{"id":5226,"date":"2010-02-16T19:51:33","date_gmt":"2010-02-16T18:51:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=5226"},"modified":"2010-02-16T19:53:34","modified_gmt":"2010-02-16T18:53:34","slug":"zuckerbeat-vol-119-ich-bin-bis-auf-weiteres-eine-demonstration","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=5226","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat vol. (1)19 &#8211; ich bin bis auf weiteres eine demonstration"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5227\" title=\"festland\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/festland.jpg\" alt=\"festland\" width=\"251\" height=\"251\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/festland.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/festland-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 251px) 100vw, 251px\" \/>Die \u201eWelt verbrennt\u201c und <strong>Festland<\/strong> scheinen sich einen feuchten Dreck darum zu scheren. Gibt ja schlie\u00dflich eine charmante R\u00fccklauf-Funktion im Pop, mit der man sich einfach wieder in die 80er katapultieren kann, um dort ein bisschen auf die Kacke zu hauen. Erg\u00fcsse aus dem Poesialbum treffen hier auf Porno-Pop im House-Gewand. Man merkt den Jungs an, dass sie die Atmosph\u00e4re der Elektro-Clubs ebenso infiltriert haben, wie ihr Faible f\u00fcr Gedichtb\u00e4nde gnadenlos ausleben. Schon nach wenigen Minuten ist man dem Charme dieser Rasselbande erlegen, die sich um Regierungs-Trommler Thomas Geier versammelt hat. Man l\u00e4sst sich fallen, mal so richtig die Geh\u00f6rg\u00e4nge von den sanften Indie-Pop-Kl\u00e4ngen des Festlands durchpusten und freut sich, wenn sie in \u201eUnsere Stadt\u201c auch mal ein bisschen L\u00e4rm machen. <strong><em>Am Freitagabend (19.2.) steht die Band im Pleicher Hof in W\u00fcrzburg auf der B\u00fchne.<\/em><\/strong> <span><!--more--><\/span>Solltet ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5228\" title=\"sade-soldier-of-love-artwork\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/sade-soldier-of-love-artwork.jpg\" alt=\"sade-soldier-of-love-artwork\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/sade-soldier-of-love-artwork.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/sade-soldier-of-love-artwork-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Von <strong>Sade<\/strong> habe ich derweil ganz ehrlich nicht mehr viel erwartet. Der Wohlf\u00fchl-Pop des Openers \u201eThe Moon And The Fly\u201c ihres neuen Albums \u201eSoldier Of Love\u201c f\u00e4llt dann auch nicht sonderlich spektakul\u00e4r aus. Lust auf mehr bekommt man erst, wenn sich im gleichnamigen Titelsong pl\u00f6tzlich eine elektrische Gitarre ein Duell mit einem Schlagzeug liefert, als wollte die werte Sade der aktuellen Popstargilde mal eben vor Augen f\u00fchren, wie man Popkl\u00e4nge mit Langlebigkeit ausstattet, ohne das Ganze allzu sehr zuzukleistern. Ansonsten bekommt man viel Piano-Pop zu h\u00f6ren. Ein paar verschwurbelte Beats, die f\u00fcr Abwechslung sorgen und eine Stimme, die nicht von dieser Welt zu sein scheint. Alles in allem haut einem die Scheibe nicht unbedingt vom Hocker, sorgt aber f\u00fcr eine angenehm zur\u00fcckgelehnte Atmosph\u00e4re, w\u00e4hrend sich andere Pop-Acts nur noch darin zu \u00fcberbieten scheinen, wer denn nun den gr\u00f6\u00dferen Wumms a la Timbaland aus dem Mischpult rauspresst.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5229\" title=\"vienna\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/vienna-300x300.jpg\" alt=\"vienna\" width=\"299\" height=\"299\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/vienna-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/vienna-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/vienna.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 299px) 100vw, 299px\" \/>Das sympathische Label \u201eVienna Scientists\u201c pr\u00e4sentiert derweil passend zum zehnj\u00e4hrigen eine bunte Mischung der angesagtesten Disco-, Funk- und Soulkl\u00e4nge der Gegenwart. Da kommen die Protagonisten noch mal zu Wort, die den Sound des Labels im vergangenen Jahrzehnt gepr\u00e4gt haben. Die Scheibe wirkt derweil derma\u00dfen stimmig, dass man sich f\u00fchlt, als bek\u00e4me man hier von einem guten Freund eine Stunde lang dessen Lieblingsplatten vorgestellt. Da passt einfach alles. \u201e<strong>Vienna Scientists V \u2013 The 10th Anniversary<\/strong>\u201c punktet zum Auftakt mit hypnotischem Minimal-Sound der Marke \u201eFreedom Satellite\u201c und entl\u00e4sst einen mit den entspannten Schunkler \u201eSome Kind Of Moanin\u00b4\u201c von Scheckter in die Nacht. Fans von Nightmares On Wax sollten ungeh\u00f6rt zugreifen. Der Rest sollte erst mal einen Durchgang riskieren und es ihnen anschlie\u00dfend gleich tun.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5230\" title=\"fantas\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/fantas.jpg\" alt=\"fantas\" width=\"240\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/fantas.jpg 240w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/fantas-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><strong>Fantas Schimun <\/strong>klingt erstmal nach einem verqueren Zwitterwesen aus subtiler Elektronik und Indie-Rock der tanzbaren Sorte. Fantas Schimun hat mit all dem allerdings gar nichts am Hut. Fantas Schimun ist vielmehr eine begnadete Solistin, die ihr breites Aufgebot an Klangfetzen und Disharmonien nahezu unvermittelt auf den H\u00f6rer zuschleudert, so dass man sich fragt, ob da vielleicht ein Abspielfehler auf dem Tontr\u00e4ger vorliegt. Nachdem man feststellt, dass dies nicht der Fall ist, findet der H\u00f6rer mit zunehmender Dauer Zugang zu diesem Sammelsurium aus Kl\u00e4ngen, Melodien, schnellen Wechseln, verqueren Experimenten, Sound-Collagen und dieser Stimme, die alles im Innersten zusammen h\u00e4lt und die so bezaubernd ist, dass man sich gar keinen sch\u00f6neren Soundtrack zur Vertonung solch vielschichtiger Themen, wie<span> <\/span>\u201eVariationen \u00fcber die Freiheit eines Anderen \/ Der Himmel ist blau \u2013 Ein Alptraum in Stereo\u201c w\u00fcnschen k\u00f6nnte. Gustav hat vorgelegt. Fantas Schimun verwandelt. Alles in allem: alles andere als verhandelbar, diese Musik.<span> <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5231\" title=\"peter-von-poehl\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/peter-von-poehl-300x268.jpg\" alt=\"peter-von-poehl\" width=\"201\" height=\"179\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/peter-von-poehl-300x268.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/peter-von-poehl.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><strong>Peter von Poehl<\/strong> ist ein Getriebener. Im st\u00e4ndigen Wechsel haust er in den Bruchstellen diverser St\u00e4dte von Berlin bis Paris und saugt die Einfl\u00fcsse, die dort in der Luft liegen, vollends in sich auf. Auf seinem Werk \u201eMay Day\u201c spaziert er im Spannungsfeld von Cello-Elektronika und Songwriter-Pop. Im Opener klingt das bisweilen noch etwas schr\u00e4g und unerh\u00f6rt, doch mit zunehmender Dauer findet man sich zurecht in der Musik, die trotz ihres meist akustischen Ansatzes nur so strotzt vor Details. Freunde von Monta und Bright Eyes d\u00fcrften daran genauso ihre Freude haben, wie Anh\u00e4nger von Brian Wilson und Phoenix. \u201eMay Day\u201c klingt bisweilen etwas abwegig, was im Falle von Peter von Poehl aber ausdr\u00fccklich positiv gemeint ist. Diese Scheibe konnte nur in dieser Form erscheinen. Und vielleicht wird man sich in ein paar Jahren ja an diesem seltsam ausladenden Sound zur\u00fcckerinnern, der einen sofort von sich einnimmt. Vielleicht wird einen dann ein wohliges Gef\u00fchl durchstr\u00f6men. Vielleicht wird es anmuten, wie eine fl\u00fcchtige Erinnerung an eine romantische Nacht unterm Riesenrad &#8211; zu zweit &#8211; Arm in Arm &#8211; bevor alles im Dunkel der Nacht zu ertrinken drohte.<span> <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5232\" title=\"stereophonics-keep-calm-and-carry-on-2009-front-cover-22131\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/stereophonics-keep-calm-and-carry-on-2009-front-cover-22131-300x300.jpg\" alt=\"stereophonics-keep-calm-and-carry-on-2009-front-cover-22131\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/stereophonics-keep-calm-and-carry-on-2009-front-cover-22131-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/stereophonics-keep-calm-and-carry-on-2009-front-cover-22131-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/stereophonics-keep-calm-and-carry-on-2009-front-cover-22131.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Die <strong>Stereophonics<\/strong> haben sich derweil auf ihren letzten Alben immer weiter dem Mainstream angen\u00e4hert und dabei auch nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Ihr neues Werk beginnt schmissig, wie erwartet, nur findet man diesmal \u00fcberraschend schnell Gefallen an den Songs, wie zum Beispiel dem treibenden Opener \u201eShe\u00b4s Alright\u201c. Sollte da tats\u00e4chlich noch was gehen im Hause Stereophonics? Die Waliser \u00fcben auf \u201eKeep Calm And Carry On\u201c zwar weiter die Pose als \u00fcberambitionierte Stadionrocker, nur pfeift man ihre Songs diesmal noch Stunden sp\u00e4ter vor sich her. Vielleicht liegt es ja an den elektrofizierten R\u00e4ndern, welche die St\u00fcck einrahmen. Auf jeden Fall h\u00f6rt man sich die Scheibe diesmal zumindest bis zur Mitte hin wirklich gerne an, selbst wenn der Band mit zunehmender Laufl\u00e4nge dann leider doch wieder die Luft ausgeht. Alles in allem: mehr, als man von diesen Jungs noch erwarten durfte, aber ganz sicher nicht mehr der gro\u00dfe Wurf, als welcher die Band zu Beginn ihrer Laufbahn mal gedealt wurde.<span> <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5233\" title=\"erik-sumo-band\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/erik-sumo-band-300x300.jpg\" alt=\"erik-sumo-band\" width=\"167\" height=\"167\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/erik-sumo-band-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/erik-sumo-band-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/erik-sumo-band.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 167px) 100vw, 167px\" \/>Die <strong>Erik Sumo Band <\/strong>k\u00f6chelt uns derweil ein wohl schmeckendes musikalisches S\u00fcppchen mit Allerlei Inhaltsstoffen aus dem Haus Jazz, Dub, Pop und Folk. Nahezu im Minutentakt wird man von einem Stil zum n\u00e4chsten geschifft, ohne dass man auch nur einem Moment das Gef\u00fchl bekommen w\u00fcrde, die Band k\u00f6nnte an den hochgesteckten Ambitionen zerschellen. \u201eThe Trouble Soup\u201c will am Ende einfach gute Laune machen. Das Album mutet an, als h\u00e4tte jemand die sch\u00f6nsten Melodien alter TV-Serien mit einer Prise Balkan-Flair und hippen Melodien versehen. Klingt zwischenzeitlich dann, als w\u00fcrden Beirut und Amy Winehouse Ringelreih tanzen. Dann wieder, als w\u00fcrden die Pet Shop Boys einen Song von Arcade Fire remixen. So geht\u2019s dann weiter. Afro-Blues trifft Dream-Dance. 80er Jahre Revival meets Songwriter-Pop. Alles ist m\u00f6glich und was dabei am bemerkenswertesten ist: all das funktioniert. Keine Ahnung, wie die Band das hinkriegt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5235\" title=\"aufgangif10061\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/aufgangif10061.jpg\" alt=\"aufgangif10061\" width=\"464\" height=\"411\" \/>Nachdem SomethingALaMode zuletzt schon ein bemerkenswertes Album im Grenzgebiet zwischen klassischer Musik und Pop aus der H\u00fcfte sch\u00fcttelten, machen sich nun <strong>Aufgang <\/strong>daran, selbiges Konzept mit zwei Pianisten und einem Schlagzeuger in jazzige Gefilde zu \u00fcberf\u00fchren. Anfangs irritiert einen diese Melange ein bisschen, aber nach einer gewissen Eingew\u00f6hnungszeit findet man durchaus Gefallen an den neun Klangeskapaden, die bisweilen auch auf elektronischen Festivals zur Erweckung der Morgensonne dienen d\u00fcrften. Die beiden Protagonisten Rami Khalif\u00e9 und Francesco Tristano aus New York hatten schon immer einen Faible f\u00fcr Tanzbares und mit \u201eChannel 8\u201c vielleicht noch den passenden Sound zum n\u00e4chsten Update der \u201eFreddy Kr\u00fcger\u201c-Reihe am Start. Mal sehen, was da noch nachkommt. Die Zeiten, in denen Klassik, Pop und Jazz nur ein peinlicher Furz im Einheitsbreit der Charts gewesen sind, scheinen endg\u00fcltig vorbei zu sein. Hier entsteht etwas Ansprechendes, nahezu Schl\u00fcssiges. Musik, zu der man sich fallen lassen m\u00f6chte. Also kuschelt mal sch\u00f6n. Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u201eWelt verbrennt\u201c und Festland scheinen sich einen feuchten Dreck darum zu scheren. Gibt ja schlie\u00dflich eine charmante R\u00fccklauf-Funktion im Pop, mit der man sich einfach wieder in die 80er katapultieren kann, um dort ein bisschen auf die Kacke zu hauen. 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