{"id":3685,"date":"2009-06-23T08:39:45","date_gmt":"2009-06-23T07:39:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=3685"},"modified":"2009-06-23T08:45:26","modified_gmt":"2009-06-23T07:45:26","slug":"da-stand-sie-und-wusch-sich-die-hande%e2%80%a6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=3685","title":{"rendered":"\/\/ nicht sehen wollen\u2026."},"content":{"rendered":"<p>Da stand sie und wusch sich die H\u00e4nde. Langsam floss das Wasser \u00fcber ihre Finger und sammelte sich in der Mitte des Beckens. Da stand sie und starrte auf ihre H\u00e4nde. Wie das Wasser durch ihre Finger floss. Kalt war es, doch das sp\u00fcrte sie nicht mehr. Sie war nicht auf dieser Welt. Sie war weg, weit weg, weit weg mit ihren Gedanken auf der Reise. Der Blick nach untern gesenkt, das Wasser dass immer weiter \u00fcber ihre H\u00e4nde floss. Was mache ich hier nur?<\/p>\n<p><span><!--more-->Sie blickte in den Spiegel, sie sah sich, aber das Gesicht was sie anblickte wirkte so fremd. So weit weg in Distanz. Was war passiert. Von drau\u00dfen dr\u00f6hnte die Musik an ihre Ohren. Der Bass war auch noch hier zu sp\u00fcren. Um sie herum Menschen, die sich unterhielten, ebenfalls die H\u00e4nde wuschen. Frauen die sich gegenseitig ihre Geschichten erz\u00e4hlten. Doch all das drang zwar zu ihr vor, doch so wirklich erreichte es sie nicht. Alles um sie herum war wie im Nebel. Es gab nur sie, ihr Spiegelbild, dass sie traurig anblickte und das Wasser das sich \u00fcber ihre H\u00e4nde ergoss.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<br \/>\n<span>Es war eine Samstagnacht. Sie stand auf der Toilette eines Clubs und stand apathisch vor einem Spiegel und starrte ins Leere.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span>In ihr dieser Druck, den sie in den letzten Monaten oft versp\u00fcrt hatte. Dieser Druck der ihr befahl, einfach die Koffer zu packen und zu verschwinden. Ohne Nachricht, ohne Wiederkehr.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span>Doch wohin sollte sie gehen, diese Frage hatte sie sich schon oft gestellt, wohin gehen, wenn nicht bleiben wollen aber nicht wissen wohin. Weg ist das ein Ziel, hatte sie sich immer wieder gefragt. Weg ist das ein Ort, ein Ort an dem alles anders w\u00e4re? War weg eine Flucht oder eine L\u00f6sung. Oft hatte sie diese M\u00f6glichkeit in ihrem Kopf durchgespielt. Zu oft. Manchmal war er schw\u00e4cher dieser Druck, doch an einem Tag wie diesem war er unertr\u00e4glich stark. Die Frauen die schon l\u00e4nger auf der Toilette standen, fingen an sie zu beobachten und zu tuscheln.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span>Was macht die denn da, fragten sie sich. Ja, dass wusste \u201eMiss-ich-bin-nicht-von-dieser-Welt\u201c auch nicht so genau was sie da machte. Sie versuchte sich wegzubeamen mit Wasserkraft. Am liebsten w\u00fcrde sie mit dem Wasser einfach im Ausguss verschwinden und sich bis zum Meer tragen zu lassen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span>Sie war mal wieder mit der Realit\u00e4t kollidiert. Wie schon des \u00d6fteren, man sollte meinen man gew\u00f6hnt sich an so etwas. Aber nein, sie hatte sich nicht daran gew\u00f6hnt. In ihren kleinen Traumwelt, da war die Welt in Ordnung. Doch die b\u00f6se fiese gemeine dunkle Welt durchkreuzte immer wieder ihre Tr\u00e4ume. Das Traum und Realit\u00e4t sich durchaus unterscheiden war auch dieser kleinen Tr\u00e4umerin bewusst, doch musst es gleich einschlagen wie eine Bombe?<\/span><\/p>\n<p><span>Er hatte ihre Hand gehalten, sie hatten zusammen Spa\u00df gehabt, sie hatte es nicht bemerkt, eine Frau hatte den Raum betreten. Im gleichen Moment lie\u00df er ihre Hand los. Ein Blitz zuckte. Sie hatte es geahnt, schon lange, aber nicht wahrhaben wollen. Dass da jemand anderes sein k\u00f6nnte, der seine Gedanken einnahm au\u00dfer ihr, der vielleicht auch ein Teil seines Herzens geh\u00f6rte. Ohja, sie hatte es gerochen, aber sich die Nase zugehalten. Aber die Blicke die die beiden ausgetauscht hatten und wie er im Schockzustand ihre Hand loslie\u00df, das war einfach zu eindeutig um die Augen und Ohren weiter zu verschlie\u00dfen vor dem was sie weder sehen noch h\u00f6ren wollte. Denn was man nicht sehen, riechen oder schmecken kann, das kann ja nicht existieren. Naive kleine Tr\u00e4umerin.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span>Langsam verlor sie sich immer mehr in ihren Gedanken, bis sie in einer anderen Welt schwebte, der Boden unter ihren F\u00fc\u00dfen schien sich aufzul\u00f6sen. Und dann verschwand alles im Nebel. Sie, der Raum, und der Schmerz.<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span>Als sie wieder zu sich kam, war es Nacht, sie stand am Bahngleis, in Richtung \u201eBlo\u00df-weg-von-hier\u201c. Ein Koffer einen Rucksack und den Wunsch einfach alles zu vergessen.\u00a0<\/span><\/p>\n<div>\/\/ ella<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da stand sie und wusch sich die H\u00e4nde. Langsam floss das Wasser \u00fcber ihre Finger und sammelte sich in der Mitte des Beckens. Da stand sie und starrte auf ihre H\u00e4nde. Wie das Wasser durch ihre Finger floss. Kalt war es, doch das sp\u00fcrte sie nicht mehr. Sie war nicht auf dieser Welt. 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