{"id":34621,"date":"2026-04-03T14:07:28","date_gmt":"2026-04-03T12:07:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=34621"},"modified":"2026-04-03T14:07:29","modified_gmt":"2026-04-03T12:07:29","slug":"aufgelesen-vol-669-der-andere-arthur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=34621","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. (6)69 &#8211; &#8222;der andere arthur&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit den Werk &#8222;Der andere Arthur&#8220; von Liz Moore. <\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"665\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Liz-Moore-2-665x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-34622\" style=\"width:200px\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Liz-Moore-2-665x1024.jpg 665w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Liz-Moore-2-195x300.jpg 195w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Liz-Moore-2-768x1183.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Liz-Moore-2-997x1536.jpg 997w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Liz-Moore-2-1329x2048.jpg 1329w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Liz-Moore-2-scaled.jpg 1662w\" sizes=\"auto, (max-width: 665px) 100vw, 665px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ <strong>Liz Moore <\/strong>erz\u00e4hlt in <em>Der andere Arthur<\/em> eine dieser leisen, fast unspektakul\u00e4r beginnenden Geschichten, die sich beim Lesen langsam entfalten \u2013 und einen dann umso st\u00e4rker treffen. Im Zentrum stehen zwei Figuren, die auf den ersten Blick kaum weiter voneinander entfernt sein k\u00f6nnten: Arthur Opp, ein ehemaliger Literaturprofessor, der sich komplett aus der Welt zur\u00fcckgezogen hat, und der junge Kel, der verzweifelt versucht, sich ein Leben jenseits seiner schwierigen Herkunft aufzubauen. Was sie verbindet, ist keine offensichtliche Gemeinsamkeit, sondern etwas Tieferes: Einsamkeit, Scham, das Gef\u00fchl, im eigenen Leben festzustecken. Arthur ist dabei eine Figur, die man nicht sofort \u201em\u00f6gen\u201c muss \u2013 und genau das macht ihn so glaubw\u00fcrdig. Er hat sich eingeigelt, k\u00f6rperlich wie emotional, und lebt in einem Zustand, der irgendwo zwischen Selbstschutz und Selbstaufgabe liegt. Sein Haus wird zu einer Art Schutzraum, aber auch zu einem Gef\u00e4ngnis. Moore beschreibt das ohne Sensationslust, sondern mit einer fast vorsichtigen Genauigkeit, die einen zwingt, hinzusehen, ohne zu urteilen. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Kel dagegen ist st\u00e4ndig in Bewegung \u2013 \u00e4u\u00dferlich zumindest. Schule, Basketball, die Verantwortung f\u00fcr seine Mutter. Aber auch bei ihm merkt man schnell, dass diese Bewegung nicht automatisch Freiheit bedeutet. Er ist gefangen in Umst\u00e4nden, Erwartungen und der Angst, alles zu verlieren, bevor es \u00fcberhaupt richtig begonnen hat. Was diesen Roman f\u00fcr mich so besonders macht, ist die Art, wie diese beiden Lebenslinien aufeinandertreffen. Nicht als gro\u00dfe, dramatische Kollision, sondern eher wie ein vorsichtiges Ann\u00e4hern. \u00dcber eine dritte Figur \u2013 Kels Mutter \u2013 entsteht eine Verbindung, die zun\u00e4chst fast zuf\u00e4llig wirkt, dann aber immer unausweichlicher wird. Und pl\u00f6tzlich geht es nicht mehr nur um zwei isolierte Schicksale, sondern um etwas Gr\u00f6\u00dferes: die Frage, ob und wie Menschen einander retten k\u00f6nnen. Oder vielleicht besser: ob F\u00fcrsorge f\u00fcr andere ein Weg sein kann, sich selbst wiederzufinden. Dabei kippt der Roman nie ins Kitschige. Im Gegenteil \u2013 er bleibt erstaunlich n\u00fcchtern, manchmal fast spr\u00f6de. Die emotionalen Momente kommen nicht als gro\u00dfe Ausbr\u00fcche, sondern eher als leise Verschiebungen. Ein Gespr\u00e4ch, ein Schritt nach drau\u00dfen, ein Moment des Vertrauens. Und genau deshalb wirken sie so stark. Interessant ist auch, wie sehr sich hier das Thema K\u00f6rperlichkeit mit inneren Zust\u00e4nden verschr\u00e4nkt. Arthurs Gewicht ist nicht einfach nur ein \u00e4u\u00dferes Merkmal, sondern Teil seiner Geschichte, seiner Abwehrmechanismen, seiner Verletzlichkeit. Gleichzeitig wird Kel \u00fcber seinen K\u00f6rper \u2013 durch Sport, Leistungsdruck, Erwartungen \u2013 ganz anders definiert. Zwei Extreme, die beide zeigen, wie eng K\u00f6rper und Identit\u00e4t miteinander verbunden sind. Was am Ende bleibt, ist kein klassisches \u201eAlles wird gut\u201c. Eher ein vorsichtiger Optimismus. Die Erkenntnis, dass Ver\u00e4nderung m\u00f6glich ist \u2013 aber langsam, m\u00fchsam, und oft nur im Kontakt mit anderen. <em>Der andere Arthur<\/em> ist damit ein Roman, der nicht laut wird, sondern nachwirkt. Einer, der zeigt, dass selbst stark besch\u00e4digte Leben noch Bewegung in sich tragen. Und dass N\u00e4he manchmal genau dort entsteht, wo man sie am wenigsten erwartet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit den Werk &#8222;Der andere Arthur&#8220; von Liz Moore. \/\/ Liz Moore erz\u00e4hlt in Der andere Arthur eine dieser leisen, fast unspektakul\u00e4r beginnenden Geschichten, die sich beim Lesen langsam entfalten \u2013 und einen dann umso st\u00e4rker treffen. Im Zentrum stehen zwei Figuren, die auf den ersten Blick kaum weiter voneinander entfernt sein k\u00f6nnten: Arthur Opp, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-34621","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category--unter-der-haut"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34621","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=34621"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34621\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34623,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34621\/revisions\/34623"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=34621"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=34621"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=34621"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}