{"id":5164,"date":"2010-02-01T20:33:05","date_gmt":"2010-02-01T19:33:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=5164"},"modified":"2010-02-01T20:38:05","modified_gmt":"2010-02-01T19:38:05","slug":"filmwochenende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=5164","title":{"rendered":"\/\/ filmwochenende << reloaded"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5163\" title=\"p10100951\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/p10100951-300x225.jpg\" alt=\"p10100951\" width=\"246\" height=\"184\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/p10100951-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/p10100951-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 246px) 100vw, 246px\" \/>Was f\u00fcr ein Wochenende\u2026 besser gesagt: was f\u00fcr eine Woche. Das 36. Internationale Filmwochenende zu W\u00fcrzburg stand auf dem Programm und los ging es schon am Dienstag in der Posthalle, wo Naked Lunch den \u00f6sterreichischen Film \u201e<strong>Universalove<\/strong>\u201c vertonten und unter Beweis stellten, wie man seine Zuschauer mit dem Dampfhammer an Emotionen streichelt (anstatt sie zu erschlagen). Die vertonten Szenen wirkten so unmittelbar, dass man sich bisweilen vollends in dem Spektakel verlor. Der Inhalt des Films selbst hat sich mir zwar bisweilen nur geringf\u00fcgig erschlossen, die Tendenz geht aber eher dahin, sich das Teil noch mal rein zu ziehen.<span><!--more--><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">\n<p class=\"MsoNormal\">Am Mittwoch startete dann das regul\u00e4re Festival, diesmal nur noch in Cinemaxx und Bockshorn. Zuschauertechnisch hatte das keine gro\u00dfen Auswirkungen. 12.000 waren das Wochenende \u00fcber da und wenn ich mich so entsinne, herrschte in keinem der S\u00e4le, wo ich zu Gast war, g\u00e4hnende Leere. Der Auftakt selbst war mir dann ein bisschen zu kindisch. Aber was will man auch erwarten, wenn man sich zur Er\u00f6ffnung den Kinderfilm \u201e<strong>Le Petit Nicolas<\/strong>\u201c (Frankreich) reinzieht. Ist ja schlie\u00dflich ein Jugendfilm und zumindest vom \u00e4sthetischen her f\u00fcr jeden \u201eAmelie\u201c-Fan ein gefundenes Fressen. Hinterher folgte dann \u201e<strong>La Milagrosa<\/strong>\u201c (Kolumbien) \u2013 eine kolumbianische Entf\u00fchrungsgeschichte, die zwar zwischenzeitlich sehr gut funktioniert, aber bisweilen leider die letzte Konsequenz vermissen l\u00e4sst. Die eingebauten Fu\u00dfball-Sequenzen wollen da nicht so recht ins Bild passen. Lockern das schwierige Thema zwar auf, wirken aber bisweilen etwas konstruiert. Famos dagegen das abendliche Abschlussfeuerwerk \u201e<strong>Mary &amp; Max<\/strong>\u201c (Australien), das zu Recht in einer Sondervorstellung am Sonntag noch mal aufgef\u00fchrt wird. Das geknetete Meisterwerk des schwarzen Humors sollte sich jeder reinziehen, dem \u201eCorpse Bride\u201c und Konsorten ein L\u00e4cheln aufs Gesicht zaubern. Noch besser war eigentlich nur die Ansage vor Beginn, als der betreffende Vorsteller seine erste Begegnung mit dem Streifen auf einem Zombiemovie-Filmfest schildert. Ganz gro\u00dfes Kino.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">\n<p class=\"MsoNormal\">Donnerstag geht\u2019s dann nicht minder toll weiter. \u201e<strong>Riprendimi<\/strong>\u201c (Italien) krankt zwar ein bisschen daran, dass sich hier immer wieder der \u201eDokumentation im Film-Aspekt\u201c zum St\u00f6rfaktor entwickelt, weil er nicht konsequent angewendet wird, die Pseudo-Doku ist aber dennoch bemerkenswert authentisch und pr\u00e4sentiert einen erfrischenden Ansatz, wie man cineastisch die Bruchst\u00fccke einer gescheiterten Beziehung seziert. Hinterher folgt \u201e<strong>Bergfest<\/strong>\u201c (Deutschland), der im Gro\u00dfen und Ganzen weniger radikal ausf\u00e4llt, als erwartet, gerade deshalb aber erstaunlich gut funktioniert. Der Konflikt ist glaubw\u00fcrdig und der Zuschauer wird absichtlich ohne zufrieden stellende Antworten aus der Szenerie entlassen. \u201e<strong>Black Dynamite<\/strong>\u201c (USA) beschlie\u00dft dann den Abend mit einer geh\u00f6rigen Portion Augenzwinkern und pl\u00fcndert die gr\u00f6\u00dften Momente des \u201eBlaxploitation\u201c-Booms, verliert allerdings gegen Ende etwas an Drive.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5165\" title=\"p10101011\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/p10101011-300x225.jpg\" alt=\"p10101011\" width=\"455\" height=\"340\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/p10101011-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/p10101011-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 455px) 100vw, 455px\" \/>Freitag folgt dann der Hillbilly-Stampfer \u201e<strong>White Lightnin\u00b4<\/strong>\u201c (USA), der aufgrund seiner expliziten Gewaltdarstellungen gegen Ende einige Zuschauer in die Flucht schl\u00e4gt, aber insgesamt doch recht gelungen r\u00fcberkommt. Anschlie\u00dfend sehe ich den meines Erachtens besten Dokumentarfilm der letzten paar Jahre. \u201e<strong>20 Seconds Of Joy<\/strong>\u201c (USA) vermag in nur 60 Minuten das Schicksal einer Base-Jumperin zu umrei\u00dfen, dass man sich f\u00fchlt, als w\u00fcrde man in einen Sog der Emotionen gerissen. Das ganze Teil ist nicht nur spannend und temporeich gefilmt, sondern auch mit einer gro\u00dfen Portion Tiefgang ausgestattet. F\u00fcr mich definitiv unter den Top3 des Festivalwochenendes. \u201e<strong>Pink<\/strong>\u201c (Deutschland) von Rudolf Thome krankt dann leider an seiner unglaubw\u00fcrdigen Story (die erste H\u00e4lfte), kriegt aber mit zunehmender L\u00e4nge doch noch die Kurve. Am Ende ist man vers\u00f6hnt. Und schleppt sich irgendwie noch durch \u201e<strong>The Good, The Bad, The Weird<\/strong>\u201c (S\u00fcdkorea), der es vermeidet, seine Charaktere allzu sehr ins L\u00e4cherliche abdriften zu lassen, und mich so davon abh\u00e4lt, meine Augen nicht dauerhaft geschlossen zu lassen. (Was zu gegebener Stunde durchaus als Kompliment zu verstehen ist). Storytechnisch allerdings muss ich dann doch passen. Der Film war zwar jetzt nicht sonderlich tiefgr\u00fcndig, aber daf\u00fcr meine Augenr\u00e4nder.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">\n<p class=\"MsoNormal\">Am Samstag schleppe ich mich irgendwie um 11 Uhr morgens zur\u00fcck ins Kino, verfehle den richtigen Saal, schleppe mich weiter durch Charlie Kaufmans \u201e<strong>Synecdoche, New York<\/strong>\u201c (USA), der erst auf deutsch l\u00e4uft, dann schwarz wird und schlie\u00dflich noch mal auf englisch startet. Etwas zu surreal f\u00fcr mein verplantes Hirn. Dem wiederum mundet \u201e<strong>A\u00b4l Origine<\/strong>\u201c (Frankreich) schon mehr. Wer immer schon mal wissen wollte, wie man eine Stra\u00dfe mitten ins Nichts stellt, ohne auch nur einen Cent auf der Kralle zu haben, sei der Streifen hiermit empfohlen. Soll ja wahr gewesen sein, die Geschichte. Das wiederum scheint mir nun wirklich unglaublich. Danach gabs dann noch \u201e<strong>Kleine Fische<\/strong>\u201c (\u00d6sterreich), der ein bisschen r\u00fcber kam, wie \u201eSix Feet Under\u201c in der \u00f6sterreichischen Variante und nicht ganz so morbid. Hat Spa\u00df gemacht, reichte aber nicht an \u201e<strong>Parkour<\/strong>\u201c (Deutschland) heran, den meiner Meinung nach besten Film des Wochenendes, weil er einerseits imposanten Aufnahmen der verwegenen Sportart zeigt, andererseits aber auch ein ziemlich rabiates Eifersuchtsdrama in petto hatte. Das Ende wird anschlie\u00dfend noch ausgiebig diskutiert. Ich finde es gerade aufgrund seiner zahlreichen Deutungsm\u00f6glichkeiten nahezu famos.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">\n<p class=\"MsoNormal\">Der Sonntag beginnt dann meiner Meinung nach eine Spur zu melodramatisch. \u201e<strong>Tutta Colpa Di Giuda<\/strong>\u201c (Italien) ist ein gelungener Film mit musikalischen Beilagen, krankt aber bisweilen an seiner sozialromantischen Grundeinstellung. \u201e<strong>Kisses<\/strong>\u201c (Irland) hingegen ist auch nicht ganz frei von Sozialromantik, wirkt aber \u00fcber weite Strecken glaubw\u00fcrdiger, als der Vorg\u00e4nger und zur Musik von Bob Dylan ist ja eigentlich eh schei\u00dfegal, wie die Qualit\u00e4t des dazu geh\u00f6rigen Filmes ist. Was jetzt aber bitte nicht hei\u00dfen soll, dass \u201eKisses\u201c kein charmanter Streifen w\u00e4re. Die Story \u00fcber zwei junge Ausrei\u00dfer, die sich mit lockeren Spr\u00fcchen auf den Lippen herzerw\u00e4rmend durch die Gosse schlagen, hat nicht nur Wortwitz, sondern auch einige wirklich bewegende Szenen in petto. Zum Abschluss meines Wochenendes schaue ich mir anschlie\u00dfend noch \u201e<strong>Come Dio Comanda<\/strong>\u201c (Italien) an \u2013 bin allerdings schon viel zu platt, um mir noch eine Meinung zu bilden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">\n<p class=\"MsoNormal\">Alles in allem macht dieses Wochenende einfach nur Lust darauf, dass bald ein neues Programmkino in der Frankenhalle aus der Taufe gehoben werden m\u00f6chte (kann ja schlie\u00dflich nicht sein, dass es in einer Studentenstadt wie W\u00fcrzburg kein anspruchsvolles Programmkino mehr steht). Weitere Infos zu den Pl\u00e4nen und Mitmachm\u00f6glichkeiten unter anderem hier: <a href=\"http:\/\/wuerzblog.de\/2010\/02\/01\/wir-basteln-ein-programmkino\/\">http:\/\/wuerzblog.de\/2010\/02\/01\/wir-basteln-ein-programmkino\/<\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Weitere Infos zu den Gewinnern des Wochenendes: <a href=\"http:\/\/www.filmwochenende.de\">http:\/\/www.filmwochenende.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was f\u00fcr ein Wochenende\u2026 besser gesagt: was f\u00fcr eine Woche. Das 36. Internationale Filmwochenende zu W\u00fcrzburg stand auf dem Programm und los ging es schon am Dienstag in der Posthalle, wo Naked Lunch den \u00f6sterreichischen Film \u201eUniversalove\u201c vertonten und unter Beweis stellten, wie man seine Zuschauer mit dem Dampfhammer an Emotionen streichelt (anstatt sie zu [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,6,4],"tags":[],"class_list":["post-5164","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-film","category--stadtgesprach"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5164","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5164"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5164\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5167,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5164\/revisions\/5167"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5164"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5164"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5164"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}