{"id":7988,"date":"2011-10-04T20:24:02","date_gmt":"2011-10-04T19:24:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=7988"},"modified":"2011-10-06T19:15:06","modified_gmt":"2011-10-06T18:15:06","slug":"strichcode-vol-15-kommt-lasst-uns-verschwinden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=7988","title":{"rendered":"\/\/ strichcode vol. 15 &#8211; &#8222;kommt, lasst uns verschwinden!&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7989\" title=\"stuckrubberbaby_cvrneu_rgb-1024e2f9\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/stuckrubberbaby_cvrneu_rgb-1024e2f9.jpg\" alt=\"stuckrubberbaby_cvrneu_rgb-1024e2f9\" width=\"200\" height=\"268\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/stuckrubberbaby_cvrneu_rgb-1024e2f9.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/stuckrubberbaby_cvrneu_rgb-1024e2f9-223x300.jpg 223w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>Als hierzulande erstmals die Comic-Reihe \u201eStuck Rubber Baby\u201c erschienen ist, wurde sie vom zust\u00e4ndigen Verlag noch als \u201eComic-Roman\u201c bezeichnet. Man wollte damit die Ernsthaftigkeit dieses Werks herausstellen. In Zeiten der Graphic Novels, wo reihenweise literarisch-anspruchsvolle Geschichten erscheinen, ist so etwas nat\u00fcrlich nicht mehr n\u00f6tig.\u00a0 N\u00f6tig allerdings erscheint es die Geschichte von Howard Cruse auch f\u00fcr alle Nachz\u00fcgler verf\u00fcgbar zu machen. Diesem Unterfangen hat sich jetzt der \u201eCross Cult\u201c-Verlag angenommen. <!--more-->In der Geschichte dreht sich alles um das \u201eComing Out\u2026\u201c eines gewissen Toland Pork. <span style=\"color: #262626;\">Da die Geschichte Anfang der 60er Jahre spielt, werden in diesem Zusammenhang aber auch zahlreiche zeitgeschichtliche Momente aufgegriffen, so dass man ein differenziertes Bild der damaligen Verh\u00e4ltnisse pr\u00e4sentiert bekommt. Toland Pork selbst schlie\u00dft sich im Jahr 1963, kurz nach der Ermordung von Pr\u00e4sident Kennedy, einer Gruppe von K\u00fcnstlern an, die sich f\u00fcr ein Amerika ohne Rassentrennung und Bigotterie engagieren. Jeder von ihnen hat sein eigenes Motiv sich zu engagieren und h\u00e4tte es damals schon die Streitschrift \u201eEmp\u00f6rt euch!\u201c von St\u00e9phane Hessel gegeben, sie h\u00e4tten sich wohl alle in seinen Worten wieder gefunden. Aufgrund der tiefsinnigen Charaktere ist \u201eStuck Rubber Baby\u201c ein episches Unterfangen geworden, dass einen Schritt f\u00fcr Schritt in einen Sog der Emotionen rei\u00dft. Die schwarz-wei\u00dfen Zeichnungen offerieren einem als Leser ein detailliertes Bild des damaligen Geschehens \/ der damaligen Missst\u00e4nde. Die Vorurteile der damaligen Zeit scheinen sich in den Gesichtern der Protagonisten wieder zu spiegeln. Kein Wunder, dass Sch\u00f6pfer <strong>Howard Cruse<\/strong> nach der Vollendung dieses Lebenswerks erstmal keinen Stift mehr zur Hand nehmen wollte. \u201eStuck Robber Baby\u201c hat ihm alles abverlangt, was in ihm steckte. Es wird wohl auf ewig sein gr\u00f6\u00dftes Werk bleiben, auch wenn seine weiteren Geschichten, wie \u201eAm Rande des Himmels\u201c oder \u201eThe Advocate\u201c durchaus auf positive Resonanz in Kritikerkreisen stie\u00dfen. \u201eStuck Rubber Baby\u201c spielt heute in einer Liga mit einem Klassiker wie \u201eMaus\u201c von Art Spiegelmann und wurde v\u00f6llig zu recht mit einem Eisner- und einem Harvey-Award ausgezeichnet. Wer auf anspruchsvolle, zeitgeschichtlich relevante Comic-Unterhaltung steht, sollte sich dieses Werk auf keinen Fall entgehen lassen.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-7990\" title=\"moerderweinte\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/moerderweinte-212x300.jpg\" alt=\"moerderweinte\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/moerderweinte-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/moerderweinte.jpg 321w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/>Eine bemerkenswerte Geschichte \u00fcber einen kleinen Jungen, der sich mit dem M\u00f6rder seiner Eltern anfreundet, ist in diesen Tagen im \u201eSchreiber &amp; Leser\u201c-Verlag erschienen. \u201eDer M\u00f6rder weinte\u201c umrei\u00dft das schwierige Verh\u00e4ltnis der beiden, vom Schicksal aneinander gebundenen Existenzen. Die Graphic Novel von <strong>Thierry Murat<\/strong> ist eine Adaption des Romans Anne-Laure Bondoux. Im Rahmen des Comics selbst wird in diesem Zusammenhang kaum gesprochen. Der Autor beschr\u00e4nkt sich vorwiegend auf seine vielschichtigen Motive, die den Leser auf eine Reise mitnehmen. Zwischenzeitlich werden immer wieder Textpassagen zwischen geschoben, welche die Handlung voranschreiten lassen. Die d\u00fcsteren Motive machen aufgrund ihrer Weitl\u00e4ufigkeit die Distanz der beiden Charaktere zu ihrer Umwelt deutlich. Alles in dieser Geschichte scheint von Einsamkeit zerfressen und die karge Natur bietet auch keinen echten R\u00fcckzugsraum mehr, um f\u00fcr die gescholtene Seele als Rettungsanker zu fungieren. \u201eDer M\u00f6rder weinte\u201c f\u00e4ngt die ganze Hoffnungslosigkeit der Situation treffend ein und macht deutlich, wie gnadenlos das Leben manchmal voranschreitet, wenn selbst der M\u00f6rder der eigenen Eltern das Licht am Ende des Tunnels verk\u00f6rpert. Ob sich das Duo am Ende mit dieser Situation arrangiert oder die Bruchstellen zum Riss des Bandes zwischen den beiden Charakteren f\u00fchren, was sie letztlich nur noch weiter in Richtung Isolation schubsen w\u00fcrde: am Besten du findest es selbst heraus. Es lohnt sich.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-7991\" title=\"simpsonsfuturama_01\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/simpsonsfuturama_01-224x300.jpg\" alt=\"simpsonsfuturama_01\" width=\"224\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/simpsonsfuturama_01-224x300.jpg 224w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/simpsonsfuturama_01.jpg 280w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/>Wer sich schon immer mal gew\u00fcnscht hat, <strong>Matt Groening<\/strong> m\u00f6chte doch bitte seine beiden gr\u00f6\u00dften Errungenschaften namens The Simpsons und Futurama in einer gemeinsamen Geschichte vereinen, der sollte sich jetzt mal schnell in die Comic-Abteilung einer nahe gelegenen Buchhandlung begeben. Da steht n\u00e4mlich seit kurzem ein monstr\u00f6ses Album namens \u201eDie Simpsons \/ Futurama Crossover Krise\u201c in den Regalen und macht auf 200 Seiten eine \u00e4u\u00dferst gute Figur. Hin und wieder neigen solchen Generationstreffen ja durchaus dazu, \u00fcber den A-Ha-Effekt hinaus, nichts wirklich Spannendes in der Hinterhand zu haben. Im Falle dieses Crossovers aber haben Groening und sein Partner (und Zeichner) <strong>Bill Morrison<\/strong> ganze Arbeit geleistet. Direkt nach dem \u00d6ffnen des Hochglanz-Pakets kommt man aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. Im R\u00fcckumschlag steckt doch tats\u00e4chlich ein Nachdruck der allerersten, deutschen Simpsons-Ausgabe, was schon allein den Kauf dieses Werks rechtfertigen sollte (Selbige wurde \u00fcbrigens im Jahre 1993 mit einem Eisner Award ausgezeichnet). Wenn dann Fry und seine Kumpels gleich zu Beginn auch noch mithilfe eines Comics im Comic in die Welt der Simpsons geschleudert werden, nimmt der Wahnsinn seinen Lauf. Homer und Bender rotten sich zusammen und beginnen sich den tr\u00fcben Tag ein bisschen sch\u00f6ner zu trinken. Fry und Bart hecken zusammen ein paar fiese Missetaten aus und Leela und Lisa halten der naiven M\u00e4nnerwelt den Spiegel vor. Dar\u00fcber hinaus werden auch noch ein paar imposante Sidekicks in Richtung \u201eStar Wars\u201c zwischen gestreut, wenn die Simpsons sich pl\u00f6tzlich aufgrund eines Risses im Raum-Zeit-Kontinuum im New York des 31. Jahrhunderts wieder finden. Dass in diesem Zusammenhang sowohl der eigenwillige Humor von Futurama, wie auch die gesellschaftskritischen Momente der Simpsons, nicht auf der Strecke bleiben, ist bemerkenswert. Gerade dann n\u00e4mlich, wenn die Protagonisten aufeinander treffen, w\u00e4chst dieser Comic-Band regelrecht \u00fcber sich hinaus und bringt einen immer wieder dazu, lauthals loszulachen. Bleibt am Ende eigentlich nur zu hoffen, dass sich die Verantwortlichen dazu entschlie\u00dfen, eine entsprechende Leinwand-Version dieses Crossovers aus dem \u00c4rmel zu sch\u00fctteln.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-7992\" title=\"schwarze_seite\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/schwarze_seite-222x300.jpg\" alt=\"schwarze_seite\" width=\"222\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/schwarze_seite-222x300.jpg 222w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/schwarze_seite.jpg 330w\" sizes=\"auto, (max-width: 222px) 100vw, 222px\" \/>Wenn man eine Karriere als Journalist starten m\u00f6chte, muss man erstmal etwas Eigeninitiative in die Wagschale werfen. So macht sich in der Graphic Novel \u201eDie schwarze Seite\u201c eine junge Journalistin namens Kerry Stevens auf, ein Interview mit dem renommierten Autor Carson McNeal zu organisieren. Bl\u00f6derweise ist eben jener daf\u00fcr bekannt, in bester Pearl Jam-Manier alle Interviews gnadenlos abzulehnen. Es gibt keinerlei pers\u00f6nliche Informationen \u00fcber den werten Herren und so scheint er Stevens der perfekte Kandidat, um ihren eigenen Namen in journalistischer Hinsicht etwas aufzuwerten. Sie schleicht also in dessen Redaktion herum und dabei fallen ihr doch tats\u00e4chlich die Aufzeichnungen seines neuen Romans in die H\u00e4nde. Als ob das nicht genug w\u00e4re, t\u00e4uscht sie dar\u00fcber hinaus einen Unfall vor, wirft sich vor das Auto des Autors und erschleicht sich auf diese Weise schrittweise sein Vertrauen, um ihn anschlie\u00dfend so richtig auszuquetschen. Ob sie mit ihrem T\u00e4uschungsversuch durchkommt oder irgendwann von Gewissensbissen heimgesucht wird. Am Besten du findest es selbst heraus. \u201eDie schwarze Seite\u201c ist nicht nur aufgrund seiner spannenden Geschichte ein \u00e4u\u00dfert reizvolles Unterfangen. Die Geschichte von <strong>Frank Giroud<\/strong> und <strong>Denis Lapi\u00e9re<\/strong> ist auch \u00e4u\u00dferst ansprechend umgesetzt. Daf\u00fcr sind vor allem Zeichner <strong>Ralph Meyer<\/strong> und Koloristin <strong>Caroline Delabie<\/strong> verantwortlich. Die sorgen n\u00e4mlich auch storytechnisch f\u00fcr Abwechslung, wenn sie parallel zur Geschichte auch noch die Story des unver\u00f6ffentlichten Romans in Szene setzen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7993\" title=\"canardo\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/canardo.jpg\" alt=\"canardo\" width=\"299\" height=\"420\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/canardo.jpg 299w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/canardo-213x300.jpg 213w\" sizes=\"auto, (max-width: 299px) 100vw, 299px\" \/>Darf ich vorstellen, meine Damen und Herren, hier kommt \u201eCanardo\u201c. Seines Zeichens Enteninspektor auf gef\u00e4hrlicher Mission, von Zeichner <strong>Benoit Sokal<\/strong> treffend in Szene gesetzt. Der geb\u00fcrtige Br\u00fcsseler Autor hat nicht nur ein Studium an einer Kunsthochschule in seiner Heimatstadt absolviert, er hat mit der Reihe Canardo auch ein ganzes Universum kreiert, das sich um den widerborstigen Enterich dreht. Viele sehen Canardo in diesem Zusammenhang als die franz\u00f6sische Antwort auf Donald Duck. Politisch inkorrekt s\u00e4uft und raucht der Protagonist, was das Zeug h\u00e4lt und schart auf diese Weise bereits seit 30 Jahren zahlreiche Fans um sich. Der eigenwillige Zeichenstil des Comics, der treffend den damaligen Zeitgeist wieder spiegelt und die rotzfreche Schnauze des Anti-Helden erinnern so ein bisschen an die Serie \u201eColumbo\u201c, was sich auch in der kauzigen Dialogen widerspiegelt. In diesem Zusammenhang wirkt Canardo zwar ein wenig aus der Zeit gefallen, aber genau das ist gleichzeitig der gr\u00f6\u00dfte Trumpf des Comics. Beschleicht einen doch als Leser sofort ein wohliges Nostalgiegef\u00fchl, das \u00fcber die volle Distanz erhalten bleibt. Wer bisher noch nicht viel von Canardo mitbekommen hat, wird nun vom \u201eSchreiber &amp; Leser\u201c-Verlag mit den ersten Abenteuern des Inspektors in Form eines gelungenen Sammelbands begl\u00fcckt. Die Geschichten, die sich um einen ollen Hundesoldaten, eine Zarenerbin und eine entf\u00fchrte S\u00e4ngerin drehen, sind urspr\u00fcnglich f\u00fcr eine franz\u00f6sische Zeitung als L\u00fcckenf\u00fcller konzipiert worden. Sie haben aber bis heute nichts von ihrem Charme verloren.<span> <\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-7994\" title=\"goettliche-komoedie-650\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/goettliche-komoedie-650-220x300.jpg\" alt=\"goettliche-komoedie-650\" width=\"220\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/goettliche-komoedie-650-220x300.jpg 220w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/goettliche-komoedie-650.jpg 367w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/>Ein weiterer Klassiker im Comic-Format wurde in der Zwischenzeit im renommierten \u201eKnesebeck\u201c-Verlag ver\u00f6ffentlicht. \u201eDantes g\u00f6ttliche Kom\u00f6die\u201c wurde diesbez\u00fcglich von niemand Geringerem als <strong>Seymour Chwast<\/strong> in eine 130seituge, schwarz-wei\u00dfe Bildergeschichte transformiert. Der renommierte Zeichner versucht in diesem Zusammenhang die hochkomplexe Dramaturgie von <strong>Dante Alighieri<\/strong>s Original in allgemein verst\u00e4ndliche Bahnen zu lenken. Er macht das, indem er sich zumindest in inhaltlicher Hinsicht auf das Wesentliche beschr\u00e4nkt. So richtig leichte Kost l\u00e4sst sich aus dem Original allerdings dann doch nicht generieren, noch dazu schmerzt so manche L\u00fccke, welche der Autor offen l\u00e4sst, was immer wieder dazu f\u00fchrt, dass man so manche Seite mehrmals in Augenschein nehmen m\u00f6chte, bisweilen sogar zu Sekund\u00e4r-Litertatur greifen sollte, um handlungstechnisch auf dem Laufenden zu bleiben. Mit seinen minimalistischen Zeichnungen sorgt Chwast unabh\u00e4ngig davon allerdings f\u00fcr zahlreiche witzige Momente, so dass man als Leser nach einer gewissen Eingew\u00f6hnungsphase doch noch Gefallen an Dantes g\u00f6ttlicher Geschichte findet. Die wiederum thematisiert die Reise des Autors selbst durch die drei Welten des Jenseits. Diesbez\u00fcglich bekommt Dante zwei Begleiter zur Seite gestellt, so dass er sich unter anderem mit dem r\u00f6mischen Dichter Vergil und seiner langj\u00e4hrigen Freundin Beatrice auseinandersetzen darf. Am Ende \u00fcberzeugt nicht nur Chawst augenzwinkernde Darstellung von Dante als rauchender Detektiv, welcher ein ausgepr\u00e4gtes Faible f\u00fcr Figuren des Film Noir-Genres beim Sch\u00f6pfer erahnen l\u00e4sst. \u201eDantes g\u00f6ttliche Kom\u00f6die\u201c macht dar\u00fcber hinaus auch Lust darauf, sich mal ans hochkomplexe Original heranzuwagen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-7995\" title=\"best_of_spirit\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/best_of_spirit-196x300.jpg\" alt=\"best_of_spirit\" width=\"196\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/best_of_spirit-196x300.jpg 196w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/best_of_spirit.jpg 291w\" sizes=\"auto, (max-width: 196px) 100vw, 196px\" \/>Einen echten Klassiker hat auch der \u201eEckart Schott Verlag\u201c in diesen Tagen wieder aus der Kiste gekramt. \u201eThe Spirit\u201c von <strong>Will Eisner<\/strong> z\u00e4hlt zu den Klassikern der Comic-Literatur. Vergessen Sie in diesem Zusammenhang bitte ganz schnell wieder die blutleere Verfilmung, die noch vor kurzem \u00fcber die Leinw\u00e4nde der ans\u00e4ssigen Kinos flimmerte. Die urspr\u00fcnglichen Comics haben mit diesem \u201eSchmarrn\u201c nur wenig gemein. \u201eDie besten Geschichten von The Spirit\u201c versammelt<span> <\/span>vielmehr die gelungensten Strips des Meisters, der von \u201eUSA Today\u201c bereits als \u201eder Citizen Kane des Comics\u201c bezeichnet wurde. Die Kurzgeschichten um \u201eThe Spirit\u201c sind dar\u00fcber hinaus allesamt in so genannten \u201eSupplements\u201c ver\u00f6ffentlicht worden (so nannte man fr\u00fcher die Beilagen von Tageszeitungen in welchen sich immer wieder Comic-Strips fanden). Im Zentrum der Geschichte steht ein gewisser Denny Colt, der sich hinter seinem Superhelden-Alter Ego \u201eThe Spirit\u201c versteckt, weil er im echten Leben bereits f\u00fcr tot erkl\u00e4rt wurde. Er wird als einsamer Ehrenmann stilisiert, der sich f\u00fcr das Gute einsetzt. In bester \u201eDick Tracy\u201c-Manier l\u00f6st er Kriminalf\u00e4lle (meist zur Zufriedenheit aller Beteiligten) und entspricht so dem typischen Heldenbild der 40er bis 60er Jahre. Man sollte allerdings in diesem Zusammenhang wissen, dass sich The Spirit nach und nach von diesem Konzept emanzipierte. Eisners Charaktere wurden schrittweise tiefsinniger und es ist vor allem das humorvolle Auftreten des Helden, das ihn von vielen Superhelden-Mitstreitern der damaligen Zeit abhebt. Umso sch\u00f6ner, dass alle Neueinsteiger in Sachen \u201eThe Spirit\u201c nun einen \u00e4u\u00dfert kosteng\u00fcnstigen Rundumschlag von \u201eSalleck Publications\u201c vor den Latz geknallt bekommen. Dar\u00fcber hinaus findet sich in \u201eDie besten Geschichten von The Spirit\u201c auch eine spannende Einleitung von Science Ficition-Autor Neil Gaiman, welche den Einfluss und seine Liebe zu diesen Comics \u00e4u\u00dferst treffend transportiert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7996\" title=\"art\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/art.jpeg\" alt=\"art\" width=\"276\" height=\"420\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/art.jpeg 276w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/art-197x300.jpg 197w\" sizes=\"auto, (max-width: 276px) 100vw, 276px\" \/>Der Name <strong>Art Spiegelman<\/strong> d\u00fcrfte allen Graphic Novel-Fans bereits seit geraumer Zeit ein Begriff sein. Nicht wenige d\u00fcrften durch sein Meisterst\u00fcck \u201eMaus\u201c \u00fcberhaupt erst Gefallen an anspruchsvollen Comics gefunden haben. Im \u201eFischer\u201c-Verlag ist bereits vor geraumer Zeit ein weiteres seiner Werke entschieden, das bislang eher ein Nischendasein fristete. Die Geschichte \u201eDie wilde Party\u201c ist fast ausschlie\u00dflich in Versform verfasst. Die Zeichnungen erg\u00e4nzen die poetischen Passagen und verschaffen dem Leser auf diese Weise einen gelungenen Eindruck von dem, was geschieht.<span> <\/span>Die 75 Zeichnungen dieses Bandes m\u00f6chte man sich bisweilen am Liebsten einrahmen und ins Wohnzimmer h\u00e4ngen. Eine solche Brillanz und Liebe zum Detail ist mir pers\u00f6nlich schon lange nicht mehr untergekommen. Man hat bisweilen das Gef\u00fchl durch ein gro\u00dfes Gem\u00e4lde zu schreiten und wird von den \u00e4sthetischen Versen Joseph Moncure Marchs in einen Bann geschlagen. Die Geschichte selbst spielt in den 20er Jahren und dreht sich um eine Nacht in einem Jazz-Club, welche ein tragisches Ende nehmen wird. Die Erz\u00e4hlung illustriert dar\u00fcber hinaus das herabwertende Frauenbild der damaligen Zeit, dar\u00fcber hinaus auch den schroffen Umgangston, welcher immer wieder in Handgreiflichkeiten gipfelte. \u201eDie wilde Party\u201c ist ein ausuferndes Werk, aber dennoch eine glaubw\u00fcrdige Geschichte, die schonungslos die dunkle Seite der menschlichen Psyche ausleuchtet. Wer auf anspruchsvolle Unterhaltung steht, aber auf ein bisschen Tohuwabohu nicht verzichten m\u00f6chte, sollte unbedingt mal reinschnuppern.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-7997\" title=\"jirodiestadt\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/jirodiestadt-214x300.jpg\" alt=\"jirodiestadt\" width=\"214\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/jirodiestadt-214x300.jpg 214w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/jirodiestadt.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 214px) 100vw, 214px\" \/>Nach diesem Rundumschlag in Sachen gehobener Comic-Literatur wollen wir zum Abschluss noch einen kurzen Blick auf das breite Schaffens von <strong>Jiro Taniguchi<\/strong> werfen. Im Verlag \u201eSchreiber &amp; Leser\u201c wurden bereits einige seiner gr\u00f6\u00dften Meisterwerke ver\u00f6ffentlicht. So auch die wunderbare Geschichte \u201eDie Stadt und das M\u00e4dchen\u201c, die sich mit einem verschwunden M\u00e4del namens Megumi auseinander setzt. Deren Mutter, welche bereits seit Jahren im Einklang mit der Natur lebt, bittet einen alten Freund ihres bereits verstorbenen Mannes, ihr bei der Suche nach der verschwundenen Tochter zu helfen. Shiga, so der Name des Freundes, macht sich schnurstracks auf die Socken und landet im Rahmen seiner Nachforschungen in Tokio, wo er sich mit einer v\u00f6llig fremden Umgebung konfrontiert sieht. Ein Gewirr aus Stra\u00dfen, Lichtern und Menschenmassen tut sich vor ihm auf und es ist bisweilen herzerw\u00e4rmend dem ehemaligen Extremsportler dabei zuzusehen, wie er sich Schritt f\u00fcr Schritt seinen Weg durch den Gro\u00dfstadtdschungel bahnt. In diesem Zusammenhang greift Taniguchi nicht nur das von ihm oftmals bem\u00fchte Motiv des Bergsteigens auf, indem er die Metropole zum Kletterger\u00fcst verkl\u00e4rt. Durch das Agieren seines Protagonisten macht er aber auch die Diskrepanz zwischen Stadt und Land \/ arm und reich deutlich und f\u00fchrt seinen Lesern gekonnt vor Augen, welche gesellschaftlichen Herausforderungen es noch zu bew\u00e4ltigen gilt. Die Kinderarmut, die Prostitution, all das wird in diesem Werk eher beil\u00e4ufig thematisiert, bleibt aber dennoch auf der Netzhaut des Lesers haften. Dar\u00fcber hinaus spitzt sich die Geschichte in bester Thriller-Manier schon nach wenigen Seiten derma\u00dfen zu, dass man die knapp 350 Seiten nahezu in einem Rutsch verschlingt. In diesem Zusammenhang\u2026 viel Vergn\u00fcgen und vor allem\u2026 spannende Unterhaltung\u2026 bis zum n\u00e4chsten Strichcode.<span> <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als hierzulande erstmals die Comic-Reihe \u201eStuck Rubber Baby\u201c erschienen ist, wurde sie vom zust\u00e4ndigen Verlag noch als \u201eComic-Roman\u201c bezeichnet. Man wollte damit die Ernsthaftigkeit dieses Werks herausstellen. In Zeiten der Graphic Novels, wo reihenweise literarisch-anspruchsvolle Geschichten erscheinen, ist so etwas nat\u00fcrlich nicht mehr n\u00f6tig.\u00a0 N\u00f6tig allerdings erscheint es die Geschichte von Howard Cruse auch f\u00fcr [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-7988","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category--unter-der-haut"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7988","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7988"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7988\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8048,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7988\/revisions\/8048"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7988"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7988"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7988"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}