{"id":34423,"date":"2026-03-13T22:08:15","date_gmt":"2026-03-13T21:08:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=34423"},"modified":"2026-03-13T22:08:16","modified_gmt":"2026-03-13T21:08:16","slug":"presswerke-vol-291-messer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=34423","title":{"rendered":"\/\/ presswerke vol. (2)91 &#8211; &#8222;messer&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit der Vinyl-LP von FJ\u00d8RT.<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Fjort-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-34429\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Fjort-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Fjort-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Fjort-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Fjort-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Fjort-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Fjort-2048x2048.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ Ich habe <em>belle \u00e9poque<\/em> von <strong>FJ\u00d8RT<\/strong> nicht einfach nur geh\u00f6rt \u2013 ich musste es erst einmal aushalten. Schon die ersten Minuten von \u201e&#8217;43\u201c haben bei mir ein richtiges Unbehagen ausgel\u00f6st. Diese ruhige, fast zerbrechliche Einleitung wiegt einen kurz in Sicherheit, und dann bricht alles auf. Genau das beherrscht diese Band wie kaum eine andere. Den kontrollierten Kontrollverlust. Was mich besonders getroffen hat, ist die Direktheit der Texte. FJ\u00d8RT waren nie unpolitisch, aber hier wirkt alles noch klarer, noch kompromissloser. Wenn sie historische Schuld nicht als abstrakte Vergangenheit behandeln, sondern als etwas, das uns bis heute betrifft, dann bleibt das h\u00e4ngen. Ich hatte beim H\u00f6ren mehr als einmal das Gef\u00fchl, dass man sich diesem Album nicht entziehen kann. Es zwingt einen dazu, zuzuh\u00f6ren \u2013 und mitzudenken. Musikalisch liebe ich genau diese Dramaturgie, die FJ\u00d8RT perfektioniert haben. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die Songs f\u00fchlen sich an wie kleine B\u00fchnenst\u00fccke: erst Spannung, dann Eskalation, dann ein Moment, in dem alles in sich zusammenzufallen scheint \u2013 und genau daraus entsteht etwas Befreiendes. Diese Wechsel zwischen fragilen Passagen und heftigen Ausbr\u00fcchen treffen mich jedes Mal. Wer Tagtraum fr\u00fcher feierte, bekommt hier einen brachialen Bruder im Geiste geliefert. Gerade weil die leisen Momente so verletzlich klingen, wirken die lauten umso intensiver. Ich finde auch, dass <em>belle \u00e9poque<\/em> emotional dichter ist als vieles, was sie zuvor gemacht haben. Es gibt weniger Umwege, weniger Metaphern, hinter denen man sich verstecken k\u00f6nnte. Alles ist sehr unmittelbar. Das macht das Album nicht unbedingt leichter zug\u00e4nglich, aber f\u00fcr mich st\u00e4rker. Es f\u00fchlt sich ehrlicher an, roher \u2013 als h\u00e4tte die Band entschieden, nichts mehr abzuschw\u00e4chen. Manche Passagen erzeugen bei mir fast Beklemmung, weil sie so dr\u00e4ngend sind. Und dann gibt es Momente, in denen sich diese Spannung l\u00f6st \u2013 nicht komplett, aber gerade genug, um weiterzumachen. Dieses Wechselspiel macht f\u00fcr mich den Kern des Albums aus. F\u00fcr mich ist <em>belle \u00e9poque<\/em> deshalb kein Werk geworden, das ich st\u00e4ndig auflege. Es braucht daf\u00fcr den richtigen Moment. Aber wenn ich bereit bin, mich darauf einzulassen, entfaltet es eine enorme Wucht. Es ist intensiv, unbequem und gleichzeitig unglaublich kraftvoll. Und genau deshalb halte ich es f\u00fcr eines der st\u00e4rksten Statements dieses zugegeben noch sehr jungen Jahres und so zitiere ich die Band am Ende hier einfach mal selbst\u2026 \u201cUnd wir holen wieder Luft, aber woher denn nehmen. Angekommen in der Pechschwarz-\u00c4ra. Die Hoffnung ist ein Schlachtfeld. Ich habe nichts in der Hand, wenn es wieder Nacht wird\u201c \u2026und weiter\u2026 \u201cIch sollte Licht spenden, doch ich brauche es selbst. Ich sollte mich wehren, doch ich bin Pazifist. Ich sammle die Gewalt, bis sie mich killt. Bis sie. Bis sie. Bis sie mich killt\u201c. In diesem Sinne. Keine weiteren Fragen. Gibt einfach keine zufriedenstellenden Antworten mehr. Einfach ab daf\u00fcr! Und weitermachen\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit der Vinyl-LP von FJ\u00d8RT. \/\/ Ich habe belle \u00e9poque von FJ\u00d8RT nicht einfach nur geh\u00f6rt \u2013 ich musste es erst einmal aushalten. Schon die ersten Minuten von \u201e&#8217;43\u201c haben bei mir ein richtiges Unbehagen ausgel\u00f6st. Diese ruhige, fast zerbrechliche Einleitung wiegt einen kurz in Sicherheit, und dann bricht alles auf. 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