{"id":35530,"date":"2026-09-21T20:31:34","date_gmt":"2026-09-21T18:31:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=35530"},"modified":"2026-09-21T20:58:02","modified_gmt":"2026-09-21T18:58:02","slug":"vorgelesen-01-09-26-die-luecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=35530","title":{"rendered":"\/\/ vorgelesen 01. 09\/26 &#8211; &#8222;die l\u00fccken&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit dem eBook zu dem f\u00fcr den Buchpreis nominierten Werk &#8222;Die L\u00fccken&#8220; von Shida Bazyar, gelesen von Banafshe Hourmazdi.<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"764\" height=\"759\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Die-Luecken.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-35531\" style=\"width:200px\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Die-Luecken.png 764w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Die-Luecken-300x298.png 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Die-Luecken-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 764px) 100vw, 764px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ Es mag Zufall gewesen sein, aber ich streunte zuletzt durch Buchhandlungen, erst an der Osteek\u00fcste im Sommerurlaub, dann zuhause in der Heimatstadt, aber wo ich auch nachfragte. Das neue Werk von <strong>Shida Bazyar<\/strong> (Kiepenheuer &amp;<br>Witsch, ISBN 978-3-462-00501-1, <a href=\"http:\/\/www.kiwi-verlag.de\" title=\"\">www.kiwi-verlag.de<\/a>) habe ich nicht bekommen. Auf Nachfrage wurde mir mehrmals gesagt, dass es derzeit nicht in die Buchhandlung bestellt werden kann, weil es nicht lieferbar sei. Was die Sache ziemlich bemerkenswert macht, ist nicht nur der Umstand, dass es zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Shortlist der Frankfurter Buchmesse stand, sondern irgendwie auch zum Titel des Buches passte. Es hei\u00dft n\u00e4mlich schlicht und ergreifend &#8222;Die L\u00fccken&#8220; und irgendwie mutete meiner Suche dadurch fast etwas Poetisches an. Wo ich auch nachsah, es klaffte eine L\u00fccke in den Buchhandlungen und da ich es nicht einfach online bestellen wollte (da w\u00e4re es zu bekommen gewesen), suchte ich weiter. Erfolglos. Und so kam es, dass es jetzt diese Rubrik hier gibt. Nicht, dass wir nicht schon einmal eine Rezensionen von H\u00f6rb\u00fcchern bei uns gehabt h\u00e4tte. Aber sie sind inzwischen zu solch einem riesigen Genre avanciert, dass wir heute eine neue Rubrik starten m\u00f6chten. Vorgelesen also. Das wird uns dieses Buch nicht von der Autorin selbst, sondern von <strong>Banafshe Hourmazdi<\/strong> (tacheles!, ISBN: 978-3-86484-880, <a href=\"https:\/\/tacheles-hoerbuch.de\/\" title=\"\">https:\/\/tacheles-hoerbuch.de\/<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die ist nahezu perfekt daf\u00fcr, weil sie bereits in der Vergangenheit Schauspiel studierte und bereits zahlreiche Preise f\u00fcr ihr Schaffen erhielt, unter anderem den Newcomer-Preis der Stadt Wien, sowie den G\u00f6tz-George-Nachwuchspreis im Jahre 2019. Sie also verleiht diesem so einzigartigen Werk ihre Stimme. Man merkt schon nach wenigen Zeilen, dass es sich hier um etwas Besonderes handelt. Die S\u00e4tze funktionieren n\u00e4mlich in gewisser Weise literarisch, aber auch in gesprochener Form. Sie malen Bilder im Kopf. Lassen L\u00fccken. Das Buch ist voll davon. Wir sind in Heimesbach. Im Hunsr\u00fcck. Ein fiktiver Ort. Folgen einem Geist. Durchstreifen 90 Jahre deutscher Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven. In der Gemeinde spiegelt sich das Leben hierzulande. Wir tauchen ein in die K\u00f6pfe der Menschen. Wir h\u00f6ren von j\u00fcdischen Familien, von Gefl\u00fcchteten aus dem Iran, von NS-Profiteuren, von denen, die sich hinterher als Mitl\u00e4ufer umdeudeten. Wir atmen Geschichte. Und es entsteht ein Mosaik aus einer Vielzahl von Meinungen, die zusammen ein Gesamtbild schaffen, das sich im Fluss befindet, wie die Zeit. Das L\u00fccken l\u00e4sst. Diese L\u00fccken schmerzen. Sie machen einen verr\u00fcckt. Man wird wahrlich schier verr\u00fcckt bei diesem Werk. Sensibel f\u00fcr ihre Charaktere geleitet uns Hourmazdi durch die Zeit und man will sich verlieren in ihren Worten, in diesen Zeilen von Shida Bazyar, die mit diesem Werk v\u00f6llig zurecht zu den Favoritinnen des diesj\u00e4hrigen Buchpreises z\u00e4hlt. Man merkt, dass viele Jahre in diese Geschichte eingeflossen sind. Man h\u00f6rt es in jeder Silbe. Man muss es lesen, um diese besonderen Momente in den kleinen Dingen des Lebens zu finden. Man muss sich bewusst machen, dass dieses Werk zwar fiktiv ist, aber diese Dinge passiert sind. An vielen Orten. Stillschweigend geschahen. Man sollte sich auch gewarnt f\u00fchlen. &#8222;Die L\u00fccken&#8220; konnten nur entstehen, weil wir es zuliesen. Und es liegt in unserer Verantwortung dem L\u00fcckenhaften ein Gesicht zu geben. Dieses Buch ist so bemerkenswert, dass mir teilweise der Atem stockt, wenn ich es vorgelesen bekomme. In diesem Sinne. Reinh\u00f6ren! Reinlesen! Egal. Dieses Werk hat alle Aufmerksamkeit verdient, die uns zueigen ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit dem eBook zu dem f\u00fcr den Buchpreis nominierten Werk &#8222;Die L\u00fccken&#8220; von Shida Bazyar, gelesen von Banafshe Hourmazdi. \/\/ Es mag Zufall gewesen sein, aber ich streunte zuletzt durch Buchhandlungen, erst an der Osteek\u00fcste im Sommerurlaub, dann zuhause in der Heimatstadt, aber wo ich auch nachfragte. 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