{"id":5635,"date":"2010-05-31T09:31:48","date_gmt":"2010-05-31T08:31:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=5635"},"modified":"2010-05-31T09:33:04","modified_gmt":"2010-05-31T08:33:04","slug":"zuckerbeat-vol-142-do-you-feel-my-heart-beating","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=5635","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat vol. (1)42 &#8211; do you feel my heart beating?"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5636\" title=\"far_atnight\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/far_atnight-300x268.jpg\" alt=\"far_atnight\" width=\"265\" height=\"237\" \/>Man hatte ja schon gar nicht mehr damit gerechnet,  dass die alterw\u00fcrdigen <strong>Far<\/strong> sich noch mal reformieren w\u00fcrden, um ein neues  Album einzuspielen. Nun ist es passiert und \u201eAt Night We Live\u201c erf\u00fcllt die Erwartungen, wenn man der Scheibe einige Durchl\u00e4ufe schenkt. Dann  entfaltet sich das rockige Werk immer weiter und ruft sch\u00f6ne Erinnerungen an die  \u201eWhite Pony\u201c-Phase der Deftones wach. Rock ohne Macho-Haltung soll hier geboten  werden und es funktioniert. Die Riffs sitzen, aber in der Musik schwingt immer  eine sanfte Melancholie mit, die das rockige Treiben ad absurdum f\u00fchrt. <span style=\"color: #262626;\"><!--more--><\/span>Nat\u00fcrlich  tr\u00e4gt dazu auch die vielseitige Stimme von Jonah Matranga bei, den man seit  seiner Zeit bei New End Original endlich wieder in Bestform erleben darf. Wenn  man bedenkt, dass Far in gewisser Weise zu den Mitbegr\u00fcndern des Nu-Metal  z\u00e4hlen, erscheint es umso wichtiger, dass dieses Album hier erscheint, f\u00fchrt es  einem doch vor Augen, wie die Geschichte mit den harten Gitarren urspr\u00fcnglich  mal gedacht war: man wollte einfach seinen Emotionen herauszuschreien, alles  in die Wagschale werfen und sich vom eigenen Seelenpein befreien. Auf \u201eAt Night  We Live\u201c gelingt das der Band ganz vorz\u00fcglich und mit \u201eFight Song  #16,233,241\u201c sollte auch noch eine augenzwinkernde Club-Hymne dabei raus springen.  Alles in allem: ein eindrucksvolles Modern Rock-Werk.<span> <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5637\" title=\"jack-johnson\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/jack-johnson.jpg\" alt=\"jack-johnson\" width=\"260\" height=\"260\" \/>Hinterher machen wir uns dann auf zum Unterwasser-Baggersee-Knutschen. <strong>Jack Johnson<\/strong> hat sich auch auf seinem neuesten Wurf nicht dazu  entschlossen, seinen Sound gro\u00df zu variieren. Warum auch? Der Junge vom Sandstrand  f\u00fcllt inzwischen ganze Stadien und wird von Millionen Fans geherzt. Ist ja  auch allerliebst, was f\u00fcr sympathische Gassenhauer er da immer wieder aufs Neue aus dem  \u00c4rmel sch\u00fcttelt ohne sich dem Formatradio anzubiedern. Manche werden da schon  nach zwei Minuten zu G\u00e4hnen anfangen, der Rest am n\u00e4chtlichen Lagerfeuer in Kuschelstimmung verfallen. \u201eTo The Sea\u201c ist wie geschaffen zum  H\u00e4ndchenhalten am Sandstrand, w\u00e4hrend sich die Abendsonne in der Meeresoberfl\u00e4che  spiegelt. Jack Johnson hat mit seiner Musik einen Weg gefunden, Melancholie mit  einem sonnigen Gem\u00fct auszustatten, so dass selbst hoffnungslose Miesepeter  irgendwann zu Grinsen beginnen. Daf\u00fcr hassen wir ihn. Daf\u00fcr lieben wir ihn. Ich  neige zu Letzterem. Auch wenn\u00b4s schon Album Nummer f\u00fcnf ist.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5638\" title=\"dandelionsnow_grandscheme_27051929\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/dandelionsnow_grandscheme_27051929.jpg\" alt=\"dandelionsnow_grandscheme_27051929\" width=\"120\" height=\"120\" \/>Mit einer weiteren einpeitschenden  Liedermacher-Breitseite fahren wir fort. <strong>Dandelion Snow<\/strong> macht sich mit Chris #2 von Anti-Flag  hinterm Mischpult auf, zehn schmissige Protest-Songs aus den Saiten zu pressen.  Dazu gesellen sich ein paar echte Herzschmerz-Hymnen, die sich so mancher ungl\u00fccklich Verliebte demn\u00e4chst auf den Oberwarm t\u00e4towieren lassen  d\u00fcrfte, um sein Seelenpein mit der Welt da drau\u00dfen zu teilen. \u201eThe Grand Scheme Of  Things\u201c strahlt eine widerborstige Herzensw\u00e4rme aus, dass man sich mit einem  Wattebausch am K\u00f6rper in den n\u00e4chsten Dornenstrauch hechten m\u00f6chte. Wer beim Sound  von Frank Turner und Konsorten ins Schw\u00e4rmen ger\u00e4t, sollte Dandelion Snow  unbedingt mal anchecken. Da schlummert ein echter Hingucker im Dickicht der Liedermacher-Szene.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5639\" title=\"embryo\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/embryo.jpg\" alt=\"embryo\" width=\"460\" height=\"412\" \/>Alle, die in den 70ern noch nicht in hiesigen  Gefilden hausten, sollten sich mit <strong>Embryo<\/strong> ein St\u00fcck Zeitgeschichte nach Hause holen. Auf \u201e40\u201c finden sich, verteilt  auf zwei Silberlingen und ausgestattet mit einem \u00fcppigen Booklet, das die  Bandgeschichte liebevoll umreist, 28 selten zu findende Tracks der Krautrock-Legenden,  von denen Miles Davis bis Franz Ferdinand nur in den h\u00f6chsten T\u00f6nen  sprechen. Das Kamel auf dem Frontcover gibt die Richtung vor. Zu diesem Sound f\u00fchlt  man sich in eine \u201eTiger von Eschnapur\u201c-Szenerie versetzt und von fliegenden  Teppichen umringt, die nur darauf warten, einen in h\u00f6chste H\u00f6hen empor zu hieven.  Der Einfluss dieser Band auf alles von BritPop-Gesellen a la Kula Shaker bis  hin zu zahlreichen Jazzlegenden k\u00f6nnte gr\u00f6\u00dfer gar nicht sein. Die Tracks, die  in unterschiedlichen Schaffensphasen der letzten 40(!) Jahre<span> <\/span>entstanden sind, machen deutlich, dass sich Embryo Zeit ihres Lebens der Lust am Experimentieren verschrieben haben.  Die orientalischen Anleihen bilden zwar eine gewisse Konstante im Sound der  Band, verkommen aber nie zum blo\u00dfen Klischee, stattdessen bilden sie einen Ausgangspunkt f\u00fcr die musikalischen Schlangenbeschw\u00f6rer in abgefahrene Soundgefilde abzudriften. Deshalb gilt es auch in diesem Zusammenhang  keine weiteren Worte mehr zu verlieren, den Sound von Embryo muss man erleben \u2013  man muss ihn f\u00fchlen, atmen, aufsaugen. Dann \u00f6ffnet er einem ein Tor in eine  andere Welt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5640\" title=\"rebeatles-project\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/rebeatles-project.jpg\" alt=\"rebeatles-project\" width=\"160\" height=\"159\" \/>Das <strong>ReBeatles Project<\/strong> hat sich derweil entschlossen, auf \u201eGet Back!\u201c Gassenhauer von Pink  (\u201eGet The Party Started\u201c), den Beastie Boys (\u201eFight For Your Right\u201c) und Lady Gaga (\u201ePoker Face\u201c) in ein schickes 60er Jahre-Outfit zu pressen. Das  funktioniert nicht immer so vorz\u00fcglich, wie bei der Stadionhymne \u201eThree Lions\u201c, sorgt  aber \u00fcber die volle L\u00e4nge f\u00fcr ein Schmunzeln auf den Lippen des H\u00f6rers, weil sich  ein charmanter Chorgesang nach dem anderen vor einem aufbaut, dem man sich  nur ungern verschlie\u00dfen mag. Vielleicht sollte man den vier Beatles-Fanatikern aber  auch noch ein bisschen Zeit zur Entwicklung geben. Oder die Scheibe einfach  auf der n\u00e4chsten Party in voller Lautst\u00e4rke abspielen. Die verliebten Blicke der Anwesenden werden einem reihenweise zufallen, bevor dann alle beschwipst  die Melodien intonieren. \u201eDo You Feel My Heart Beaaaaaaaaaaaat(l)ing?\u201c<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5641\" title=\"kelis\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/kelis.jpg\" alt=\"kelis\" width=\"304\" height=\"304\" \/><strong>Kelis<\/strong> hat sich derweil entschlossen einen schmissigen 9-Acter rauszuhauen und suhlt  sich vollends in synthetischen Schaumb\u00e4dern. Was anfangs ein bisschen  gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig anmutet, entfalten mit zunehmender Dauer einen kurzweiligen Charme, so  dass man den \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen Marke Ke$ha und Konsorten nahelegen m\u00f6chte,  hier nachzuh\u00f6ren, wie man effektvoll rumballert, ohne ins Plakative  abzudriften. Den Mumm muss man erst mal haben, an so einem entscheidenden Punkt der  Karriere ein so kompromissloses Disco-Teil rauszuhauen. \u201eFleshtone\u201c imponiert mit  seiner Tron-\u00c4sthetik, zu der man sich nur zu gerne in ein virtuelles Spiel fl\u00fcchten w\u00fcrde, um  in bester Rollerball-Manier die Krone an sich zu reisen.<span> <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5642\" title=\"boohgaloo\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/boohgaloo.jpg\" alt=\"boohgaloo\" width=\"250\" height=\"225\" \/>Wer mal wieder eine herzhafte Bassline um die Ohren  gehauen bekommen m\u00f6chte, der sollte sich an das gleichnamige Album von <strong>Boohgaloo  Zoo <\/strong>halten. Nach einer chilligen Streicheleinheit vom \u201eIntro\u201c wird der (Nu)Disco gefr\u00f6nt und gefunkt, als wolle man gerade das Sonnwendfeuer entz\u00fcnden. Der Funk und die stampfenden HipHop-Beats stehen auf dem  Album von K\u00b4Bonus und U-Gene aus Belgien und Holland im Mittelpunkt und man kommt  nicht umhin, sich mit den Nackenmuskeln entspannt ein zu grooven, wenn \u201eFound  It\u201c und \u201eWatch It\u201c ihre Porno-\u00c4sthetik entfalten.<span> <\/span>Alles in allem ist die Scheibe mit neun Songs zwar etwas zu kurz geraten, so dr\u00fcckt man aber am Ende aber nur umso bereitwilliger die  Repeat-Taste, um sich in diesen charmanten Funkasien zu verlieren.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5643\" title=\"lorn-nothing_else\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/lorn-nothing_else-300x300.jpg\" alt=\"lorn-nothing_else\" width=\"300\" height=\"300\" \/>Elektronisches Futter aus dem Hause Ninja Tune  erwartet uns hinterher, wenn <strong>Lorn<\/strong> ihre Effektger\u00e4te hochfahren. Das Deb\u00fctalbum des Acts mutet an, als h\u00e4tten  Flying Lotus begonnen den Soundtrack zu Tetris einzuspielen. Zwischen den  Ganzen Blubberblasen und treibenden Beats entfalten sich charmante Melodien im Grenzgebiet von Ratatat und Daft Punk. Die kurze Laufzeit der Tracks von  um die drei Minuten sorgt zudem daf\u00fcr, dass bis zum Ende hin keine Langeweile aufkommt. Wer mal wieder in aggressiv-aufgeh\u00fcbschten Elektro-Welten der  Marke Crystal Method eintauchen m\u00f6chte, sollte sich \u201eNothing Else\u201c unbedingt  auf den Plattenteller legen. Es lohnt sich. Und wir sind raus f\u00fcr heute. Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.\u00a0 <span><br \/>\n<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man hatte ja schon gar nicht mehr damit gerechnet, dass die alterw\u00fcrdigen Far sich noch mal reformieren w\u00fcrden, um ein neues Album einzuspielen. 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