{"id":4135,"date":"2009-07-10T13:37:04","date_gmt":"2009-07-10T12:37:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=4135"},"modified":"2009-07-13T10:29:14","modified_gmt":"2009-07-13T09:29:14","slug":"zuckerbeat-vol-82","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=4135","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat vol. 82"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4141 alignleft\" title=\"matt-and-kim\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/matt-and-kim.jpg\" alt=\"matt-and-kim\" width=\"200\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/matt-and-kim.jpg 200w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/matt-and-kim-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>Schon mal \u00fcberlegt, nackt \u00fcber den Times Square in New York zu hopsen und zu gucken, was so passiert? Klingt nach einer ziemlich doofen Angelegenheit oder? Wobei doof ja immer ziemlich nahe an verr\u00fcckt ist. Und seit \u201eEiner flog \u00fcbers Kuckucksnest\u201c wissen wir ja, dass es so etwas, wie verr\u00fcckt, gar nicht gibt. <!--more-->Jedenfalls: wenn man sich das neue Video von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/mattandkim\">Matt &amp; Kim<\/a> ansieht, dann kann man schon mal ins Schw\u00e4rmen geraten. So ein Striptease im Herzen New Yorks kann ja ziemlich kalkuliert und effekthascherisch r\u00fcber kommen. Bei den beiden allerdings ist das nicht der Fall. Die scheinen sich sogar immer wieder gegenseitig zu vergewissern, dass sie gerade zu zweit dem Rest der Welt entgegentreten. Sie wirken wie in einer Blase\u2026 in einer anderen Welt. V\u00f6llig fixiert auf sich selbst. Und so merkt man diesem Album an, genauso wie den alten Sachen von den Kills (die aber ganz anders klingen), dass da eine ultimative Bindung zwischen den Protagonisten besteht. Die beiden allerdings wird das ganze Treiben um sie herum nicht gro\u00df interessieren. Matthew und Kimberley fahren ihren eigenen Film und machen in gewisser Weise Synthie-Pop mit Melodien. Nichts Besonderes eigentlich und doch verstr\u00f6men Songs, wie \u201eDaylight\u201c und \u201eLessons Learned\u201c einen spitzb\u00fcbischen Charme, wie man ihn lange nicht geh\u00f6rt hat. Zeilen, wie \u201eAll The Bad Names Gone And The Good Ones Were All Wrong\u201c regen zudem zum Gr\u00fcbeln an und passen zu dem vertr\u00e4umt fr\u00f6hlichen Look ihres Deb\u00fctalbums \u201eGrand\u201c, das sich jeder Liebhaber federleichter Sommerpopmelodien unbedingt zur n\u00e4chsten Kissenschlacht ins heimische Wohnzimmer holen sollte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4139 alignright\" title=\"ebony-bones\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/ebony-bones.jpg\" alt=\"ebony-bones\" width=\"200\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/ebony-bones.jpg 200w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/ebony-bones-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>Und so klingt er also. Der Sound von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/ebonybones\">Ebony Bones<\/a>. Stampft ziemlich brachial los, was die werte Dame da auf \u201eBone Of My Bones\u201c vom Stapel l\u00e4sst. Fr\u00fcher h\u00e4tte man den Opener wohl Dank seines s\u00e4genden Riffs unter dem Banner \u201eCrossover\u201c verortet. Heute allerdings ist das Wort verp\u00f6nt, also ordnen wir die Scheibe mal zwischen Uffie, Lady Sovereign und Konsorten ein. Man kann ja auch wirklich nicht behaupten, dass die Musik irgendwie gestrig kl\u00e4nge. Die ist derma\u00dfen weit vorn, dass man sich fragt, wie weit Ebony Bones wohl nach oben abhebt, wenn sie beim Weitsprung-Wettbewerb in den Hitlisten erst alle Rekorde gebrochen hat. Das sch\u00f6nste auf \u201eBone Of My Bones\u201c ist n\u00e4mlich, dass man die Platte ohne Bet\u00e4tigung der Skip Taste durchlaufen lassen kann. Immer dann, wenn bei M.I.A. nervt\u00f6tende Momente einsetzen oder bei Lady Sovereign die poppige Produktion auf die Nerven f\u00e4llt, stopft uns Ebony Bones eine schicke Idee nach der anderen in die Geh\u00f6rg\u00e4nge. Streut ein Gitarrenriff ein, das einen immer weiter ins Schwitzen bringt und \u00fcberf\u00fchrt damit letztlich einen gewissen Punk-Gestus ins, na ja sagen wir mal\u2026 Weltmusikformat. Gerade wenn man bedenkt, was f\u00fcr uns\u00e4gliche Alben zuletzt von den \u00fcblichen Chartverd\u00e4chtigen Marke Gwen Stefani und Pink in Richtung \u00f6ffentliche Wahrnehmung geschleudert wurden, ist diese Scheibe ein echter Lichtblick. Die potenziellen Charthits gibt\u2019s inklusive. M.I.A. und Santigold sollten sich schon mal warm anziehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4143 alignleft\" title=\"quantic\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/quantic.jpg\" alt=\"quantic\" width=\"200\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/quantic.jpg 200w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/quantic-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>Danach allerdings wird sich erstmal zur\u00fcck gelehnt, die Seele Baumeln geschickt, ein bisschen vor sich hin getr\u00e4umt und entspannt Mucke geh\u00f6rt. Vortrefflich geeignet dazu ist ein neues Album aus dem Hause \u201e<a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/truthoughtsrecords\">Tru Thoughts<\/a>\u201c. Da packen n\u00e4mlich Quantic And His Combo Barbaro die Jazzklatsche aus und fuchteln ein bisschen in der Luft herum. Die charmanten, verjazzten, bisweilen soul-beeinflussten Melodien schl\u00e4ngen sich ihren Weg durch den vernebelten Luftraum des H\u00f6rer-Gehirns und sorgen f\u00fcr ein gediegenes Wohlbefinden in den eigenen vier W\u00e4nden oder der schl\u00e4frig beleuchteten Lounge gegen\u00fcber. Die bisweilen psychedelischen und rhythmisch beschwingten Kl\u00e4nge wirken zeitweise fast ein bisschen weltmusikalisch, was hier aber keinesfalls negativ zu verstehen ist. Stattdessen l\u00e4sst man sich einfach mal wieder fallen. Fr\u00f6nt dem improvisiert wirkenden Treiben und lauscht Quantics Vorstellungen von \u201eTradition In Transition\u201c. Einfach bezaubernd. Der perfekte Soundtrack zu einer unvergesslichen Sommernacht im Antlitz des wolkenlosen Firmaments.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4144 alignright\" title=\"revolucion\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/revolucion.jpg\" alt=\"revolucion\" width=\"200\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/revolucion.jpg 200w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/revolucion-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>Entspannt und ausgeruht geht\u2019s hinterher dann auf die Barrikaden. \u201eRevolucion! (Original Cuban Funk Grooves 1967-1978 compiled by <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/tomwieland\">Tom Wieland<\/a>)\u201c h\u00f6rt man sie Fl\u00fcstern, aus dem Dickicht schleicht sich die \u00fcberw\u00e4ltigenden Aura des Protestes an einen heran, pirscht sich in Form perkussiver Folklorekl\u00e4nge ins Gehirn des H\u00f6rers. Der Duft einer kubanischen Zigarre erf\u00fcllt den Raum. Und kubanisch klingt auch die Musik. Funky Kl\u00e4nge sind das, die zum Kampf gegen den Kapitalismus aufrufen. Die Revolte wird zur Feier transformiert. Die St\u00fccke aus dem Kontext gerissen. Dennoch l\u00e4sst man sich verzaubern von Bands mit Namen, wie \u201eLos Reyes 73\u201c und \u201eGroupo Los Yoyi\u201c. Die psychedelische Anmut der Songs, die zahlreichen Ausfl\u00fcge in tanzbare Gefilde, diese unbedingte Hingabe der Protagonisten, wenn in \u201eLimitacion\u201c von Groupo Monumental ein Schrei fast \u201etarzanischen\u201c Ausma\u00dfes ausgesto\u00dfen wird. All das tr\u00e4gt einen weit weg in eine andere Welt. Zur\u00fcck ins Jahr 1967. In eine Zeit, in der es noch m\u00f6glich schien, alles zu ver\u00e4ndern. Wobei\u2026 das scheint es heute ja auch wieder, gerade in einer Zeit, in welcher der sch\u00f6ne Schein des Kapitalismus von der unbarmherzigen Realit\u00e4t eingeholt wird und sich die Wahrheit an die Oberfl\u00e4che schl\u00e4ngelt, die viele so lange verdr\u00e4ngt hatten. Das hier allerdings ist eine andere Geschichte. Wer sich beim Buena Vista Social Club zu Hause f\u00fchlt, der sollte sich Zeit nehmen und mit diesem Album tiefer in die Welt der kubanischen Musik eintauchen. Es lohnt sich.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4138 alignleft\" title=\"american-steel\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/american-steel.jpg\" alt=\"american-steel\" width=\"200\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/american-steel.jpg 200w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/american-steel-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>Und zugegeben. Ein wenig beeindruckt bin ich schon vom f\u00fcnften Album aus dem Hause <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/amsteel\">American Steel<\/a>. Man kann fast sagen: ich bin begeistert, was da in der ersten H\u00e4lfte von \u201eDear Friends &amp; Gentle Hearts\u201c f\u00fcr ein Feuerwerk im Grenzegebiet von Alkaline Trio\u00b4schem Pop Punk und soulful Punkhymnen aus den Boxen poltert, wie ein Geisterhaus auf Stufe: Schreck lass nach. Nein, mal im ernst: da geht einiges. Und ich neige dazu, mich zu fragen, warum diese kalifornische Combo bisher vollends an mir vorbei lief. Die ersten drei Songs der Scheibe: allesamt verfluchte Hymnen, die man mit jedem Durchlauf lauter mitgr\u00f6lt. Schlachtges\u00e4nge f\u00fcr den schwei\u00dfdurchn\u00e4ssten Punkrockschuppen, in dem sich alle freudig im Arm liegen und ihrer Lieblingsband ein Pogo-St\u00e4ndchen liefern. \u201eThe Lights Are Dimming Down\u2026\u201c und dann ab daf\u00fcr. So herzhaft hat mich schon lange kein Album mehr abgeholt. Wodurch dann auch verziehen sei, dass die Scheibe zum Finale hin etwas ins Stottern ger\u00e4t. Das freudige nach vorne Rocken steht den Jungs n\u00e4mlich wesentlich besser, als die melancholischen Sounds am Ende. Sei\u00b4s drum. Ich muss jetzt unbedingt die alten Scheiben nachordern.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4142 alignright\" title=\"nightmares-on-wax\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/nightmares-on-wax.jpg\" alt=\"nightmares-on-wax\" width=\"200\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/nightmares-on-wax.jpg 200w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/nightmares-on-wax-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>Und bis die ankommen, vertreibe ich mir die Zeit ein wenig mit entspannten Melodien aus dem Hause <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/nightmaresonwax\">Nightmares On Wax<\/a>. Die herzallerliebsten Wohlf\u00fchl-Elektro-Pop-Romantiker, haben ja in der Vergangenheit nicht nur den tollsten Fahrrad-Dahingleit-Track der Weltgeschichte fabriziert, nein, die haben sich jetzt aufgerafft und die sch\u00f6nsten Versuchungen aus dem heimischen Plattenregal in ein vertr\u00e4umtes Mix \u00fcberf\u00fchrt. Dabei st\u00f6\u00dft man dann als H\u00f6rer auf Liedgut der Marke Roots Manuva, Jimmy Cliff, Marvin Gaye und Erykah Badu. Funk, Soul, Reggae und Rap werden hier sanft miteinander vermanscht und zu einem bunten Cocktail aufbereitet. Man f\u00fchlt sich pl\u00f6tzlich, als s\u00e4\u00dfe man an einem privaten Badestrand und genie\u00dft das Antlitz der untergehenden Sonne. Herzerw\u00e4rmende Sounds sind das, die da von den Jungs in einen anderen Kontext gesetzt werden. \u201eComing Home\u201c ist ein nostalgischer Trip h\u00f6chster G\u00fcte. Alle, die auf Mixtapes der entspannten Sorte stehen, sollten unbedingt mal reinh\u00f6ren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4137 alignleft\" title=\"alchemist\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/alchemist.jpg\" alt=\"alchemist\" width=\"200\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/alchemist.jpg 200w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/alchemist-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>Das neueste Album aus dem Hause <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/thealchemist\">Alchemist<\/a> geizt derweil nicht mit gro\u00dfen Namen. Alles rennen sie sofort auf die Stra\u00dfe, wenn der renommierte Produzent an den T\u00fcren ihrer j\u00fcngst errichteten Villen klingelt. Auf \u201eChemical Warfare\u201c geben sich Eminem, Snoop Dogg, Jadakiss und KRS-One die Klinke in die Hand. Noch mehr Namedropping gef\u00e4llig? Bittesch\u00f6n\u2026 Talib Kweli, Kid Cudi und Prodigy sind auch dabei. Und zugegeben. Was oftmals in die Hose geht, funktioniert hier sehr gut. Die Scheibe wirkt wie aus einem Guss. Und die zahlreichen Gastrapper wirken ambitioniert genug, nicht nur \u00fcbersch\u00fcssige B-Ware abzuliefern. Gerade der Track mit Snoop Dogg und Jadakiss (\u201eLose Your Life\u201c) ist ein hei\u00dfer Anw\u00e4rter zur Einweihung des neuen Boxensystems im Wagen. Zudem kommt nat\u00fcrlich auch in meinem Fall eine gewisse Verkl\u00e4rung der eigenen Jugend hinzu, weil sich der werte Herr schon immer im Umfeld von Cypress Hill und Konsorten verortet hatte. F\u00fcr Freunde des schn\u00f6rkellosen vor sich hin Hoppens dennoch sehr zu empfehlen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4140 alignright\" title=\"georgia-anne-muldrow\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/georgia-anne-muldrow.jpg\" alt=\"georgia-anne-muldrow\" width=\"200\" height=\"180\" \/>Und yep, endlich, endlich\u2026 endlich!!! ist es soweit: das neue Album von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/georgiaannemuldrow\">Georgia Anne Muldrow<\/a> ist drau\u00dfen. Wer den Erstling besitzt, wird entweder auf die Knie fallen oder sich genervt abwenden. Muldrow ist n\u00e4mlich so was, wie Lauryn Hill, die man ins Jahre 2020 gebeamt hat. Ihre Soundentw\u00fcrfe sind so weit vorn, dass man als H\u00f6rer erst beim drei\u00dfigsten Durchlauf nachkommt oder bisweilen ganz auf der Strecke bleibt. Nun also hat sie sich auf 24 neuen Songs darauf besonnen, Tracks einfach ins Nichts laufen zu lassen oder zu Cutten, wenn sie das Gef\u00fchl hat, sie h\u00e4tte alles gesagt. Das f\u00fchrt bisweilen zu gnadenlosen Br\u00fcchen, ist aber umso faszinierender, wenn man merkt: Hier sitzt eine K\u00fcnstlerin vor einem, der man abnimmt, dass der ganze Schei\u00df wirklich aus ihr raus muss. Muldrow geht es auf \u201eUmsindo\u201c nicht darum, m\u00f6glichst breitenwirksam die eigene Nische zu bedienen. Die K\u00fcnstlerin aus Los Angeles will sich nachhaltig im Geh\u00f6r der Zuh\u00f6rer verankern. \u201eUmsindo\u201c wendet sich dabei auch den urspr\u00fcnglichen Melodien Afrikas zu, vermengt diese aber mit synthetischen Sounds. Die Produktion ist so vertrackt und vielschichtig, dass man sich die Scheibe am Besten \u00fcber Kopfh\u00f6rer reinzieht. Ein solcher Detailreichtum, gepaart mit einer solchen Radikalit\u00e4t, ist selten geworden im aktuellen Soul-Gesch\u00e4ft. Auch wenn \u201eUmsindo\u201c am Ende durchaus homogener wirkt, als der bisweilen noch etwas drastischere Vorg\u00e4nger. Ein bemerkenswerter Zweitling. Und damit Schluss f\u00fcr heute. Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<br \/>\n\/\/ alexander nickel- hopfengart<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon mal \u00fcberlegt, nackt \u00fcber den Times Square in New York zu hopsen und zu gucken, was so passiert? Klingt nach einer ziemlich doofen Angelegenheit oder? Wobei doof ja immer ziemlich nahe an verr\u00fcckt ist. 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