{"id":6061,"date":"2010-10-01T08:28:54","date_gmt":"2010-10-01T07:28:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=6061"},"modified":"2010-10-01T08:30:32","modified_gmt":"2010-10-01T07:30:32","slug":"zuckerbeat-vol-167-licht-test","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=6061","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat vol. (1)67 &#8211; licht \/ test"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6062\" title=\"lydia_daher_mit_band-cover\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/lydia_daher_mit_band-cover.jpg\" alt=\"lydia_daher_mit_band-cover\" width=\"250\" height=\"225\" \/>Die Poetry Slammerin und Teilzeit-Liedermacherin <strong>Lydia Daher<\/strong> ist zur\u00fcck und hat mitsamt eigener Band ein neues Album am Start, das keine W\u00fcnsche offen l\u00e4sst. \u201eFl\u00fcchtige B\u00fcrger\u201c klingt weniger zerrissen als der gefeierte Vorg\u00e4nger, macht aber nichts, weil die K\u00fcnstlerin deshalb noch lange nicht in Quotenpop-Gefilde abdriftet. Lydia Daher gelingt es, ihre Gedichte in Pop-Format zu \u00fcberf\u00fchren, sie schreibt Zeilen, wie \u201eUnd es kommt die Nacht \/ wo alles zu Ende geht \/ und es kommt der Tag \/ wo wieder alles beginnt \/ wenn \u00fcber irgendeinem H\u00fcgel die Sonne aufgeht \/ und einer draufsteht und Dir winkt\u201c<span style=\"color: #262626;\"><!--more--><\/span>, bei denen man meint, dass sie jeden Moment in Richtung Klischeehaftigkeit abdriften, die dann aber durch einen Wink am Schluss immer wieder die Kurve kriegen. Poesie im Songformat. Wer drauf steht, sollte unbedingt zugreifen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6063\" title=\"revolution-disco\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/revolution-disco.jpg\" alt=\"revolution-disco\" width=\"300\" height=\"267\" \/>Wladimir Kaminer versammelt derweil eine illustre Riege an musikalischen Widerstandsk\u00e4mpfern gegen den poppigen Einheitsbrei, der allerorts auf uns nieder prasselt. \u201e<strong>Revolution Disco<\/strong>\u201c ist best\u00fcckt mit revolution\u00e4ren Balkan-Tracks von Bandista bis Rotfront. Dazwischen d\u00fcrfen auch mal Attwenger und Babylon Circus eine Runde auf dem Protest-Podest drehen, um sich nach getaner Arbeit in die ausgestreckten H\u00e4nde der feiernden Fans plumpsen zu lassen. Hier trifft Warschau auf San Francisco und alle br\u00fcllen Disco. Am Ende hilft da nur noch eins. Regler rauf, Wodkaflasche raus und ab auf die Stra\u00dfe. Einfach mal die Nacht zum Tag machen. Durchdrehen. Abfeiern. \u201eRevolution Disco\u201c ist ein Fest f\u00fcr die Sinne.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6064\" title=\"ralf-hussman\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/ralf-hussman.jpg\" alt=\"ralf-hussman\" width=\"180\" height=\"283\" \/>&#8222;Vorsicht vor Leuten&#8220; proklamiert <strong>Ralf Husmann <\/strong>derweil in seinem aktuellen Roman und erz\u00e4hlt uns eine tragisch-komische Geschichte \u00fcber einen gewissen Lorenz Brahmkamp &#8211; einem nimmerm\u00fcden Verlierer-Typen, der sich allerdings nicht so recht mit seinem Schicksal arrangieren m\u00f6chte. Es geht in dem Buch kurz gesagt darum: was tun, wenn das Leben dich fickt und du einfach nicht zum durchv\u00f6geln geboren bist? Was tun, wenn man auf Trennung nicht anders reagieren kann, als die ehemals Angebetete mit Drohgeb\u00e4rden zu bedenken. Husmann sucht mit seinem Roman das &#8222;Lustige im Erb\u00e4rmlichen&#8220;. Es gelingt dem Autor von \u00bbStromberg\u00ab und \u00bbDr. Psycho\u00ab dabei ausgesprochen gut, auf dem schmalen Drahtseil zwischen Witz und Dramatik zu balancieren, ohne abzust\u00fcrzen. Au\u00dferdem wei\u00df man ja sowieso erst hinterher, wie viel einem das Vorher im Nachhinein wert gewesen ist. Wer verstehen m\u00f6chte, was das hei\u00dft, soll dieses Buch lesen. Dann erf\u00e4hrt er, wie viel Spa\u00df es macht am Saubermann-Image des erfolgreichen, fitten, beliebten und sexuell ausgelasteten Typen von Gegen\u00fcber zu kratzen. Das tut Lorenz n\u00e4mlich. Wie es ausgeht? Am Besten selbst herausfinden. Das lohnt sich.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-6065\" title=\"franhealywreckorder\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/franhealywreckorder-300x300.jpg\" alt=\"franhealywreckorder\" width=\"258\" height=\"258\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/franhealywreckorder-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/franhealywreckorder-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/franhealywreckorder.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/><strong>Fran Healy<\/strong> und seine Band Travis machen ja heutzutage vor allem diejenigen nostalgisch, die sich Ende der 90er zum Rumknutschen in der \u00f6rtlichen Indie-Disco verabredeten. Nun hat sich Healy dazu entschlossen, eine Auszeit zu nehmen. Einfach mal weg von den Jungs. Frei sein und machen was man m\u00f6chte. Kurz gesagt: einen artistischen Break hinlegen. Das Ergebnis h\u00f6rt auf den Namen \u201eWreckorder\u201c und ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Solo-Album. Healy hat sich dazu entschlossen beinahe alle Instrumente selbst einzuspielen und scheint vorab noch von einer Muse gek\u00fcsst worden zu sein. Was die letzten Alben von Travis bereits andeuteten, l\u00f6st \u201eWreckorder\u201c ein. Healy schnappt sich niemand Geringeren als Paul McCartney und Sam Dixon, der bereits bei Duffy Hand anlegte, und schreibt ein Album, dass trotz aller Melancholie immer ein Augenzwinkern zwischen den Zeilen versteckt. Alles in allem: vor allem f\u00fcr nostalgische Brit-Popper interessant.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-6066\" title=\"ebotaylorsmall\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/ebotaylorsmall-300x300.jpg\" alt=\"ebotaylorsmall\" width=\"215\" height=\"215\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/ebotaylorsmall-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/ebotaylorsmall-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/ebotaylorsmall.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 215px) 100vw, 215px\" \/><strong>Ebo Taylor<\/strong> aus Ghana haut uns derweil seinen Standpunkt zum Thema Afro-Beat und Jazz-Funk um die Ohren und es macht Spa\u00df, sich in den acht Tunes von \u201eLove And Death\u201c zu verlieren, weil das alles so herzlich groovt, dass man sich schon nach wenigen Minuten aufs Sofa flaggt. Zur Unterst\u00fctzung hat sich der renommierte K\u00fcnstler eine Funk-Crew aus Germany ins Bot geholt, die immer wieder improvisierte Solos einstreut. Alles in allem ein imposanter Rundumschlag eines Mannes, der schon Usher und Ludacris Beats zur Verf\u00fcgung stellte, um deren Chart-Hits aufzupumpen. Nach dem Genuss dieses Tontr\u00e4gers muss ich sagen: Ich bleibe dann gleich beim Original.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6067\" title=\"ashley\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/ashley.jpg\" alt=\"ashley\" width=\"153\" height=\"153\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/ashley.jpg 174w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/ashley-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 153px) 100vw, 153px\" \/><strong>Ashley Hicklin <\/strong>d\u00fcrfte derweil den Besuchern der letzten Tour von \u201eIch + Ich\u201c ein Begriff sein. Da stand er n\u00e4mlich als Support auf der B\u00fchne. Leider schafft es das britische Multi-Talent auf seinem aktuellen Album \u201eParrysland\u201c nicht sich von dem gleichf\u00f6rmigen Pop-Geschunkel im Formatradio abzuheben. Da hilft auch kein Hochglanz-Cover mit Fernsehsender-Logo. Schade eigentlich, wenn man bedenkt, dass Hicklin schon im Umfeld von renommierten Acts wie Skunk Anansie oder Amy Winehouse gesichtet wurde. Seinem Soloalbum fehlt am Ende leider der letzte Pfiff, der ihn als K\u00fcnstler in die erste Reihe pusht.<span> <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6068\" title=\"marnie-stern-cover-art\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/marnie-stern-cover-art.jpg\" alt=\"marnie-stern-cover-art\" width=\"462\" height=\"462\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/marnie-stern-cover-art.jpg 600w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/marnie-stern-cover-art-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/marnie-stern-cover-art-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 462px) 100vw, 462px\" \/>Marnie Stern <\/strong>l\u00e4sst dem H\u00f6rer derweil nicht viel Zeit, sich in ihrer Musik zu Recht zu finden. Von der ersten Sekunde an dr\u00fcckt ihr gleichnamiges, drittes Album gnadenlos auf die Tube und kriegt trotzdem die Kurve in Richtung H\u00f6rerherzen. Selten klangen verzerrte Gitarren so schr\u00e4g, wie auf diesen zehn Tracks, so dass selbst Hendrix-Anh\u00e4nger auf Knien Richtung Konzertb\u00fchne robben, um sich f\u00fcr dieses inspirierende Gitarren-Gewitter erkenntlich zu zeigen. Wer mal wieder gute Rocksongs h\u00f6ren m\u00f6chte, die sich jeglichen Klischees verschlie\u00dfen, sollte sich dieses Pulverfass von Album unbedingt ins Regal stellen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6069\" title=\"the_big_pink_tapes\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/the_big_pink_tapes.jpg\" alt=\"the_big_pink_tapes\" width=\"250\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/the_big_pink_tapes.jpg 250w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/the_big_pink_tapes-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/>Milo Cordell von <strong>The Big Pink<\/strong> macht derweil das, was er am Liebsten macht und ver\u00f6ffentlicht im Rahmen der \u201eTapes\u201c-Reihe aus dem Hause \u201e!K7\u201c ein Mixtape seiner selbst. Nach dem perfekten Tape sucht der warte Herr schon seit Kindheitstagen und es gelingt ihm ein Sammelsurium an interessantes Acts zu versammeln, von denen man nur die wenigsten vorab auf dem Schirm hatte. Gang Gang Dance, jj und The xx sorgen zwischenzeitlich zwar daf\u00fcr, dass sich auch der eine oder andere Aha-Effekt einstellt, aber sonst macht es einfach nur derbe viel Spa\u00df, den Musiker dabei zu beobachten, wie er hier eine illustre Riege an Elektronikern mit der Gitarrenhalsfraktion konfrontiert. Also dann. Wir lesen uns. Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Poetry Slammerin und Teilzeit-Liedermacherin Lydia Daher ist zur\u00fcck und hat mitsamt eigener Band ein neues Album am Start, das keine W\u00fcnsche offen l\u00e4sst. \u201eFl\u00fcchtige B\u00fcrger\u201c klingt weniger zerrissen als der gefeierte Vorg\u00e4nger, macht aber nichts, weil die K\u00fcnstlerin deshalb noch lange nicht in Quotenpop-Gefilde abdriftet. 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