{"id":5825,"date":"2010-08-03T21:01:16","date_gmt":"2010-08-03T20:01:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=5825"},"modified":"2010-08-03T21:02:39","modified_gmt":"2010-08-03T20:02:39","slug":"zuckerbeat-vol-154-nichts-als-gespenster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=5825","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat vol. (1)54 &#8211; nichts als gespenster"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5826\" title=\"gisbert\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/gisbert-300x300.jpg\" alt=\"gisbert\" width=\"250\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/gisbert-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/gisbert-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/gisbert.jpg 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/>Wer <strong>Gisbert zu Knyphausen<\/strong> noch nicht kennt, der sollte sich sputen, um ihn noch mal im intimeren Rahmen erleben zu d\u00fcrfen. Seine sp\u00e4rlich instrumentierten Songs sind zwar nicht unbedingt auf die gro\u00dfen Hallen zugeschnitten, werden aber zwangsl\u00e4ufig in den n\u00e4chsten Jahren dort gesungen werden, weil ihm textlich derzeit kaum einer etwas vormacht.\u00a0Der oft bem\u00fchte Vergleich zu Reinhard Mey ist sicher nahe liegend, aber die unwirsche Art des K\u00fcnstlers, der einen akustischen Track, wie \u201eHey\u201c <span style=\"color: #262626;\"><!--more--><\/span>nach zwei Minuten in einen haarstr\u00e4ubenden Trommelwirbel flutschen l\u00e4sst, erinnert eher an das aktuelle Album von Kettcar, die sich ja auch ordentlich verroht haben in Sachen Sound. Nat\u00fcrlich ist \u201eHurra! Hurra! So nicht\u201c trotz allem ein Album zum Liebhaben. Insgesamt h\u00e4tte vielleicht hin und wieder die Unterst\u00fctzung einer Band nicht geschadet, vielleicht wollte da aber auch jemand ganz bewusst seine Message in den Vordergrund stellen. Seine Songs n\u00e4mlich sind wie geschaffen, um am Lagerfeuer f\u00fcr lange Gesichter zu sorgen. Nachdenklich geht\u2019s da zu. Dieses Album ist ein Stinkefinger in Richtung der Konsens-Pop-Industrie. Denn \u201ein diesem Kopf ist kein Platz mehr, f\u00fcr all euren M\u00fcll\u201c.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5828\" title=\"generation-a1\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/generation-a1.jpg\" alt=\"generation-a1\" width=\"460\" height=\"460\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/generation-a1.jpg 500w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/generation-a1-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/generation-a1-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/>Womit wir uns mal wieder der schreibenden Zunft zuwenden. <strong>Douglas Coupland<\/strong> hat endlich eine Fortsetzung zu seinem besten Buch geschrieben. \u201eGeneration A\u201c ist am Start und der erste Satz des Buches gibt die Richtung vor: \u201eWie k\u00f6nnen wir Leben und uns nicht \u00fcber die Geschichten wundern, aus denen wir uns diese unsere Welt stricken?\u201c Ja, wie eigentlich? Eine gute Frage, die hier gestellt wird und fortan mit spannenden Storys aus dem Leben untermauert wird. Was passiert, wenn wir Menschen verlernen, wie es ist, miteinander in Kontakt zu treten. Was, wenn wir uns in der Einsamkeit des Digitalen eine neue Welt errichten und uns damit all unserer Bed\u00fcrfnisse nach Zwischenmenschlichkeit entledigen. Was, wenn man eben jene Menschen auf einer einsamen Insel versammelt und sie gegenseitig ihre Geschichten erz\u00e4hlen l\u00e4sst? Eine spannende Frage, deren Kl\u00e4rung sich dieser Roman annimmt, der nur so strotzt vor Lebensweisheiten und Provokationen, die uns unser eigenes Dasein, vor allem aber unseren Lebensstil hinterfragen lassen. Ein intelligenter Roman, der sich wie in einem Rausch durchschm\u00f6kern l\u00e4sst.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5829\" title=\"headman1923\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/headman1923.jpg\" alt=\"headman1923\" width=\"200\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/headman1923.jpg 200w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/headman1923-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>Und wie bitte, du kennst den <strong>Headman<\/strong> noch nicht? Einen der renommiertesten Plattendreher der Neuzeit, der sich in einer gerechten Welt auf den Thron neben Fatboy Slim platzieren d\u00fcrfte. Die Sache mit dem durchschlagenden Erfolg allerdings l\u00e4sst hierzulande weiter auf sich warten, dabei hat sein neues Album \u201e1923\u201c wieder alles, wonach eine gute Elektro-Party lechzt. Punk-Anleihen, Wave-Smasher und Elektro-Gewalze. Sogar Yello-S\u00e4nger Dieter Meier gibt sich ein Stelldichein und klingt so taufrischer, wie lange nicht mehr. Bleibt also zu hoffen, dass auch hierzulande endlich alle Chemical Brothers bis Daft Punk-Fans auf diesen Kerl hier aufmerksam werden. Verdient h\u00e4tte er es, und der Backkatalog wartet auch schon lange auf eine l\u00e4ngst verdiente Wiederver\u00f6ffentlichung.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5830\" title=\"summer-of-the-200x200\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/summer-of-the-200x200.jpg\" alt=\"summer-of-the-200x200\" width=\"200\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/summer-of-the-200x200.jpg 200w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/summer-of-the-200x200-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>Im Kulturfernsehen, genauer gesagt auf \u201earte\u201c begibt man sich seit geraumer Zeit in den Sommermonaten auf musikalische Zeitreise und weil diesmal die 60er dran sind, hat man unter dem Banner \u201e<strong>Summer Of The 60\u00b4s<\/strong>\u201c eine illustre 3-Cd-Box zusammengestellt, die alles versammelt, was damals f\u00fcr Furore in den einschl\u00e4gigen Tanzlokalen sorgte. So kehren wir mit den Animals noch mal in das \u201eHouse Of The Rising Sun\u201c ein, oder schwelgen in kalifornischen Tr\u00e4umereien mit den Mamas und den Papas. F\u00fcr weitere Knalleffekte sorgt die Wallace Collection, deren \u201eDaydream\u201c man gef\u00fchlte Jahrzehnte nicht mehr geh\u00f6rt hat, das aber immer noch einen psychedelischen Charme verspr\u00fcht. Ansonsten reisen wir mit Scott MacKenzie nach \u201eSan Francisco\u201c und suhlen uns mit den Beach Boys in \u201eGood Vibrations\u201c. Rei\u00dft euch die Klamotten vom Leib und bedeckt eure H\u00e4upter mit Bl\u00fcmchen. Die gro\u00dfe Love, Peace &amp; Harmony-Party kann beginnen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5831\" title=\"kad\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/kad.jpg\" alt=\"kad\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Der Jazz-Popper <strong>KAD <\/strong>l\u00e4sst es derweil sehr gem\u00e4chlich angehen. Sein neues Album \u201eLettre A Marianne\u201c ist wie geschaffen, um eine charmante Lounge-Atmosph\u00e4re in der eigenen Wohnung zu generieren. Zu dieser Musik m\u00f6chte man \u00fcber Blumewiesen flitzen und auf Parkb\u00e4nken tanzen. Pusteblumen in die Luft blasen und mit der Liebsten Purzelb\u00e4ume schlagen. Der Sound von KAD f\u00e4ngt einen auf mit all seinen Melodien man kommt nicht umhin, schon nach wenigen Minuten mit den Fingerspitzen Pantomime im Antlitz der Sommersonne zu spielen, wenn himmelhochjauchzende Chansons und Eckkneipen-Gassenhauer, wie der gleichnamige Titelsong einen mit ihrer romantischen Attit\u00fcde einlullen oder schmissige Stra\u00dfenmusikanten-Melodien einem ein s\u00fc\u00dfes L\u00e4cheln zuwerfen. Genau so klingt interessante Liedermacher-Mucke. Ein verspieltes, unglaublich detail-verliebtes Werk.<span> <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5832\" title=\"bookashade_more_cover\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/bookashade_more_cover.jpg\" alt=\"bookashade_more_cover\" width=\"460\" height=\"460\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/bookashade_more_cover.jpg 821w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/bookashade_more_cover-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/bookashade_more_cover-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><strong>Booka Shade<\/strong> haben auf ihrem neuen Album inzwischen vollends den Sprung zum Pop-Act vollzogen ohne dabei ihre technoiden Wurzeln au\u00dfer Acht zu lassen. Wer sich im Grenzgebiet von Hot Chips aktuellem Werk und Massive Attacks Gesamtkollektion pudelwohl f\u00fchlt, der sollte sich \u201eMore!\u201c unbedingt ins Regal stellen. Die Scheibe ist zwar schon ein halbes Jahr lang drau\u00dfen, trotzdem offenbart sie einem mit jedem weiteren Durchlauf neue Facetten ihres lebendigen Klangkosmos. Sogar Michi Beck konnten die Jungs von sich \u00fcberzeugen und ihn zu einem illustren Stelldichein im Studio bewegen (\u201eDas letzte Mal\u201c), das diesem elektronischen Manifest die Krone aufsetzt und sich noch dazu in ver\u00e4ndereter Form auch auf der aktuellen Fanta 4-Scheibe wieder findet. Alles in allem l\u00e4sst dieses Elektro-Sammelsurium keine W\u00fcnsche offen und die beiden Gastauftritte von Chelonis R. Jones und Yello sorgen f\u00fcr die n\u00f6tige Abwechslung. Am Ende ist \u201eMore!\u201c sicher nicht nur f\u00fcr Elektro-Fans interessant.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5833\" title=\"this-is-arrival\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/this-is-arrival-212x300.jpg\" alt=\"this-is-arrival\" width=\"138\" height=\"196\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/this-is-arrival-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/this-is-arrival.jpg 425w\" sizes=\"auto, (max-width: 138px) 100vw, 138px\" \/>Hinterher etwas Sommersprossen-Pop gef\u00e4llig? Dann h\u00f6rt doch mal in das neue Album von <strong>This Is The Arrival <\/strong>rein. Die M\u00fcnchner Jungs k\u00f6nnten nach einer Geschlechtsumwandlung die deutschen Seelenschwestern von The Click Five sein. Ihr gleichnamiges Album strotzt nur so vor schmissigen Emo-Pop-Hymnen im Grenzgebiet von Fall Out Boy und Two Door Cinema Club. Schon nach wenigen Sekunden ist man unwiderruflich am mitwippen. Die Fingerspitzen beginnen Tango zu tanzen. Alles ist am Feiern und sch\u00f6ne Erinnerungen an goldene Pirate-Radio-Tage werden wach.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5834\" title=\"yo-tambien\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/yo-tambien-300x270.jpg\" alt=\"yo-tambien\" width=\"300\" height=\"270\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/yo-tambien-300x270.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/yo-tambien.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Auf dem Soundtrack zum Streifen \u201e<strong>Yo, Tambi\u00e9n (Me Too)<\/strong>\u201c finden sich derweil zahllose Pop-Perlen und Instrumental-Eskapaden von den Indie-Haudegen The School bis Guille Milkyway, der uns mit seinen zahllosen Piano-Eskapaden reichlich Honig ums Maul schmiert. L\u00e4sst sich gut durchh\u00f6ren, diese Mixtur aus klassischen Stelldicheins, spanischen Engtanz-Hymnen und zuckers\u00fc\u00dfem Pop. Wer sich mal wieder eine Auszeit g\u00f6nnen m\u00f6chte, sollte sich von diesen gelungenen Filmkl\u00e4ngen auf Entdeckungsreise schicken lassen. Also schweift doch mal wieder durch eure Tagtr\u00e4ume. Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer Gisbert zu Knyphausen noch nicht kennt, der sollte sich sputen, um ihn noch mal im intimeren Rahmen erleben zu d\u00fcrfen. 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