{"id":34439,"date":"2026-03-22T18:20:37","date_gmt":"2026-03-22T17:20:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=34439"},"modified":"2026-03-22T18:20:38","modified_gmt":"2026-03-22T17:20:38","slug":"zuckerbeat-vol-667-langsam-wirst-ma-fremd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=34439","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat vol. (6)67 &#8211; &#8222;langsam wirst ma fremd&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit dem Album &#8222;Gschnas&#8220; von Voodoo J\u00fcrgens. <\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Voodoo-Juergens-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-34442\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Voodoo-Juergens-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Voodoo-Juergens-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Voodoo-Juergens-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Voodoo-Juergens-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Voodoo-Juergens-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Voodoo-Juergens-2048x2048.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ Mit <em>Gschnas<\/em> meldet sich <strong>Voodoo J\u00fcrgens<\/strong> zur\u00fcck \u2013 und zwar nicht leise. Drei Jahre nach <em>Wie die Nocht noch jung wor<\/em> steht pl\u00f6tzlich nicht mehr nur der melancholische Beisl-Poet im Raum, sondern ein K\u00fcnstler, der sp\u00fcrbar an einem neuen Punkt angekommen ist. Einer, der sich seiner Wirkung bewusst ist \u2013 und trotzdem nicht geschniegelt wirkt. Vielleicht gerade deshalb. Schon der Opener \u201eLangsam wirst ma fremd\u201c f\u00fchlt sich an wie eine Ansage. Da ist diese vertraute Stimme, dieses leicht br\u00fcchige Timbre, das sofort eine Welt aufmacht. Aber musikalisch ist da mehr Weite als fr\u00fcher. Weniger verrauchte Hinterzimmer, mehr Horizont. <em>Gschnas<\/em> klingt gr\u00f6\u00dfer, offener, ohne die Intimit\u00e4t aufzugeben, die Voodoo J\u00fcrgens immer ausgezeichnet hat. In den letzten Jahren ist viel passiert: Filmerfolg, Auszeichnungen, ausverkaufte Tourneen. Man k\u00f6nnte erwarten, dass so ein Aufstieg entweder zu Gr\u00f6\u00dfenwahn oder zur Selbstkopie f\u00fchrt. Beides passiert hier nicht. Stattdessen h\u00f6rt man eine Art Standortbestimmung. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Songs wie \u201eDe An und de Aundan\u201c oder \u201eGuade Stubn\u201c tragen noch diesen bitterzarten Blick auf soziale Unterschiede und zwischenmenschliche Abgr\u00fcnde in sich, aber sie wirken reflektierter. Weniger reine Milieustudie, mehr Innenschau. Besonders stark finde ich \u201eDa Zweifl\u201c. Der Titel sagt eigentlich schon alles. Hier klingt das Album f\u00fcr mich am ehrlichsten. Zweifel als Motor, nicht als Schw\u00e4che. Diese Mischung aus Selbstbefragung und trotzigem Weitermachen zieht sich durch viele Songs. Auch \u201eSomnambulen\u201c oder \u201eKa Ruah\u201c haben dieses Getriebene, dieses Gef\u00fchl, nie ganz anzukommen \u2013 weder in der Welt da drau\u00dfen noch in der eigenen Haut. Musikalisch ist <em>Gschnas<\/em> erstaunlich vielseitig. Es gibt diese typischen schunkelnden, leicht schr\u00e4gen Melodien, die man sofort mitsummen kann. Gleichzeitig wirken manche Arrangements dichter, mutiger, stellenweise fast poppig \u2013 ohne ins Beliebige zu kippen. Die Produktion ist klar, druckvoll, l\u00e4sst der Band Raum und gibt den Songs trotzdem Glanz. Man sp\u00fcrt, dass hier jemand nicht mehr nur Kultfigur sein will, sondern ernsthaft an einem gr\u00f6\u00dferen Klangbild arbeitet. Und dann ist da nat\u00fcrlich die Sprache. Dieses unnachahmliche \u00d6sterreichisch, das zwischen Lakonie und Poesie pendelt. Zeilen, die beil\u00e4ufig daherkommen und dann pl\u00f6tzlich sitzen wie ein Stich. \u201eTaxit\u00e4nzer\u201c etwa \u2013 so ein Titel, der schon nach Nacht, nach Einsamkeit und fl\u00fcchtigen Begegnungen riecht. Voodoo J\u00fcrgens schafft es immer noch, Figuren zu zeichnen, die man meint zu kennen, obwohl man sie nie getroffen hat. F\u00fcr mich ist <em>Gschnas<\/em> kein radikaler Bruch, sondern eher eine Erweiterung. Das \u201eBeisl-Biotop\u201c mag nicht mehr das Zentrum sein, aber es bleibt Teil seiner DNA. Jetzt geht es um mehr \u2013 um Autonomie, um das Freistrampeln aus Zuschreibungen, vielleicht auch um die Frage, wie man mit Erfolg umgeht, ohne sich selbst zu verlieren. Am Ende f\u00fchlt sich dieses Album tats\u00e4chlich wie ein Ereignis an. Nicht, weil es laut nach Aufmerksamkeit schreit, sondern weil es einen K\u00fcnstler zeigt, der sich bewegt, ohne seine Wurzeln zu verleugnen. Ein bisschen Glamour, viel Herz, genug Schmutz unter den Fingern\u00e4geln \u2013 und Melodien, die bleiben. F\u00fcr mich ist <em>Gschnas<\/em> ein selbstbewusster Schritt nach vorn. Und einer, der erstaunlich leichtf\u00fc\u00dfig wirkt, trotz all der Themen, die darin stecken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit dem Album &#8222;Gschnas&#8220; von Voodoo J\u00fcrgens. \/\/ Mit Gschnas meldet sich Voodoo J\u00fcrgens zur\u00fcck \u2013 und zwar nicht leise. 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