{"id":5005,"date":"2009-11-27T20:10:28","date_gmt":"2009-11-27T19:10:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=5005"},"modified":"2009-12-20T10:06:17","modified_gmt":"2009-12-20T09:06:17","slug":"zuckerbeat-vol-109-diesem-thees-uhlmann-wurde-ich-gern-mal-die-gitarre-uber-den-kopf-ziehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=5005","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat vol. (1)09 &#8211; diesem thees uhlmann w\u00fcrde ich gern mal die gitarre \u00fcber den kopf ziehen"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5003\" title=\"SC197lpjacket\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/blk-jks-after-robots-album-art-300x300.jpg\" alt=\"SC197lpjacket\" width=\"259\" height=\"259\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/blk-jks-after-robots-album-art-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/blk-jks-after-robots-album-art-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/blk-jks-after-robots-album-art.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 259px) 100vw, 259px\" \/>Vermummen ist ja in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden immer wieder angesagt hierzulande. Nun haben sich auch die Klangtechniker von <strong>BLK JKS<\/strong> ein Herz gefasst und sich mit musikalischen Wurfgeschossen best\u00fcckt. Anfangs erinnert einen \u201eAfter Robots\u201c noch stark an den letzten Wurf aus dem Hause TV On The Radio. Die Scheibe macht sich aber mit zunehmender Laufl\u00e4nge immer weniger verd\u00e4chtig, als Plagiat der \u00fcbermenschlichen Originale zu agieren. Die jazzig angehauchten Indie-Pop-Songs, vorangetrieben von Ch\u00f6ren und best\u00fcckt mit afrikanischen Rhythmen und psychedelischen Passagen wirken vielmehr wie ein Jungbrunnen f\u00fcr all jene, die den ollen Kumpel Indie-Rock bereits abgeschrieben hatten. <span><!--more--><\/span>Das Album mutet bisweilen an, wie ein Musical, das unter Einfluss von bewusstseinserweiternden Substanzen entstanden ist. Die Band allerdings verliert trotz aller Experimentierfreude nie den Song aus den Augen und berauscht so den H\u00f6rer \u00fcber die volle Laufl\u00e4nge. Wer mal wieder guten Jazz getarnt als Indie-Pop h\u00f6ren m\u00f6chte, der wird BLK JKS zu F\u00fc\u00dfen liegen, w\u00e4hrend in seiner Phantasie jegliche Konventionen in die Luft fliegen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5004\" title=\"biolay\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/biolay-300x300.jpg\" alt=\"biolay\" width=\"205\" height=\"205\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/biolay-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/biolay-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/biolay.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px\" \/>Wer derweil auf der Suche nach einem neuen Superstar ist, sollte sich mal die Bewerbungsunterlagen von <strong>Benjamin Biolay<\/strong> reinziehen. Dessen neuster Wurf ist wirklich \u201eSuperbe\u201c. \u201eLe Superbe\u201c ist n\u00e4mlich ein zunehmend gr\u00f6\u00dfenwahnsinniges Album. Zwei Scheiben gro\u00df \u2013 22 Songs lang. Ein Rundumschlag in Sachen Porno-Pop. Tief atmend haucht sich der franz\u00f6sische Musiker durch charismatische Songs, ohne dass man auch nur einen einzigen davon missen m\u00f6chte. Das Schw\u00fclstige an seiner Musik versteckt sich diesmal hinter gro\u00dfen Popmomenten. So wirft Biolay nahezu im Drei-Minuten-Takt mit wunderbaren, fast schon beschwingten Popsongs der Marke \u201eIs Aout\u201c um sich, als wollte er dem H\u00f6rer ein Wolkenmeer ausbreiten, in dem er es sich gem\u00fctlich machen darf. \u201eLe Superbe\u201c ist in gewissem Ma\u00dfe Kissenschlacht und Knutschorgie in einem. Ein wattweiches Vergn\u00fcgen, das anfangs so unscheinbar auf die Herzen der H\u00f6rer losgeht, dass man seine wahre Gr\u00f6\u00dfe erst nach dem zehnten Anlauf durchschaut. Dann aber kommt man nicht mehr los von Biolays Soundtrack zum Wolkenweitsprung. Frau Holle flennt. Regen f\u00e4llt. Der Fenstersims wird zur Absprung-Schanze. Arme hoch und ab daf\u00fcr. Alles in allem: ganz gro\u00dfes Kino.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5006\" title=\"kochbuch4_480\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/kochbuch4_480-207x300.jpg\" alt=\"kochbuch4_480\" width=\"295\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/kochbuch4_480-207x300.jpg 207w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/kochbuch4_480.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 295px) 100vw, 295px\" \/>Wer zwischendurch mal wieder was Sch\u00f6nes kochen m\u00f6chte, dem sei in diesen Tagen ein kleiner Abstecher in den \u00f6rtlichen Punkrock-Buchhandel des Vertrauens empfohlen. Da steht n\u00e4mlich endlich das neuste Kochbuch aus dem Hause \u201eOX\u201c in den Regalen. Das \u201e<strong>OX-Kochbuch Vier<\/strong>\u201c besticht mal wieder mit allerhand vegetarischen (und veganen) Appetitanregern. Pasta mit Kastanien und Rosenkohl, Pasta alla Norma, Pasta-Pancackes oder Linsen-Kokos-Curry. Frittiertes Gem\u00fcse in Schokoladenso\u00dfe, D.I.Y.-Fries und B\u00f6s Mopped Kuchen. Alles am Start in diesem Almanach der Gaumenfreuden-Gl\u00fcckseligkeiten. Dazu schicke Illustrationen von Veggie-Burgern und Zementmischern und nat\u00fcrlich ein ganzer Haufen Song-Empfehlungen von den Get Up Kids, Alkaline Trio und Social Distortion. Alles wie gehabt also und immer wieder geil. Lasst es euch schmecken.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5007\" title=\"downpilot\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/downpilot-294x300.jpg\" alt=\"downpilot\" width=\"217\" height=\"221\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/downpilot-294x300.jpg 294w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/downpilot.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 217px) 100vw, 217px\" \/>Und g\u00f6nnt euch hinterher eine entspannte Runde vorm Kamin mit dem neusten Wurf aus dem Hause <strong>Downpilot<\/strong>. Anfangs etwas schw\u00fclstig anmutend entfaltet diese melancholische Schmonzette nach ein paar Durchl\u00e4ufen durchaus einen Charme, der all die uns\u00e4glichen Vergleiche mit Coldplay, Keane und Konsorten ad absurdum f\u00fchrt. Wer sich bei Frank Turner wohl aufgehoben f\u00fchlt, sollte \u201eThey Kind Of Shine\u201c durchaus mal ein paar Durchl\u00e4ufe schenken. Geht zwar insgesamt etwas ruhiger zu auf dem Album, aber so ein zeitloses Gest\u00f6hne a la \u201eIn The Morning\u201c muss man auch erstmal hinkriegen. Alles in allem viel besser, als erwartet und der perfekte Soundtrack zum Herbst f\u00fcr vertr\u00e4umte Zeitgenossen, die den Punkrocker gerne mal unter der Kuscheldecke verstecken.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5008\" title=\"anajo\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/anajo-300x300.jpg\" alt=\"anajo\" width=\"288\" height=\"288\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/anajo-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/anajo-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/anajo.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/>Der Zugang zu Anajo ist mir derweil schon seit Jahren verwehrt geblieben. Immer das gleiche mit den Jungs. Nette Songs \u00fcber nette Menschen, die noch nettere Abende verbringen. Viel Herzschmerz. Gro\u00dfes Kino f\u00fcr die Indie-Disse, Musik f\u00fcr alle, die heute noch zu Virginia Jetzt! die H\u00fcften schwingen. Und nun ja: Jetzt gibt\u2019s die Band auch noch mit Orchester im Schlepptau. <strong>Anajo und das Poporchester<\/strong> starten dann auch gleich mit einem St\u00fcck, das diesem Rahmen auch angemessen erscheint. \u201eJungs weinen nicht\u201c, die deutschsprachige Version zum gleichnamigen The Cure-Klassiker, der \u00fcberraschend wunderbar geraten ist. \u00dcberhaupt wirkt das ziemlich gelungen, was die Jungs hier noch mal in ver\u00e4nderter Form aufs Tablett hieven. \u201eStadt der Frisuren\u201c k\u00f6nnte in dieser Form durchaus in einem Update des \u201eSchulm\u00e4dchen\u201c-Reports laufen und \u201eI Don\u00b4t Want To Be A Landei\u201c ist auch nur auf den ersten Blick so peinlich, wie es der Titel vermuten l\u00e4sst. Alles in allem muss ich bei aller Skepsis gegen\u00fcber dieser Band durchaus eingestehen: das Teil hier macht mich zwar noch lange nicht zum Anajo-Anh\u00e4nger, aber trotzdem verdammt viel Spa\u00df. Jungs und M\u00e4dchen. H\u00f6rt w\u00e4hrend des Knutschens einfach mal rein.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5009\" title=\"paul-mccartney\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/paul-mccartney-285x300.jpg\" alt=\"paul-mccartney\" width=\"236\" height=\"249\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/paul-mccartney-285x300.jpg 285w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/paul-mccartney.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 236px) 100vw, 236px\" \/>Auf zwei randvollen Live-Scheiben und einer beiliegenden DVD stimmt einen <strong>Paul McCartney<\/strong> derweil ziemlich nostalgisch. \u201eGood Evening New York City\u201c wirkt wie eine schicke Beatles-Compilation angereichert um einige B-Seiten (besser gesagt: Solo-Songs des K\u00fcnstlers). <span lang=\"EN-GB\">\u201eSgt. Peppers Lonely Hearts Club Band\u201c, \u201eHelter Skelter\u201c, \u201eLet It Be\u201c, \u201eI Saw Her Standing There\u201c, Yesterday\u201c und Konsorten. <\/span>Alle am Start auf diesem Werk, aufgezeichnet an drei Abenden w\u00e4hrend der Weihung des New Yorkers \u201eCiti Field\u201c, bei der 120.000 Zuschauer am Start waren und da auch ordentlich Spa\u00df hatten. Alles in allem ganz gro\u00dfes Kino von einem der Gr\u00f6\u00dften seiner Zunft, der zwar mit seiner Solo-Karriere nie an die Gro\u00dftaten seiner ehemaligen Band ankn\u00fcpfen konnte, was allerdings auch f\u00fcr den Rest der Popgeschichte zu gelten hat. Wer sich mal wieder die Zeit mit Zeitlosem vertreiben mag. Einfach diese Scheibe unter den Weihnachtsbaum legen lassen. Der f\u00e4ngt Feuer, Baby.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5010\" title=\"die-oliver-mick-erfahrunf\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/die-oliver-mick-erfahrunf-300x297.jpg\" alt=\"die-oliver-mick-erfahrunf\" width=\"242\" height=\"239\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/die-oliver-mick-erfahrunf-300x297.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/die-oliver-mick-erfahrunf.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 242px) 100vw, 242px\" \/>Die Oliver Minck Erfahrung<\/strong> f\u00fchrt uns derweil vor Augen, dass Popmusik mit deutschen Texten mehr sein kann, als nur eine blo\u00dfe Aneinanderreihung von Plattit\u00fcden. Zugegeben: die Scheibe steht und f\u00e4llt mit der Stimme von Oliver Minck, die immer auf dem schmalen Grad zwischen Deutschrock und Olli Schulz hin und herwandelt. Hat man sich allerdings erstmal damit abgefunden, dass die Mucke trotzdem geil ist, entpuppt sich das gleichnamige Album des Songschreibers als gelungene Alternative zu den Tomtes und Kettcars dieser Welt. In \u201eFrustrierter Typ\u201c nimmt sich Oliver Minck dann passend dazu auch noch Thees Uhlmann zur Brust. Die Eier muss man erstmal haben. Also gilt auch hier: \u201eMal sehen, wie lange ich noch aufrecht geh?\u201c Ich hoffe noch etwas l\u00e4nger. Neben dem Erstling von Spaceman Spiff das bisher gelungenste deutschsprachige Album des Jahres. Auch wenn ich auf den nervigen \u201ePopstar\u201c-Track in der Mitte doch gerne verzichtet h\u00e4tte. Alles in allem: gut gemacht, Herr Minck.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5011\" title=\"joemasi\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/joemasi.jpg\" alt=\"joemasi\" width=\"75\" height=\"106\" \/><strong>Joe Masi<\/strong> w\u00fcrde man nach dem Anblick des blitzeblanken Frontcovers derweil gar nicht zutrauen, dass er ein so schmissiges Werk, wie \u201eYeah?!\u201c an den Start zu bringen vermag. Die Scheibe wirkt dennoch vom ersten Ton an wie ein gut best\u00fcckter Experimentierkasten und zeigt, was so m\u00f6glich ist, wenn man als K\u00fcnstler nur exzentrisch genug ist, seine Ideen kompromisslos umzusetzen. Die St\u00fccke laufen \u00fcber weite Strecken instrumental vor sich hin, trotzdem wirken viele T\u00f6ne, als w\u00fcrden sie zum ersten Mal auf diese Weise zusammen gesetzt. Nat\u00fcrlich ist es nahezu unm\u00f6glich anno 2009 noch einen Sound zu erschaffen, der befreit von den Geistern der Vergangenheit durch die Fasern der Boxen poltert. Trotzdem bl\u00e4st Joe Masi mit diesem Album dem eingestaubten Elektro-Genre eine geh\u00f6rige Portion Staub vom Kopf. Das ist Musik irgendwo zwischen Kraftwerk, Wink, Poltergeist und L\u00e4rm-Exzessen. Ein wahrhaft \u00fcberraschendes Album.Womit wir mal wieder Schluss machen f\u00fcr heute. Lasst es euch gut gehen. Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vermummen ist ja in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden immer wieder angesagt hierzulande. Nun haben sich auch die Klangtechniker von BLK JKS ein Herz gefasst und sich mit musikalischen Wurfgeschossen best\u00fcckt. Anfangs erinnert einen \u201eAfter Robots\u201c noch stark an den letzten Wurf aus dem Hause TV On The Radio. 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