{"id":34324,"date":"2026-01-23T12:55:49","date_gmt":"2026-01-23T11:55:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=34324"},"modified":"2026-01-23T12:55:51","modified_gmt":"2026-01-23T11:55:51","slug":"werktag-vol-187-tarantino-town","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=34324","title":{"rendered":"\/\/ werktag vol. (1)87 &#8211; &#8222;tarantino town&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit dem Werk &#8222;Tarantino Town&#8220; von Johan Chairamonte und Camille Mathieu.  <\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Tarantino-town-845x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-34328\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Tarantino-town-845x1024.jpg 845w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Tarantino-town-248x300.jpg 248w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Tarantino-town-768x930.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Tarantino-town-1268x1536.jpg 1268w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Tarantino-town-1690x2048.jpg 1690w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Tarantino-town.jpg 1900w\" sizes=\"(max-width: 845px) 100vw, 845px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ \u201eTarantino Town\u201c hat bei mir sofort dieses breite Grinsen ausgel\u00f6st, das man bekommt, wenn man merkt, dass ein Buch nicht nur \u00fcber ein Thema spricht, sondern es wirklich verstanden hat. <strong>Johan Chiaramonte<\/strong> und <strong>Camille Mathieu<\/strong> n\u00e4hern sich Quentin Tarantino nicht analytisch-k\u00fchl, sondern spielerisch, liebevoll und mit einer Begeisterung, die ansteckend ist. Dieses Buch will nicht erkl\u00e4ren, warum Tarantino wichtig ist \u2013 es setzt voraus, dass man das l\u00e4ngst wei\u00df \u2013 und l\u00e4dt stattdessen dazu ein, seine Welt zu betreten. Das Konzept, Tarantinos Filmografie als Stadt zu entwerfen, ist nicht nur ein cleverer Einfall, sondern tr\u00e4gt das ganze Buch. Jede Seite f\u00fchlt sich an wie ein neuer Stra\u00dfenzug, ein neues Schaufenster, ein zuf\u00e4lliger Fund, bei dem man stehenbleibt und sich festliest. Ob Secondhandladen, Kino, Diner oder Buchhandlung \u2013 alles ist durchdrungen von Referenzen, Zitaten und visuellen Anspielungen. Dabei wirkt nichts beliebig. Man merkt, dass hier mit enormer Detailverliebtheit gearbeitet wurde und dass die Macher Tarantinos Obsessionen teilen: Musik, Genre-Kino, Mode, Gewalt\u00e4sthetik, Popkultur. Die 180 farbigen Abbildungen sind das Herzst\u00fcck des Buches. Sie sind verspielt, pr\u00e4zise und voller Humor. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ich habe mich dabei ertappt, immer wieder zur\u00fcckzubl\u00e4ttern, um ein Detail erneut zu betrachten, ein kleines Easter Egg zu entdecken oder eine Referenz einzuordnen. Das Buch fordert Zeit \u2013 nicht, weil es kompliziert w\u00e4re, sondern weil es so viel zu sehen gibt. Es ist kein Werk, das man linear \u201edurchliest\u201c, sondern eines, das man durchstreift. Die begleitenden Texte sind angenehm knapp und klug gesetzt. Sie liefern Kontext, ohne die Bilder zu erdr\u00fccken, und schaffen es, Tarantinos Einfl\u00fcsse sichtbar zu machen, ohne belehrend zu wirken. Besonders sch\u00f6n finde ich, dass nicht nur seine eigenen Filme gefeiert werden, sondern auch die Werke, die ihn gepr\u00e4gt haben \u2013 Exploitation-Kino, Spaghetti-Western, Martial-Arts-Filme, Grindhouse. Dadurch wird klar, dass Tarantino Town nicht nur ein Ort der Referenzen ist, sondern ein lebendiges Archiv der Filmgeschichte. Dass das Buch auf Englisch ist, empfand ich nicht als H\u00fcrde, sondern als stimmig. Der Ton passt zur internationalen, popkulturellen DNA Tarantinos. Die Sprache bleibt zug\u00e4nglich und ist selbst f\u00fcr Leserinnen und Leser mit soliden Englischkenntnissen gut zu erfassen. Wer Tarantino liebt, wird ohnehin viele Begriffe, Zitate und Zusammenh\u00e4nge sofort wiedererkennen. F\u00fcr mich ist \u201eTarantino Town\u201c weniger ein klassisches Filmbuch als ein Erlebnisobjekt. Es ist etwas, das man auf den Tisch legt, durch das man bl\u00e4ttert, das man Freunden zeigt, bei dem Gespr\u00e4che entstehen. Es feiert Tarantino nicht als unantastbares Genie, sondern als leidenschaftlichen Sammler, Zitierer und Geschichtenerz\u00e4hler \u2013 und genau darin liegt seine gr\u00f6\u00dfte St\u00e4rke. Dieses Buch ist ideal f\u00fcr alle, die Kino nicht nur schauen, sondern f\u00fchlen. F\u00fcr mich ist es eine liebevolle Einladung, mich wieder daran zu erinnern, warum ich Filme \u00fcberhaupt so sehr liebe: wegen ihrer Welten, ihrer Exzesse, ihrer Details \u2013 und wegen dieses ganz besonderen Funkens, den Tarantino wie kaum ein anderer entz\u00fcnden kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit dem Werk &#8222;Tarantino Town&#8220; von Johan Chairamonte und Camille Mathieu. \/\/ \u201eTarantino Town\u201c hat bei mir sofort dieses breite Grinsen ausgel\u00f6st, das man bekommt, wenn man merkt, dass ein Buch nicht nur \u00fcber ein Thema spricht, sondern es wirklich verstanden hat. 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