{"id":5620,"date":"2010-05-27T12:34:09","date_gmt":"2010-05-27T11:34:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=5620"},"modified":"2010-05-27T12:39:41","modified_gmt":"2010-05-27T11:39:41","slug":"zuckerbeat-vol-141-strandgut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=5620","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat vol. (1)41 &#8211; strandgut"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5621\" title=\"lcd-soundsystem\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/lcd-soundsystem-300x300.jpg\" alt=\"lcd-soundsystem\" width=\"250\" height=\"250\" \/>\u00dcber das <strong>LCD Soundsystem<\/strong> muss man wohl keine  gro\u00dfen Worte mehr verlieren. Wenn die Protagonisten ihr musikalisches  Gro\u00dfereignis im Grenzgebiet von Elektro und Rock nun zu Grabe tragen, kommt man nicht  umhin, ihnen daf\u00fcr den Respekt zu erweisen, den sie verdienen. Ist doch klasse, wenn  sich mal jemand traut, genau dann aufzuh\u00f6ren, wenn es am Sch\u00f6nsten ist. \u201eThis Is Happening\u201c wurde eingespielt im hauseigenen Studio in New York und  d\u00fcrfte James Murphy endg\u00fcltig zum Megastar aufsteigen lassen. <span style=\"color: #262626;\"><!--more--><\/span>Sp\u00e4testens, wenn nach  gut drei Minuten der Beat reinknallt, als wollte sich der Protagonist mit einem elektronischen Staubsauger bewaffnet von den Rauchschwaden auf der B\u00fchne befreien und ins Rampenlicht treten, wird klar, dass der Pop nun endlich  bei Murphy und seiner Crew angekommen ist. Wohlgemerkt. Der Pop ist beim  Soundsystem angekommen. Nicht Murphy im Pop. Der Zeitgeist sieht sich eben einem  stetigen Wandel unterworfen. Und weil der begnadete Musiker es seinen H\u00f6rern  nicht allzu leicht machen m\u00f6chte, werden auch diesmal Krautrock-Anleihen  eingeflochten, wobei andererseits nicht zu \u00fcbersehen ist, dass der gro\u00dfe Popmoment auf  \u201eThis Is Happening\u201c zum ersten Mal ganz weit in den Vordergrund dr\u00e4ngt. F\u00fcr  LCD Soundsystem d\u00fcrfte dieses Album den Durchbruch bedeuten. \u201eThis Is  Happening\u201c ist ein Ereignis. Also lasst es uns geb\u00fchrend abfeiern, w\u00e4hrend Murphy  den Club durch den Hinterausgang verl\u00e4sst.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5622\" title=\"paul-weller\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/paul-weller-300x300.jpg\" alt=\"paul-weller\" width=\"201\" height=\"201\" \/><strong>Paul Weller<\/strong> \u00fcbt sich derweil weiter darin in  W\u00fcrde zu Altern. Der \u201eMod-Father\u201c nimmt sich auch auf seinem neuen Album \u201eWake Up  The Nation\u201c die Freiheit, zu machen, wonach ihm gerade der Sinn steht. Da  werden dann auch mal Erinnerungen an den Soul der 60er Jahre wachgerufen oder Feedback-Schleifen eingebunden, als ob es kein Morgen g\u00e4be. Trotzdem ist  das neue Album im Gegensatz zum ausufernden Vorg\u00e4nger \u00e4u\u00dferst schmissig  geraten. Mit gerade mal 40 Minuten Spielzeit, verteilt auf 16 Songs, achtet  Weller diesmal darauf, dass er seine St\u00fccke sofort auf den Punkt bringt und  erinnert des \u00d6fteren an seine Anfangstage mit den wunderbaren Mod-G\u00f6ttern The Jam.  Mit \u201eShe Speaks\u201c zeigt er auf, wie Morrissey wohl klingen w\u00fcrde, wenn er in einen  Kessel mit bewusstseinserweiternten Zaubertr\u00e4nken geplumpst w\u00e4re. Einen Innovationspreis in Sachen zeitgen\u00f6ssischer Popmusik wird er daf\u00fcr  sicher nicht bekommen, seine Fans allerdings werden ihm f\u00fcr diese hittige  Nostalgie-Scheibe ergeben zu F\u00fc\u00dfen liegen. Sp\u00e4testens wenn die Brit-Pop-Hymne \u201eFind The  Torch, Burn The Plans\u201c erklingt, liegen sich alle Fans freudetrunken im Arm und singen\u2026 \u201eSha la la, Shalala\u2026\u201c<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5623\" title=\"mike-patton-mondo-cane-cover\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/mike-patton-mondo-cane-cover-300x300.jpg\" alt=\"mike-patton-mondo-cane-cover\" width=\"233\" height=\"233\" \/>Wovon <strong>Mike Patton<\/strong> wiederum nicht viel halten d\u00fcrfte. Der widmet  sich auf seinen Solo-Alben ja gerne mal experimentellen Gefilden. Umso  bemerkenswerter, dass sein aktuelles Album \u201eMondo Came\u201c doch tats\u00e4chlich ein echter  Gassenhauer f\u00fcr n\u00e4chtliche Auftritte in italienischen Stra\u00dfencafes geworden ist. Der Frontmann von Faith No More beschreitet auf seinem aktuellen Werk  Neuland und landet irgendwo zwischen orchestralem Heulsusen-Pop und dem schmissigen  Intro von sympathischen Zeichentrick-Serien der Marke \u201eInspector Gadget\u201c. Da  er sich f\u00fcr die Scheibe ein 30k\u00f6pfiges Orchester ins Studio geholt hat, klingt  das Ganze dann auch noch so ausgefeilt, dass man sich die Scheibe am Besten  \u00fcber Kopfh\u00f6rer zu Gem\u00fcte f\u00fchrt. Erst dann entfalten sich die zahlreichen  Details, welche den Songs einen exotisch sympathischen Beigeschmack verleihen.  Wer mal wieder eine gute halbe Stunde in jazzige Gefilde abtauchen m\u00f6chte und  sich nur zu gerne an den morbid-emotionalen, zugleich tanzbaren Sounds von  Filmmusiken der Marke \u201eVampyros Lesbos\u201c \u00a0erg\u00f6tzt, sollte unbedingt mal rein h\u00f6ren.  Es lohnt sich.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5624\" title=\"turbostaat\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/turbostaat.jpg\" alt=\"turbostaat\" width=\"300\" height=\"300\" \/>Wer sich derweil mal wieder die Seele aus dem Leib br\u00fcllen m\u00f6chte, der  ist bei <strong>Turbostaat<\/strong> an der richtigen Adresse. Die renommierten Punkrocker starten \u201eDas  Island Man\u00f6ver\u201c, \u00f6ffnen das \u201eKussmaul\u201c und machen zusammen mit Produzent Moses Schneider Randale, als wollten sie die heimischen Boxen sprengen. Dieses  Album hier ist geschrieben worden, um im Live-Kontext zu funktionieren.  Stilistisch klingt zwar alles verwischter, als auf dem Vorg\u00e4nger. Trotzdem wird  sofort klar, dass sich Turbostaat auch auf ihrem neuen Werk keinen gro\u00dfen  Experimenten hingeben. Aus dieser Band wird ganz sicher keine Popgruppe mehr, die  sich dem Zeitgeist anbiedert. Stattdessen punkten die Jungs wieder mit famosen,  doppelb\u00f6digen Songs, feuern musikalisch aus allen Rohren und schreiben Balladen, wie  \u201eFraukes Ende\u201c, die sich als Rocksongs tarnen, die aber immer eine gewisse Wehmut ausstrahlen. Mit ihrem Island Man\u00f6ver schielen Turbostaat ganz sicher  nicht auf den Durchbruch in den Charts. Stattdessen nutzen die Band die  M\u00f6glichkeiten des gr\u00f6\u00dferen Budgets, um die eigenen musikalischen Vorstellungen  kompromisslos umzusetzen.<br \/>\n<!--[if !supportLineBreakNewLine]--><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5625\" title=\"octea\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/octea.jpg\" alt=\"octea\" width=\"120\" height=\"108\" \/>Jyoti<\/strong> nennt sich derweil das neue Projekt  von der HipHop-Prophetin Georgia Anne Muldrow, die uns bereits seit einigen  Jahren gekonnt vor Augen f\u00fchrt, wo HipHop in naher Zukunft angelangt sein  k\u00f6nnte, wenn die dicken Schlitten von der Mattscheibe verschwunden sind. Auf \u201eOcotea\u201c \u00fcberf\u00fchrt sie uns in jazzige Gefilde und landet musikalisch zwischen den  Polen Hancock, Sun Ra und Mingus. Daraus entspringt ein experimentierfreudiger  H\u00fcpfer von Instrumental-Album, das die volle Aufmerksamkeit seiner H\u00f6rerschaft beansprucht. Ist ganz sicher keine leichte Kost, was Muldrow hier  abliefert, es macht aber wahnsinnig viel Spa\u00df ihr durch die verschlungenen Pfade  dieser musikalischen Safari zu folgen. Wer sich mal eine Pause von dem  gleichf\u00f6rmigen Gedudel aus dem Formatradio g\u00f6nnen m\u00f6chte, sollte sich zwei gute  Kopfh\u00f6rer krallen, sich aufs Sofa flaggen und die Augen schlie\u00dfen. Diese Scheibe  hier erledigt den Rest. Sie \u00fcberw\u00e4ltigt einen mit einem bunten Strau\u00df voll  Ideen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5627\" title=\"ar_p2_la11.indd\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/anthony_rother_popkiller2-300x300.jpg\" alt=\"ar_p2_la11.indd\" width=\"238\" height=\"238\" \/>Nach dem gelungenen Erstling erscheint nun das neue \u201ePopkiller\u201c-Album von <strong>Anthony Rother<\/strong>. \u201ePopkiller II\u201c orientiert  sich stilistisch am Vorg\u00e4nger, liefert klar strukturierte Soundgebilde ab und  d\u00fcrfte damit jeden Club in einen Tanztempel transformieren. Auf der heimischen  Anlage wirkt das bisweilen zwar etwas ausschweifend, was Rother hier abliefert,  im Antlitz des Stroboskops d\u00fcrften sich die Zuh\u00f6rer allerdings die F\u00fc\u00dfchen  wund dazu tapsen. Routiniert poltert Rothers Klang-Sammelsurium durch die  Fasern der Boxent\u00fcrme und sollte am Besten am St\u00fcck genossen werden. Diese Scheibe versteht sich als Einheit, auf die es sich einzulassen gilt. Hat dich  der Beat dann erst mal abgeholt, kommt man gar nicht mehr los von dem Sound.<strong><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5628\" title=\"genderfulcover11\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/genderfulcover11.jpg\" alt=\"genderfulcover11\" width=\"184\" height=\"177\" \/>Little Annie and Paul Wallfisch <\/strong>spielen derweil die sehns\u00fcchtig schluchzenden Trauerkl\u00f6\u00dfe und philosophieren vom \u201eDinner For Two with  Denzel Washington\u201c. Fortan regieren die Piano-Melodien eine orchestrale  Szenerie und man f\u00fchlt sich, als w\u00fcrden die \u201eMurder Ballads\u201c von Nick Cave von einer weiblichen Stimme intoniert. Eigentlich m\u00fcsste man diese Songs hier  direkt auf eine Theaterb\u00fchne transformieren. Die Musik auf \u201eGenderful\u201c schreit  regelrecht nach einer gro\u00dfen Inszenierung. Und mit \u201eBilly Martin Requiem\u201c ist ja  auch ein echter Lagerfeuer-Schunkler dabei, der sich ganz vorz\u00fcglich zum  Nachs\u00e4useln beim n\u00e4chtlichen Trinkgelage eignet.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5629\" title=\"pompidou-sweet-sweet-moon\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/pompidou-sweet-sweet-moon.jpg\" alt=\"pompidou-sweet-sweet-moon\" width=\"230\" height=\"230\" \/><strong>Sweet Sweet Moon<\/strong> alias Matthias Frey stammt  aus Hollabrunn und verkn\u00fcpft auf seiner Deb\u00fct-EP ein herzergreifendes  Schluchzen mit einem breiten Grinsen. \u00a0Mit Violinen und Schlagzeug bewaffnet schmiert  er uns auf \u201ePompidou\u201c reichlich Honig ums Maul, um uns dann mit einer  charmanten Liedermacher-Gitarre zum Sit-Down am Lagerfeuer einzuladen. Alles in  allem ein charmantes Kleinform\u00e4tchen, dass sich der geneigte Indie-Popper durchaus  mal reinziehen sollte. Womit wir auch schon wieder am Ende w\u00e4ren. Viel Spa\u00df  beim abrocken und entspannen. Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber das LCD Soundsystem muss man wohl keine gro\u00dfen Worte mehr verlieren. Wenn die Protagonisten ihr musikalisches Gro\u00dfereignis im Grenzgebiet von Elektro und Rock nun zu Grabe tragen, kommt man nicht umhin, ihnen daf\u00fcr den Respekt zu erweisen, den sie verdienen. 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