{"id":7896,"date":"2011-09-28T10:28:51","date_gmt":"2011-09-28T09:28:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=7896"},"modified":"2011-10-06T10:42:28","modified_gmt":"2011-10-06T09:42:28","slug":"strichcode-vol-14-auf-einen-schlag-war-die-erinnerung-wieder-da","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=7896","title":{"rendered":"\/\/ strichcode vol. 14 &#8211; &#8222;auf einen schlag&#8230; war die erinnerung wieder da&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: left;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-7898\" title=\"bibliothek\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/bibliothek-300x240.jpg\" alt=\"bibliothek\" width=\"250\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/bibliothek-300x240.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/bibliothek.jpg 656w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/>Die Stadt \u201eShenzhen\u201c kann als Sinnbild f\u00fcr den gesellschaftlichen Wandel Chinas gelten. Das Pro-Kopf Einkommen in der Metropole liegt weit \u00fcber dem Durchschnitt des restlichen Landes. \u00dcberall schie\u00dfen Wolkenkratzer aus dem Boden. Die Wirtschaft boomt und die Bev\u00f6lkerungszahl explodiert. Der perfekte Ort also, um nach einem Abstecher dorthin, mal ein wenig aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen zu plaudern. Der kanadische Zeichner <strong>Guy Delisle<\/strong> hat eben das gemacht. Er hat einen bildhaften Reisebericht \u00fcber die Stadt verfasst, nachdem er dort f\u00fcr eine belgische Produktionsfirma die Herstellung von Zeichentrickfilmen organisierte. <span style=\"color: #262626;\"><!--more--><\/span>Seine Graphic Novel strahlt in diesem <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7897 alignleft\" title=\"sz4\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/sz4.jpg\" alt=\"sz4\" width=\"226\" height=\"300\" \/>Zusammenhang immer eine gewisse Distanz zum Alltag in Shenzen aus. Das wird vor allem in den Momenten deutlich, wenn es ihn vor Einsamkeit fast zerreist oder die Sprachbarriere zu Missverst\u00e4ndnissen f\u00fchrt. Der anf\u00e4ngliche \u00dcberschwang des Protagonisten weicht mit zunehmender Dauer einer gewissen Ern\u00fcchterung dar\u00fcber, dass es scheinbar keinen Platz f\u00fcr ihn in dieser Metropole zu geben scheint (was im gewissen Ma\u00dfe wahrscheinlich auch der spr\u00f6de Zeichenstil reflektiert). Die kulturellen Unterschiede scheinen f\u00fcr ihn selbst eine allzu hohe H\u00fcrde darzustellen, wobei hier durchaus erw\u00e4hnt werden sollte, dass er sich bem\u00fcht, dem ganzen Unterfangen immer mit einem L\u00e4cheln auf den Lippen zu begegnen. Am letzten Tag wirkt es dann fast ein bisschen wie eine Art Erl\u00f6sung, als Guy Delisle der Stadt den R\u00fccken kehrt. Und eben deshalb ist \u201eShenzhen\u201c auch eine Geschichte, die man allen Fans des Streifens \u201eLost In Translation\u201c ganz innig ans Herz legen m\u00f6chte. Auch hier hat sich n\u00e4mlich Melancholie eingeschlichen, wo einst Hoffnungsschimmer flackerten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-7899\" title=\"sz2\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/sz2-226x300.jpg\" alt=\"sz2\" width=\"226\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/sz2-226x300.jpg 226w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/sz2.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 226px) 100vw, 226px\" \/>Ebenfalls im Rahmen der SZ-Bibliothek wurde nun die wunderbare Graphic Novel \u201ePersepolis\u201c neu aufgelegt. Im Fokus der Geschichte steht das Leben einer gewissen Marjane, die als Kind von linksliberalen Eltern von einer besseren Welt tr\u00e4umt. In ihrer Heimat, dem Iran, hat gerade ein Umsturz stattgefunden, doch mit dem Sturz des Schah im Jahre 1979, wird nicht auf Anhieb alles besser. Vielmehr wird auf einmal eine Kopftuchpflicht f\u00fcr Frauen eingef\u00fchrt, was dazu f\u00fchrt, dass das junge M\u00e4dchen kurzerhand zu rebellieren beginnt. Die autobiographische Geschichte der Autorin <strong>Marjane Satrapi<\/strong> ist bewegend in Szene gesetzt. Nicht nur im gleichnamigen Film, welcher Bestnoten von Seiten der Kritik einheimste, sondern auch im Comicband stellt sich sofort eine gewisse Aufbruchsstimmung beim Lesen der Geschichte ein. Nachdem sich unsere junge Heldin mit freundlicher Unterst\u00fctzung ihrer Eltern nach Wien absetzt, wo sie erst mal fr\u00f6hlich die Clubs der Stadt unsicher macht und sich der alternativen Szene zuwendet, kehrt sie schlie\u00dflich nach einer entt\u00e4uschenden Lektion in Sachen Liebe in den Iran zur\u00fcck. Dort angekommen m\u00f6chte sie sich endlich ein neues Leben aufbauen, doch das leichter gesagt, als getan. Ob es der Protagonistin am Ende gelingt sich \u00fcber die gesellschaftlichen Dogmen hinwegzusetzen und ein gl\u00fcckliches Leben zu f\u00fchren? Am Besten du liest selbst mal rein. Die kindlichen Zeichnungen stehen diesbez\u00fcglich in einem krassen Kontrast zum allt\u00e4glichen Schrecken, der sich in Form von Unterdr\u00fcckung und Ausgrenzung in das Leben von Marjane einschleicht. Gerade das allerdings, was von vielen Kritikern bei der Erstver\u00f6ffentlichung um die Jahrtausendwende immer wieder bem\u00e4ngelt wurde, \u00a0macht die Novelle meiner Meinung nach nur noch glaubw\u00fcrdiger, weil deutlich wird, dass sich der die schlimmsten Zumutungen manchmal hinter dem Deckmantel des Alltags verstecken.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-7900\" title=\"sz1\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/sz1-226x300.jpg\" alt=\"sz1\" width=\"226\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/sz1-226x300.jpg 226w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/sz1.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 226px) 100vw, 226px\" \/>Gleich drei unterschiedliche Geschichten pr\u00e4sentiert uns der Comic-K\u00fcnstler <strong>Will Eisner<\/strong>, der ganz nebenbei auch noch als Erfinder der Graphic Novel gilt, in seiner New York-Hommage \u201eEin Vertrag mit Gott\u201c. Getreu dem Titel geht es in den unterschiedlichen Erz\u00e4hlungen um Menschen, die irgendwie ihren Glauben an Gott verloren haben. Was bittesch\u00f6n soll denn an diesem Leben gut sein, fragt sich ein bislang gottgl\u00e4ubiger Jude, wenn die eigene Tochter aus dem Leben gerissen wird? Also verl\u00e4sst er die geregelte Umlaufbahn seines Daseins und verdingt sich fortan als Immobilienspekulant. Unbarmherzig schreitet er im Leben voran, ohne dass da ein Licht am Ende des Tunnels zu erhaschen w\u00e4re. Das wiederum ist nur eine von vielen Geschichten aus diesem Comic, mit ihr macht Will Eisner aber mit am Besten deutlich, dass das Leben manchmal zu schwer ist, um es weiter mit einem L\u00e4cheln auf den Lippen zu ertragen. Die Geschichten aus der Bronx, die zwischen 1920 und 1940 spielen, r\u00fccken auf eine faszinierende Art und Weise den allt\u00e4glichen Schrecken in den Fokus des Betrachters. Es sind Geschichten, die vor allem von der vortrefflichen Beobachtungsgabe des Autors gekennzeichnet sind. Wie Eisner die Krise des Einzelnen in den Mittelpunkt r\u00fcckt und sie gleicherma\u00dfen durch das Mietshaus \/ das heimische Viertel mit den Schicksalen der anderen Menschen verzahnt, macht \u201eEin Vertrag mit Gott\u201c nicht nur zu einer gelungenen Kurzgeschichtensammlung, das Ganze hat auch eine politische Dimension. Auf die gesellschaftspolitischen Fragen, die sich in der Armut und den Identit\u00e4tskrisen der einzelnen Charaktere treffend widerspiegeln, ist in vielen (nicht nur) amerikanischen St\u00e4dten immer noch keine passende Antwort gefunden worden. (Diesbez\u00fcglich sei hier auch auf die gelungene TV-Serie \u201eThe Wire hingewiesen, die in Baltimore spielt und im Grunde genommen einen \u00e4hnlichen Ansatz f\u00e4hrt).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-7901\" title=\"sz3\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/sz3-224x300.jpg\" alt=\"sz3\" width=\"224\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/sz3-224x300.jpg 224w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/sz3.jpg 330w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/>In dem Band \u201eGift\u201c dreht sich alles um die Figur der Gesche Gottfried. Selbige soll in den Jahren 1813 bis 1827 f\u00fcnfzehn Menschen mit einer giftigen Mixtur um die Ecke gebracht haben. Besonders schauerlich ist, dass sich darunter auch die drei Ehem\u00e4nner, die Eltern und Kinder der Beschuldigten befunden haben. Sie wurde dar\u00fcber hinaus als letzte Frau (Achtung<span style=\"mso-spacerun:yes\"> <\/span>SPOILER!) f\u00fcr ihre Taten auf dem Bremer Domshof \u00f6ffentlich hingerichtet wurde. Die Bildsprache der Graphic Novel aus der Feder <strong>Barbara Yelin<\/strong>s sorgt f\u00fcr eine nahezu beklemmende Atmosph\u00e4re beim Leser. Das Schicksal der Giftmischerin wird au\u00dferdem mit dem Leben einer ambitionierten, jungen Schriftstellerin verkn\u00fcpft, die in Bremen gerade f\u00fcr eine Reisebeschreibung recherchiert. <strong>Peer Meter<\/strong>, der f\u00fcr die Texte des Bandes verantwortlich ist, sorgt in diesem Zusammenhang f\u00fcr eine gro\u00dfe Menge an Spannungsmomenten, was allerdings auch dazu f\u00fchrt, dass die Figuren ein gewisses Ma\u00df an Tiefgang vermissen lassen. Dadurch bekommt man zwar einen tollen Krimi geliefert, an welchem Fans des im Carlsen Verlag ver\u00f6ffentlichten Comic-Bandes \u201eHaarmann\u201c (ebenfalls aus Peer Meters Feder) durchaus Gefallen finden sollten, die beiden Hauptfiguren allerdings bleiben seltsam blass, so dass am Ende der Schrecken, den die Taten damals ausl\u00f6sten, f\u00fcr den Leser nur bedingt nachzuvollziehen ist. Sehr gut vermittelt werden im Gegensatz dazu die Sensationsgier des Publikums und die Doppelmoral einer Gesellschaft, die nicht nur nach Gerechtigkeit, sondern nach Rache d\u00fcrstet. War die T\u00e4terin unzurechnungsf\u00e4hig, wie ihr Anwalt im anschlie\u00dfenden Prozess behauptete oder war sie eine heimt\u00fcckische M\u00f6rderin? \u201eGift\u201c l\u00e4sst in diesem Zusammenhang viel Raum f\u00fcr Interpretationen, wobei die Figur der anfangs erw\u00e4hnten Schriftstellerin als neutrale Autorit\u00e4t ins Spiel gebracht hat. Das wiederum nutzen die Autoren als Stilmittel, um ein bisschen mehr Licht ins Dunkel dieses so grausamen Falles zu bringen. Und so kann sich er am Ende jeder selbst ein Bild machen\u2026<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-7902\" title=\"sz8\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/sz8-226x300.jpg\" alt=\"sz8\" width=\"226\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/sz8-226x300.jpg 226w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/sz8.jpeg 283w\" sizes=\"auto, (max-width: 226px) 100vw, 226px\" \/>Wer derweil auf Comics der Marke \u201eRG \u2013 Verdeckter Einsatz in Paris\u201c steht, der sollte sich mal die franz\u00f6sische Geschichte \u201eBlei in den Knochen\u201c zu Gem\u00fcte f\u00fchren. Der renommierte Autor und Zeichner <strong>Jacques Tardi<\/strong> erz\u00e4hlt uns in dem Werk die Geschichte des Privatdetektivs Nestor Burma, welcher in Frankreich seit den 40er Jahren einen Konkurrenzkampf mit der Polizei f\u00fchrt. Die vorliegende Geschichte, die nun vom \u201eSZ Verlag\u201c neu aufgelegt wurde, hat bereits \u00fcber 20 Jahre auf dem Buckel und ist ein gelungener Appetizer, um als Leser in die Welt der kratzb\u00fcrstigen Sp\u00fcrnase aus Montpellier abzutauchen. Inhaltlich dreht sich am Anfang alles um eine junge Dame f\u00fcr deren Tod sich der Protagonist mitverantwortlich f\u00fchlt. Also ertr\u00e4nkt er seine Sorgen am Tresen, nur um am n\u00e4chsten Morgen festzustellen, dass ausgerechnet vor der Kneipe, in der er letzte Nacht gesoffen hat, ein weiterer Mord geschehen ist. Nestor Burma l\u00e4sst sich also dazu breitschlagen, den Fall zu \u00fcbernehmen, bzw. sieht sich sogar gezwungen, es zu tun, weil er pl\u00f6tzlich selbst ins Visier der Ordnungsh\u00fcter ger\u00e4t. Die Geschichte selbst z\u00e4hlt in diesem Zusammenhang wohl eher zu der Abteilung gehobenes Mittelfeld in Sachen Nestor Burma. Bisweilen ist alles ein St\u00fcck weit zu vorhersehbar und f\u00fcr Krimiexperten leicht zu durchschauen. Trotzdem wird der schwarze Humor des Protagonisten an vielen Stellen deutlich (die eingeflochtenen Gedankenblasen eignen sich hier ganz vorz\u00fcglich zum Darstellen des Innenlebens seiner Person). In diesem Zusammenhang d\u00fcrften sich dann auch eher Fans des derben Humors angesprochen f\u00fchlen, wobei Selbiger immer einem gewissen Kontrast zu den eleganten Zeichnungen Tardis ausstrahlt. Dar\u00fcber hinaus macht der Band Lust darauf, sich mal die Originalromane des franz\u00f6sischen Krimi-Autoren L\u00e9o Malet auf den Nachttisch zu legen. Die sind nicht nur \u00fcber jeden Zweifel erhaben, sie f\u00fchren dem Leser auch auf treffsichere Art und Weise den ruppigen Charme von Nestor Burma vor Augen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7903\" title=\"sz5\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/sz5.jpg\" alt=\"sz5\" width=\"226\" height=\"300\" \/>Der Nahostkonflikt besch\u00e4ftigt uns derweil seit vielen Jahren und eine L\u00f6sung scheint auch weiterhin nicht in Sicht zu sein. Der Comic-Zeichner <strong>Joe Sacco<\/strong> nimmt das zum Anlass, um sich selbst ein Bild von der Situation vor Ort zu verschaffen. Sein Weg f\u00fchrt ihn in zahlreiche Fl\u00fcchtlingslager, wo er auf Menschen trifft, die von den Auseinandersetzungen gezeichnet sind. Seine Graphic Novel \u201ePal\u00e4stina\u201c ist im Dokumentarstil verfasst und hat mit daf\u00fcr gesorgt, dass Dokumentationen heute auch in gezeichneter Form ver\u00f6ffentlicht werden k\u00f6nnen, ohne dass es irgendwie l\u00e4cherlich anmutet. Joes Saccos Werk beschr\u00e4nkt sich in diesem Zusammenhang ausschlie\u00dflich auf die Sichtweise der Pal\u00e4stinenser, weshalb sich der Autor nach Ver\u00f6ffentlichung des Bandes zunehmend dem Vorwurf ausgesetzt sieht, kein objektives Bild von der Situation vor Ort zu zeichnen. Joes Sacco selbst sagt \u00fcber sein Werk: \u201eIn diesem Buch wollte ich nicht objektiv sein, sondern ehrlich\u201c, wodurch sich zahlreiche Kritiker von ihm erst recht best\u00e4tigt f\u00fchlten. Unabh\u00e4ngig davon schafft er es aber dennoch, das unermessliche Leid, das aus dem Nahost-Konflikt resultiert, in entstellte Motive zu \u00fcberf\u00fchren. Joe Sacco neigt in \u201ePal\u00e4stina\u201c dazu, seine Zeichnungen als Zerrbilder in Szene zu setzen und so transformiert sich so manches, freudlose Gesicht im Angesicht des Schreckens zu einer monstr\u00f6s anmutenden Fratze. Seine Geschichte enth\u00e4lt Motive, die sich unweigerlich in das Gehirn des Beobachters einbrennen. Genauso wie die Geschichte des Bandes \u201eWaltz With Bashir\u201c, welcher ebenfalls im \u201eSZ Verlag\u201c erschienen ist und aus der Feder von <strong>Ari Folman<\/strong> und <strong>David Polonsky<\/strong> stammt. Die matten Farben des Werks deuten schon darauf hin, dass man es hier mit einer gespenstischen Geschichte zu tun bekommen wird. Im Mittelpunkt steht das Leben eines gewissen Ari, seines Zeichens Filmregisseu<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7904\" title=\"sz10\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/sz10.jpg\" alt=\"sz10\" width=\"226\" height=\"300\" \/>r, der sich verzweifelt daran erinnern m\u00f6chte, was im Jahre 1982 w\u00e4hrend des Libanonkrieges geschehen ist. Er selbst ist damals als israelischer Soldat aktiv mit dabei gewesen, doch sein Erinnerungsverm\u00f6gen hat ihn inzwischen im Stich gelassen. Er macht sich also auf die Suche nach den fr\u00fcheren Kameraden. Ziel ist es, der Wahrheit auf die Schliche zu kommen, wobei er sich am Ende mit seiner eigenen, ganz pers\u00f6nlichen Schande konfrontiert sieht. Er muss feststellen, dass er (Achtung SPOILER!) als stiller Beobachter an den Massakern in den pal\u00e4stinensischen Fl\u00fcchtlingslagern Sabra und Schatila beteiligt gewesen ist\u2026 (wobei wir in diesem Zusammenhang noch anf\u00fcgen m\u00f6chten: wer den gleichnamigen Film bisher noch nicht gesehen hat, sollte sich unbedingt mal Zeit daf\u00fcr nehmen. \u201eWaltz With Bashir\u201c geh\u00f6rt zu den eindrucksvollsten Dokumentationen der letzten Jahre \u2013 die Graphic Novel von Ari Folman und David Polonsky ist auf Grundlage des Films entstanden). Und damit Schluss f\u00fcr heute. Viel Spa\u00df mit den zahlreichen Sch\u00e4tzen der SZ-Bibliothek. Wir lesen uns beim n\u00e4chsten Strichcode.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stadt \u201eShenzhen\u201c kann als Sinnbild f\u00fcr den gesellschaftlichen Wandel Chinas gelten. 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