u2013 ruhig, klar, manchmal schmerzhaft pr\u00e4zise. <em>The Hierophant<\/em> setzt an einem anderen Punkt an und f\u00fchrt den auf <em>The Tower<\/em> begonnenen Weg weiter. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Rome-Hiero-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-34099\" width=\"462\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Rome-Hiero-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Rome-Hiero-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Rome-Hiero-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Rome-Hiero-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Rome-Hiero-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Rome-Hiero.jpg 1900w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Wenn der Turm der Ort der Sammlung ist, dann ist der Hierophant die Gestalt, die aus dieser Sammlung heraus spricht. Dieses Album \u00f6ffnet sich st\u00e4rker nach au\u00dfen, ohne seine innere Geschlossenheit zu verlieren. Die St\u00fccke entfalten etwas Rituelles, fast Initiatorisches. Atmosph\u00e4rische Gitarren, zur\u00fcckhaltende Streicher und eine traumartige Dramaturgie erzeugen den Eindruck eines geistigen Reisetagebuchs. Man bewegt sich durch H\u00e4fen, mythische Landschaften, immer auf der Suche nach Sinnfragmenten in einer Welt, die ihren metaphysischen Bezug verloren zu haben scheint. Reuter singt hier nicht erkl\u00e4rend, sondern andeutend. Seine Texte wirken wie Zeichen, die gelesen, nicht konsumiert werden wollen. Bemerkenswert ist, wie stark beide Alben trotz aller Reduktion emotional wirken. Gerade weil nichts ausgeschm\u00fcckt ist, entfalten kleine Verschiebungen eine gro\u00dfe Kraft. Jede Gitarrenlinie, jede Pause, jede wiederholte Zeile bekommt Gewicht. Diese Musik verlangt Aufmerksamkeit und belohnt sie mit Tiefe. Sie ist nicht dazu da, den Alltag zu begleiten, sondern ihn f\u00fcr eine Weile auszusetzen. Als Doppelver\u00f6ffentlichung erz\u00e4hlen <em>The Tower<\/em> und <em>The Hierophant<\/em> von einer Bewegung, die in der heutigen Musiklandschaft selten geworden ist: vom bewussten Innehalten, vom Versuch, inneren Halt zu formulieren, ohne sich in Nostalgie oder blo\u00dfer Pose zu verlieren. Rome gelingt hier ein Werk, das nicht gefallen will, sondern wirken. Nicht laut, sondern nachhaltig. Wer sich darauf einl\u00e4sst, findet keine Antworten im klassischen Sinn, aber vielleicht etwas Wertvolleres: einen Raum, in dem Fragen wieder Tiefe haben d\u00fcrfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit den neuen Vinyl Lps &#8222;The Tower&#8220; und &#8222;The Hierophant&#8220; von Rome. \/\/ Mit The Tower und The Hierophant legt Rome zwei eng miteinander verbundene Alben vor, die man weniger als einzelne Ver\u00f6ffentlichungen denn als zusammengeh\u00f6riges Zwillingswerk h\u00f6ren sollte. 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