{"id":483,"date":"2008-02-13T23:00:35","date_gmt":"2008-02-13T22:00:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=483"},"modified":"2009-04-29T14:25:09","modified_gmt":"2009-04-29T13:25:09","slug":"zuckerbeat-volume-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=483","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat volume 1"},"content":{"rendered":"<p>Du streunst jede Woche durch die Plattenl\u00e4den der City auf der Suche nach musikalischen Sch\u00e4tzen, die dich durch den Tag bringen. Dann Ohren gespitzt. Hier kommen unsere Zuckerbeat-Tipps. Kleine Sch\u00e4tze, gro\u00dfe Namen. Verr\u00fccktes. Durchgeknalltes. Zauberhaftes. Sommerliches. Winterliches. Ch\u00f6re, Fanfaren, Minimalistische Klangteppiche. Stilgrenzen gibt\u2019s hier nicht. Nur einen Haufen interessanter Musik, die darauf wartet, entdeckt zu werden. Genossen zu werden. Geliebt zu werden. Alles. Nur verschwinden soll sie nicht. In irgendwelchen Zwischenr\u00e4umen der Festplatten. Oder vielleicht doch? H\u00f6ren wir doch einfach mal rein. Ausgangspunkt ist die neue Scheibe von <strong><em>The Most Serene Republic<\/em><\/strong><!--more-->(7,0\/10) called \u201ePopulation\u201c. Ein herrlich \u00fcberdrehtes Album voll mit Ch\u00f6ren, Melodien und einem nicht enden wollenden Sammelsurium an Instrumenten. Die Band aus Milton, Ontario hat den Truthahn ordentlich gestopft, der da gen\u00fcsslich im Ofen vor sich hin brutzelt. Heraus kommt ein Album, das klingt, als w\u00fcrden drei verschiedene Platten \u00fcbereinander laufen. Erst f\u00fchlt man sich erschlagen. Dann f\u00e4ngt man an zu graben. Und puddelt schlie\u00dflich mit den Maulw\u00fcrfen um die Wette, um als erster an die poppige Oberfl\u00e4che dieser Musik zu gelangen. Oben angekommen erwarten einen dann <em><strong>The World\/Inferno Friendship Society <\/strong><\/em>(7,3\/10) mit einem bunten Strau\u00df Punk-Bl\u00e4ser-Pop-Melodien. Ringelrei-Dancing f\u00fcr Fortgeschrittene also, der selbst vor Gitarrensolos nicht Halt macht. \u201eRed-Eyed Soul\u201c ist so herrlich, dass sich Flogging Molly, Mad Caddies und The Format-Verr\u00fcckte freudig im Arm liegen d\u00fcrften. Danach wird dann aber erstmal entspannt Schuhplattler getanzt. <strong><em>Die Neigungsgruppe Sex, Gewalt &amp; gute Laune<\/em><\/strong> (5,8\/10) l\u00e4sst n\u00e4mlich kein Fettn\u00e4pfchen aus. Versammelt sie auf \u201eGoodbye Vienna\u201c doch neben schlimmsten volksmusikalischen Schmankerln auch zahlreiche augenzwinkernde Coversongs von Nine Inch Nails (\u201eVerletzt\u201c) und den Babyshambles (\u201eG\u00b4fickt f\u00fcr immer\u201c). Vor allem letzterer geh\u00f6rt f\u00fcr mich jetzt schon zu den Hymnen des Jahres. Ich meine\u2026 Gebt euch das (ich versuchs mal im Originalton: \u201eUnd deeeesholb leckt mich doch am oaaaaarsch, her mit am Bier. War niemals bessaaaa, bessa als hia. G\u00b4fickt f\u00fcr immaaaaaa. es is ma egal\u2026 G\u00b4fickt f\u00fcr immaaaaaa, is so egal, egal, egaaaaaal\u2026\u201c. Bei so was kann man dann auch \u00fcber die zwischenzeitlichen Schw\u00e4chenperioden der Scheibe hinwegsehen. Ist einfach zu geil\u2026 Wenn <em><strong>Neuser<\/strong><\/em> (2,4\/10) da doch nur halb so viel Charme h\u00e4tten. Wobei. Wartet mal. War das erste Album da nicht eine der schlimmsten Verbrechen an der deutschsprachigen Musik seit Silbermond? Dagegen ist \u201eSelbstausl\u00f6ser\u201c nicht ganz so schlecht wie erwartet. Anscheinend haben die Jungs n\u00e4mlich den Schalter in Richtung \u201eMadsen\u201c-Mitsingrock umgelegt. Und das funktioniert. Zwar nicht ganz so geil, wie das neue Madsen-Brett \u201eNachtbaden\u201c. Aber man kann dazu schon mal freudig mit dem Fu\u00dfwippen anfangen oder kopf\u00fcber ins Schwimmbecken stolpern. Der Opener \u201eOhne uns\u201c kommt sogar mit seinem \u201eAlles schei\u00dfe ohne dich\u201c-Refrain durch, weil er auf die Sportfreunde-Melodienkelle setzt. Was danach kommt ist zwar eher belanglos, aber das kann man den Sportfreunden ja auch vorwerfen. Deswegen: Im Gegensatz zum Deb\u00fct definitiv eine Steigerung. Aber trotzdem immer noch ganz unten. Wenn auch etwas weiter oben von der \u201eganz unten\u201c-Sparte. Besser wird es dann mit den Jungspunden von <em><strong>Eight Legs<\/strong><\/em> (5,4\/10). Die rocken gleich mal los, als wollten sie The Clash sein. Klingt deswegen auch erst einmal ziemlich aufgesetzt. In der Folgezeit entpuppt sich das Deb\u00fctalbum \u201eSearching For The Simple Life\u201c dann aber zumindest als zwischenzeitliche Hitschleuder. \u201eVicious\u201c geht klar, wenn man auf die Kooks abf\u00e4hrt und \u201eFreaking Out The Neighbours\u201c verleiht der poppigen Attit\u00fcde von Maximo Park eine Rotznase. Ansonsten werden auch \u201ePass The Bucket\u201c und \u201eTell Me What Went Wrong\u201c bald die Tanzfl\u00e4chen der Indieschuppen erobern. Alles in allem ist die Scheibe aber trotzdem nicht spannend genug, um nachhaltig zu beeindrucken. <em><strong>Clark<\/strong><\/em> (6,4\/10) zielen da mit ihrem walzenden Industrial-\/Elektrobrett schon eine spur tiefer in Richtung Gehirnwindungen. \u201eTurning Dragon\u201c klingt teilweise sogar so, als wollte man den Gegenwartssound \u201eDubstep\u201c mit der Keule verkloppen. Die vielen Breaks sorgen daf\u00fcr, dass die Sache \u00fcber die volle L\u00e4nge nicht langweilig wird. Und wenn ihr nervige Nachbarn habt, k\u00f6nnt ihr sie mit dieser Mucke dazu bringen, sich die letzten H\u00e4rchen vom Kopf zu rupfen. F\u00fcr alle, denen bei vertrackten Sounds der Marke \u201eAkufen\u201c das Wasser im Munde zusammen l\u00e4uft, geht diese Scheibe mehr als klar. Alle anderen werden sp\u00e4testens nach f\u00fcnf Minuten den Raum verlassen . Weniger polarisierend wirkt da die Neue von<strong><em> Sascha Funke<\/em><\/strong> (7,5\/10). Die technoiden Klangteppiche auf \u201eMango\u201c erzeugen eine warme Chillout-Atmosph\u00e4re. Man tr\u00e4umt sich an einen sonnendurchfluteten Sandstrand und genie\u00dft die Aussicht auf das rauschende Meer. Irgendwo am Rande des Strands landet man schlie\u00dflich mitten in der Nacht auf einer Strandparty und l\u00e4sst sich von den flackernden Lichtern und den sanft-vertr\u00e4umten Kl\u00e4ngen in die Morgenstunden geleiten. Schlicht bezaubernd. Und ich sag tsch\u00f6 bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat. Mit noch mehr schicker Musik zum Entdecken.<em> \/\/ von alexander nickel-hopfengart <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Du streunst jede Woche durch die Plattenl\u00e4den der City auf der Suche nach musikalischen Sch\u00e4tzen, die dich durch den Tag bringen. Dann Ohren gespitzt. Hier kommen unsere Zuckerbeat-Tipps. Kleine Sch\u00e4tze, gro\u00dfe Namen. 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