{"id":34763,"date":"2026-05-01T07:58:44","date_gmt":"2026-05-01T05:58:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=34763"},"modified":"2026-05-01T07:58:45","modified_gmt":"2026-05-01T05:58:45","slug":"presswerke-vol-298-difficult-day","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=34763","title":{"rendered":"\/\/ presswerke vol. (2)98 &#8211; &#8222;difficult day&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit der neuen Vinyl-LP von dEUS (30th Anniversary Edition von &#8222;In A Bar, Under The Sea&#8220;).<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1900\" height=\"1900\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Deus.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-34764\" style=\"width:250px\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Deus.jpg 1900w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Deus-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Deus-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Deus-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Deus-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Deus-1536x1536.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1900px) 100vw, 1900px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ Die 30th-Anniversary-Ausgabe von <em>In A Bar, Under The Sea<\/em> ist nicht nur eine W\u00fcrdigung eines einzelnen Albums, sondern eigentlich eine Erinnerung daran, wie besonders diese Band in der europ\u00e4ischen Musiklandschaft immer war. <strong>dEUS <\/strong>sind nie einfach nur \u201eeine Indie-Rock-Band\u201c gewesen \u2013 sie waren von Anfang an ein Kollektiv, das sich bewusst jeder klaren Schublade entzogen hat. Gegr\u00fcndet Ende der 80er in Antwerpen, entstanden dEUS aus einer Szene heraus, die stark von Kunst, Film und experimenteller Musik gepr\u00e4gt war. Viele Mitglieder hatten Hintergr\u00fcnde, die \u00fcber klassische Rockbiografien hinausgingen \u2013 das merkt man ihrer Musik bis heute an. Statt klarer Strukturen oder eing\u00e4ngiger Formeln steht bei ihnen oft das Fragment, das Offene, das Unfertige im Mittelpunkt. Und genau das macht <em>In A Bar, Under The Sea<\/em> zu einem so zentralen Werk in ihrer Diskografie. Dieses Album markiert eine Phase, in der die Band ihre Identit\u00e4t voll ausformuliert. Nach dem bereits eigenwilligen Deb\u00fct wird hier alles gr\u00f6\u00dfer, mutiger, manchmal auch widerspr\u00fcchlicher. Die Songs wirken wie kleine Experimente: Ideen werden ausprobiert, wieder verworfen, neu kombiniert. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Es gibt keine Angst vor Br\u00fcchen \u2013 im Gegenteil, diese Br\u00fcche sind Teil des Konzepts. Ein St\u00fcck kann verspielt beginnen, dann pl\u00f6tzlich in L\u00e4rm kippen, um sich schlie\u00dflich in einer fast zarten Melodie aufzul\u00f6sen. Gerade Frontmann Tom Barman pr\u00e4gt diesen Ansatz stark. Seine Art zu schreiben und zu singen ist nie eindeutig \u2013 oft ironisch gebrochen, manchmal fast distanziert, dann wieder \u00fcberraschend emotional. Diese Ambivalenz zieht sich durch das gesamte Album und passt perfekt zu der Musik, die sich ebenfalls nie festlegen will. Was dEUS dabei von vielen anderen Bands ihrer Zeit unterscheidet, ist ihr Umgang mit Einfl\u00fcssen. Statt sich an einem bestimmten Stil zu orientieren, nehmen sie sich aus ganz unterschiedlichen Richtungen, was sie interessiert: avantgardistische Rockexperimente, Jazz-Strukturen, klassische Songwriter-Momente. Diese Elemente werden nicht sauber voneinander getrennt, sondern bewusst ineinander verschoben. Das Ergebnis ist ein Sound, der gleichzeitig zug\u00e4nglich und sperrig ist. <em>In A Bar, Under The Sea<\/em> ist dabei vielleicht ihr repr\u00e4sentativstes Album, weil es genau diese Offenheit auf den Punkt bringt. Es klingt wie eine Band, die sich selbst beim Denken zuh\u00f6rt \u2013 die ausprobiert, scheitert, neu ansetzt und dabei immer wieder \u00fcberraschende L\u00f6sungen findet. Diese kreative Unruhe ist kein Mangel an Fokus, sondern ihre eigentliche St\u00e4rke. Die Neuauflage als Triple-LP im aufwendig gestalteten Gatefold unterstreicht diesen Anspruch. Das Format passt zu einem Album, das Raum braucht \u2013 nicht nur akustisch, sondern auch physisch. Die zus\u00e4tzlichen Demos und Alternativversionen sind dabei mehr als blo\u00dfes Bonusmaterial: Sie zeigen, wie sehr dieser Sound aus Prozessen entstanden ist. Man h\u00f6rt Skizzen, Rohfassungen, Umwege \u2013 und versteht dadurch besser, wie ungew\u00f6hnlich das fertige Ergebnis eigentlich ist. Spannend ist auch, wie stark dieses Album nachwirkt. Viele Bands, die heute als genre\u00fcbergreifend oder experimentell gelten, bewegen sich auf einem Terrain, das dEUS schon damals mitgepr\u00e4gt haben. Gerade diese Mischung aus Intellektualit\u00e4t und emotionaler Offenheit, aus Chaos und Struktur, wirkt heute fast zeitgem\u00e4\u00dfer denn je. Und trotzdem bleibt <em>In A Bar, Under The Sea<\/em> ein eigenwilliges Werk. Es will nicht gefallen, zumindest nicht im klassischen Sinne. Es fordert Aufmerksamkeit, Geduld und die Bereitschaft, sich auf etwas Unberechenbares einzulassen. Wer das tut, entdeckt ein Album, das auch nach 30 Jahren noch lebendig wirkt \u2013 nicht wie ein abgeschlossenes Kapitel, sondern wie ein offener Denkprozess, der weitergeht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit der neuen Vinyl-LP von dEUS (30th Anniversary Edition von &#8222;In A Bar, Under The Sea&#8220;). \/\/ Die 30th-Anniversary-Ausgabe von In A Bar, Under The Sea ist nicht nur eine W\u00fcrdigung eines einzelnen Albums, sondern eigentlich eine Erinnerung daran, wie besonders diese Band in der europ\u00e4ischen Musiklandschaft immer war. dEUS sind nie einfach nur \u201eeine [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-34763","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category--stadtgesprach"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34763","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=34763"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34763\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34765,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34763\/revisions\/34765"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=34763"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=34763"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=34763"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}