{"id":3455,"date":"2009-06-15T10:21:01","date_gmt":"2009-06-15T09:21:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=3455"},"modified":"2009-07-13T11:05:10","modified_gmt":"2009-07-13T10:05:10","slug":"rock-im-park-2009-wenn-nurnerg-laut-los-schreit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=3455","title":{"rendered":"\/\/ rock im park 2009- &#8222;wenn n\u00fcrnerg laut-los schreit&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3517 alignleft\" title=\"rock-im-park-3\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/rock-im-park-3.jpg\" alt=\"rock-im-park-3\" width=\"200\" height=\"150\" \/>2009 wird in der Festivalgeschichte der N\u00fcrnberger Veranstaltungsreihe kein Jahr werden, \u00fcber das man in ein paar Dekaden noch gro\u00df sprechen d\u00fcrfte. Dazu war der Blick einfach zu sehr der Vergangenheit zugewandt. Eigentlich blieb alles beim Alten bei Rock im Park. Die Auswahl der Bands hatte den Charme eines nostalgisch angehauchten Tapes mit zwei kleinen Guckl\u00f6chern in der Mitte. Durch die konnte man dann \u2013 wenn man wollte &#8211; einen Blick nach vorne werfen, vorausgesetzt nat\u00fcrlich, man machte sich als Zuschauer die M\u00fche, auch mal auf Nebenschaupl\u00e4tzen herumzuirren.<!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3527 alignright\" title=\"rock-im-park-6\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/rock-im-park-6.jpg\" alt=\"rock-im-park-6\" width=\"200\" height=\"150\" \/>Da gab es abseits des Nostalgie-Programms auf der gro\u00dfen B\u00fchne, zu dem wir gleich noch kommen, allerhand zu entdecken. Nehmen wir Kitty, Daisy &amp; Lewis, diese hoffnungslosen Nostalgiker, die sich zur Mitte ihres Sets einen renommierten Trompeter auf die B\u00fchne holen und in 50er Jahre Phantasien schwelgen. Oder Peter Bjorn &amp; John, die in Bauarbeiterkluft eingekleidet, kleine, aber verquere Superhits anstimmen und dazu Beats anr\u00fchren, als wollen sie den matschigen Sound auf dem Gel\u00e4nde einen asphaltierten Unterbau schenken. In einem muss man Fred Durst von Limp Bizkit n\u00e4mlich Recht geben: die Anlage war zu leise und die Musik klang zeitweise etwas verschwommen. Auf der Hauptb\u00fchne hatte man das Gef\u00fchl, die gleiche Band zweimal zu h\u00f6ren, wenn man auf halber H\u00f6he des Gel\u00e4ndes stand, was ja nicht allzu schlimm gewesen w\u00e4re, w\u00e4ren dort zehn mal hintereinander Selig (wunderbare Revival-Show!) aufgetreten\u2026 psychedelisch anmutende Ausfl\u00fcge von Popbands haben ja sowieso eine gewisse Tradition in der Popgeschichte. Aber Slipknot mit Echo und Verz\u00f6gerung? Da musste man ja Angst haben, dass die Musiker die Orientierung verlieren und sich in eine ihrer Feuerfont\u00e4nen st\u00fcrzen, die bei \u201eIf You\u00b4re Five Five Five, I\u00b4m Six Six Six\u201c aus dem Boden geschossen kamen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3526 alignleft\" title=\"rp1\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/rp1.jpg\" alt=\"rp1\" width=\"200\" height=\"150\" \/>Ein echter Hingucker war neben den verr\u00fcckten Clowns auch der sympathischste Privatdetektiv Entenhausens: Peter Fox. F\u00fcr Viele war er der heimliche Sieger des Wochenendes. Der Bundesvision Song Contest-Gewinner spielte am Freitag auf der \u201eAlternastage\u201c, wo der Sound im Gegensatz zur Hauptb\u00fchne die ganze Zeit super war. Es gab auf der \u201ezweiten\u201c B\u00fchne kein einziges Konzert, das nicht perfekt gemischt wurde. Schade nur, dass hier die Leinw\u00e4nde fehlten, was sich aber evtl. im n\u00e4chsten Jahr \u00e4ndern soll, weil dann laut Veranstalter wahrscheinlich mehr Platz zur Verf\u00fcgung steht. Jedenfalls sorgt der Platzmangel bei Fox und auch bei Marilyn Manson f\u00fcr Engp\u00e4sse, so dass manchem Zuschauer der Blick auf das Geschehen verwehrt blieb. Am Sonntagabend gab es zudem noch Soundprobleme einer ganz anderen Art. Da allerdings sollten sich die Fans mit ihren Beschwerden lieber an die auftretende Band, sprich Mando Diao, wenden. Was der S\u00e4nger da ins Mikro kr\u00e4chzt, ist mit dem Wort \u201eGesang\u201c nur geringf\u00fcgig zu beschreiben. Da haben die vier Jungs und M\u00e4dels neben mir, die sich mit ihrem nervigen Bierzelt-Gesang daran versuchen, ein bisschen Volksfeststimmung aufs Gel\u00e4nde zu bringen, noch mehr Melodie auf den Lippen. Whatever\u2026<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3529 alignright\" title=\"rock-im-park-5\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/rock-im-park-5.jpg\" alt=\"rock-im-park-5\" width=\"200\" height=\"150\" \/>Kommen wir mal zum Rest des Line-Ups. Ich sag es mal so, etwas mehr Mut zum Risiko h\u00e4tte der Sache sicher nicht geschadet. Es ist nat\u00fcrlich Geschmacksache, aber Limp Bizkit, Staind, Korn, Papa Roach, Reamonn, Prodigy und Guano Apes. Klingt, als h\u00e4tte da jemand eine Rockstar-Grabst\u00e4tte der 90er ausgehoben und die Leichen der damaligen Szene exhumiert. Auch wenn die Killers durchaus der Hammer waren. Das ganze Line-Up wirkte so ein bisschen angestaubt. Wobei ich hier auch mal sagen muss: Manche Bands werden ja nicht unbedingt schlechter, nur weil sie schon l\u00e4nger Musik machen. (Na gut, Limp Bizkit, Papa Roach, Reamonn und die Guano Apes schon, aber Selig waren klasse, genauso wie Slipknot). Aber, wenn man bedenkt, dass die Menschen sich zum Beispiel bei einer Combo, wie Madness, die mit ihrem Ska-Sound kurzfristig sogar einen doppelten Regenbogen ans Firmament zaubert (siehe Foto), die Backen wund grinsen. Warum nicht mal ein paar beschwingte H\u00fcpfer, wie La Vela Puerca, Ska-P oder The Cat Empire (die ich \u00fcbrigens eben durch dieses Festival kennen gelernt habe) ins Programm streuen, anstatt zehn Metal-Bands hintereinander anzukarren. Ein Jan Delay kam am Sonntag ja auch super an. Zudem: der Emo-Zug ist zwar grade hei\u00df am D\u00e4mpfen, aber auch da ist nach vier Acts am St\u00fcck mal die Luft raus. Die -mit subtilen Texten ausgestatten- Brachialrocker Alexisonfire und die streits\u00fcchtigen Gallows sind ja klasse, aber so manch anderer Act? Bisweilen etwas austauschbar. Wobei das Ganze auch hier nat\u00fcrlich wieder Geschmacksache ist. Und zu Limp Bizkit und Korn springen ja auch anno 09 noch alle freudig im Takt. Was dem Veranstalter nat\u00fcrlich in gewisser Weise wieder recht gibt, diese Bands erneut auf den Headliner-Posten zu karren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3528 alignleft\" title=\"rock-im-park-4\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/rock-im-park-4.jpg\" alt=\"rock-im-park-4\" width=\"200\" height=\"150\" \/>Bleibt f\u00fcr mich im Gesamtr\u00fcckblick noch zu erw\u00e4hnen, dass man sich nat\u00fcrlich auch in diesem Jahr pr\u00e4chtig am\u00fcsieren konnte. Biffy Clyro, Middle Class Rut, The Gaslight Anthem und Trail Of Dead lie\u00dfen jedes Rock-Herz h\u00f6her schlagen (um hier jetzt noch mal voll die Klischeekeule auszupacken!). Scouting For Girls und Phoenix spielten zauberhafte Popmusik, Kettcar und Tomte sorgten f\u00fcr ganz gro\u00dfe Gef\u00fchle. Und aus den Kilians k\u00f6nnte auch mal eine gro\u00dfe Band werden, wenn der S\u00e4nger in Zukunft auf seine uns\u00e4glichen Ansagen verzichtet und sich auf die Musik konzentriert. Womit wir gegen ein Uhr nachts am Sonntag zu Dredg in Richtung W\u00fcrzburg torkeln. Einen sch\u00f6neren Soundtrack, als den der Jungs, kann man sich dazu kaum vorstellen. Im Radio des Wagens verklingen die letzten T\u00f6ne\u2026 \u201e Before you go there is something more to say&#8230;\u201d das darf in diesem Fall die Musik \u00fcbernehmen. Die hat ja immer das letzte Wort\u2026<br \/>\n\/\/alexander nickel-hopfengart<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2009 wird in der Festivalgeschichte der N\u00fcrnberger Veranstaltungsreihe kein Jahr werden, \u00fcber das man in ein paar Dekaden noch gro\u00df sprechen d\u00fcrfte. Dazu war der Blick einfach zu sehr der Vergangenheit zugewandt. Eigentlich blieb alles beim Alten bei Rock im Park. 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