{"id":778,"date":"2008-05-26T09:40:49","date_gmt":"2008-05-26T08:40:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=778"},"modified":"2008-06-18T09:08:32","modified_gmt":"2008-06-18T08:08:32","slug":"zuckerbeat-volume-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=778","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat volume 14"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/zuckerbeat-14.jpg\" alt=\"zuckerbeat-14.jpg\" class=\"right\" \/>Eigentlich sind <strong>3 Doors Down<\/strong> (4) zumindest in ihren Anfangstagen ja so etwas, wie eine gelungene Alternative zu schlimmsten Alternative-Nervt\u00f6tern der Marke Nickelback gewesen. Schade nur, dass sie dem eng gestrickten Soundentwurf ihrer Musik in den letzten Jahren keinerlei neue Facetten abgewinnen konnten. Auch auf ihrem vierten, diesmal selbstbetitelten, Studioalbum s\u00e4useln sie sich durch die gleichen Konsenskracher f\u00fcr amerikanische Vorabendserien, wie zuvor. Das mag dann bei den H\u00f6rern der einschl\u00e4gigen Mainstream-Radiowellen f\u00fcr freudiges Mitwippen sorgen, ist aber soundm\u00e4\u00dfig eben auch nicht weit entfernt von grausamen Alternativen der Marke Bon Jovi. Ein Song der Scheibe hei\u00dft sogar \u201eThese Days\u201c. Und das ist auch der Punkt, wo ich endg\u00fcltig aussteige. Um die Ecke biege. Und feststelle, dass es nicht immer in einem Coldplay-schem Desaster enden muss, wenn man sich an einer Produktion der Marke U2 abarbeitet. Gut, zugegeben. Der weitl\u00e4ufige Sound auf \u201eMake Sure They See My Face\u201c (5) ist sicher kein pl\u00e4tschernder Niagarafall in einer einsamen W\u00fcstenlandschaft. Dennoch hat es der amerikanische Musiker <strong>Kenna<\/strong> mit seinem Kumpel Chad Hugo (Neptunes) geschafft, ein interessantes Pop(Rock)album rauszuhauen.<!--more--> Die Wave-Anleihen von fr\u00fcher schimmern dabei immer wieder dezent durch, ordnen sich aber der zeitgem\u00e4\u00dfen Pop-Format-Trimmung unter. Womit wir dann schlie\u00dflich auch auf der Schattenseite von Kennas Scheibe angelangt w\u00e4ren. Denn zum echten Popstar fehlt dieser Musik einfach der Funken Identit\u00e4t, den uns ein Justin Timberlake zumindest durch seine st\u00e4ndigen Jackson-Bez\u00fcge und ebenso brillante Produktionen vorzut\u00e4uschen vermag. Hier verl\u00e4uft sich am Ende leider alles in einem schwer fassbaren Brei aus Future Rock und jeder Menge Hits, denen die \u201eits\u201c abgehen. Soll hei\u00dfen. Diese Scheibe versinkt trotz ihrer guten Momente leider im Einheitsbrei der gegenw\u00e4rtigen Poplandschaft. Und wird niemanden weiter auffallen, wenn sie als F\u00fcllmaterial zwischen den ganz Gro\u00dfen das Formatradio erobert. Da d\u00fcrften die <strong>Russian Circles<\/strong> wiederum nicht so schnell hinkommen. Deren episches Intro auf dem Album \u201eStation\u201c (6) sprengt schon aufgrund des Verzichts auf Gesang jegliche Ketten, die den modernen Popsong festlegen. D\u00fcster grollende Gitarrenw\u00e4nde der Marke Isis treffen hier auf die charmante W\u00fcstenrockatmo der letzten Kings Of Leon Scheibe. Bei dieser Musik weht einem den brennend hei\u00dfen Sand ins Gesicht, w\u00e4hrend die Geier am Himmel weite Kreise ziehen. Die psychedelische Note der Musik lenkt das Ganze zudem immer wieder weg von den oftmals bem\u00fchten Metal-Ausw\u00fcchsen anderer Instrumentalkapellen. Und sorgt so f\u00fcr eine entspannte Dreiviertelstunde abseits der einschl\u00e4gigen Badeseeromantik. Das hier ist Musik f\u00fcr einsame N\u00e4chte am Lagerfeuer. Abseits der Zivilisation. Eine Absage an die Uhrwerke einer immer schnelllebigeren Zivilisation. Bleibt am Ende nur zu hoffen, dass auch jemand die Zeit findet, sich das Ganze in Ruhe anzuh\u00f6ren. Zur\u00fcck in die Realit\u00e4t bringen einen anschlie\u00dfend <strong>Panther<\/strong> mit ihrer Scheibe \u201e14 KT God\u201c (6). Die h\u00fcpfen angenehm halbhysterisch in die L\u00fccke, die The Gossip und !!! (Chk Chk Chk) freigemacht haben. Kurz gesagt: Hier trifft Dynamik auf verquere Melodien, die immer wieder in Schr\u00e4glage geraten. Dass die Scheibe dabei nicht aus der Bahn l\u00e4uft, ist letztlich aber vor allem dem spannenden Zusammenspiel von psychedelischen Passagen und tanzbarer Paranoia zu verdanken. Kurz gesagt: Wirkt in etwa, wie ein Hochglanzmagazin, dass von einer Horde Zombies zerlegt wird. Seltsam. Spannungsgeladen. Abseitig. Und garantiert nicht geeignet zur Hintergrundbeschallung. So wie auch die neue Platte von Eva Jantschitsch alias <strong>Gustav<\/strong>. Auf \u201eVerlass die Stadt\u201c (7) pr\u00e4sentiert sie uns zahlreiche lieblich schimmernde Songwriterperlen, die sich um elektronische Fragmentierungen schl\u00e4ngeln. Klingt erstmal ziemlich kompliziert, ist aber herzerweichend. Irgendwo im Grenzgebiet zwischen Paula und 2-Raumwohnung entwirft die K\u00fcnstlerin ein eigenst\u00e4ndiges Sounduniversum aus deutsch\/englischsprachigen Popsongs und Chansons. W\u00e4re die Welt eine Gute, Gustav w\u00fcrde all die Chartp\u00fcppchen hierzulande mit links an die Wand klatschen. In dieser Scheibe steckt so viel Hingabe, dass einem der Mund im Minutentakt offen steht, wenn sich die Songs auffalten, wie \u00dcberraschungspakete. \u201eVerlass die Stadt\u201c ist die vielleicht s\u00fc\u00dfeste Versuchung des Fr\u00fchlings. Ein funkelnder Stern am wolkenlosen Firmament. Bruchst\u00fcckhaft n\u00e4hern wir uns anschlie\u00dfend dann wieder rockigeren Kl\u00e4ngen. Nur leider treten <strong>Oceansize<\/strong> auf ihrem dritten Studioalbum musikalisch etwas auf der Stelle. Fast k\u00f6nnte man meinen, es w\u00e4re das Ziel der Band gewesen, fast alle Songs episch ins Leere laufen zu lassen. \u201eFrames\u201c (6) jedenfalls bietet nur wenige M\u00f6glichkeit, sich festzukrallen. Das faszinierende daran ist. Die Scheibe wirkt trotz ihrer Gleichf\u00f6rmigkeit nie langweilig. Man muss sich aber trotzdem daran gew\u00f6hnen, dass dort, wo beim Erstling \u201eEffloresce\u201c noch ein Sturm entfacht wurde, hier lediglich ein laues L\u00fcftchen weht. So beeindrucken die Songs am Ende auch nicht durch die Spitzen, auf welche die Tracks dynamisch zusteuern, sondern vielmehr durch ihren Mut zur Reduktion und ein schl\u00fcssiges Gesamtbild. Dabei bleibt \u201eFrames\u201c \u00fcber weite Strecken nur St\u00fcckwerk. Das allerdings auf h\u00f6chstem Niveau. Die nun erschienene Special Edition bietet dazu eine DVD mit atemberaubender Liveshow im schick gestalteten Digi-Pack. Die Show selbst tr\u00f6stet einen dabei mit links \u00fcber die zwischenzeitlichen L\u00e4ngen der Platte hinweg. Und zeigt wozu diese Band im Stande ist, wenn sie zur Bestform aufl\u00e4uft. Also testet \u201eFrames\u201c mal an. Es lohnt sich. Womit wir dann auch langsam zum Ende kommen. Aber einen haben wir noch. Ein entspanntes Reggae-Tune aus dem Hause moanin\u00b4. Die Allstar Combo von <strong>Wood In Di Fire<\/strong> sorgt auf \u201eNoon On The Moon\u201c (6) mit allerhand Jazz-Anleihen f\u00fcr einen sanften Hauch entspannter Kuschelromantik. Irgendwo zwischen den Polen Seeed und Patrice schmiegen sich die vorwiegend entspannten Tunes an den K\u00f6rper, wie Regentropfen in der Sommersonne. Das kitzelt. Und sorgt aus dem nichts f\u00fcr urpl\u00f6tzlich aufkommende Urlaubsstimmung. Deswegen schmei\u00df ich mich dazu jetzt auch erstmal in die H\u00e4ngematte. Und w\u00fcnsch euch eine gute Zeit bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<\/p>\n<p>\/\/ <em>von Alexander Nickel-Hopfengart<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich sind 3 Doors Down (4) zumindest in ihren Anfangstagen ja so etwas, wie eine gelungene Alternative zu schlimmsten Alternative-Nervt\u00f6tern der Marke Nickelback gewesen. Schade nur, dass sie dem eng gestrickten Soundentwurf ihrer Musik in den letzten Jahren keinerlei neue Facetten abgewinnen konnten. 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