{"id":34310,"date":"2026-01-31T11:32:57","date_gmt":"2026-01-31T10:32:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=34310"},"modified":"2026-01-31T11:32:58","modified_gmt":"2026-01-31T10:32:58","slug":"strichcode-vol-451-pigpen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=34310","title":{"rendered":"\/\/ strichcode vol. (4)51 &#8211; &#8222;pigpen&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit dem Werk &#8222;PigPen&#8220; (Band 2) von Carnby Kim  <\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/PigPen-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-34312\" width=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/PigPen-2.jpg 347w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/PigPen-2-196x300.jpg 196w\" sizes=\"(max-width: 347px) 100vw, 347px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ Mit dem zweiten Band von \u201ePigpen\u201c hat mich dieser Manhwa endg\u00fcltig in seinen Bann gezogen. <strong>Carnby Kim<\/strong> beweist hier eindrucksvoll, warum er zu den spannendsten Stimmen des koreanischen Psychothrillers geh\u00f6rt. Was im ersten Band noch wie ein verst\u00f6rendes R\u00e4tsel begann, verdichtet sich in \u201ePigpen\u201c zu einem beklemmenden Albtraum, der sich langsam, aber unerbittlich um den Leser schlie\u00dft. Die Grundsituation bleibt zun\u00e4chst tr\u00fcgerisch ruhig: eine abgelegene Insel, scheinbare Idylle, eine Familie, die Schutz bietet. Doch je weiter man liest, desto deutlicher wird, dass diese Ruhe nichts als eine d\u00fcnne Schicht \u00fcber etwas zutiefst Verst\u00f6rendem ist. Besonders stark fand ich, wie konsequent Carnby Kim mit der Erinnerungslosigkeit des Protagonisten arbeitet. Man wei\u00df nie mehr als er selbst, teilt seine Verunsicherung, seine wachsende Angst, aber auch seine falschen Hoffnungen. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das erzeugt eine N\u00e4he, die fast unangenehm wird, weil man sich dem Geschehen nicht entziehen kann. In diesem Band kippt die Atmosph\u00e4re endg\u00fcltig ins Paranoide. Blicke, Gesten, beil\u00e4ufige Dialoge \u2013 alles scheint pl\u00f6tzlich doppeldeutig. Die Familie, die im ersten Moment noch wie ein sicherer Hafen wirkt, wird immer mehr zur Bedrohung, ohne dass es einen klaren Punkt g\u00e4be, an dem man sagen k\u00f6nnte: Jetzt ist alles verloren. Diese schleichende Eskalation ist f\u00fcr mich eine der gr\u00f6\u00dften St\u00e4rken der Geschichte. Carnby Kim setzt nicht auf billige Schockeffekte, sondern auf psychologischen Druck, der sich Seite f\u00fcr Seite steigert. Die Zeichnungen von Sick tragen enorm zur Wirkung bei. Die Farben sind oft ged\u00e4mpft, manchmal fast unnat\u00fcrlich ruhig, was den Kontrast zu den inneren Abgr\u00fcnden der Figuren noch verst\u00e4rkt. Besonders Gesichter spielen eine gro\u00dfe Rolle: kleine Ver\u00e4nderungen im Ausdruck, ein zu langes L\u00e4cheln, ein leerer Blick \u2013 all das bleibt h\u00e4ngen. Einige Panels haben sich regelrecht eingebrannt, weil sie ohne gro\u00dfe Worte ein Gef\u00fchl von Ausgeliefertsein transportieren. Der Glow-in-the-Dark-Effekt des Covers ist dabei mehr als nur ein Gimmick; er passt erstaunlich gut zu dieser Geschichte, die auch im Dunkeln weiterarbeitet. Inhaltlich geht \u201ePigpen\u201c deutlich tiefer als der erste Band. Es geht nicht nur um die Frage, wer der Protagonist ist, sondern darum, wie Identit\u00e4t \u00fcberhaupt entsteht, wenn Erinnerungen fehlen. Wie leicht l\u00e4sst sich ein Mensch manipulieren, wenn er keinen festen Halt mehr hat? Und wie schnell kann Vertrauen in Wahnsinn umschlagen? Diese Fragen machen den Thriller so unangenehm aktuell und verleihen ihm eine Tiefe, die \u00fcber reine Spannung hinausgeht. Was mich besonders beeindruckt hat, ist der Mut zur Konsequenz. Dieser Band ist nicht gef\u00e4llig, nicht beruhigend und bietet kaum Momente der Erleichterung. Stattdessen zwingt er dazu, weiterzulesen, obwohl man ahnt, dass die Antworten alles andere als tr\u00f6stlich sein werden. Gerade dadurch entfaltet \u201ePigpen\u201c eine enorme Sogwirkung. F\u00fcr mich ist dieser Band ein Paradebeispiel daf\u00fcr, wie stark das Medium Manhwa sein kann, wenn Story und Bildsprache so eng ineinandergreifen. <strong>Carnby Kim<\/strong> erz\u00e4hlt hier keinen schnellen Horror, sondern einen psychologischen Abstieg, der lange nachwirkt. Wer den ersten Band mochte, wird hier nicht nur abgeholt, sondern tiefer hineingezogen \u2013 und wer noch gez\u00f6gert hat, sollte sp\u00e4testens jetzt bereit sein, sich auf diesen d\u00fcsteren Trip einzulassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit dem Werk &#8222;PigPen&#8220; (Band 2) von Carnby Kim \/\/ Mit dem zweiten Band von \u201ePigpen\u201c hat mich dieser Manhwa endg\u00fcltig in seinen Bann gezogen. Carnby Kim beweist hier eindrucksvoll, warum er zu den spannendsten Stimmen des koreanischen Psychothrillers geh\u00f6rt. Was im ersten Band noch wie ein verst\u00f6rendes R\u00e4tsel begann, verdichtet sich in \u201ePigpen\u201c zu [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-34310","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category--unter-der-haut"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34310","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=34310"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34310\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34372,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34310\/revisions\/34372"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=34310"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=34310"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=34310"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}