{"id":777,"date":"2008-05-04T11:30:25","date_gmt":"2008-05-04T10:30:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=777"},"modified":"2008-06-18T09:08:44","modified_gmt":"2008-06-18T08:08:44","slug":"zuckerbeat-volume-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=777","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat volume 13"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/zuckerbeat-131.jpg\" alt=\"zuckerbeat 13\" class=\"right\" \/><\/p>\n<p>Wenn ein Rap-Album gleich beim ersten Track klingt, als w\u00e4re es live auf dem Rummelplatz eingespielt, dann kann es sich eigentlich nur um das neue Mixtape von <strong>Olli Banjo<\/strong> handeln. Der rappt sich auf \u201eSparring 3\u201c (5\/10) mal wieder mit der halben Deutsch-Rap-Gemeinde durch einen bunten Kn\u00e4uel verdrehter Wortspiele. Neben Banjos unersch\u00f6pflichen Kreativit\u00e4tssch\u00fcben, wissen vor allem Tone, Marteria, M\u00e4dness &amp; Curse zu begeistern. Vieles allerdings bleibt hinter den Erwartungen zur\u00fcck. Bei 22 Tracks d\u00fcrfte dennoch f\u00fcr jeden was dabei sein. Ich pers\u00f6nlich halte mich allerdings lieber an seine Solosachen. Und die gibt\u2019s auch live zu sehen. Am 23.5. im B-Hof ist es soweit. Also schnell noch Karten sichern. Wird sicher ziemlich eng. Etwas luftiger geht\u2019s auf der selbst betitelten Scheibe von den Indie Darlings <strong>Guillemots<\/strong> zu. Gleich im ersten Track von \u201eRed\u201c (6\/10) wird man von einer Streicherformation an die Hand genommen und schlie\u00dflich von 80s Kl\u00e4ngen umgarnt. Dazu gibt\u2019s ein paar gehauchte Balkan Anleihen, die sich sehr dezent in den Songs verzetteln.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Darunter pulsiert eine Timberlandsche Klanglandschaft, die das Ganze auch \u00fcber den Geheimtipp-Status hinaus hieven k\u00f6nnte. Ob\u00b4s klappt, bleibt abzuwarten. W\u00e4hrenddessen lassen wir uns einfach von den <strong>Counting Crows<\/strong> begl\u00fccken. Die t\u00e4nzeln auch diesmal wieder auf dem schmalen Grat zwischen veritablen Radiohit und gro\u00dfen Alternative-Hymnen. Dabei dr\u00fccken sie in der ersten H\u00e4lfte von \u201eSaturday Nights &amp; Sunday Mornings\u201c (7\/10) immer weiter aufs Gaspedal. Ab Track 7 wird dann allerdings die Melancholiekeule rausgeholt. Akustische Perlen kommen zum Vorschein. Sogar eine Mundharmonika wird gez\u00fcckt und man ist wie gefangen in diesem Meer aus Gef\u00fchlen. Insgesamt ein bemerkenswertes Album, das perfekt zwischen den Polen schwarz &amp; wei\u00df pendelt. Eigentlich viel zu traurig f\u00fcr die Fr\u00fchlingssonne. Aber wie geschaffen f\u00fcr den Nachtspaziergang am Ufer eines verlassenen Sees. Ist einfach herrlich romantisch, diese Musik. Und diese schmachtende Gesangsstimme. Die rei\u00dft die Tracks immer wieder aus der Mittelm\u00e4\u00dfigkeit der Radiolandschaft. Freudetrunken zieht man dann weiter in Richtung <strong>The Zen Circus &amp; Brian Ritchie<\/strong>. Letzterer, \u00fcbrigens ehemaliges Mitglied von Violent Femmes, fand den Zen Circus bei einer Support Show so super, dass er sich kurzerhand als Produzent der Band anbot. Nun hat er es sogar zum offiziellen Mitglied geschafft und schenkt uns mit seiner neuen, italienischen Eroberung auf \u201eVilla Inferno\u201c (6\/10) ein paar folkig angehauchte Songwriter-Tracks, die ebenso Indie-, wie Punk-Attit\u00fcde verspr\u00fchen. Am Ende entsteht daraus ein Album, das derma\u00dfen auf den Punkt gespielt ist, dass man sich direkt ein Zimmer in der entsprechenden Villa einrichten m\u00f6chte. Wenn dann in \u201ePunk Lullaby\u201c auch noch Kim Deal das Fenster zum Hof zerschmettert, d\u00fcrften sich alle gerockt f\u00fchlen, die sich in den 90ern schon gerne in alternative Sph\u00e4ren verirrt haben. Schlicht zeitlos, dieses Werk\u2026 was man von den <strong>Kleinstadthelden<\/strong> nicht gerade behaupten kann. Macht aber nix. Denn mit ihrer rockigen Melange aus Madsen und Jupiter Jones d\u00fcrften sie trotzdem viele Freunde finden. F\u00fcr den ganz gro\u00dfen Erfolg sind sie allerdings eine Spur zu sp\u00e4t dran und textlich auch noch nicht in Kettcarschen Gefilden angekommen. Aber f\u00fcr ein Deb\u00fct rockt \u201eResignation und Aufstehen\u201c (6\/10) schon mal ganz ordentlich. Besonders beeindruckend ist diese Dringlichkeit, dieser Aufschrei. Dieses 3, 2, 1 und los. Wenn sie es schaffen sollten, sich diese unb\u00e4ndige Attit\u00fcde zu bewahren und musikalisch noch eine Schippe drauflegen, k\u00f6nnte da durchaus noch mehr gehen. Also haltet die Ohren offen. Und macht es euch zum Abschluss neben <strong>Thee Oh Sees<\/strong> gem\u00fctlich. Die klingen\u2026 wie soll ich sagen\u2026 anders. Und das ist verdammt noch mal gut so. Unabh\u00e4ngig von der monstr\u00f6sen Fresse auf dem Cover, machen einem die 15 Lo-Fi-Tracks ganz sch\u00f6n Feuer unterm Arsch. Getragen von zahlreichen  Feedbackschleifen und polternden, verwischten Drums, ziehen einen die Songs tief hinab in Richtung Unterwelt. Dort taumelst man zwischen Feuerfont\u00e4nen und Lava-Becken geradewegs in Richtung Abgrund. Kurz gesagt: Diese Scheibe klingt wie ein Schlag mit dem Holzhammer\u2026 auf unb\u00e4ndige Flammw\u00e4nde: Schlicht ansteckend. Hei\u00dft ja nicht umsonst \u201eThe Master\u00b4s Bedroom Is Worth Spending A Night In\u201c (7\/10). Und damit tsch\u00fc\u00df f\u00fcr heute und bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<\/p>\n<p>\/\/ <em>von Alexander Nickel-Hopfengart <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ein Rap-Album gleich beim ersten Track klingt, als w\u00e4re es live auf dem Rummelplatz eingespielt, dann kann es sich eigentlich nur um das neue Mixtape von Olli Banjo handeln. Der rappt sich auf \u201eSparring 3\u201c (5\/10) mal wieder mit der halben Deutsch-Rap-Gemeinde durch einen bunten Kn\u00e4uel verdrehter Wortspiele. 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