{"id":34943,"date":"2026-07-17T16:04:05","date_gmt":"2026-07-17T14:04:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=34943"},"modified":"2026-07-17T16:04:06","modified_gmt":"2026-07-17T14:04:06","slug":"aufgelesen-vol-692-der-tag-war-schoen-und-ich-dachte-an-dich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=34943","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. (6)92 &#8211; &#8222;der tag war sch\u00f6n und ich dachte an dich&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit den Werken &#8222;Alles ist Gold&#8220; von Lisa Roy und &#8222;Der Tag war sch\u00f6n und ich dachte an dich&#8220; von Sofia Montrone. <\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1561\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Lisa-Roy-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-34947\" style=\"width:200px\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Lisa-Roy-scaled.jpg 1561w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Lisa-Roy-183x300.jpg 183w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Lisa-Roy-625x1024.jpg 625w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Lisa-Roy-768x1259.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Lisa-Roy-937x1536.jpg 937w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Lisa-Roy-1249x2048.jpg 1249w\" sizes=\"auto, (max-width: 1561px) 100vw, 1561px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ Mit \u201eAlles ist Gold\u201c von <strong>Lisa Roy <\/strong>und \u201eDer Tag war sch\u00f6n und ich dachte an dich\u201c von <strong>Sofia Montrone<\/strong> erscheinen zwei Romane, die sich auf ganz unterschiedliche Weise mit dem Erwachsenwerden, der Suche nach dem eigenen Platz im Leben und den pr\u00e4genden Begegnungen besch\u00e4ftigen, die unseren weiteren Weg bestimmen. Beide B\u00fccher erz\u00e4hlen von Menschen an Wendepunkten ihres Lebens, von Unsicherheit und Sehnsucht, von Familie, Liebe und Identit\u00e4t. Dabei entstehen zwei sehr unterschiedliche literarische Stimmen, die sich jedoch wunderbar erg\u00e4nzen und gemeinsam ein facettenreiches Bild einer Generation zeichnen, die zwischen Selbstverwirklichung, Verantwortung und der Suche nach Halt ihren eigenen Weg finden muss. Lisa Roy hat bereits mit ihrem Deb\u00fct \u201eKeine gute Geschichte\u201c bewiesen, dass sie gesellschaftliche Themen mit gro\u00dfer Empathie und einem feinen Gesp\u00fcr f\u00fcr Sprache verbinden kann. Auch \u201eAlles ist Gold\u201c lebt von dieser besonderen Mischung aus lakonischem Humor, emotionaler Ehrlichkeit und pr\u00e4ziser Beobachtungsgabe. Im Mittelpunkt steht Jana Doktor, deren Leben scheinbar gleichzeitig in s\u00e4mtliche Richtungen auseinanderf\u00e4llt. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die Beziehung ist gescheitert, die Promotion kommt nicht voran, eine ungeplante Schwangerschaft stellt alle Zukunftspl\u00e4ne infrage und der R\u00fcckzug ins Elternhaus f\u00fchlt sich wie ein Schritt zur\u00fcck statt nach vorn an. Gerade diese Ausgangssituation macht Jana zu einer ausgesprochen greifbaren Figur. Sie ist keine Heldin, die ihr Leben souver\u00e4n im Griff hat, sondern eine junge Frau voller Zweifel, die versucht, aus den Bruchst\u00fccken ihres Alltags einen neuen Sinn zu formen. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1561\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Sofia-Montrone-1-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-34946\" style=\"width:463px\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Sofia-Montrone-1-scaled.jpg 1561w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Sofia-Montrone-1-183x300.jpg 183w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Sofia-Montrone-1-625x1024.jpg 625w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Sofia-Montrone-1-768x1259.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Sofia-Montrone-1-937x1536.jpg 937w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Sofia-Montrone-1-1249x2048.jpg 1249w\" sizes=\"auto, (max-width: 1561px) 100vw, 1561px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Als sie im K\u00f6lner Imbiss auf Miral trifft und beide spontan zu einem Roadtrip nach Italien aufbrechen, entwickelt sich der Roman zu weit mehr als einer klassischen Reisegeschichte. Die Fahrt wird zu einer inneren Suche nach Orientierung, nach Glauben und nach der Frage, welche Entscheidungen das eigene Leben wirklich ver\u00e4ndern. Roy gelingt es dabei hervorragend, existenzielle Themen mit einer Leichtigkeit zu erz\u00e4hlen, die nie oberfl\u00e4chlich wirkt. Immer wieder blitzen Humor, Selbstironie und stille Melancholie auf, ohne dass der Roman seine emotionale Glaubw\u00fcrdigkeit verliert. Besonders reizvoll ist dabei die Offenheit, mit der spirituelle Erfahrungen, Zuf\u00e4lle und pers\u00f6nliche Krisen nebeneinanderstehen und Raum f\u00fcr eigene Interpretationen lassen. Sofia Montrones \u201eDer Tag war sch\u00f6n und ich dachte an dich\u201c schl\u00e4gt dagegen leisere, poetischere T\u00f6ne an. W\u00e4hrend Lisa Roy ihre Figuren in Bewegung versetzt und den Roadtrip als Motor der Handlung nutzt, erz\u00e4hlt Montrone von Erinnerungen, Orten und den Spuren, die vergangene Sommer im Leben hinterlassen. Die Lombardei wird dabei weit mehr als blo\u00dfe Kulisse. Zwischen alten Hotels, mediterraner Hitze und kleinen D\u00f6rfern entsteht eine Atmosph\u00e4re, die den gesamten Roman tr\u00e4gt und Erinnerungen fast k\u00f6rperlich sp\u00fcrbar macht. Im Mittelpunkt steht Leo, deren Kindheit durch einen tragischen Unfall unwiderruflich ver\u00e4ndert wird. Jahre sp\u00e4ter kehrt sie an denselben Ort zur\u00fcck und muss feststellen, dass sich nicht nur ihre Familie, sondern auch sie selbst ver\u00e4ndert hat. Die enge Beziehung zum Bruder ist br\u00fcchig geworden, die Gro\u00dfmutter altert sichtbar und die vertraute Umgebung wirkt pl\u00f6tzlich fremd. Erst die Begegnung mit Dolores er\u00f6ffnet neue Perspektiven und entwickelt sich zu einer zarten, glaubw\u00fcrdigen Liebesgeschichte, die sich organisch aus der Handlung heraus entfaltet. Montrone erz\u00e4hlt diese Entwicklung mit gro\u00dfer Zur\u00fcckhaltung und feinem Gesp\u00fcr f\u00fcr Zwischent\u00f6ne. Vieles bleibt unausgesprochen, vieles wird \u00fcber Blicke, Erinnerungen oder kleine Gesten transportiert. Dadurch entsteht eine besondere Intensit\u00e4t, die lange nach der Lekt\u00fcre nachhallt. Auff\u00e4llig ist, wie unterschiedlich beide Autorinnen Italien als literarischen Raum nutzen. In \u201eAlles ist Gold\u201c wird die Reise nach Italien zum Symbol des Aufbruchs, zu einem Ort neuer M\u00f6glichkeiten und unerwarteter Erkenntnisse. In \u201eDer Tag war sch\u00f6n und ich dachte an dich\u201c hingegen ist Italien vor allem ein Ort der Erinnerung, an dem Vergangenheit und Gegenwart untrennbar miteinander verwoben sind. Beide Romane zeigen jedoch, dass Landschaften und Orte Menschen ver\u00e4ndern k\u00f6nnen und dass Reisen oft weniger mit geografischen Entfernungen als mit inneren Entwicklungen zu tun haben. Auch stilistisch erg\u00e4nzen sich die B\u00fccher hervorragend. Lisa Roy schreibt direkt, modern und dialogstark. Ihre Figuren sprechen mit einer Nat\u00fcrlichkeit, die das Lebensgef\u00fchl einer Generation authentisch einf\u00e4ngt. Sofia Montrone setzt dagegen st\u00e4rker auf poetische Bilder, Stimmungen und atmosph\u00e4rische Beschreibungen. Ihr Roman entfaltet seine Wirkung langsamer und lebt von einer stillen Emotionalit\u00e4t, die sich nach und nach vertieft. Inhaltlich verbindet sie die Frage, wie Menschen ihren Platz in einer zunehmend komplexen Welt finden k\u00f6nnen. Beide Romane erz\u00e4hlen von Beziehungen, die tragen oder zerbrechen, von famili\u00e4ren Bindungen, von Liebe in ihren unterschiedlichsten Formen und von der Hoffnung, trotz aller Umwege irgendwann bei sich selbst anzukommen. So ergeben \u201eAlles ist Gold\u201c und \u201eDer Tag war sch\u00f6n und ich dachte an dich\u201c gemeinsam ein bemerkenswertes literarisches Doppel. Lisa Roy erz\u00e4hlt vom Aufbruch und vom Mut, das eigene Leben neu zu denken, w\u00e4hrend Sofia Montrone den Blick auf Erinnerung, Verlust und das langsame Reifen einer Pers\u00f6nlichkeit richtet. Beide Romane laden dazu ein, sich auf ihre Figuren einzulassen, und beweisen, dass die spannendsten Reisen oft jene sind, die tief ins Innere f\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit den Werken &#8222;Alles ist Gold&#8220; von Lisa Roy und &#8222;Der Tag war sch\u00f6n und ich dachte an dich&#8220; von Sofia Montrone. \/\/ Mit \u201eAlles ist Gold\u201c von Lisa Roy und \u201eDer Tag war sch\u00f6n und ich dachte an dich\u201c von Sofia Montrone erscheinen zwei Romane, die sich auf ganz unterschiedliche Weise mit dem Erwachsenwerden, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-34943","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category--unter-der-haut"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34943","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=34943"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34943\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":35018,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34943\/revisions\/35018"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=34943"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=34943"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=34943"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}