{"id":7220,"date":"2011-05-12T19:42:00","date_gmt":"2011-05-12T18:42:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=7220"},"modified":"2011-05-12T19:43:09","modified_gmt":"2011-05-12T18:43:09","slug":"strichcode-vol-8-angefangen-hat-es-im-sommer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=7220","title":{"rendered":"\/\/ strichcode vol. 8 &#8211; &#8222;angefangen hat es im sommer, ich hab die ganze zeit geheult, sogar beim essen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7221\" title=\"tracey-white\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/tracey-white.jpg\" alt=\"tracey-white\" width=\"250\" height=\"383\" \/>\u201eIrgendwie dazwischen\u201c nimmt zwar f\u00fcr sich in Anspruch nur \u201eeine zu 95 Prozent wahre Liebesgeschichte zu sein\u201c, man schlie\u00dft die Graphic Novel aber trotzdem schon nach wenigen Seiten ins Herz. Schon allein das Artwork wirkt, als h\u00e4tte sich jemand daran versucht, die werte \u201eJuno\u201c von der Leinwand in ein Comicheft zu \u00fcberf\u00fchren. Zwischen ihren sp\u00e4rlich ausgestatteten Bleistift-Zeichnungen l\u00e4sst Sch\u00f6pferin <strong>Tracey White<\/strong> viel Raum f\u00fcr Emotionen. Die Geschichte lasse ich hier aus gegebenem Anlass von der Autorin selbst zusammenfassen. \u201eIch hasste mein Leben, ich hatte einen Zusammenbruch, ich lieferte mich selbst ein, ich fand es dort schrecklich, auch wenn ich wieder gl\u00fccklich sein wollte, ich sp\u00fcrte, dass ich richtige Probleme hatte, ich fing an zu reden, ich schrieb und zeichnete dieses Buch\u201c.<span style=\"color: #262626;\"><!--more--><\/span> Wobei ihr Comic vor allem deshalb so lebensnah wirkt, weil es sich bei \u201eIrgendwie dazwischen\u201c um eine (beinahe) autobiographische Geschichte handelt und sich gerade deshalb sehr viele Menschen in den Kopf der verunsicherten Protagonistin hineinversetzen k\u00f6nnen. Die schwarz-wei\u00dfen Zeichnungen d\u00fcrfen in diesem Zusammenhang als Sinnbild f\u00fcr die Emotionen unserer \u201eHeldin\u201c angesehen werden. \u201eIrgendwie dazwischen\u201c ist am Ende vor allem ein Buch, das einen auf eine Reise mitnimmt und zum Nachdenken anregt, weil es dem Leser ein Gef\u00fchl daf\u00fcr vermittelt, warum manche Menschen mit dem eigenen Dasein \u00fcberfordert sind. Es macht aber auch viel Spa\u00df diese Geschichte zu lesen. Und das ist am Ende das eigentlich Bemerkenswerteste.<span> <\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7222\" title=\"inspektor\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/inspektor.jpg\" alt=\"inspektor\" width=\"463\" height=\"657\" \/>Die hochwertige Graphic Novel namens \u201e<a title=\"Permanent Link: \u201cInspektor Kajetan und die Sache Koslowski\u201d\" href=\"http:\/\/www.graphic-novel.info\/?p=17809\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none;\">Inspektor Kajetan und die Sache Koslowski<\/span><\/a>\u201c entf\u00fchrt uns derweil nach M\u00fcnchen. Wir schreiben das Jahr 1918, ein Journalist der M\u00fcnchner Zeitung wird gesucht. Er soll einen Brand gelegt haben. Bl\u00f6derweise findet man nur seine Leiche, was Inspektor Kajetan dazu anstachelt, mal ein bisschen genauer nachzuforschen. Anscheinend war dieser Journalist mit dem Namen Meininger doch tats\u00e4chlich einer hei\u00dfen Geschichte auf der Spur. Er stand kurz davor, den Mord an Ministerpr\u00e4sident Eisner aufzukl\u00e4ren. Leser wie auch Inspektor tappen in diesem Zusammenhang lange im Dunklen, weil Sch\u00f6pfer <strong>Robert H\u00fcltner<\/strong> und Illustrator <strong>Bernd Wiedemann <\/strong>die Geschichte aus Sicht des Inspektors erz\u00e4hlen. Das sorgt nicht nur f\u00fcr Spannung, das sorgt auch f\u00fcr tiefgr\u00fcndige Momente, weil der Protagonist auf diese Weise mit einer geh\u00f6rigen Portion Tiefsinn ausgestattet wird. Die enge Zusammenarbeit des fulminanten Duos wird auch dadurch sp\u00fcrbar, dass der renommierte Autor H\u00fcltner sich erst von den Illustrationen Wiedemanns zu einer Neu-Interpretation seiner Kriminal-Geschichte inspirieren lies. Dementsprechend k\u00f6nnen wir allen Krimi-Freunden dieses atmosph\u00e4rische Meisterwerk nur W\u00e4rmstens empfehlen. Genauso \u00fcberf\u00fchrt man anspruchsvolle Literatur in ein Meer aus gro\u00dfformatigen Bildern. Als Leser m\u00f6chte man regelrecht versinken in diesem Werk.<span> <\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7223\" title=\"swinging_london\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/swinging_london.jpg\" alt=\"swinging_london\" width=\"267\" height=\"378\" \/>\u201eSwinging London\u201c dreht derweil den Zeiger der Uhr auf das Jahr 1967 und setzt sich thematisch mit dem Selbstmord eines Rockstars (Jasper Brown) in einem schottischen Schloss auseinander. Seinem besten Kumpel (Guru Indranath Ray) kommt es etwas komisch vor, wie schnell die Polizeiermittlungen eingestellt werden. Also versucht er mit einer Fotoreporterin aus Jamaika auf eigene Faust Licht ins Dunkel zu bringen. Die beiden Protagonisten landen sehr schnell im Reich des Okkulten und sehen sich mit einem Geflecht aus Korruption und Satanismus konfrontiert. Stutzig bez\u00fcglich des Selbstmords wird Guru Indranath Ray vor allem deshalb, weil er vorher einen Film von seinem besten Kumpel erh\u00e4lt, welcher mit satanistischen Material best\u00fcckt ist. Neben dieser schwierigen Thematik setzt sich das Buch aber auch gekonnt damit auseinander, wie nach dem Tod eines Musikers immer wieder versucht wird, dessen Erbe auszuschlachten. Der Buchtitel umschreibt derweil die aufstrebende, junge Rockszene Anfang der 60er Jahre in London, welche Acts wie The Rolling Stones oder The Kinks ins Rampenlicht schleifte, gleichzeitig aber auch in Stil-Fragen den damaligen Zeitgeist widerspiegelte. Alles in allem \u00e4u\u00dferst gelungener Werk von Texter <strong>Thomas B\u00e9net<\/strong> und <strong>Christian De Metter<\/strong>, welcher es schafft, den damaligen Zeitgeist gekonnt in schraffierte, br\u00fcchige, bisweilen spontan anmutenden Zeichensprache zu \u00fcbersetzen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7224\" title=\"truebloodband1_g\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/truebloodband1_g.jpg\" alt=\"truebloodband1_g\" width=\"227\" height=\"347\" \/>Ich oute mich in der Zwischenzeit mal als gro\u00dfer Fan der HBO-Serie \u201eTrue Blood\u201c, die nach einigen Startschwierigkeiten mit der zweiten Staffel doch noch aus dem Buffy-Fahrwasser sprang, um sich in tiefgr\u00fcndigere Gefilde aufzumachen. Nun erscheint der passende Comic dazu und versucht sich daran, die Fernseh-Geschichte weiterzuspinnen. Sookie Steakhouse (allein schon dieser Name: genial!!!) und ihre Kumpels werden in diesem Zusammenhang von einer ollen Geistergestalt gekidnappt. Der Clou allerdings ist: es kommt nur lebend raus, wer auch bereit ist, sein Innerstes nach au\u00dfen zu kehren. Soll hei\u00dfen: hier wird das eine oder andere schicke Geheimnis gel\u00fcftet. Noch dazu gelingt es Zeichner <strong>David Messina<\/strong> und die beiden Texter <strong>David Tischman<\/strong> und <strong>Mariah Huehner<\/strong> ganz vortrefflich, die Leinwand-Charaktere ins Comic-Format zu \u00fcberf\u00fchren. Fans der Serie sollten deshalb auch keine gro\u00dfen Schwierigkeiten damit haben, sich schnell in den Comic-Kosmos von \u201eTrue Blood\u201c einzufinden. Die Zeichnungen selbst erinnern derweil ein wenig an den Stil der Splatter-Persiflage \u201eHack\/Slash\u201c, zeichnen sich aber durch ein erh\u00f6htes Ma\u00df an Detail-Dichte aus. Das alles macht Lust auf die weiteren f\u00fcnf B\u00e4nde, die in monatlichen Abst\u00e4nden allesamt noch in diesem Jahr erscheinen sollen. Wir halten euch diesbez\u00fcglich nat\u00fcrlich weiter auf dem Laufenden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-7225\" title=\"angel-2\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/angel-2-205x300.jpg\" alt=\"angel-2\" width=\"205\" height=\"300\" \/>Und freuen uns, dass in der Zwischenzeit heimlich still und leise die B\u00e4nde 2 und 3 des Manga-Klassikers \u201eAngel Santuary\u201c in der Deluxe-Version erschienen sind. Die Geschichte um das himmlische Geschwisterpaar Alexiel und Rosiel, die sich wegen einer Liebschaft bis aufs \u00c4u\u00dferste bek\u00e4mpfen, geht in die n\u00e4chste Runde. Gleich zu Beginn des zweiten Bandes wird in diesem Zusammenhang die Schlagzahl erh\u00f6ht. Alexiel wurde f\u00fcr die Verbannung ihres Bruders von Gott h\u00f6chstpers\u00f6nlich in einen Kristall transformiert. Rosiel schlummert wiederum im Leibe von Setsuna Mudo, einem irdischen Jungspund, der zun\u00e4chst gar nichts von seinem Gl\u00fcck mitkriegt. In diesem Zusammenhang kommt auch das Computergame ins Spiel, dem die Reihe ihren Namen verdankt. Nur durch dieses Spiel kann sich Rosiel wieder aus seiner menschlichen H\u00fclle befreien. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7226\" title=\"angel-3\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/angel-3.jpg\" alt=\"angel-3\" width=\"115\" height=\"168\" \/>Drum herum entspinnt sich aber noch eine zweite Ebene. Womit wir dann auch schon mittendrin sind in der Geschichte. Setsunas heimliche Liebschaft Sara soll n\u00e4mlich mit einem Mann verheiratet werden, der aber nicht so recht zu ihr passen m\u00f6chte. Deshalb flieht sie vor ihrer Mutter, um sich ihren Gef\u00fchlen f\u00fcr Setsuna zu stellen. Setsuna wiederum ist zwar auch verliebt in Sara, muss aber gleichzeitig dagegen ank\u00e4mpfen, dass Rosiel die \u00dcberhand \u00fcber seinen K\u00f6rper gewinnt, sonst w\u00fcrde er Sara wohl f\u00fcr immer verlieren. F\u00fcr ausreichend Spannung ist also gesorgt. Die Zeichnungen des Engels-Comics orientieren sich in diesem Zusammenhang am klassischen Manga-Look, wobei es eher die tiefsinnige Geschichte ist, die beeindruckt. Man merkt den B\u00fcchern von <strong>Kaori Yuki<\/strong> an, dass sie einer ganzen Reihe von Nachahmern als Inspirationsquelle dienten. Deshalb unbedingt mal reinschnuppern. Es lohnt sich &#8211; nicht nur f\u00fcr Fans anspruchsvoller Manga-Unterhaltung. Und macht au\u00dferdem Lust auf die noch ausstehenden Fortsetzungen, welche schon bald erh\u00e4ltlich sein sollen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-7227\" title=\"pluto-04\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/pluto-04-208x300.jpg\" alt=\"pluto-04\" width=\"208\" height=\"300\" \/>Im vierten Band der Post-\u201eAstro Boy\u201c-Fabel \u201ePluto\u201c von <strong>Urasawa X Tezuka<\/strong> werden derweil weiter die M\u00e4chtigsten unter den Androiden um die Ecke gebracht. Wobei sich die Angriffe nicht mehr l\u00e4nger auf die Roboter selbst beschr\u00e4nken, sondern auch auf die verantwortlichen Ermittler, die f\u00fcr die Aufkl\u00e4rung der F\u00e4lle zust\u00e4ndig sind. Bemerkenswert ist vor allem die Fragestellung, ob es m\u00f6glich ist, dass zwei \u201eLebensformen\u201c gleichberechtigt nebeneinander existieren. Wird sich in diesem Zusammenhang nicht immer die st\u00e4rkere versuchen gegen die schw\u00e4chere Gattung durchzusetzen? Pluto thematisiert das im Gegensatz zu \u201eAstro Boy\u201c f\u00fcr ein erwachsen(es) (gewordenes) Publikum. Das Kindliche, das die \u201eAstro Boy\u201c-Reihe auszeichnete, bleibt hier \u00fcber weite Strecken au\u00dfen vor. Pluto punktet mit einer tiefgr\u00fcndigen Geschichte und Protagonisten, die allesamt gleichberechtigt nebeneinander stehen. Die Serie d\u00fcrfte demnach bald in einem Atemzug mit gro\u00dfartigen Reihen wie \u201eNeon Genesis Evangelion\u201c und \u201eAkira\u201c genannt werden, welche ja auch statt plumper Kampfchoreographien auf tiefsinnige Dialoge und philosophische Momente setzen. Womit wir dann auch schon wieder am Ende w\u00e4ren f\u00fcr heute. Lasst es euch gut gehen. Bis zum n\u00e4chsten Strichcode.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIrgendwie dazwischen\u201c nimmt zwar f\u00fcr sich in Anspruch nur \u201eeine zu 95 Prozent wahre Liebesgeschichte zu sein\u201c, man schlie\u00dft die Graphic Novel aber trotzdem schon nach wenigen Seiten ins Herz. Schon allein das Artwork wirkt, als h\u00e4tte sich jemand daran versucht, die werte \u201eJuno\u201c von der Leinwand in ein Comicheft zu \u00fcberf\u00fchren. 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