{"id":34354,"date":"2026-01-30T19:23:59","date_gmt":"2026-01-30T18:23:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=34354"},"modified":"2026-01-30T19:24:00","modified_gmt":"2026-01-30T18:24:00","slug":"zuckerbeat-vol-665-rebel-queens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=34354","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat vol. (6)65 &#8211; &#8222;rebel queens&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit dem Werk &#8222;Rebel Queens&#8220; von Kersty Grether und Sandra Grether. <\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Rebel-Queens-645x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-34363\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Rebel-Queens-645x1024.jpg 645w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Rebel-Queens-189x300.jpg 189w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Rebel-Queens-768x1220.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Rebel-Queens-967x1536.jpg 967w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Rebel-Queens-1290x2048.jpg 1290w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Rebel-Queens-scaled.jpg 1612w\" sizes=\"(max-width: 645px) 100vw, 645px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ <strong>Kersty Grether <\/strong>und <strong>Sandra Grether<\/strong> haben mit <em>\u201eRebel Queens. Frauen in der Rockmusik\u201c<\/em> ein Buch vorgelegt, das l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig war \u2013 und das nun genau zur richtigen Zeit erscheint. Dieses Werk ist kein blo\u00dfes Nachschlagebuch, keine lose Sammlung von Biografien, sondern eine leidenschaftliche, kluge und hochpolitische Kulturgeschichte der Rockmusik aus weiblicher Perspektive. Ein Buch, das nicht bittet, geh\u00f6rt zu werden, sondern sich seinen Platz nimmt. Was sofort auff\u00e4llt: Die Autorinnen schreiben aus dem Inneren der Popkultur heraus. Man sp\u00fcrt auf jeder Seite, dass hier zwei Stimmen sprechen, die Rockmusik nicht nur studiert, sondern gelebt haben \u2013 als Fans, Journalistinnen, Zeitzeuginnen, Feministinnen. Dadurch entsteht ein Ton, der selten ist: kenntnisreich, analytisch, aber niemals akademisch trocken. <em>Rebel Queens<\/em> liest sich wie ein Gespr\u00e4ch mit zwei Menschen, die genau wissen, wovon sie reden \u2013 und die gleichzeitig bereit sind, ihre eigenen Mythen zu hinterfragen. Die mehr als vierzig Portr\u00e4ts spannen einen weiten, bewusst nicht linearen Bogen: von Ikonen wie Tina Turner, Patti Smith oder Joni Mitchell bis zu zeitgen\u00f6ssischen Stimmen wie Billie Eilish, Taylor Swift oder Phoebe Bridgers. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Dabei geht es nie um blo\u00dfe Karrierechroniken. Jede Musikerin wird als Teil eines gr\u00f6\u00dferen Systems betrachtet \u2013 eines Systems, das Frauen jahrzehntelang marginalisiert, sexualisiert, \u00fcbersehen oder gegeneinander ausgespielt hat. Besonders stark ist das Buch dort, wo es unbequeme Fragen stellt. Warum wurden manche K\u00fcnstlerinnen gefeiert, w\u00e4hrend andere zerrieben wurden? Warum galten Yoko Ono oder Karen Carpenter lange als \u201eProblemf\u00e4lle\u201c ihrer Zeit? Und was passiert, wenn eine K\u00fcnstlerin wie PJ Harvey sich \u00e4sthetisch oder politisch weiterentwickelt \u2013 und pl\u00f6tzlich nicht mehr in die Erwartungen passt, die an sie herangetragen werden? Die Autorinnen scheuen keine Ambivalenzen. Sie verteidigen nicht blind, sie analysieren, widersprechen, ordnen ein. Ein zentrales Motiv des Buches ist Weitergabe: musikalisch, \u00e4sthetisch, politisch. Die Frage \u201eW\u00e4re Phoebe Bridgers ohne Joni Mitchell denkbar?\u201c ist dabei mehr als ein netter Gedanke \u2013 sie steht exemplarisch f\u00fcr ein weibliches Rock-Erbe, das lange unsichtbar gehalten wurde. <em>Rebel Queens<\/em> macht diese Linien sichtbar: Einfl\u00fcsse, Vorbilder, Abgrenzungen, Br\u00fcche. Rockmusik erscheint hier nicht als m\u00e4nnlich dominierte Abfolge von Genies, sondern als Netzwerk von Stimmen, die sich gegenseitig st\u00e4rken, herausfordern oder bewusst ablehnen. Gro\u00dfe St\u00e4rke des Buches ist auch sein feministischer Blick ohne Dogma. Feminismus wird hier nicht als starre Ideologie verstanden, sondern als lebendige, manchmal widerspr\u00fcchliche Praxis. Eine K\u00fcnstlerin darf widerspr\u00fcchlich sein, unbequem, sogar scheitern \u2013 ohne ihren Wert zu verlieren. Genau diese Haltung macht das Buch so glaubw\u00fcrdig und zeitgem\u00e4\u00df. Die zahlreichen Interviews, Abbildungen und die begleitende Playlist erweitern das Leseerlebnis sp\u00fcrbar. Man liest nicht nur, man h\u00f6rt mit, erinnert sich, entdeckt neu. Immer wieder m\u00f6chte man das Buch zur Seite legen, einen Song auflegen, zur\u00fcckkommen \u2013 ein Zeichen daf\u00fcr, wie sehr Text und Musik hier miteinander verschr\u00e4nkt sind. <em>Rebel Queens<\/em> ist damit weit mehr als ein \u201eStandardwerk\u201c. Es ist eine W\u00fcrdigung, ein Gegennarrativ und ein Werkzeug: f\u00fcr Leserinnen, die sich wiederfinden wollen; f\u00fcr Leser, die verstehen m\u00f6chten; f\u00fcr eine Popgeschichte, die endlich vollst\u00e4ndiger erz\u00e4hlt wird. Dieses Buch geh\u00f6rt in jedes Regal, in dem Rockmusik ernst genommen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit dem Werk &#8222;Rebel Queens&#8220; von Kersty Grether und Sandra Grether. \/\/ Kersty Grether und Sandra Grether haben mit \u201eRebel Queens. Frauen in der Rockmusik\u201c ein Buch vorgelegt, das l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig war \u2013 und das nun genau zur richtigen Zeit erscheint. 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