{"id":783,"date":"2008-05-26T10:40:12","date_gmt":"2008-05-26T09:40:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=783"},"modified":"2008-06-18T09:08:20","modified_gmt":"2008-06-18T08:08:20","slug":"zuckerbeat-volume-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=783","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat volume 15"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/zuckerbeat-15-small.jpg\" alt=\"zuckerbeat 15\" class=\"right\" \/>Manchmal klatscht dich eine Platte einfach an die Wand. Der Erstling der Futureheads war so ein Teil. Da liefen zeitweise vier Franz Ferdinandsche Ged\u00e4chtnismomente ineinander und verschmolzen zu einem un\u00fcbersichtlichem Etwas, das mit jedem Durchlauf immer lauter: \u201eich bin ein verfickter Hit\u201c schrie. Dann allerdings beschloss die Band auf dem Zweitling das Tempo erheblich zu drosseln. Die Songs wurden entschlackt. Und pl\u00f6tzlich wirkte alles, was vorher irgendwie geil war, seltsam ideenlos. Hilflos. Kurz gesagt: <strong>The Futureheads<\/strong> schienen es sich gem\u00fctlich zu machen. Nur war Gem\u00fctlichkeit bestimmt nicht das, was man von dieser Band wollte. Man wollte einfach nur, dass sie weiter vor sich hin hyperventiliert. Umso sch\u00f6ner zu sehen, dass sie jetzt doch noch die Kurve kriegen. \u201eThis Is Not The World\u201c (7) ist eine einzige Hymne. Hier reiht sich eine catchy Hitnummer an die andere. Und auch das Feuer ist wieder da. Dieses \u201eda geht noch mehr\u201c. Dieses um die Ecke Denken. Diese Unberechenbarkeit. Nicht immer zwar. Aber doch immer \u00f6fter. Und man umarmt diese Band wieder. Nicht mehr so, wie fr\u00fcher, als man ihr hemmungslos um den Hals fiel. Eher, wie einen guten Freund, den man lange nicht gesehen hat. Und dann klopft er einem auf die Schulter und erz\u00e4hlt, dass alles wieder gut wird. Und man glaubt ihm die verdammte Schei\u00dfe. Man glaubt ihm jedes Wort. Schade nur, dass es nicht ewig so weitergeht.<!--more--> Irgendwann wird n\u00e4mlich der Platz im Cd-Spieler von <strong>Disco Ensemble<\/strong> eingenommen. Und die tun sich mit ihrem aktuellen Album \u201eMagic Recoveries\u201c (5) nicht unbedingt einen Gefallen. Eine grandiose Produktion macht eben noch lange keine grandiosen Songs. Das ist umso \u00e4rgerlicher, weil der Vorg\u00e4nger nur so vor Hits strotzte. Hier wiederum muss man sich Vieles erst erarbeiten. Und auch, wenn man dabei immer wieder auf imposante Momente, wie den h\u00fcbschen Akustikbreak im Titelsong hereinf\u00e4llt. Bei der Stange h\u00e4lt einen die Scheibe auf Dauer nicht. Dazu wirkt ab der H\u00e4lfte einfach zu Vieles austauschbar. Dennoch muss ich zugeben: Laut aufgedreht kann man zu der Mucke ordentlich abgehen. Und eben deshalb sollte der Liveeindruck dann auch alle berechtigten Zweifel zur Seite wischen. Das l\u00e4sst die Platte am Ende dann zwar auch nicht ambitionierter wirken. Aber das war die letzte Billy Talent ja auch nicht. Und durchgedreht sind trotzdem alle. Hinterher ist dann mal Zeit f\u00fcr den beschwingten Sommerpop von <strong>The Alpine.<\/strong> Die scheinen bei den Aufnahmen zu \u201eThere\u00b4s Only So Much You Can Do\u201c (5) ziemlich genau bei den Beach Boys reingeh\u00f6rt zu haben. Die aufdringliche Produktion sorgt dabei allerdings f\u00fcr Kopfsch\u00fctteln. Muss das denn sein? So viel Zuckerwatte auf einmal. Und musste der kl\u00e4gliche Versuch sich einige Melodien bei Weezer zu klauen nicht zwangsl\u00e4ufig auffliegen? Nat\u00fcrlich musste er das. Und deswegen hat man die Songs auf l\u00e4ngere Sicht auch nur halb so gern, wie zu Beginn, als die polierte Oberfl\u00e4che noch nicht so zerkratzt wirkte. Ganz anders die neue <strong>Monochrome<\/strong>. Die klingt wesentlich aufger\u00e4umter als der unglaubliche Vorg\u00e4nger. Das poppige Gewand steht ihr aber au\u00dferordentlich gut. Und \u00fcberhaupt. Dieser m\u00e4nnlich\/weibliche Wechselgesang. Dieser deutsch\/englische Wechselgesang. Diese Schlangenlinien-Musik auf \u201eCache\u201c (7). Man m\u00f6chte sich einfach von ihr treiben lassen. In Traumwelten abdriften und von Wolke zu Wolke h\u00fcpfen. Ein wahres Indie-Pop-Erlebnis ist das, was die Band aus Stuttgart und Basel hier abliefert. Also Augen zu und durch. Durch einige der sch\u00f6nsten Melodien des Fr\u00fchlings von einer der besten Livebands der Gegenwart. Womit wir dann mal wieder in chartigere Gebiete vordringen. <strong>El*ke<\/strong> werden da ja gerne mal schlechter gemacht, als sie sind. Dachte ich zumindest bis jetzt. Der Auftakt ihres neuen Albums \u201eH\u00e4user st\u00fcrzen ein\u201c (2) ist allerdings kaum zu unterscheiden von den \u00fcblichen Chartverd\u00e4chtigen der Marke Revolverheld. Und die Single \u201eAutobahn\u201c. Wie geschaffen f\u00fcr die Mainstreamfraktion. Die Gefahr, dass hier H\u00e4user einst\u00fcrzen, h\u00e4lt sich durchweg in Grenzen. Und diese Texte. Da soll wohl irgendwo ein Augenzwinkern versteckt sein. Ich kanns nicht finden. Getreu dem Motto: Was sich reimt ist gut, wird fr\u00f6hlich drauf losgetextet. Mal klingt das dann nach den \u00c4rzten, den Hosen, Madsen und als kr\u00f6nender Abschluss wird dann auch noch die Scooter-Peitsche rausgeholt. \u201e70 Grad und die Bude brennt, dein K\u00f6rper ist mit Schweiss getr\u00e4nkt. Die Luft ist beschissen hier\u2026\u201c Und den Rest erspar ich euch jetzt mal. Dann schon lieber die alten Scheiben von Surrogat aus der Kiste kramen. Und mal wieder so richtig in \u201eAggression\u201c (7) verfallen. Der Grund hei\u00dft <strong>Verse<\/strong>. Das ist eine Harcorecombo mit Affinit\u00e4t zu epischen Soundentw\u00fcrfen. Und verdammt noch mal. Alle Fans von At The Drive-In und Refused d\u00fcrften auf der Stelle im Dreieck springen. Das Teil knallt, wie H\u00f6lle. Die Scheibe wirkt fast so, als h\u00e4tten Boysetsfire nach \u201eAfter The Eulogy\u201c nicht die Handbremse gezogen. Ein brachialer Geheimtipp f\u00fcr die Mosh-Pit-Fraktion, der den H\u00f6rer mit spannungsreichen Tempi-Wechseln bis zum Schluss bei der Stange h\u00e4lt. Ein kr\u00f6nender Abschluss also f\u00fcr diesen Zuckerbeat. Und ich sag tsch\u00fc\u00df bis zum n\u00e4chsten Mal.<\/p>\n<p>\/\/ <em>von Alexander Nickel-Hopfengart<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal klatscht dich eine Platte einfach an die Wand. Der Erstling der Futureheads war so ein Teil. Da liefen zeitweise vier Franz Ferdinandsche Ged\u00e4chtnismomente ineinander und verschmolzen zu einem un\u00fcbersichtlichem Etwas, das mit jedem Durchlauf immer lauter: \u201eich bin ein verfickter Hit\u201c schrie. 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