{"id":3477,"date":"2009-06-15T20:52:43","date_gmt":"2009-06-15T19:52:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=3477"},"modified":"2009-06-16T10:43:03","modified_gmt":"2009-06-16T09:43:03","slug":"zuckerbeat-vol-75","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=3477","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat vol. 75"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3545\" title=\"dirty-projectors1\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/dirty-projectors1.jpg\" alt=\"dirty-projectors1\" width=\"200\" height=\"200\" \/>Soviel Sommeratmosph\u00e4re wie im Er\u00f6ffnungsst\u00fcck ihres neuen Albums \u201eBitte Orca\u201c h\u00e4tte man den <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/dirtyprojectors\">Dirty Projectors<\/a> gar nicht zugetraut. Das klingt ein bisschen so, als w\u00fcrden\u2026 ach lassen wir doch mal die Sache mit den Vergleichen. Ist doch \u00f6de. Also: Die Dirty Projectors sind eine Band, die sich befl\u00fcgelt davon, das sie nun endlich eine vollwertige Gruppe sind, auf einen langen Spaziergang am Ufer eines sonnigen Sandstrands begibt, um sich dort in einen endlosen Jam in Richtung Sommersonne zu vertiefen.<!--more--> Kurz gesagt: diesem Album strahlt trotz vertrackter Rhythmen und Widerhaken die Sonne aus dem Arsch. Das finden dann nicht nur die Badeg\u00e4ste, sondern auch die Geheimniskr\u00e4mer super. Die einen lassen die Seele zur Musik baumeln und waten mit nackten F\u00fc\u00dfen durch die sanft heranpurzelnden Wellenwogen. Die anderen verkriechen sich im Hotelzimmer, starren vom ger\u00e4umigen Balkon auf das hektische Treiben am Strand und genie\u00dfen es, zur Musik in s\u00fc\u00dfen Gedanken zu schwelgen. Vorher sollte man das Album allerdings ein bis zwei Mal durchh\u00f6ren, damit sich die verqueren Songstrukturen in Wohlgefallen aufl\u00f6sen. Dann aber wird \u201eBitte Orca\u201c zu einem einzigen Hort der Gl\u00fcckseligkeit, der so spannend komponiert ist, dass man gar nicht genug davon bekommt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3546\" title=\"taking-back-sunday1\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/taking-back-sunday1.jpg\" alt=\"taking-back-sunday1\" width=\"200\" height=\"200\" \/>Die Jungs von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/takingbacksunday \">Taking Back Sunday<\/a> werden sich in den letzten Jahren derweil mehrmals die Augen gerieben haben. Da schossen doch pl\u00f6tzlich allerhand Bands aus dem Boden, die ihren Sound nach\u00e4fften und das nur, weil Screamo f\u00fcr kurze Zeit zum hei\u00dfesten Schei\u00df der Stunde ernannt wurde. Viele dieser Nachz\u00fcgler hatten allerdings nicht die Klasse der Jungs, die nun v\u00f6llig zu Unrecht in der Flut der Ver\u00f6ffentlichungen unterzugehen drohen. Taking Back Sunday sind mit einer Gabe gesegnet &#8211; was sie von den anderen abhebt, ist: sie schreiben nachhaltige Songs. Die w\u00fctenden Passagen des Erstlings sind auf Album Nummer vier zwar weitestgehend ad acta gelegt und durch mitrei\u00dfende Refrains ersetzt worden, aber was solls. Das Album rockt. Die neue Single \u201eSink Into Me\u201c ist ein kleiner Bastard, der stellvertretend f\u00fcr den Rest des Albums steht. Erst denkt man, den braucht doch kein Mensch. 08\/15 Emo mit nicht allzu sch\u00f6ner Hookline. Aber wenn das St\u00fcck dann zum vierten Mal l\u00e4uft, dann steht man pl\u00f6tzlich im Hausgang, rei\u00dft die Fenster auf und wartet darauf, dass die n\u00e4chste Gewitterfront aufzieht, um die komplette Inneneinrichtung durcheinander zu wirbeln. Taking Back Sunday haben auf diesem Album eine ganze Reihe solcher Tracks am Start, die sich erst nach mehrmaligen H\u00f6ren als fette Hits entpuppen. Man kann ihnen das in Zeiten gleichf\u00f6rmiger Kajal-Gangs gar nicht zu hoch anrechnen. Und mal im ernst, eine sch\u00f6nere Sommerhymne, wie \u201eSummer, Man\u201c wird es in diesem Sommer wohl auch nicht mehr geben. Wer mal wieder Songs h\u00f6ren m\u00f6chte, die wirklich von Bedeutung sind und echte Gef\u00fchle transportieren. Mit \u201eNew Again\u201c wird er gl\u00fccklich werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3547\" title=\"warpet-tour-20091\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/warpet-tour-20091.jpg\" alt=\"warpet-tour-20091\" width=\"200\" height=\"200\" \/>Amerikas gr\u00f6\u00dfter Punkrock-Zirkus \u00f6ffnet derweil auch in diesem Jahr mal wieder seine Tore. Passend dazu gibt\u2019s die allj\u00e4hrliche \u201e<a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/warpedtour\">Vans Warped Tour Compilation 2009<\/a>\u201c, die mal wieder alles versammelt, was in der Punkrockszene Rang und Namen hat. Mit charmanten 51(!) Hits auf zwei Cds ist wirklich f\u00fcr jeden was dabei. Die alten Haudegen von NoFX, Bad Religion und Thursday teilen sich den Platz auf den beiden Silberlingen mit zahlreichen Jungspunden, die sich anschicken, das Feld von hinten aufzurollen. Dementsprechend beeindruckend grinst man dann auch zur Sommersonne, wenn Big D And The Kids Table den beschwingten Reigen nach fast drei Stunden Spielzeit beenden. Zuvor hat man sich allerdings gefragt, warum Anarbor nicht l\u00e4ngst die \u00f6den Gesellen von Fall Out Boy aus dem Blickfeld der \u00d6ffentlichkeit geschubst haben. Oder warum The Ataris auf ihrem letzten Album nicht einen so wunderbaren Song, wie das hier vorhandene \u201eAll Souls Day\u201c, zu Stande gebracht haben. Ebenfalls sehr gelungen: das sommerliche \u201eThe State Of Florida\u201c von den nimmerm\u00fcden Grinsebacken Less Than Jake. Dazu ein wenig breitenwirksamer Poppunk von trendy Acts a la The Maine, Hit The Lights und Konsorten, die zwar sehr austauschbar klingen, aber in dieser geb\u00fcndelten Form f\u00fcr ein entspanntes Sommerfeeling sorgen. Freunde der h\u00e4rteren Gangart freuen sich derweil \u00fcber die wunderbaren Underoath oder schlagen sich zu The Devil Wears Prada den Sch\u00e4del ein. Kurz gesagt, mit diesem Soundtrack zum Festivalsommer kann man gar nix falsch machen. Da holt man sich die Strandparty direkt ins Wohnzimmer. Und deshalb haben wir auch ein fettes Verlosungspaket zu dem Teil am Start. Mit Shirts, Alben und allem, was sonst noch so dazu geh\u00f6rt. Freut euch deshalb schon mal auf den n\u00e4chsten Print-Zuckerkick. Da gibt\u2019s alle Details zur Verlosung. Solange k\u00f6nnt ihr euch schon mal die Mucke reinziehen. Es lohnt sich wirklich &#8211; auch wenn die hierzulande leider sp\u00e4rlich untersch\u00e4tzten Broadway Calls versehentlich unter falschem Decknamen auf dem Backcover stehen. Da steht n\u00e4mlich Broadway Kills. Was die Mucke nat\u00fcrlich nicht weniger gut macht. Meiner Meinung nach der beste Pop Punk-Act seit Alkaline Trio. Und damit genug gelabert. Einfach Play dr\u00fccken und abgehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3548\" title=\"tori-amos1\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/tori-amos1.jpg\" alt=\"tori-amos1\" width=\"200\" height=\"200\" \/>Und hinterher vielleicht mal wieder ein entspanntes Bad genehmigen und die sch\u00f6ne, neue Scheibe von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/toriamos\">Tori Amos<\/a> in den Player schieben. Nachdem sie auf ihrem letzten Album \u201eAmerican Doll Posse\u201c in diverse Rollen schl\u00fcpfte, ist die K\u00fcnstlerin auf \u201eAbnormally Attracted To Sin\u201c wieder ganz bei sich. Schon der Opener verspricht ein gro\u00dfes H\u00f6rerlebnis, so himmelhochjaulend, pardon \u2013 jauchzend, wie sie sich bei dem famosen \u201eGive\u201c in stimmliche H\u00f6hen aufschwingt. Danach zeigt sie dann den \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen Marke Norah Jones und Konsorten, wie man Radiopop mit Tiefsinn kontert und dadurch etwas Nachhaltiges schafft (\u201eWelcome To England\u201c). Die Songs h\u00e4ngen einem auch noch Stunden sp\u00e4ter im Ohr und sind so vielseitig arrangiert, dass sie auch \u00fcber sechzehn Runden nicht langweilig werden. Dazu zeigen sie eine K\u00fcnstlerin, die im wahrsten Sinne des Wortes ihre Maske abnimmt. Das Frontcover gibt die Richtung vor\u2026 dort wo Alanis Morissette aufgrund allzu gleichf\u00f6rmiger Sounds zuletzt in den tosenden Weiten der st\u00fcrmischen Musikbranche ins Schwanken geriet, schippert Tori Amos unbeeindruckt zum Ziel und schafft das, was f\u00fcr eine K\u00fcnstlerin ihrer Gr\u00f6\u00dfenordnung wahrscheinlich am Wichtigsten ist: dass sich die Menschen ihre Platte nicht nur kaufen, sondern sich die Musik auch anh\u00f6ren. \u201cAbnormally Attracted To Sin\u201c macht bewusst, dass im Hause Amos der Funke noch lange nicht erloschen ist. Das l\u00e4sst die Scheibe zwar aufgrund ihrer Vielseitigkeit am Ende etwas zerrissen wirken, zeigt aber welches Potenzial auch auf dem zehnten Studioalbum noch in dieser K\u00fcnstlerin schlummert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3549\" title=\"contact-high1\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/contact-high1.jpg\" alt=\"contact-high1\" width=\"200\" height=\"199\" \/>Den ziemlich abgefahrenen Streifen \u201e<a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/contacthighfilm \">Contact High<\/a>\u201c vom \u00f6sterreichischen Regisseur Michael Glawogger sollte man sich derweil auf keinen Fall entgehen lassen, wenn man auf Filmstoff der Marke \u201eFear &amp; Loathing In Las Vegas\u201c, \u201ePulp Fiction\u201c und Westernklassiker a la \u201eSpiel mir das Lied vom Tod\u201c steht. Der Soundtrack zum Streifen pendelt zwischen Bands, die gekonnt einen auf Morricone machen (Calexico mit dem famosen \u201eFrontera\u201c), freakigem Folk (auch wenn Devendra Banhart diesen Begriff wohl nicht sehr gerne \u00fcber sich selbst h\u00f6ren w\u00fcrde) und geschmacksicherem Indie-Sound der Marke Get Well Soon. Der Titelsong wurde komponiert von niemand geringerem als Sven Regener, Frontmann von Element Of Crime, der auch das selbst gesungene St\u00fcck \u201eDon\u00b4t Bogart Me\u201c beisteuert. Das Ganze wird dann noch gestreckt um einige Klassiker von Captain Beefheart und Roxy Music. Fertig ist die Wundert\u00fcte, die der \u201ePsychedelic Roadmovie Western Kom\u00f6die\u201c den passenden Schleier aus bet\u00f6renden Melodien \u00fcberstreift. Das Ding funktioniert so gut, dass es allen Freunden von Soundtracks der Marke \u201eDeath Proof\u201c und \u201eFrom Dusk \u00b4til Dawn\u201c das Wasser im Mund zusammen laufen lassen d\u00fcrfte. Kurz gesagt: ein psychedelischer Trip der Sonderklasse.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3550\" title=\"kitsune-maison-71\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/kitsune-maison-71.jpg\" alt=\"kitsune-maison-71\" width=\"200\" height=\"200\" \/>Die passende Elektrobreitseite f\u00fcr das Hier und Jetzt schleudert uns dann der neueste Wurf aus dem Hause <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/maisonkitsune\">Kitsun\u00e9<\/a> um die Ohren. Auf der neuen Trendschleuder \u201eKitsun\u00e9 Maison Compilation 7\u201c wird mal wieder alles angekarrt, was sich in den endlosen Elektro-Welten tummelt. Bekannte Namen, wie Phoenix, autoKratz und La Roux, treffen auf zahlreiche Soundentw\u00fcrfe der tanzbaren Sorte, die mal sch\u00f6ne Erinnerungen an die Computerjockeys wecken (Beni \u2013 \u201eFringe Element (Short Like Me Edit)\u201c oder die japanischen Einfl\u00fcsse mit einer gekonnten Klaviermelodie kontern (80 Kidz \u2013 \u201eMiss Mars\u201c). Nachdem man das letzte Mal eher darauf setzte, den Status Quo in Sachen elektronisches Trendbewusstsein zu zementieren, wird diesmal auf zuk\u00fcnftige Klangverfechter der poppigen Sorte gesetzt. Der Pop, der steht n\u00e4mlich hoch im Kurs bei Kitsun\u00e9 und wird von James Yuill ebenso befeuert, wie vom Two Door Cinema Club, der so unversch\u00e4mt nach Phoenix klingt, dass man sich kurzzeitig fragt, ob das nicht vielleicht doch die Originale sind. Wer heute schon wissen will, was morgen in den Discos l\u00e4uft, sollte sich das Teil hier auf keinen Fall entgehen lassen. So viel hei\u00dfer Schei\u00df ist selten auf einer Cd versammelt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3551\" title=\"men-without-pants1\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/men-without-pants1.jpg\" alt=\"men-without-pants1\" width=\"200\" height=\"201\" \/>Und dann auf zur n\u00e4chsten Partyrakete der Post Luftgitarren-\u00c4ra. Wo kommen die nur alle her, diese Neulinge im Rockbereich. <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/menwithoutpants\">Men Without Pants<\/a> jedenfalls klingen wie die perfekte Fusion aus Primal Scream und Wolfmother &#8211; nur eben wesentlich zeitgem\u00e4\u00dfer und schmissiger. Das mag unter anderem daran liegen, dass hier niemand geringerer als Dan The Automator von den Gorillaz hinter den Regler steht. Zusammen mit Russel Simins von der Jon Spencer Blues Explosion und reichlich Starg\u00e4sten der Marke Yeah Yeah Yeahs und Blonde Redhead wird hier voll auf die Kacke gehauen und die Rockstarpeitsche raus geholt. Wenn dann auch noch der unglaubliche Sean Lennon zum Mikro greift ist man vollends gefangen im schwei\u00dftreibenden W\u00fcrgegriff, den \u201eNaturally\u201c anlegt. Diese Scheibe will nichts anderes, als gefeiert werden. Und wir tun ihr den Gefallen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3552\" title=\"j-dilla1\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/j-dilla1.jpg\" alt=\"j-dilla1\" width=\"200\" height=\"200\" \/>Im Hause <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/jdilla\">J Dilla<\/a> scheint derweil die Ver\u00f6ffentlichungswut ausgebrochen zu sein. Mit \u201eJay Stay Paid\u201c erscheint nun schon der n\u00e4chste Nachruf auf den renommierten Beatbastler. Im Gegensatz zur k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten Songsammlung \u201eDillanthology\u201c gibt es auf dem Album aber auch mal neuen Stoff zu h\u00f6ren. Es ist schlicht faszinierend, wie der K\u00fcnstler Nostalgie mit einem nahezu vision\u00e4ren Ideenschatz kontert. Die Scheibe klingt wie ein Mixtape vergangener Tage, aber die Songs sind keineswegs von gestern. Ganz im ernst\u2026 wer zu diesen instrumentalen Entw\u00fcrfen durch ein Industriegebiet f\u00e4hrt, sieht die Welt pl\u00f6tzlich mit anderen Augen. Es ist, als schenke einem Dilla die M\u00f6glichkeit mit seinem Tracks durch W\u00e4nde zu sehen. Es f\u00fchlt sich an, als kratze er an der Oberfl\u00e4che und lege dadurch das Urspr\u00fcngliche hinter den Dingen frei. Ihr k\u00f6nnt das selbst \u00fcberpr\u00fcfen. Einfach die Scheibe in den Player stecken und wirken lassen. Selten hat man Sounds geh\u00f6rt, die so hingebungsvoll den Urspr\u00fcngen des HipHop huldigen und doch immer wieder neue Facetten von sich Preis geben. Mit zunehmendem H\u00f6rgenuss entpuppt sich das Album abseits der offensichtlichen Hits von Doom, Black Thought und Reakwon , als nahezu wegwei\u00dfend. Und das drei Jahre nach dem tragischen Ableben dieses vision\u00e4ren K\u00fcnstlers. Man muss es so sagen. Ein nahezu \u201eunsterbliches\u201c Teil.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3553\" title=\"karamel1\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/karamel1.jpg\" alt=\"karamel1\" width=\"200\" height=\"201\" \/>Irritationen ruft derweil das neue Werk von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/meinkaramel\">Karamel<\/a> hervor. Klingt ja fast wie Kante meets Die Sterne, was die Band um Johann Scheerer (Cloud Hill Recordings) da abliefert. Nur d\u00fcsterer, dramatischer, irgendwie spontaner und doch ebenso detailreich, durchdacht, effektbeladen. Karamel brauchen dazu keine \u201eMaschinen\u201c, wie sie es einem mit dem Albumtitel vorgaukeln. Die verlassen sich lieber auf ihr Gef\u00fchl und erzeugen damit ein anstrengendes, aber nach kurzer Eingew\u00f6hnungszeit, mitrei\u00dfendes H\u00f6rerlbenis. Nach zwei Songs wird man dieses Album entnervt ausschalten oder sich vollends in der Musik verlieren. Die Band macht es einem nicht gerade einfach mit ihrem sperrigen Klangansatz. Die Tracks sind bis zu acht Minuten lang und schlagen Haken, bis man nicht mehr wei\u00df, wo vorne und hinten ist. Alle die dachten, mit deutschsprachiger Popmusik ist es in den letzten Jahren stetig bergab gegangen, sollten sich dieses Monster hier anh\u00f6ren. Wenn zum Beispiel in \u201e6\/8\u201c Gisbert zu Knyphausen zum Duell antritt, bekommt man einen Querschl\u00e4ger nach dem anderen um die Ohren geballert. Dieses Songs sind gef\u00e4hrlich, Karamel suchen ihr Heil im Extrem. Nach dem ersten Durchlauf ist man \u00fcberfordert. Nach dem zweiten angefixt. Nach dem dritten wie berauscht von dieser Platte. Es ist fast schon, als w\u00fcrde im Indie-Club pl\u00f6tzlich Krautrock gespielt und alle drehen durch. \u201eMaschinen\u201c ist gerade aufgrund seiner Kompromisslosigkeit ein wegweisendes Werk. Es fordert dem H\u00f6rer alles ab und jeder muss am Ende selbst entscheiden, ob er bereit ist sich auf diese Wucht der Emotionen einzulassen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3554\" title=\"cass-mccombs1\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/cass-mccombs1.jpg\" alt=\"cass-mccombs1\" width=\"200\" height=\"200\" \/>Bei <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/cassmccombs\">Cass McCombs<\/a> ist die Sache wiederum schon nach den ersten paar Takten klar. Entweder man liebt die Musik oder man wendet sich anderen Dingen zu. Songwriterkunst steht und f\u00e4llt in erster Linie mit der Stimme des Protagonisten. Nimmt sie einen ein, l\u00e4sst man sich nur zu gerne auf eine kleine Geschichtsstunde einladen. L\u00e4sst sich Stories erz\u00e4hlen aus den Katakomben der Seele. \u201eCatacombs\u201c ist also je nach Blickwinkel ein famoses oder verzichtbares Werk. Wer sich bei Calexico schwer verliebt an den heimischen Plattenspieler kuschelt oder zu den letzten Scheiben von Dylan von einer besseren Welt tr\u00e4umte. Dazu vielleicht noch eine gewisse N\u00e4he zu dem musikalischen Schaffen von Conor Oberst versp\u00fcrt. Der wird auch an diesem nostalgisch angehauchten Werk seine Freude haben. Eine gewisse Affinit\u00e4t zu romantisch verkl\u00e4rten Sounds vorausgesetzt. Der Titelsong von Cass McCombs k\u00f6nnte derweil ein moderner Klassiker des Songschreiber-Genres sein. Der Rest der Scheibe bietet gekonnte Alternativ-Perlen zu den Gro\u00dfen im Gesch\u00e4ft. Auf \u201eCatacombs\u201c vereint sich die Sehnsucht nach der gro\u00dfen Liebe mit dem verkl\u00e4renden Blick zur\u00fcck auf Zeiten, in denen jeder Tag noch euphorischer begangen wurde, als der davir. \u201eCatacombs\u201c ist des K\u00fcnstlers Abgesang an die eigene Jugend. Ein wirklich gelungenes Werk f\u00fcr einen 32j\u00e4hrigen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3555\" title=\"malcolm-middleton1\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/malcolm-middleton1.jpg\" alt=\"malcolm-middleton1\" width=\"200\" height=\"200\" \/>Womit wir uns zum Abschluss noch mal einem Tune im Sinne der fr\u00fchen Lemonheads widmen. <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/malcolmmiddleton\">Malcolm Middleton<\/a> atmet auf \u201eWaxing Gibbous\u201c den Sound der fr\u00fchen 90er, vermischt das ganze aber mit einer geh\u00f6rigen Portion Sonnenscheinpop a la Scouting For Girls. Man merkt dem Album an, dass es sich f\u00fcr den K\u00fcnstler um eine echte Herzensangelegenheit handelt. Die zehn Songs, eingel\u00e4utet vom Tanzboden-Hit \u201eRed Travellin\u00b4 Socks\u201c, strotzen nur so vor Inspiration und Spielfreude. Der Ex-Arab Strap-per scheint einfach die Seele baumeln zu lassen und l\u00e4sst die St\u00fccke laufen. Immer wieder schl\u00e4ngeln sich aus den Songs nahezu beil\u00e4ufig ein paar beschwingte Melodien, die selbst einen so klassischen Folk-Schmachtfetzen, wie \u201eCarry Me\u201c vom spr\u00f6den Charme der Kneipenhymne befreien. Stattdessen entsteht das erhabene Gef\u00fchl, hier mal wieder einem Album zu lauschen, dass alles kann, aber nichts muss. Malcolm Middleton wirkt wie ein n\u00e4chtlicher Besucher, der sich seinen Weg bahnt, durch die von Laternen durchfluteten Stra\u00dfenschluchten. Eine verlorene Seele auf der Suche nach einem sch\u00f6nen Platz mit Blick zum Mond. Womit wir dann auch am Ende w\u00e4ren. Lasst es euch gut gehen und genie\u00dft die Romantik. Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<\/p>\n<p>\/\/ alexander nickel-hopfengart<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Soviel Sommeratmosph\u00e4re wie im Er\u00f6ffnungsst\u00fcck ihres neuen Albums \u201eBitte Orca\u201c h\u00e4tte man den Dirty Projectors gar nicht zugetraut. Das klingt ein bisschen so, als w\u00fcrden\u2026 ach lassen wir doch mal die Sache mit den Vergleichen. Ist doch \u00f6de. 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