{"id":3490,"date":"2009-06-15T21:25:35","date_gmt":"2009-06-15T20:25:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=3490"},"modified":"2009-07-13T11:00:50","modified_gmt":"2009-07-13T10:00:50","slug":"zuckerbeat-vol76","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=3490","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat vol.76"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3559 alignleft\" title=\"eminem2\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/eminem2.jpg\" alt=\"eminem2\" width=\"200\" height=\"200\" \/>Na, geht doch! <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/eminem\">Eminem<\/a> ist wieder da und alle, die ihn bereits abgeschrieben hatten, werden sich nach dem ersten Durchlauf von \u201eRelapse\u201c eingestehen m\u00fcssen: da geht noch was. Der versierte Reimer hat sich frei geschwommen. Die gleichf\u00f6rmige Produktion des Vorg\u00e4ngers sucht man auf dem neuen Album mit der Lupe. Die von Br\u00fcno verabreichte Po-Attacke bei den \u201eMTV Movie Awards\u201c gibt zwar nicht unbedingt die Richtung vor, z\u00e4hlt aber zu den Sternstunden der Musik-TV-Geschichte &#8211; so viel Selbstironie h\u00e4tte man dem Rapper aus Detroit gar nicht zugetraut. <!--more-->Nun verabreicht er uns eine musikalische \u00dcberdosis in Form von 20 Musikpillen, die man sich am besten wohl dosiert einwirft. Auf Albuml\u00e4nge stellt sich bei Eminem immer eine gewisse Langeweile ein. Das liegt vorwiegend daran, dass seine Alben immer eine Spur zu lang sind. Dieses Problem bekommt er auch auf \u201eRelapse\u201c nicht wirklich in den Griff. Daf\u00fcr setzt er aber immer wieder einzelne Glanzlichter. Zu \u201eOld Time\u00b4s Sake\u201c mit Dr. Dre als Gastrapper m\u00f6chte man die Anlage des Autos sprengen, so sehr stampft einem dieser Beat noch Stunden sp\u00e4ter die Geh\u00f6rg\u00e4nge platt. Und dieser Amoklauf namens \u201e3.a.m.\u201c ist einfach nur ganz Gro\u00dfes Kino: Eminem malt apokalyptische Bilder im Kopf des Zuh\u00f6rers und hat wieder sichtlich Spa\u00df am Spiel mit den Worten. \u201eWe Made You\u201c ist eine brillante Abrechnung mit dem Popbusiness, dem er Zeit seines Lebens nur zu gerne mit einem breiten Grinsen im Gesicht den Spiegel vorhielt. Die beste Waffe Eminems ist aber, dass er zu schlau ist, sich wirklich festzulegen. Jegliches klischeehafte Verhalten wird im n\u00e4chsten Satz schon wieder ad absurdum gef\u00fchrt. Da spricht ein Schlaumeier, dem man trotzdem jede einzelne seiner Zeilen glaubt. Wie er das schafft? Darin liegt wohl das Geheimnis seiner Popularit\u00e4t. Jedenfalls scheint er seinen Kritikern immer einen Schritt voraus zu sein. Selbst seine eindringliche Stimme, von der man annehmen musste, dass sie sich innerhalb kurzer Zeit abnudelt, wie Spaghettiso\u00dfe, wirkt auf \u201eRelapse\u201c derma\u00dfen erfrischend, dass man dem Gro\u00dfteil seiner rappenden Kollegen kurzerhand den Strom abdrehen m\u00f6chte. Eminem hat mit \u201eRelapse\u201c ein famoses Comeback hingelegt. Er g\u00f6nnt sich einen R\u00fcckfall in alte Zeiten und landet damit kurzerhand auf dem Thron der gegenw\u00e4rtigen Rapszene.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3560 alignright\" title=\"dinosaur-jr1\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/dinosaur-jr1.jpg\" alt=\"dinosaur-jr1\" width=\"200\" height=\"200\" \/>Ebenfalls bemerkenswert ger\u00e4t ein neues Album aus den endlosen Weiten der rockenden Zunft. Es dauert keine zehn Sekunden, da bin ich wieder unten mit dem Schei\u00df. Die 90er haben mich voll im Besitz, ich zerfetze die Naht an der Kniefalte meiner Jeans und gehe zu Boden. W\u00e4lze mich im Staub. Die Luftgitarre im Anschlag. Verdammt. <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/dinosaurjr \">Dinosaur Jr.<\/a> haben es wieder geschafft. Sie haben mit ihrem neuen Album ein nostalgisches Gl\u00fccksgef\u00fchl generiert. Verteilt auf 12 Songs, die trotz zeitweise epischer Ausma\u00dfe von sechs bis acht Minuten immer wieder dem gro\u00dfen Moment fr\u00f6nen. Melodien f\u00fcr ein Indiepublikum, das es in dieser Form eigentlich gar nicht mehr gibt. Eine Generation, die sich zum sperrigen, manchmal nervigen, aber immer hingebungsvoll dahin geschmetterten Indie-Liedgut von Pavement und Konsorten mittags um drei in der Sommerhitze auf einem Festivalgel\u00e4nde die Seele aus dem Leib schrie. F\u00fcr Menschen, f\u00fcr die der Name \u201eBizarre\u201c mehr ist, als nur eine verdorrte Bl\u00fcte aus l\u00e4ngst vergangenen Festivaltagen. \u201eFarm\u201c ist in dieser Form ein Manifest auf den klassischen Indierock-Sound. Ein Gitarren geschw\u00e4ngertes Monster von einem Rockalbum. Eine Scheibe mit Ecken und Kanten, bei der man den Lautst\u00e4rkeregler mehr als nur einmal um die eigene Achse dreht. Songs, wie \u201eI Want To Know\u201c, muss man m\u00f6glichst laut h\u00f6ren. Sie m\u00fcssen im Feedbackgewitter ersticken, bis man irgendwann verwirrt in Richtung Sonne blickt &#8211; wohl wissend, dass man gerade etwas ganz Besonderem beiwohnt. Einem Moment, in dem es nur einen selbst und die Musik gibt. Da passt nichts mehr dazwischen. Kurz gesagt: Dinosaur Jr. erschlagen einen auch diesmal wieder mit ihrer Unmittelbarkeit. Und ich verneige mich innst\u00e4ndig vor diesem wunderbaren Sp\u00e4twerk der Band aus Massachusetts.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3561 alignleft\" title=\"dennis-lisk1\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/dennis-lisk1.jpg\" alt=\"dennis-lisk1\" width=\"200\" height=\"200\" \/>Denyo alias <a href=\"http:\/\/www.myspace.de\/dennislisk \">Dennis Lisk<\/a> hat sich derweil dazu durchgerungen, auch mal dem Gesang zu fr\u00f6nen. Nachdem die beiden Solo-Alben des Rappers -die schon allein deshalb einen schweren Stand hatten, weil sie immer wieder dem Vergleich mit Jan Delay stand halten mussten- v\u00f6llig zu Unrecht gefloppt sind, macht der Beginner nun den Rio Reiser f\u00fcr uns. Oder sagen wir besser: er macht den Clueso. Und ganz im ernst: es funktioniert. Das klingt richtig derbe, wenn er im famosen Opener von \u201eSuchen &amp; Finden\u201c seine \u201eNavigation\u201c ins Songschreiber-Metier startet. Die erste Single \u201eLass los\u201c ist vielleicht eine Spur zu tr\u00e4nenreich geraten, aber funktioniert im Kontext der Scheibe dann doch \u00fcberraschend gut. Ich mag an diesem Album allerdings eher die entspannte Lockerheit, die das fast rockige \u201eBlick nach vorn, schau zur\u00fcck\u201c ausstrahlt. Da geht einiges, da macht die Scheibe einem bewusst, dass es sich hier eben doch nicht um einen plumpen Versuch handelt, nun auch noch auf den Erfolgszug aufzuspringen. Nein, \u201eSuchen und finden\u201c ist eine echte Herzensangelegenheit. Das merkt man. Da sp\u00fcrt man die Hingabe, die er in diese St\u00fccke gesteckt hat. Das war bei den beiden \u201egerappten\u201c Vorg\u00e4ngern zwar auch so, aber erst jetzt scheint sich der K\u00fcnstler wirklich gefunden zu haben. Da wird in \u201eWo auch immer\u201c fast schon \u201egegr\u00f6nemeyert\u201c, wie die Kinderzimmer Productions es mal so treffend formuliert haben. Und das klingt ganz ehrlich kein bisschen peinlich, sondern famos. Man bleibt eben nicht ewig der junge Kerl, der sich mit den beiden Kumpels daran macht, das System von innen umzukrempeln. Mit dem Alter ver\u00e4ndern sich auch die Priorit\u00e4ten. Der Blick f\u00e4llt aufs Private und die Scheibe geh\u00f6rt zum Besten, was in den letzten Jahren im deutschsprachigen Songschreiber-Bereich auf den Markt kam (zugegeben: die Konkurrenz hier ist auch nicht unbedingt gro\u00df). Schade nur, dass auf meiner Edition der gemeinsame Track mit Clueso, Max Herre und Jan Delay nicht vorhanden ist. Auf das St\u00fcck bin ich n\u00e4mlich schon derbe gespannt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3562 alignright\" title=\"the-butterfly-effect1\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/the-butterfly-effect1.jpg\" alt=\"the-butterfly-effect1\" width=\"200\" height=\"197\" \/>Hinterher schweifen wir dann eine Runde durch epische Traumlandschaften, weil <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/thebutterflyeffect\">The Butterfly Effect<\/a> auf einer schwungvollen Monsterwelle auf uns zu surfen. Vom Sound her orientiert sich das australische Quartett auf \u201eFinal Conversations Of Kings\u201c an Trail Of Dead und Minus The Bear, mischt das Ganze aber mit einer Prise Alternative-Rock auf, so dass man sich immer wieder dazu hingerissen f\u00fchlt, bei den hymnischen Parts lauthals mitzugr\u00f6len. Bemerkenswert ist dabei vor allem, dass die Band es schafft, nicht ins Fettn\u00e4pfchen des plumpen Abbauschens zu treten. Nein: \u00fcber die gesamte L\u00e4nge halten sie einen mit charmanten Ideen bei der Stange und zeigen sich als gewachsene Band, der der \u201eRolling Stone\u201c nicht umsonst die Plakette anheftet, \u201eeiner der besten Funde des Jahres\u201c zu sein. Gerade im Progrock-Bereich, wo man ja regelrecht zugeschissen wird mit neuen Bands, ragen The Butterfly Effect mit ihrer poppigen Attit\u00fcde und den gro\u00dfen Melodien aus der breiten Masse heraus, als h\u00e4tten sie Stelzen unter den F\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3563 alignleft\" title=\"siva1\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/siva1.jpg\" alt=\"siva1\" width=\"200\" height=\"200\" \/>Die Berliner Band <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/sivaofficial\">Siva<\/a> k\u00f6nnte derweil mit ihrem zweiten Album ganz heimlich, still und leise ein gro\u00dfer Karrieresprung bevorstehen. \u201eSame Sights, New Light\u201c ist das Notwist-Album, das selbige dem H\u00f6rer zuletzt verweigert haben. Z\u00e4rtliche Songs, die auch den Fans von Sophia das Wasser im Munde zusammen laufen lassen, vermischen sich mit einem elektronischen Klangteppich, der die Songs subtil untermalt. Die Platte schickt dich auf eine Reise fernab asphaltierter Stra\u00dfen. Sie klingt, als wollte sie sich im Dickicht verstecken, nur um dann im richtigen Moment aus der Deckung zu springen und einen mit ihren zauberhaften Songs einzuwickeln. Das ist Musik, die sowohl im Ballsaal, als auch im Hinterzimmer der Indie-Disco funktioniert. Ein anmutendes Album, dessen gr\u00f6\u00dfte St\u00e4rke es ist, dass man gar nicht merkt, wie die Musik sich an einen heran pirscht, nur um einen dann mit ihrer emotionalen Wucht vollends zu erschlagen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3564 alignright\" title=\"krikor-and-dead-hillbillys1\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/krikor-and-dead-hillbillys1.jpg\" alt=\"krikor-and-dead-hillbillys1\" width=\"200\" height=\"200\" \/>Wegweisend ist auch das neue Album von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/krikorparis\">Krikor &amp; The Dead Hillbillies <\/a>geraten. Die verkn\u00fcpfen auf \u201eLand Of Talk\u201c Chicago House mit \u2013aller Achtung!- Folkanleihen. Das famose Artwork l\u00e4sst schon erahnen, dass hier Konventionen zu Grabe getragen werden. Dass das so famos funktioniert, dass nicht mal Rockabilly Sounds das H\u00f6rerlebnis schm\u00e4lern, ist aber doch bemerkenswert. Die Scheibe l\u00e4uft einfach so dahin, als h\u00e4tte es unterschiedliche Stile und Kategorien nie gegeben. Alles wird zusammen gew\u00fcrfelt und irgendwie entspringt daraus etwas Schl\u00fcssiges. Mal tanzbar (\u201eGod Will Break It All\u201c), mal verrauscht (Scerpio\u00b4s Wallet\u201c), mal herrlich vertr\u00e4umt (\u201eWanton Boy\u201c) ger\u00e4t dieses Album zu einem stil bewussten Bastard, der einem ordentlich Feuer unterm Arsch macht. In Zeiten, wo alle schimpfen, ist die Scheibe ein geradezu selbstbewusster Verrecker. Von Totengr\u00e4berstimmung kann hier beim besten Willen keine Rede sein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3566 alignleft\" title=\"years1\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/years1.jpg\" alt=\"years1\" width=\"200\" height=\"200\" \/>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit dem Projekt Years. Das Deb\u00fctalbum von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/themusicofyears\">Ohad Benchetrit<\/a> (Do Make They Think) ist ein instrumentaler Trip durch zeitgen\u00f6ssische Gefilde. Im Gegensatz zu Krikor &amp; The Dead Hillbillies findet hier allerdings eine geradezu bemerkenswerte Hinwendung zur Natur statt. Vor allem im Opener bekommt man fast ein wenig Angst, man h\u00e4tte es hier mit einer dieser uns\u00e4glichen \u201eNatural Music\u201c-Soundtracks zu tun, die so etwas wie \u201eWohlf\u00fchl-Atmosph\u00e4re\u201c transportieren sollen. Dem ist Gott sei Dank nicht so. Schon beim zweiten Song \u201eDon\u00b4t Let The Blind Go Deaf\u201c wirbeln die Kl\u00e4nge einer akustischen Gitarre umher, wie Windhosen. Man f\u00fchlt sich, als w\u00fcrde man einem Damm beim Brechen zusehen. Grobe Schnitte, wie in \u201eAre You Unloved?\u201c versetzen den H\u00f6rer zudem in ungl\u00e4ubiges Staunen. Wie macht der Junge das nur? Wie schafft er es, instrumentale Sounds so abwechslungsreich zu strukturieren, dass man trotzdem bei der Stange bleibt. \u201eYears\u201c ist ein \u00e4u\u00dfert geheimnisvolles Projekt voller Emotion. Es kontert Harmonie mit nahezu apokalyptischen Szenarien. Alles in allem: ein Zukunftsszenario der ganz besonderen Sorte. Eine Platte \u00fcber die sich durchaus Nachzudenken lohnt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3567 alignright\" title=\"keri-hilson1\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/keri-hilson1.jpg\" alt=\"keri-hilson1\" width=\"200\" height=\"200\" \/>Was man von der neuen Scheibe aus dem Hause <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/kerihilson\">Keri Hilson<\/a> nicht unbedingt behaupten kann. Zugegeben: Die G\u00e4steliste von \u201eIn A Perfect World\u2026\u201c ist mit fetten Namen versehen. Timbaland, Kanye West und Lil Wayne sind am Start, um die Werbetrommeln anzustupsen, aber Begeisterung will sich beim H\u00f6rer trotzdem keine einstellen. Vielmehr wirkt das Dab\u00fctalbum der K\u00fcnstlerin wie ein zusammenhangsloser Mix aus allem, was derzeit angesagt ist. W\u00e4hrend Beyonce mit \u201eLadies\u201c neue Wege in ungeahnt groovende Gefilde beschreitet, beschr\u00e4nkt sich Keri Hilson auf das solide Handwerk. Das kann sie ja, schlie\u00dflich ist sie jahrelang als Co-Produzentin f\u00fcr Usher und Toni Braxton unterwegs gewesen. Ihr eigenes Album krankt nun allerdings daran, dass man ausnahmslos alle Songs in \u00e4hnlicher Form schon mal von einem anderen K\u00fcnstler vor den Latz geknallt bekommen hat. Die Sounds von Timbaland zeigen zudem auch gewisse Abnutzungserscheinungen, so dass sich das Teil sp\u00e4testens zur Mitte hin tot l\u00e4uft. Schade eigentlich, wenn man bedenkt, dass hier durchaus Potenzial vorhanden gewesen w\u00e4re. Aber Keri Hilson ist ja nicht die erste K\u00fcnstlerin, deren musikalischer Anspruch in den endlosen Weiten der Hochglanzproduktion verreckt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3568 alignleft\" title=\"efractory2\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/efractory2.jpg\" alt=\"efractory2\" width=\"200\" height=\"181\" \/>Sehr imposanten funk beeinflussten HipHop fabrizieren hinterher <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/therefractorysystem\">Refractory <\/a>auf ihrem neuen Album \u201eHot Potatoes\u201c. Das franz\u00f6sische Duo um Jean Francois Blanco und Louis Beaudoin steht mit seinem Sound ganz in der Tradition von Rap-Crews, wie The Roots und Konsorten. Der neue Longplayer besticht durch den Einsatz von Funkgitarren, Saxophon und wunderbaren Pianopassagen. So ein Sound kommt mir im Fr\u00fchling gerade recht. Kopfh\u00f6rer auf und eine Runde durch die City geschlendert. Dazu ein leckeres Softeis gelutscht und das Mainufer unsicher gemacht. Refractory vertonen Lebensfreude, sind ein entspannter Gegenentwurf zum Aggro-Hop auf den Musikkan\u00e4len und haben mit ihrem sanften Reggae-Einschlag die Sonne auf ihrer Seite. Ein insgesamt wirklich imposanter HipHop-Tune mit zahlreichen Hits im Spannungsfeld von Nightmares on Wax bis I Am.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3569 alignright\" title=\"88komaflash1\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/88komaflash1.jpg\" alt=\"88komaflash1\" width=\"200\" height=\"200\" \/>Womit wir uns zum Ende hin noch mal einem ganz hervorragenden HipHop-Werk aus hiesigen Gefilden zuwenden. <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/88komaflash\">88:Komaflash<\/a> kann man kennen, wenn man sich hin und wieder auf ein Konzert von Main Concept verirrt. Auch in W\u00fcrzburg waren die Jungs schon zu Gast und sorgten mit ihren verqueren Soundexperimenten f\u00fcr offene M\u00fcnder. Die M\u00fcnchner Crew versucht sich auf ihrem neuen Album \u201eUntergang \/\/\/ Wiederaufbau\u201c an einem d\u00fcsteren Mix aus tiefsinniger Lyrik und cineastischem Score der Marke David Lynch. \u201eIch rap, weil ich nicht anders kann, nicht, weil ich nichts anderes kann\u201c. Man merkt den Songs an, dass sie raus mussten. Das sind keine Zugest\u00e4ndnisse an die Industrie. Hier geht\u2019s um die Liebe zur Sache. Formvollendete Songs finden so ihren Weg aus dem Untergrund ans Licht. Die eingestreuten Samples sitzen. Die Beats malen Bilder im Kopf. Sie ziehen den H\u00f6rer ganz tief rein in die Welt der psychedelischen Combo, die leider noch nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die sie seit Langem verdient. Wer mal wieder Rap mit Tiefsinn h\u00f6ren m\u00f6chte, der nicht davor zur\u00fcckschreckt, auch mal Grenzen auszuloten. Wer damals zum ersten Album von Doppelkopf auf den Balkon sa\u00df und von einer besseren Welt tr\u00e4umte. Wer nachdenklichen HipHop mag und sich gerne von d\u00fcsteren Beats treiben l\u00e4sst, der kommt an diesem Album nicht vorbei. 88:Komaflash sind der perfekte Soundtrack f\u00fcr verregnete Sommertage. Und damit Schluss f\u00fcr heute. Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<\/p>\n<p>\/\/ alxander nickel-hopfengart<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Na, geht doch! Eminem ist wieder da und alle, die ihn bereits abgeschrieben hatten, werden sich nach dem ersten Durchlauf von \u201eRelapse\u201c eingestehen m\u00fcssen: da geht noch was. Der versierte Reimer hat sich frei geschwommen. Die gleichf\u00f6rmige Produktion des Vorg\u00e4ngers sucht man auf dem neuen Album mit der Lupe. 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