{"id":6714,"date":"2011-02-18T09:34:25","date_gmt":"2011-02-18T08:34:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=6714"},"modified":"2011-02-18T09:34:48","modified_gmt":"2011-02-18T08:34:48","slug":"zuckerbeat-vol-192-wolkenhunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=6714","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat vol. (1)92- wolkenhunde"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-6715\" title=\"doppel-d_b-aya-n_cover_web\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/doppel-d_b-aya-n_cover_web-300x300.jpg\" alt=\"doppel-d_b-aya-n_cover_web\" width=\"250\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/doppel-d_b-aya-n_cover_web-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/doppel-d_b-aya-n_cover_web-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/doppel-d_b-aya-n_cover_web.jpg 369w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/>Drei bayrischen Rapper sorgen in diesen Tagen daf\u00fcr, dass ich deutschen HipHop doch wieder ins Herz schlie\u00dfe. Alle, die auch heute noch denken, dass die alten Scheiben von Blumentopf, Eins Zwo und Konsorten zum Besten geh\u00f6ren, was in Sachen Rapmusik hierzulande entstanden ist, die sollten ihre Ohren spitzen und sich neben Summsemann und Umse auch den Namen <strong>Doppel D<\/strong> notieren. Die \u201eB-Aya-N\u201c machen auf ihrem gleichnamigen Album einen \u00e4u\u00dferst entspannten Eindruck und lassen alle Fans von Deichkinds \u201eBon Voyage\u201c auf Kopfnicker-Modus schalten. <span style=\"color: #262626;\"><!--more--><\/span>Das ganze Album ist so knackig und luftig produziert, dass man wie von selbst seine Birne in die Leerstellen schlagen m\u00f6chte, welche die Musik und Cuts von Konstantin Gramalla, Franz Liebl und Markus Hinkelmann hinterlassen. Inhaltlich lassen die die beiden erstgenannten ihren Gef\u00fchlen freien Lauf und scheuen sich auch nicht, Stieber Twins-m\u00e4\u00dfig die eigene Herkunft herauszukehren. Soll hei\u00dfen: Hier wird auf bayrisch gerappt, was dazu f\u00fchrt, dass allerhand charmante und auch neue Wortspiele dabei rumkommen. Der absolute \u00dcberhit ist sicherlich das gewitzte \u201eSchausd Guad Aus\u201c, das eigentlich alle Vorz\u00fcge der Jungs in einem Song vereint. Wer mal reinh\u00f6ren m\u00f6chte kann sich hier auch noch das dazugeh\u00f6rige Remix der Scheibe reinziehen. Mit freundlicher Unterst\u00fctzung von Roger Rekless &amp; Cajus (Blumentopf). Da geht einiges: <a href=\"http:\/\/doppeld.bandcamp.com\/album\/re-b-aya-n-album\">http:\/\/doppeld.bandcamp.com\/album\/re-b-aya-n-album<\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-6716\" title=\"rumer_seasons_of_my_soul_packshot_album\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/rumer_seasons_of_my_soul_packshot_album-300x300.jpg\" alt=\"rumer_seasons_of_my_soul_packshot_album\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/rumer_seasons_of_my_soul_packshot_album-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/rumer_seasons_of_my_soul_packshot_album-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/rumer_seasons_of_my_soul_packshot_album.jpg 453w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Die Liedermacherin <strong>Rumer<\/strong> wird derweil schon als gr\u00f6\u00dfte Nachwuchshoffnung aus Gro\u00dfbritannien gehandelt. Ihr aktuelles Album \u201eSeasons Of The Soul\u201c klingt so schrecklich melancholisch, dass alle, die nah am Wasser gebaut sind, daf\u00fcr sorgen sollten, dass ein gro\u00dfer Vorrat an Tempotaschent\u00fcchern bereit steht, um die Tr\u00e4nenfl\u00fcssigkeit abzufangen, bevor sie die Schminke versaut. Die K\u00fcnstlerin, die ihre Kindheit in Pakistan verbrachte, versteht es, Liebeslieder zu schreiben, die trotz aller Eing\u00e4ngigkeit nicht langweilig werden. Das Tempo wird nur sehr selten angezogen, macht aber nichts, weil sie es schafft, Zeilen der Marke \u201eI Got The Blues in Sprintgtime\u201c so zu intonieren, dass man ihr die ganze Sache tats\u00e4chlich abnimmt. Dieses Album klingt, als w\u00fcrde man jemandem dabei zuh\u00f6ren, wie er seinen Weltschmerz in Songs \u00fcberf\u00fchrt. Da braucht es keine gro\u00dfen Knalleffekte\u2026 hier stimmt das Gef\u00fchl.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-6717\" title=\"coconami\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/coconami-300x270.jpg\" alt=\"coconami\" width=\"262\" height=\"235\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/coconami-300x270.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/coconami.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 262px) 100vw, 262px\" \/>Einen charmanten Beitrag zur \u00dcberwindung von Grenzen und Barrieren fabrizieren derweil die beiden Wahl-M\u00fcnchner Miyaji und Nami. Mit ihrem Projekt <strong>Coconami<\/strong> bewegen sie sich im musikalischen Grenzgebiet von Japan und Deutschland und erinnern dabei ein wenig an Stereo Total, die \u00e4hnliches schon unter anderen kulturellen Vorraussetzungen versuchten. Mit Ukule und Karimba machen sie sich fortan auf, dem \u201eAnanas Man\u201c zu huldigen und von \u201eTagtr\u00e4umern\u201c zu phantasieren. Daneben wird unter anderem Slash und Liesl Karlstadt gehuldigt, deren Songs in sympathischer Weise zweitverwertet werden. Wer es gerne \u201ebesonders\u201c mag und auf Lo-fi-Pop steht, sollte sich \u201eEnsoku\u201c also auf keinen Fall entgehen lassen. Den H\u00f6rer erwartet ein herzliches, lebensbejahendes Album.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6718\" title=\"bored-man-overboard-rogue-l-abdjjs\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/bored-man-overboard-rogue-l-abdjjs.jpeg\" alt=\"bored-man-overboard-rogue-l-abdjjs\" width=\"463\" height=\"416\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/bored-man-overboard-rogue-l-abdjjs.jpeg 800w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/bored-man-overboard-rogue-l-abdjjs-300x270.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 463px) 100vw, 463px\" \/>Die Kollegen von <strong>Bored Man Overboard<\/strong> scheinen derweil den Sound von The National ins Schwedische \u00fcbersetzen zu wollen. Mit englischen Texten zwar, aber dennoch mit einer geh\u00f6rigen Portion Enthusiasmus s\u00e4useln sie sich durch dynamische Songs, die jedem Fan von The Arcade Fire auf der Stelle die Herzklappen \u00f6ffnen. \u201eRogue\u201c ist ein \u00fcppig arrangiertes Werk, das niemals unter seiner bombastischen Produktion zusammenzubrechen droht. Die Songs wirken niemals \u00fcberladen, stattdessen f\u00fchlt man sich in einen Rausch der Emotionen versetzt. In Sachen akustischen Folk hat man in diesem Winter nur wenig Vergleichbares vorgesetzt bekommen. Deshalb zuschlagen und genie\u00dfen. \u201e\u201cRogue\u201c ist Album, das aufr\u00fcttelt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6719\" title=\"chikinki-bitten-1917\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/chikinki-bitten-1917.jpg\" alt=\"chikinki-bitten-1917\" width=\"278\" height=\"278\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/chikinki-bitten-1917.jpg 600w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/chikinki-bitten-1917-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/chikinki-bitten-1917-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 278px) 100vw, 278px\" \/>Und wie lange haben wir darauf bitte warten m\u00fcssen. <strong>Chikinki<\/strong> sind zur\u00fcck. Und zugegeben, das zweite (bzw. eigentlich dritte) Album der Jungs war im Gegensatz zum wunderbaren \u201eLick Your Ticket\u201c, auf dem sie gekonnt vor Augen f\u00fchrten, wie man Elektro- und Indie-Pop miteinander verheiratet, so dass einen die Dynamik dieser Beziehung fast zerreist, das zweite Album also war vielleicht eine kleine Entt\u00e4uschung, weshalb ich nur umso freudestrahlender durch den Raum wandle, w\u00e4hrend mich der aktuelle Opener \u201eHarry\u00b4s Last Hurrah\u201c mit einem d\u00e4monisch-elektronischen Grinsen anblickt. Nach dem etwas eint\u00f6nigen, zweiten Werk scheinen die Jungs auf \u201eBitten\u201c wieder nach Luft zu schnappen, um nun alles und jeden umzupusten. Sp\u00e4testens, wenn \u201eCatch Up\u201c ert\u00f6nt, ist man verliebt. Es f\u00fchlt sich an, wie damals. Die Jungs zeigen wieder ihre Z\u00e4hne und bei\u00dfen sich an den H\u00e4lsen ihrer H\u00f6rer fest. Herzlich willkommen, Chikinki, zur\u00fcck in meinem Herz.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-6720\" title=\"hochtief\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/hochtief-300x273.jpg\" alt=\"hochtief\" width=\"300\" height=\"273\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/hochtief-300x273.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/hochtief.jpg 395w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Und es wurde ja auch Zeit, dass unser Lieblings-Emo-Label \u201eArctic Rodeo\u201c endlich mal eine Band aus hiesigen Gefilden ver\u00f6ffentlicht. <strong>Hoch\/Tief<\/strong> aus Stuttgart-Sillenbuch eignen sich schon deshalb ganz vortrefflich daf\u00fcr, weil sie es schaffen deutschsprachige Rockmusik zu schreiben, ohne dabei in peinliche Radioformat-Rock-Klischees zu verfallen. Stattdessen klingt gleich der Opener \u201eSchade, dass\u201c so herzergreifend aufmuckend, dass man das Gef\u00fchl hat, Selig h\u00e4tten pl\u00f6tzlich den W\u00fcstenrock f\u00fcr sich entdeckt. \u00dcberhaupt schafft es die Gruppe, sich immer wieder \u00fcber die g\u00e4ngigen Standards hinweg zu setzen und ihre Musik im Grenzgebiet von Emo-Haudegen wie Sunny Day Real Estate und Far zu verorten. Ich wei\u00df wirklich nicht genau, wie ich es beschreiben soll, aber immer dann, wenn sich bei mir in Sachen deutschsprachiger Rockmusik der Fremdsch\u00e4m-Modus einzustellen droht, kriegen die Jungs hier die Kurve und sto\u00dfen direkt zwischen meine Herzklappen vor. \u201eHoch\/Tief\u201c ist ein Wirbelwind von einem Album. Mitrei\u00dfend arrangiert und mit imposanten Lyrics ausgestattet. Wer Deutschrock schon immer herzhaft gehasst hat, sollte unbedingt mal reinh\u00f6ren, um sich doch noch vom Gegenteil \u00fcberzeugen zu lassen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6721\" title=\"jupiter-jones\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/jupiter-jones.jpg\" alt=\"jupiter-jones\" width=\"255\" height=\"255\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/jupiter-jones.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/jupiter-jones-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 255px) 100vw, 255px\" \/><strong>Jupiter Jones<\/strong> haben sich ja schon mit ihrem letzten Album vom Punk in Richtung Pop verabschiedet. Allerdings vermisste man darauf ein bisschen die euphorischen Momente des Deb\u00fcts. Ihr gleichnamiges, neues Album schiebt nun dem S\u00e4ttigungsgef\u00fchl von vorne herein einen Riegel vor. Der Opener mit dem passenden Titel \u201eAnsage\u201c ist zwar nicht minder fett produziert, wie zahlreiche Tracks des Vorg\u00e4ngers, aber pl\u00f6tzlich kommen die Emotionen wieder dort an, wo sie hingeh\u00f6ren. Man merkt den Jungs an, dass sie viel Herzblut in dieses Werk gesteckt haben und in einer gerechten Welt wird der Knaller-Track \u201eHey ! Menetekel\u201c auch bald in jeder guten Indie-Disse rauf und runter laufen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-6722\" title=\"liebling-luitpold\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/liebling-luitpold-300x271.jpg\" alt=\"liebling-luitpold\" width=\"300\" height=\"271\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/liebling-luitpold-300x271.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/liebling-luitpold.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Auf der Trikont-Compilation \u201e<strong>Liebling Luitpold<\/strong>\u201c finden sich neben \u201eTagtr\u00e4umer\u201c von Coconami noch weitere 19 Swing- und Rumpa-Raketen, die jede Kaffee-Bar in ein Tollhaus verwandeln. In den 20er und 30er Jahren war es gang und g\u00e4be in den \u00f6rtlichen Kaffeeh\u00e4usern mit den H\u00fcften zu schwingen. Die musikalische Abhandlung zum Thema \u201eSwing, Rumba &amp; Kaffeehaus-Blues\u201c verschafft einen interessanten Einblick in Sachen Kaffeehaus-Bohnen-Pop und hat mit Louis Armstrong, Nina Simone und Billie Holiday auch allerhand Hochkar\u00e4ter im Gep\u00e4ck. Alles in allem ist \u201eLiebling Luitpold\u201c ein gefundenes Fressen f\u00fcr Menschen, die sich gerne von anspruchsvollen Kl\u00e4ngen umschmeicheln lassen <span> <\/span>Ob man nun melancholischen, jazzigen oder exotischen Momenten zugeneigt ist. Hier ist f\u00fcr jeden etwas dabei. Deshalb einfach mal zur\u00fccklehnen und genie\u00dfen. Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drei bayrischen Rapper sorgen in diesen Tagen daf\u00fcr, dass ich deutschen HipHop doch wieder ins Herz schlie\u00dfe. 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