{"id":6328,"date":"2010-11-05T09:15:41","date_gmt":"2010-11-05T08:15:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=6328"},"modified":"2010-11-05T09:15:41","modified_gmt":"2010-11-05T08:15:41","slug":"zuckerbeat-vol-176-rave-on-sad-songs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=6328","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat vol. (1)76 &#8211; rave on sad songs"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6320\" title=\"jami\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/jami.jpg\" alt=\"jami\" width=\"250\" height=\"248\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/jami.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/jami-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/>Mit <strong>Jamiroquai<\/strong> bin ich nie so richtig warm geworden. Der klang f\u00fcr mich immer nach einer poppigen Variante von Prince. Nach zwei Durchlaufen hatten sich die meisten Songs f\u00fcr mich erledigt. Da konnte man zwar gut zu tanzen, aber zuhaue im Wohnzimmer, klangen viele Tracks einfach nicht langlebig genug. Nun erscheint sein neues Album \u201eRock Dust Light Star\u201c und ich muss zugeben, ich bin verbl\u00fcfft. Auf den ersten Blick fehlen n\u00e4mlich nicht nur die ganz gro\u00dfen Hits (die Single \u201eWhite Knuckle Ride\u201c jetzt mal ausgenommen)<span style=\"color: #262626;\"><!--more--><\/span>, die Scheibe hat daf\u00fcr aber allerhand Soundscapes der Marke \u201eSmoke &amp; Mirrors\u201c im Gep\u00e4ck, die zwar \u00e4u\u00dferst glatt produziert sind, die aber dennoch mit jedem weiteren Durchlauf den Kollegen von Chromeo vor Augen f\u00fchren, wie man den sexuellen Aspekt dieser Musik nicht ganz so plakativ nach au\u00dfen kehrt. Vielleicht, lieber Jay Kay, werden wir ja doch noch warm miteinander. Ich muss mir demn\u00e4chst mal ein paar olle Alben von dir zu Gem\u00fcte f\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-large wp-image-6322\" title=\"marc-degens\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/marc-degens-692x1024.jpg\" alt=\"marc-degens\" width=\"463\" height=\"686\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/marc-degens-692x1024.jpg 692w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/marc-degens-202x300.jpg 202w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/marc-degens.jpg 1402w\" sizes=\"auto, (max-width: 463px) 100vw, 463px\" \/><strong>Marc Degens<\/strong> von der \u201eFrankfurter Allgemeinen\u201c<span> <\/span>und Programmleider des SuKuLTuR Verlags beschenkt uns in seinem popkulturellen Rundumschlag, genannt \u201eUnsere Popmoderne\u201c, mit zahlreichen Ausschnitten aus B\u00fcchern (und das ist der Clou!), die es eigentlich gar nicht gibt. Soll hei\u00dfen: Alles in diesem Blatt ist erstunken und erlogen. Was jetzt aber nicht hei\u00dft, dass die Geschichten nicht hinrei\u00dfend w\u00e4ren. Jedenfalls f\u00fchrt seine Kolumne dazu, dass auch andere Redaktionen die B\u00fccher besprechen wollten, die es eigentlich gar nicht gibt. Das nennt man dann wohl \u201eVerarsche auf h\u00f6chstem Niveau\u201c. Die Texte wiederum umkreisen Themen im Grenzgebiet von Demos, Stalin und den sieben Zwergen. Mal reserviert, mal distanzlos, balanciert Degens auf dem Drahtseil und fachsimpelt mir gebotenen Ernst \u00fcber das breite Feld der literarischen Nichtigkeiten, pardon M\u00f6glichkeiten. Seine Textsammlung wirft die bange Frage auf: Wer braucht das? Und wenn wir das nicht brauchen, was brauchen wir? Wor\u00fcber lohnt es sich in Sachen \u201ePopkultur\u201c noch nachzudenken? Was ist Pop \u00fcberhaupt? Degens bleibt die Antwort in \u201eUnsere Popmoderne\u201c schuldig. Macht aber deutlich, dass es vor allem an uns liegt, den Dingen einen Sinn zukommen zu lassen. Ansonsten n\u00e4mlich ist da\u2026 Nichts. (Und Janne Teller l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen).<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6323\" title=\"bob-dylan\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/bob-dylan.jpg\" alt=\"bob-dylan\" width=\"463\" height=\"459\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/bob-dylan.jpg 500w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/bob-dylan-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/bob-dylan-300x297.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 463px) 100vw, 463px\" \/><strong>Bob Dylan<\/strong> ver\u00f6ffentlicht derweil kurz vor Weihnachten einen Rundumschlag seiner alten, in monotonem Klang eingespielten Gassenhauer der Marke \u201eBlowin\u00b4 In The Wind\u201c und \u201eLike A Rolling Stone\u201c. Soll hei\u00dfen, hier spricht lediglich eine Stimme zu dir und im Hintergrund zupft der Musiker an seinen Gitarrensaiten. Hin und wieder wird auch mal die Mundharmonika ausgepackt. Auf jedes weitere Tohuwabohu wird verzichtet und das braucht es auch gar nicht. \u201eThe Best Of The Original Mono Recordings\u201c f\u00fchrt zielsicher vor Augen, wie aus Dylan einer der Gr\u00f6\u00dften seiner Zunft wurde. Es sind n\u00e4mlich die Geschichten, die einen ber\u00fchren. Wer mal wieder so richtig nostalgisch werden m\u00f6chte, findet in diesen 15 Songskizzen den passenden Soundtrack dazu.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-6321\" title=\"good_charlotte_cardiology_1\" src=\"..\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/good_charlotte_cardiology_1-300x300.jpg\" alt=\"good_charlotte_cardiology_1\" width=\"285\" height=\"285\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/good_charlotte_cardiology_1-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/good_charlotte_cardiology_1-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/good_charlotte_cardiology_1.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 285px) 100vw, 285px\" \/><strong>Good Charlotte<\/strong> wiederum hatte ich eigentlich schon abgeheftet unter Pop Punk-Pin Up,  dessen Chancen auf Wiederauferstehung als nur relativ gering  einzusch\u00e4tzen sind. Nun aber haben sich die Jungs noch mal  zusammengerauft und mit \u201eCardiology\u201c ein \u00fcberraschend freches und vor  allem hittiges Album eingespielt. Hat man erstmal das einf\u00e4ltige \u201eIntro\u201c  und das plakative \u201eLet The Music Play\u201c hinter sich gelassen, hagelt es  Hits im Drei-Minuten-Takt. \u201eCounting The Days\u201c k\u00f6nnte sich mit seinen  Sing-A-Longs zum versp\u00e4teten Sommerhit des Jahres mausern und die  aktuelle Single \u201eLike It\u00b4s Her Birthday\u201c<span> <\/span>bietet Pop Punk  par excellence. Schon nach wenigen Sekunden rei\u00dft man sich die Wollm\u00fctze  vom Kopf und startet eine virtuelle Schneeballschlacht mit Herbstlaub  in den H\u00e4nden. Good Charlotte liefern mit diesem Album die \u201eGute  Laune-Scheibe\u201c des Herbstes. Melancholiker, ihr k\u00f6nnt mich mal.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6324\" title=\"zeus\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/zeus.jpg\" alt=\"zeus\" width=\"238\" height=\"238\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/zeus.jpg 340w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/zeus-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/zeus-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 238px) 100vw, 238px\" \/>Die Kollegen von <strong>Zeus<\/strong> schicken sich derweil an, ein illustres Pop-Gewitter auf das Haupt des H\u00f6rers hinab prasseln zu lassen. \u201eSay Us\u201c klingt, als h\u00e4tten sich die Beach Boys die Seelenverwandten von den Zombies geschnappt und w\u00e4ren mit ihnen auf eine Ranch von Bob Dylan gefahren. Keine Ahnung, wann man das letzte Mal einen solchen Reigen von klassischen Pop-Melodien mit 60s-Einschlag vor den Latz geknallt bekam. Keine Ahnung, wann einen das letzte Mal ein solcher Zuckerwatteberg mit Nostalgiegeschmack im Mund zerlaufen ist. Songs, wie \u201eHow Does It Feel\u201c oder \u201eFever Of The Time\u201c sind eine einzige Einladung zum Dauerkuscheln. Das perfekte Album, um den ollen Teddyb\u00e4ren auf der Bettkante mal wieder so richtig innig abzuschmusen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6325\" title=\"kt-tunstall-tiger-suit-official-album-cover1\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/kt-tunstall-tiger-suit-official-album-cover1.jpg\" alt=\"kt-tunstall-tiger-suit-official-album-cover1\" width=\"304\" height=\"304\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/kt-tunstall-tiger-suit-official-album-cover1.jpg 600w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/kt-tunstall-tiger-suit-official-album-cover1-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/kt-tunstall-tiger-suit-official-album-cover1-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 304px) 100vw, 304px\" \/><strong>KT Tunstall <\/strong>war mir derweil schon immer suspekt, irgendwie hatte ich die werte Dame in eine Ecke mit Avril Lavigne gestellt und deshalb auch davon abgesehen, \u00fcberhaupt mal der Musik zu lauschen. Nun aber flattert ihr aktuelles Album \u201eTiger Suit\u201c bei mir in den Postkasten und siehe da\u2026 es macht ganz sch\u00f6n Spa\u00df, der Tigerlady beim Rocken zuzuh\u00f6ren. Der Experimentier-Grad dieses klassischen Pop-Rock-Werks h\u00e4lt sich zwar in Grenzen, aber der Opener \u201eUummannaq Song\u201c und das treibende \u201eCome On, Get In\u201c laufen ziemlich gut rein. \u00dcber die volle L\u00e4nge fehlt \u201eTiger Suit\u201c vielleicht der Mut, auch mal in abseitige Gefilde abzudriften. Gut durchh\u00f6ren l\u00e4sst sich die Scheibe aber auf jeden Fall &#8211; auch wenn am Ende kein zweites \u201eSuddenly I See\u201c dabei raus springt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-6326\" title=\"falco-falco-3-477335\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/falco-falco-3-477335-300x297.jpg\" alt=\"falco-falco-3-477335\" width=\"236\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/falco-falco-3-477335-300x297.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/falco-falco-3-477335.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 236px) 100vw, 236px\" \/>Zum 25j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um hat sich <strong>Falco<\/strong>s Plattenfirma dazu entschlossen, sein bestes Werk noch mal neu zu ver\u00f6ffentlichen. Hat der K\u00fcnstler Zeit seines Lebens immer wieder diskussionsw\u00fcrdigen Stoff ver\u00f6ffentlicht, ist dieses Werk \u00fcber jeden Zweifel erhaben. Auf \u201eFalco 3\u201c ist alles drauf, was das Herz seiner Fans schneller pochen l\u00e4sst. \u201eJeanny\u201c, \u201eAmerica\u201c, \u201eRock Me Amadeus\u201c. Es regnet Hits im Drei-Minuten Takt. Interessant ist die Scheibe vor allem deshalb, weil sich neben ein paar \u201eExtended Versions\u201c auch eine wirklich gelungene \u201eKollaboration\u201c von Falco und Hurts darauf befindet &#8211; die Nostaligiker-Fraktion macht sich daran, den ollen Klassiker noch mal mit einer geh\u00f6rigen Portion 80s-Pop aufzublasen. Die G\u00e4nsehaut kommt dann von ganz alleine. Wer die Scheibe noch nicht sein eigen nennt, sollte die Chance nutzen und sich diese Neuauflage hier ins Regal stellen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-6327\" title=\"jasoncollett-ratatat\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/jasoncollett-ratatat-300x280.jpg\" alt=\"jasoncollett-ratatat\" width=\"213\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/jasoncollett-ratatat-300x280.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/jasoncollett-ratatat.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 213px) 100vw, 213px\" \/>Jason Collett<\/strong> von den Indie-Exoten Broken Social Scene hat sich auf seinem neuen Album derweil daran gemacht, den H\u00f6rer so richtig herzlich mit ein paar vertr\u00e4umten Pop-Melodien abzuholen. Hinterher folgt man ihm dann nur zu gerne, wenn er Indie-Hits mit l\u00e4rmigen Eskapaden aufh\u00fcbscht. Alles in allem kommt er mit \u201eRat A Tat Tat\u201c zwar nicht ganz an den famosen Letztling seiner Hauptband heran, aber Fans von ambitioniert gestrickten Pop-Songs, die hin und wieder an Bob Dylan erinnert werden m\u00f6chten, sollten sich dieses Album auf keinen Fall entgehen lassen. Womit wir dann auch schon wieder am Ende w\u00e4ren f\u00fcr heute. Also lasst es euch gut gehen. Wir lesen uns. Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Jamiroquai bin ich nie so richtig warm geworden. Der klang f\u00fcr mich immer nach einer poppigen Variante von Prince. Nach zwei Durchlaufen hatten sich die meisten Songs f\u00fcr mich erledigt. Da konnte man zwar gut zu tanzen, aber zuhaue im Wohnzimmer, klangen viele Tracks einfach nicht langlebig genug. 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