{"id":6794,"date":"2011-03-07T09:37:05","date_gmt":"2011-03-07T08:37:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=6794"},"modified":"2011-03-08T12:03:42","modified_gmt":"2011-03-08T11:03:42","slug":"leselampe-vol-1-mir-ist-klar-dass-sich-das-merkwurdig-anhort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=6794","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. 1 &#8211; &#8222;mir ist klar, dass sich das merkw\u00fcrdig anh\u00f6rt&#8230;&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6795\" title=\"chronic-city\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/chronic-city.jpg\" alt=\"chronic-city\" width=\"250\" height=\"394\" \/>Wer mal wieder am Puls der Zeit schnuppern m\u00f6chte, der kommt derzeit nicht um den Roman \u201eChronic City von <strong>Jonathan Letham<\/strong> herum. Die ganze Geschichte beginnt recht unspektakul\u00e4r: \u201eIch begegnete Perkus Tooth zum ersten Mal in einem B\u00fcro. Allerdings nicht in einem, in dem er arbeitete, auch wenn ich das damals durcheinandergebracht habe \u2013 f\u00fcr mich \u00fcbrigens nichts Ungew\u00f6hnliches\u201c. So weit, so gut, mag man denken und doch macht einen der Sprachfluss neugierig. Was es wohl mit diesem Tooth auf sich hat, der sich als Kulturkritiker entpuppt? Und wer ist dieses Chase Insteadman, von dem diese Geschichte hier handelt? Ein ehemaliger Kinderstar wohlgemerkt. Ein Mitglied der gehobenen Gesellschaft. Zuf\u00e4llig wiederum. Seine (beinahe) Frau irrt durch den Weltraum. <span style=\"color: #262626;\"><!--more--><\/span>Und Chase, der irrt durchs Leben. Sucht nach etwas zum Festhalten. Womit er sich auch die Aufmerksamkeit seiner Leser sichert. Denn suchen wir nicht alle nach Halt, nach einem Ort, an dem wir verweilen k\u00f6nnten. \u201eHerrlich betrunkene S\u00e4tze, die es dennoch schaffen, gerade zu gehen\u201c schreibe er\u2026 findet zumindest die New York Times. Wenn Sie ihren Blick noch mal nach oben schweifen lassen, werden sie anhand des Zitates feststellen, was gemeint ist. Dar\u00fcber hinaus versteht sich die Geschichte aber auch als Thriller der Marke Hitchcock. Als Versteckspiel auf h\u00f6chstem Niveau. Angesiedelt nach dem 11. September 2001 in Manhattan. Dass sich der Autor immer wieder an popkulturelle Ph\u00e4nomene heranwagt, macht den Roman einerseits zu einem Dokument seiner Zeit, andererseits spiegelt sich darin in erdr\u00fcckender Weise das Wirrwarr an M\u00f6glichkeiten, dass die heutige Zeit f\u00fcr einen bereith\u00e4lt. David Lynch h\u00e4tte seine helle Freude an diesem Buch. Denn hier darf nichts als sicher gelten. Alles wird in Frage gestellt werden. Um die Welt zu erkl\u00e4ren, muss man erst alles in seine Einzelteile zerlegen. Die Grenzen \u00fcberwinden. Alles verschwimmen lassen, wie im Traum. Die Realit\u00e4t ist Pustekuchen und sie wartet nur darauf, dass ein Windsto\u00df sie in einen neuen, weitl\u00e4ufigeren Kontext zersetzt. Womit wir uns letztlich wieder am Ausgangspunkt befinden. Hier wurde n\u00e4mlich einiges \u201edurcheinandergebracht\u201c. Der sch\u00f6ne Schein will gewahrt bleiben. Wo k\u00e4men wir denn da hin, wenn pl\u00f6tzlich die Fassade unseres Daseins zu Br\u00f6ckeln anfinge? In diesem Buch findest du die Antwort. Du musst nur genau hingucken.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6796\" title=\"schwaerzer_als_die_nacht-9783423248204\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/schwaerzer_als_die_nacht-9783423248204.jpg\" alt=\"schwaerzer_als_die_nacht-9783423248204\" width=\"463\" height=\"721\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/schwaerzer_als_die_nacht-9783423248204.jpg 402w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/schwaerzer_als_die_nacht-9783423248204-192x300.jpg 192w\" sizes=\"auto, (max-width: 463px) 100vw, 463px\" \/>\u201eSchw\u00e4rzer als die Nacht\u201c konfrontiert einen wiederum mit Nino und Rosa. Zwei Liebende, die auf der Suche nach dem Gl\u00fcck sind. Wie es das Front-Cover bereits andeutet, ist das hier keine Alpenromanze, <strong>Salvo Sottile<\/strong>s Geschichte spielt in Italien, genauer gesagt zwischen Corleone und Palermo, womit bereits klar sein sollte, was wir hier vor uns haben. Eine Mafia-Geschichte. Spulen wir uns erstmal zur\u00fcck ins Jahre 1980, Nino Giaconia und Gaspere Occhiuzzo wollen die Vorherrschaft in der \u201eCosa Nostra\u201c an sich rei\u00dfen. Doch Nino l\u00e4uft die Liebe \u00fcber den Weg, sie winkt ihm freudestrahlend zu und doch muss er nach und nach feststellen, dass sie so ihre T\u00fccken hat. Seine Frau Rosa n\u00e4mlich ist ungl\u00fccklich nach der gemeinsamen Heirat. Ihr Grinsen mutiert zur Fratze. Das bringt Nino dazu seine Frau zu unterdr\u00fccken und sie ihrer Freiheiten zu berauben. Dann stirbt auch noch das gemeinsame Kind der beiden. Rosa f\u00e4llt in eine tiefe Depression. Dar\u00fcber hinaus steckt Nino ebenfalls in einem Dilemma. Sein Bruder wird zum Kronzeugen. Und so beschlie\u00dft die Mafia, dass die seine n\u00e4chster Verwandter sterben muss. Wie sich Nino am Ende entscheidet, lest ihr am Besten selbst nach. Wird er Rosa t\u00f6ten oder nicht? Doch Vorsicht: Im Buch liegt das Hauptaugenmerk auf Rosas Leben. Der Autor setzt sich sehr intensiv mit dem Leid auseinander, das Rosa im Rahmen ihrer Ehe durchlebt. Die Geschichte drum herum wird von Salvo Sottile nur am Rande gestreift. Alles in allem \u00e4u\u00dferst lohnenswerter, wenn auch sehr schmerzlicher Roman.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-6797\" title=\"ak7\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/ak7-214x300.jpg\" alt=\"ak7\" width=\"214\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/ak7-214x300.jpg 214w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/ak7.jpg 358w\" sizes=\"auto, (max-width: 214px) 100vw, 214px\" \/>Aus dem Hause \u201eFolio\u201c erreicht uns in diesen Tagen unter dem Namen \u201e<em>The Art Of Design<\/em>\u201c ein wirklich h\u00fcbsch anzusehender Kunstband, der sich mit Gegenst\u00e4nden des allt\u00e4glichen Gebrauchs auseinandersetzt und sie k\u00fcnstlerisch in ein neues Licht r\u00fcckt. In Handwerksbetrieben in Tirol wurden M\u00f6bel in limitierter Auflage von gerade mal 7 St\u00fcck konzipiert, die bisweilen surreal anmuten, die einen aber auch ins Gr\u00fcbeln bringen. Wie gestalten wir unsere Welt? Wie leben wir eigentlich? Welche Dinge nutzen wir eigentlich Tag f\u00fcr Tag, ohne dass wir uns dessen \u00fcberhaupt bewusst w\u00e4ren? \u201eak7 \u2013 Contemporary Design By Contemporary Artists\u201c von \u201eAchtung Kunst\u201c liefert Visionen en masse und macht handfeste Dinge daraus. K\u00fcnstler, wie Pavel B\u00fcchler, Shilpa Gupta, Maeve Rendle und Erwin Wurm pr\u00e4sentieren Allt\u00e4gliches in sonderbarer Form. Das ist am Ende nicht nur ein Fest f\u00fcr die Augen, die zahlreichen Hintergrundinformationen auch daf\u00fcr, dass man einen guten Einblick in die Geschichte von Kunst und Design erh\u00e4lt. Kunstfreunde, zuschlagen bitte!<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-6798\" title=\"ally-conide\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/ally-conide-195x300.jpg\" alt=\"ally-conide\" width=\"195\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/ally-conide-195x300.jpg 195w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/ally-conide-668x1024.jpg 668w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/ally-conide.jpg 843w\" sizes=\"auto, (max-width: 195px) 100vw, 195px\" \/><strong>Ally Condie<\/strong> aus Salt Lake City wirft mit ihrem neuen Buch die spannende Frage auf, was wohl passieren w\u00fcrde, wenn man zugunsten der Sicherheit alle Freiheiten hinten anstellt. Was, wenn man einem fest bestimmten Weg folgen m\u00fcsste und sich selbst die eigenen Gef\u00fchle diesem unterzuordnen h\u00e4tten. Die erste Band der Reihe \u201eCassia &amp; Ky\u201c (Titel: \u201eDie Auswahl\u201c) wildert in philosophischen Gefilden und f\u00fchrt vor Augen, was passiert, wenn Menschen anfangen, die Strukturen, in denen sie es sich gem\u00fctlich gemacht haben, zu hinterfragen. Condie kratzt immer wieder gekonnt an der heilen Welt, die sich ihre Protagonistin vorgaukeln l\u00e4sst und emanzipiert sich schrittweise von den Dingen, die in ihrer Welt und Gesellschaft f\u00fcr richtig erachtet werden. Die ersten Zeilen des Romans k\u00f6nnen hierbei als sinnbildlich f\u00fcr den weiteren Verlauf gelten: \u201eJetzt, wo ich herausgefunden habe, wie ich fliegen kann, welche Richtung soll ich da nehmen hinaus in die Nacht? Meine Fl\u00fcgel sind weder wei\u00df, noch haben sie Federn; sie sind gr\u00fcn, aus gr\u00fcner Seide gemacht. Seide, die im Wind flattert und sich bl\u00e4ht, wenn ich mich bewege, dann linienf\u00f6rmig und schlie\u00dflich in selbsterfundenen Formen. Das Schwarz hinter mir beruhigt mich nicht, ebenso die Sterne \u00fcber mir\u201c. Soll hei\u00dfen: Wenn alles nach Aufbruch schreit, schleicht sich die Angst von hinten an dich heran. Sie \u00fcbermannt dich und es gilt ihr immer einen Schritt voraus zu sein. Alles in allem ein gelungener Auftakt, der zwar kein literarisches Meisterst\u00fcck ist, aber daf\u00fcr mit einer Story punktet, die nachdenklich macht. Alles in allem mehr als eine SciFi-Alternative zu den allseits bekannten \u201eBiss\u201c-Romanen. Fortsetzung folgt\u2026<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6799\" title=\"arno-geiger\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/arno-geiger.jpg\" alt=\"arno-geiger\" width=\"265\" height=\"422\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/arno-geiger.jpg 395w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/arno-geiger-188x300.jpg 188w\" sizes=\"auto, (max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><strong>Arno Geiger<\/strong> aus Bregenz m\u00f6chte in seiner aktuellen Kurzgeschichtensammlung derweil nur eins: die Menschen auf der Suche nach dem Gl\u00fcck begleiten. Die Titelgeschichte \u201eAnna nicht vergessen\u201c dreht sich um eine Frau, welche die Ehepartner anderer Frauen auf die Probe stellt. Ihre kleine Tochter droht sie dabei immer wieder zu vergessen. Die kurze Laufl\u00e4nge der Geschichten h\u00e4lt die Sache spannend, macht aber auch deutlich, dass Geiger ein ausgepr\u00e4gtes Sprachtalent besitzt. Der Abwechslungsreichtum des Buches ist enorm. Alles wirkt so herrlich beil\u00e4ufig textet, dass man sich immer wieder dabei ertappt, wie einen ein Schmunzeln aufs Gesicht rutscht. Gerade in der Kurzgeschichte \u201eAbschied von Berlin\u201c d\u00fcrften sich zahlreiche gescheiterte Existenzen wieder finden, deren Tr\u00e4ume irgendwann unterwegs auf der Strecke geblieben sind. Dieses Buch dreht sich um Menschen, die versuchen, das Beste aus ihrer Lage zu machen. Um Menschen, die noch nicht bereit sind, ihre Tr\u00e4ume in eine Kiste zu packen. Dieses Buch dreht sich ums Weitermachen. Durchhalten. Gl\u00fccklich sein. Kurz gesagt: es ist der perfekte Rausschmei\u00dfer f\u00fcr heute. Also verkriecht euch unter der Bettdecke. Schm\u00f6kert noch ein bisschen und freut euch jetzt schon auf das n\u00e4chste Mal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer mal wieder am Puls der Zeit schnuppern m\u00f6chte, der kommt derzeit nicht um den Roman \u201eChronic City von Jonathan Letham herum. Die ganze Geschichte beginnt recht unspektakul\u00e4r: \u201eIch begegnete Perkus Tooth zum ersten Mal in einem B\u00fcro. 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