{"id":96,"date":"2008-06-15T10:58:45","date_gmt":"2008-06-15T09:58:45","guid":{"rendered":"http:\/\/zuckerkick.com\/weblog\/?p=96"},"modified":"2008-09-30T09:42:46","modified_gmt":"2008-09-30T08:42:46","slug":"ein-sturz-in-die-liebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=96","title":{"rendered":"\/\/ ein sturz in die liebe &#8230; (alle folgen)"},"content":{"rendered":"<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/endlos.jpg\" alt=\"endlos\" \/><\/p>\n<p><strong> die komplette geschichte von anfang an&#8230;<\/strong><\/p>\n<p><em>\/\/ von helena hertlein &amp; johanna kleinschrot <\/em><\/p>\n<p>Marinas schicksalhafte Begegnung mit einem Barbaren stellt Sie auf eine harte Probe.<br \/>\nKommt Jonas wirklich aus der Zellerau ???<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u201eJanine, ist mein neuer wei\u00dfer Mini nicht supers\u00fcss?!\u201c<br \/>\n\u201eFiel mir sofort auf, Marina! Passt fabelhaft zu deinen knackig braungebrannten Beinen!\u201c<br \/>\n\u201eGenau das hab ich mir auch gedacht, als ich ihn gesehen hab. Ein Superschn\u00e4ppchen aus der Stoffbar f\u00fcr 150 Euro, musste ich haben. Meine G\u00fcte, ist das voll hier, wo soll man da noch parken??\u201c<br \/>\n\u201eDa vorne rechts ist noch eine L\u00fccke.\u201c<br \/>\n\u201ePasst mein Cabriolet da rein?\u201c<br \/>\nDer rosa Sportwagen h\u00e4lt auf dem Parkplatz des Graf-Luckner-Weihers und kurze Zeit sp\u00e4ter lassen sich vier Grazien auf einer riesigen Picknickdecke mitten auf den Mainwiesen nieder. Marina \u00f6lt sich mit Sonnenschutzfaktor 2 ein, nippt zwischendurch an ihrem Gl\u00e4schen Champagner und schlie\u00dft die Augen, um die warmen Sonnenstrahlen des zu Neige gehenden Tages auszukosten. \u201eWie viele Scampis ich mir heute wohl g\u00f6nnen kann&#8230;.\u201c<br \/>\nDer Luxusk\u00f6rper der Zweiundzwanzigj\u00e4hrigen schwelgt in schwerwiegenden Problemen und die Sorge um die Fettp\u00f6lsterchen ist wohl ihre Gr\u00f6\u00dfte. Denn Mama h\u00fctet die Villa im Steinbachtal w\u00e4hrend  Papa jeden Wunsch von den Lippen abliest. Ein Leben wie aus dem Bilderbuch, sodass sich das T\u00f6chterchen voll und ganz auf sein Modedesignstudium konzentrieren kann.<\/p>\n<p>Die letzten Tage der Semesterferien genie\u00dft Marina mit ihren Freundinnen aus dem Tennisclub in vollen Z\u00fcgen. Doch die Ruhe ist nicht perfekt, denn selbstverst\u00e4ndlich bleibt man an einem lauen Sommerabend nicht allein: Die Mainwiesen mit unterschiedlichsten Gr\u00fcppchen bev\u00f6lkert.<br \/>\n\u201eDie wollen doch nicht etwa hierher?\u201c Marina verzieht beim Anblick einer sich n\u00e4hernden Truppe angewidert das Gesicht.<br \/>\n\u201eHau mal n Bier her!\u201c<br \/>\n\u201eAlter, wer hat die Kohlen dabei?\u201c<br \/>\n\u201eSchmei\u00df scho ma die Steaks auf n Grill!\u201c<br \/>\nBierk\u00e4sten werden herangeschleppt und die Meute l\u00e4sst sich in H\u00f6rweite der Ladies ins Gras fallen.<br \/>\n\u201eUnglaublich, was f\u00fcr Wilde sich hier herumtreiben!\u201c<br \/>\n\u201eDie essen bestimmt mit den Fingern\u201c<br \/>\n\u201eWir m\u00fcssen unbedingt hier weg.\u201c<br \/>\n\u201eAbsolut, aber ich muss noch mal eben f\u00fcr kleine M\u00e4dchen.\u201c<br \/>\nMarina erhebt sich, streicht den Rock glatt und stolziert von dannen, um ein ad\u00e4quates Pl\u00e4tzchen zu suchen. \u201eWarum in aller Welt habe ich  mich blo\u00df \u00fcberreden lassen, den Abend hier zu verschwenden? Wo doch heute \u201eSex &amp; the studio\u201c ist\u201c, \u00e4rgert sich Marina, als sie sich durchs Geb\u00fcsch schl\u00e4gt.<br \/>\n\u201eAbendlicher Flair am Main, kann nicht jeder Tag so sein?\u201c&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230; Sinnlicher Gitarrengesang dringt an Marinas Ohr und l\u00e4sst sie aufhorchen. Von der tiefen Stimme fasziniert, folgt sie den wundervollen Kl\u00e4ngen und balanciert \u00fcber die Steine am Ufer. \u201eNur noch ein St\u00fcck, hinter dem Schilf muss er sein&#8230;&#8230;&#8230;Ahhhhhhhhh!\u201c<br \/>\n\u201eWas war das?\u201c Jonas  l\u00e4sst die Gitarre fallen und springt auf, als er  Marina schniefend im Wasser ent-deckt. Er z\u00f6gert keine Sekunde, hechtet zu ihr und zieht sie an Land. \u201eIst alles in Ordnung mit&#8230;\u201c<br \/>\nIhre Blicke treffen sich. F\u00fcr einige Momente nehmen die beiden nichts um sich herum wahr. Die Welt           steht still. Jonas gewinnt als erster die Fassung wieder und stammelt:<br \/>\n\u201eSo wundersch\u00f6ne Augen hab ich noch nie gesehen. So tiefblau&#8230;und&#8230;unbeschreiblich.\u201c<br \/>\nMarina senkt den Kopf, sie zittert.<br \/>\n\u201eDanke. Danke, f\u00fcr deine Hilfsbereitschaft. Ich wei\u00df gar nicht, was ich sagen soll&#8230;.\u201c<br \/>\nEr fasst behutsam an ihr Kinn und hebt ihr Gesicht sanft an.<br \/>\n\u201eKann ich irgendwas f\u00fcr dich tun? Wir haben da dr\u00fcben n warmes Feuer&#8230;\u201c<br \/>\nSie nickt l\u00e4chelnd.<br \/>\nLeichtf\u00fc\u00dfig springt Jonas die B\u00f6schung hinauf und reicht Marina die Hand. Vertrauensvoll greift sie zu. \u201eWas f\u00fcr starke, m\u00e4nnliche Arme. So muskul\u00f6s und doch so liebevoll&#8230;\u201c schw\u00e4rmt sie in Gedanken.<br \/>\n\u201eHier links. Wir sind gleich da.\u201c Jonas deutet auf die \u201ewilde Meute\u201c, die es sich am Feuer gem\u00fctlich gemacht hat.<br \/>\n\u201eMarina!\u201c fl\u00f6tet es von rechts, \u201ewir wollen gehen\u201c. Ihre ungeduldigen Freundinnen sind im Begriff zu fliehen, sie k\u00f6nnen es kaum erwarten den unzumutbaren Kreaturen zu entkommen.<br \/>\n\u201eWer ist das denn?\u201c Jonas mustert die aufgedonnerten M\u00e4dels.<br \/>\n\u201eDas kann nicht wahr sein. Er geh\u00f6rt zu denen. Ein solcher Mann und diese Barbaren.<br \/>\nWas soll ich nur tun? Was werden Janine und die Anderen sagen? Ich kann unm\u00f6glich mit ihm da r\u00fcber. Aber ich kann auch nicht gehen, als w\u00e4re nichts geschehen. Diese Magie zwischen uns kann kein Zufall sein. Ich muss wissen ob er genauso f\u00fchlt.\u201c<br \/>\nJonas unterbricht ihre Gedanken: \u201eWas ist denn nun?\u201c<br \/>\nMarina blickt ihn an. Eine Tr\u00e4ne l\u00e4uft ihre Wange hinunter.<br \/>\n\u201eIch kann nicht&#8230;\u201c sie dreht sich um. Jonas starrt  dem rosa Sportwagen nach, der im Licht der goldenen Abendsonne verschwindet. Fassungslos sch\u00fcttelt er den Kopf.<br \/>\n\u201eIch muss sie wiedersehen.\u201c<\/p>\n<p><strong>TEIL 2:<\/strong><\/p>\n<p>\u201eMach ma die Mucke lauter!\u201c<br \/>\n\u201eFenster auf! Hier is scho wieda so\u00b4n Dunst.\u201c<br \/>\n\u201eSchei\u00dfe, kann ja wohl nich sein, Bier is bald leer.\u201c<br \/>\n\u201eTja, Jungs. Da m\u00fcssen wir wohl nochma los. Wo geht`n heut was?\u201c Jonas schnappt sich das letzte Bier.<br \/>\n\u201eKein Plan, ich glaub aufm Boot is Samstags Party. Aber du spekulierst doch eh nur drauf, die Alte von neulich wiederzusehen.\u201c<br \/>\n\u201eSchwachsinn&#8230;\u00e4h&#8230;hast du vielleicht`n paper?\u201c versucht Jonas abzulenken, doch in seinem Kopf dreht sich seit zwei Wochen alles nur noch um Marina. Er kann ihr zauberhaftes L\u00e4cheln und ihre tiefblauen Augen einfach nicht vergessen.<br \/>\n\u201eKomm Alter\u201c Simon, sein bester Kumpel, klopft ihm freundschaftlich auf die Schulter, \u201ek\u00f6nnen schon ma auf`s Boot schaun, aber mach dir da nich so gro\u00dfe Hoffnungen. Die Bonzentussi is sowieso unerreichbar f\u00fcr dich.<br \/>\n\u201eHm, naja&#8230;..is eh erst halb zehn. Zock ma noch ne Runde und gehen dann los.\u201c Jonas wirft die Playstation an.<br \/>\n\u201eWas GEHEN? Im Sinne von LAUFEN? Du spinnst doch. Wir sind hier am Arsch der Welt.\u201c<br \/>\n\u201eMann, Mann, Mann, Alter. Schieb hier ma keine Filme. Ich wohn in Gromb\u00fchl, m\u00fcsstest du langsam wissen, gammelst ja t\u00e4glich hier rum. Kann ma locker laufen, au\u00dferdem gibt\u2019s Strabas.\u201c Jonas sch\u00fcttelt den Kopf \u00fcber so viel Faulheit und zweifelt mal wieder am Geisteszustand seiner Freunde.<\/p>\n<p>Ein Sektkorken knallt. Die vier Sch\u00f6nheiten sitzen im Kerzenschein an einer reich gedeckten Tafel und dinieren. Sie unterhalten sich angeregt \u00fcber den neuen rosa Anstrich der Sauna. Marina ger\u00e4t ins Schw\u00e4rmen, ihr Luxusappartement in der elterlichen Villa ist einfach ein unersch\u00f6pfliches Thema. Selbstverst\u00e4ndlich muss sie sich ihre zarten H\u00e4nde nicht mit Putzen oder anderer Hausarbeit ruinieren. Praktischerweise f\u00fcllt sich auch der K\u00fchlschrank wie von Zauberhand.<br \/>\n\u201eM\u00e4dels, ich hoffe ihr habt noch nicht zuviel gegessen. Ich hole jetzt n\u00e4mlich die k\u00f6stliche Zitronentarte \u00e0 la Mama. Low \u2013 Fat versteht sich.\u201c Marina verschwindet nach oben.<br \/>\n\u201eMutti, Muttilein! Ist der Nachtisch im K\u00fchlschrank?\u201c<br \/>\n\u201eJa, mein Schatz. Was habt ihr denn noch vor? Geht ihr noch auf die Piste?\u201c<br \/>\n\u201eAuf`s Boot wahrscheinlich. Da ist es wirklich ganz ungef\u00e4hrlich und es geht bestimmt auch nicht unter, Mama!\u201c Marina rollt mit den Augen, sie kennt ihre \u00fcbervorsichtige Mutter.<br \/>\n\u201eAch, in das Boot? Da k\u00f6nntest du doch mal Marco anrufen. Du wei\u00dft schon, den charmanten Sohn der Bergh\u00e4users aus dem Golfclub.\u201c<br \/>\n\u201eErstens hei\u00dft es \u201aAuf`s Boot\u2019, Mama, und zweitens ruf ich den garantiert nicht an. Der redet doch immer nur von Autos, Geld und sich selbst.\u201c Marina ist von ihren eigenen Worten \u00fcberrascht, im Prinzip ist das doch genau das Model Mann, das sie sucht: ein gutaussehender reicher Gentleman, der sie umgarnt. Wenn sie nur nicht st\u00e4ndig an ihren Retter denken m\u00fcsste. Jonas. Seine dunklen Locken, sein verwegener Blick und seine traumhafte Stimme.<br \/>\n\u201eWann geht ihr denn?\u201c Die Stimme der Mutter rei\u00dft sie j\u00e4h aus ihren Gedanken.<\/p>\n<p>\u201eDie Kochk\u00fcnste deiner Mum sind wirklich fantastisch.\u201c Janine lenkt ihren roten Mercedes auf einen freien Platz im Parkhaus. Durch geschicktes Flirten schaffen es die Freundinnen an der langen Schlange vorbei und erneuern erst mal ihr Make-up.<br \/>\n\u201eAch du liebe Zeit, ist es hier voll. Zeit f\u00fcr einen Mojito.\u201c Janine bahnt sich einen Weg durch die Massen, deckt alle mit Cocktails ein und ergattert einen Tisch im Mitteldeck. V\u00f6llig ersch\u00f6pft lassen sich die M\u00e4dels nieder und beobachten das m\u00e4nnliche Partyvolk, das durchaus auf die vier Blondchen aufmerksam geworden ist. Noch hat sich keiner rangetraut, doch der eine oder andere steht schon in Flirtposition.<br \/>\n\u201eHast du mal Feuer?\u201c Janine hat wie immer die Pole Position inne. Sie l\u00e4chelt verf\u00fchrerisch und gibt dem jungen Adonis bereitwillig das, was er will. Im Gegenzug l\u00e4dt er sie auf einen Cosmopolitan ein und die beiden ziehen heftig flirtend gen Tanzfl\u00e4che. Marina kann sich ein Grinsen nicht verkneifen, schon wieder einer, der von Janine oder besser, von ihrem umwerfenden Dekollet\u00e9 hypnotisiert wird.<br \/>\n\u201eSuchst du jemanden?\u201c sie blickt \u00fcberrascht auf und sieht sich Marco gegen\u00fcber. \u201eDu hast so verwirrt in der Gegend herumgeschaut. Aber jetzt bin ich ja da.\u201c S\u00fcffisant l\u00e4chelnd l\u00e4sst er sich neben ihr nieder. Marina r\u00fcckt demonstrativ ein St\u00fcck zur Seite. So ein arroganter Kerl, denkt sie bei sich und fragt h\u00f6flich: \u201eHallo Marco, wie geht es dir denn?\u201c<br \/>\n\u201eFamos! Geradezu alles paletti. Hab ich dir schon von meinem neuen Maserati&#8230;?\u201c<br \/>\nUnd schon schaltet Marina ab. Der folgende Monolog \u00fcber PS, Chromfelgen und Lackierung erreicht sie nicht. Abwesend l\u00e4sst sie ihren Blick schweifen. Sie hat tats\u00e4chlich jemanden gesucht. Doch sicher nicht diesen Macho. Nach einer halben Stunde hat sie genug.  \u201eIch schau mal, wo Janine steckt.\u201c Kurzerhand l\u00e4sst sie den verdutzten Marco sitzen.<\/p>\n<p>Erleichtert lehnt sie sich an die Reling und schaut nachdenklich aufs Wasser.<br \/>\n\u201eMarina?\u201c<br \/>\nDiese Stimme. Ihr stockt der Atem. Wie in Trance dreht sie sich um. Ein unbeschreibliches Gef\u00fchl durchflutet ihren K\u00f6rper.<br \/>\n\u201eJonas.\u201c<br \/>\nNur sie und er. Langsam bewegen sie sich aufeinander zu. Es bedarf keiner Worte. Sie sp\u00fcren eine unbekannte Macht, die sie lenkt. Wie von selbst finden sich ihre Lippen. Der Moment wird zur Ewigkeit&#8230;<\/p>\n<p><strong>TEIL 3: <\/strong><\/p>\n<p>\u00dcberw\u00e4ltigt von diesem Moment schauen sie sich an. \u201eSo hab ich noch nie empfunden. Ich kann es kaum in Worte fassen.\u201c Sanft streicht er ihr \u00fcber die Wange.<br \/>\n\u201eHuhu! Da bist du ja, Marina! Was treibst du dich denn hier in der K\u00e4lte rum? Lass uns runtergehen, das Tanzbein schwingen!\u201c Selbstgef\u00e4llig kommt Marco auf die beiden zu und mustert Jonas von oben bis unten. \u201eWenn du gestattest?\u201c Mit einem Blick auf seinen Nebenbuhler nimmt er Marinas Hand und will sie wegziehen.<br \/>\n\u201eGeh schon mal vor. Ich muss noch mal kurz aufs Klo\u201c Marina l\u00e4uft zur T\u00fcr. Kurz bevor sie hineingeht, dreht sie sich um und wirft Jonas einen vielsagenden Blick zu.<br \/>\nMarco indessen grinst seinen Rivalen siegessicher an: \u201eDie Frau ist `ne Nummer zu gro\u00df f\u00fcr dich, mein Junge. Ich w\u00fcnsch\u00b4 dir noch viel Spa\u00df. Ich werde ihn sicher haben&#8230;\u201c<\/p>\n<p>Marina zieht ihren Lidstrich nach und verl\u00e4sst die Toilette. Nerv\u00f6s schaut sie sich um. \u201eHoffentlich hat Jonas mich verstanden. Dieser penetrante Marco muss auch immer dazwischen funken.\u201c<br \/>\n\u201eMarina!\u201c Jonas steht am Ausgang und l\u00e4chelt sie an.<br \/>\n\u201eTut mir leid, der Schn\u00f6sel ist&#8230;\u201c<br \/>\n\u201eSchon in Ordnung. Geh\u00b4n ma halt ma raus. Ich lad\u00b4 dich auf`n Bier an der Tanke ein.\u201c<\/p>\n<p>Dort angekommen greift Jonas zu einem Sixer Becks. Marina blickt skeptisch: \u201e\u00c4h, eigentlich trink ich kein Bier.\u201c<br \/>\n\u201eWas denn sonst?\u201c Jonas schaut sie ungl\u00e4ubig an.<br \/>\n\u201eNa, Sekt oder auch mal `n Champagner&#8230;\u201c<br \/>\n\u201eTja, dann ist das jetzt wohl dein Bierdeb\u00fct.\u201c<br \/>\nUnsicher l\u00e4chelt sie ihn an, folgt ihm jedoch zur Kasse.<br \/>\n\u201eNoch `n Schinken-K\u00e4se-Croissant?\u201c<br \/>\nMarina, immer bedacht auf ihre Linie, z\u00f6gert kurz, \u201eHmm, wenn ich diese Nacht sogar Bier trinke, kann ich mir auch so was g\u00f6nnen\u201c, denkt sie sich.<br \/>\nWieder drau\u00dfen schlendern sie Hand in Hand \u00fcber die Br\u00fccke der Deutschen Einheit. \u201eWir k\u00f6nnten uns auf der anderen Mainseite auf die Wiese chillen und gem\u00fctlich unser Bierchen trinken.\u201c, schl\u00e4gt Jonas vor.<br \/>\n\u201eGerne. Dann k\u00f6nnen wir uns mal ungest\u00f6rt unterhalten.\u201c<\/p>\n<p>Jonas breitet seine Jacke auf dem Gras aus und \u00f6ffnet das Bier.<br \/>\n\u201eIch sitze hier tats\u00e4chlich in der K\u00e4lte, mit jemandem, den ich \u00fcberhaupt nicht kenne und trinke noch dazu Bier. Ich erkenn` mich kaum wieder. Was macht er nur mit mir?\u201c Marina l\u00e4sst sich gedankenverloren nach hinten fallen und blickt in den sternenklaren Nachthimmel. \u201eEs ist so unglaublich, dass wir uns wieder getroffen haben&#8230;. Glaubst du an Schicksal?\u201c<br \/>\n\u201eKeine Ahnung ob`s F\u00fcgung gibt, aber so was ist mir noch nie passiert. Ich h\u00e4tte nicht gedacht, dass mir eine Frau wie du nicht mehr aus dem Kopf geht.\u201c<br \/>\n\u201eWas hei\u00dft hier eine Frau wie ich?!\u201c<br \/>\n\u201eNaja, du bist halt komplett anders als die Leute, mit denen ich normalerweise abh\u00e4ng`. Du kommst aus einer Welt voller Marcos, Janines und teurem Champagner. Bezweifle, dass ich da reinpass`.\u201c<br \/>\n\u201eSind ja nicht alle so oberfl\u00e4chlich wie die beiden, und auf den ersten Blick find\u00b4 ich deine Freunde auch nicht sonderlich sympathisch. Aber irgendwas ist da zwischen uns. Und jetzt sind wir ja hier.\u201c Vorsichtig legt sie ihre Hand auf seinen R\u00fccken und zieht ihn zu sich. Sie k\u00fcssen sich. Jonas beginnt sie zu streicheln. Langsam wandert seine Hand unter ihr Shirt. Er sp\u00fcrt wie ihre Nippel hart werden, zieht ihr mit zitternden H\u00e4nden das Top \u00fcber den Kopf, k\u00e4mpft kurzzeitig mit dem BH-Verschluss und f\u00e4ngt an, ihre Br\u00fcste mit den Lippen zu liebkosen. Marina legt den Kopf in den Nacken und atmet heftig, w\u00e4hrend sie ihm sein T-Shirt vom Leib rei\u00dft. Achtlos wirft sie es ins Gras.<\/p>\n<p>Die Tatsache, dass sie sich auf den Mainwiesen befinden und f\u00fcr Nachtschw\u00e4rmer gut sichtbar sind, ist in diesem Moment vergessen. Der Drang, sich im anderen zu verlieren ist schier unmenschlich.<br \/>\nVon animalischer Begierde getrieben streift er ihr die Jeans von den schlanken Schenkeln und bedeckt ihr magisches Dreieck mit hei\u00dfen K\u00fcssen. Marina st\u00f6hnt laut, hei\u00dfes Verlangen flammt in ihr auf und ungeduldig entledigt sie ihn seines G\u00fcrtels. Hektisch zieht sie ihm die Hose aus.<br \/>\nSie gehen ineinander \u00fcber. Sie sind eins.<br \/>\nEine Welle der Lust durchstr\u00f6mt sie. Marina b\u00e4umt sich auf, \u201eOh, Jonas!\u201c. Er presst sie an sich. Ihre ekstatischen Bewegungen werden immer intensiver  und schneller. In einem Augenblick der reinsten Voll-kommenheit geben sie sich nur noch dem Rausch der Gef\u00fchle hin und erreichen gemeinsam den H\u00f6hepunkt.<\/p>\n<p>Beide f\u00fchlen, dass es um mehr geht als um die Leidenschaft einer einzigen Nacht&#8230;<\/p>\n<p><strong>TEIL 4<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWas f\u00fcr Riesendinger!\u201c, angewidert wendet sich Marina vom neuesten FHM-Kalendergirl ab und l\u00e4sst ihren Blick schweifen. Zwischen umgefallenen Bierflaschen, \u00fcberf\u00fcllten Aschenbechern und alten Socken k\u00e4mpft sie sich schlie\u00dflich zur Badezimmert\u00fcr. Dort herrscht ein \u00e4hnliches Chaos.<\/p>\n<p>\u201eMein Gott, wie seh ich denn aus?\u201c, Marina wirft einen Blick in den Spiegel und spitzt hinter den vergilbten Duschvorhang um die Badewanne zu inspizieren. \u201eLieber nicht\u201c. Das allmorgendliche Beautyprogramm muss wohl noch warten. Ein paar Spritzer kaltes Nass m\u00fcssen reichen, erst mal Kaffee. Marina setzt Wasser auf und \u00fcberpr\u00fcft das Kaffeepulver auf eventuellen Kleintierbefall. Der Kaffee besteht die Pr\u00fcfung, anders schauts mit dem K\u00fchlschrank aus. G\u00e4hnende Leere gespickt mit einer halben Flasche O-Saft und einem St\u00fcck angefressener Pizza. \u201eWie \u00fcberlebt er blo\u00df in dieser Bude?\u201c, Marina zieht zweifelnd zwei Tassen aus dem Sp\u00fclbecken, gie\u00dft den Kaffe ein und wandert zur\u00fcck in Jonas Zimmer.<\/p>\n<p>\u201eGuten Morgen\u201c, Jonas Wuschelkopf kommt unter der Bettdecke zum Vorschein und sein L\u00e4cheln l\u00e4sst sie das Chaos vergessen.<br \/>\nSie setzt sich zu ihm auf die Bettkante und reicht ihm eine Tasse. \u201eKrieg ich keinen Gutenmorgenkuss?\u201c, Jonas nimmt ihre Hand und f\u00e4ngt an ihren Arm mit K\u00fcssen zu bedecken. Sie sp\u00fcrt, wie sie G\u00e4nsehaut bekommt und zieht ihren Arm weg.<br \/>\n\u201eWas ist denn los?\u201c<br \/>\n\u201eNichts nichts. Nur n bisschen m\u00fcde. Bins halt nicht gewohnt nicht in meinem Himmelbett zu schlafen.\u201c<br \/>\n\u201eHimmelbett?!\u201c, Jonas schaut sie skeptisch an. \u201eMeine G\u00fcte, du wirst es verkraften. So schlimm wars nun auch wieder nicht.\u201c<br \/>\n\u201eNaja, das Aufwachen war jedenfalls nicht gerade berauschend.\u201c, Marina sieht sich mit abwertendem Blick um.<br \/>\n\u201eTut mir leid. Warn halt gestern n paar Jungs da, sah auch schon schlimmer aus. Muss halt heut ma aufr\u00e4umen.\u201c<br \/>\n\u201eAllerdings\u201c, Marina erhebt sich und holt ihr Handy aus der Handtasche.<br \/>\n\u201eWas ist denn jetzt schon wieder?\u201c<br \/>\n\u201eIch muss mal eben telefonieren\u201c, mit diesen Worten verl\u00e4sst sie das Zimmer und setzt sich in den Flur. Jonas sch\u00fcttelt verwirrt den Kopf, schnappt sich ein Handtuch und l\u00e4uft ins Bad.<br \/>\n\u201eHey Janine. Ich kann leider nicht so laut sprechen\u201c. Dumpf h\u00f6rt Jonas Marinas Stimme durch die T\u00fcr und wird aufmerksam.<\/p>\n<p>\u201eIch bin bei dem Typen von gestern. Nein! Nicht Marco! Du wei\u00dft schon, der braunhaarige vergammelte Kerl, den wir auch schon mal am Main getroffen haben&#8230;.Br\u00fcll mir doch nicht so ins Ohr! Ich wei\u00df, ich wei\u00df. Hab mir nat\u00fcrlich nichts dabei gedacht. Ob wir verh\u00fctet haben? F\u00fcr wen h\u00e4ltst du mich eigentlich? Selbstverst\u00e4ndlich. Jetzt sei doch mal kurz ruhig. Kannst du mich bitte abholen? \u2013 \u00c4h, irgendwo in Gromb\u00fchl, komm am besten zur Uniklinik.<br \/>\n\u201eWenn das so ist!\u201c, Jonas rei\u00dft mit einem Schwung die Badezimmert\u00fcr auf und starrt sie an. Entsetzt l\u00e4sst Marina das Handy fallen. \u201eEs ist nicht so wie du denkst\u201c, sie will ihm die Hand auf die Schulter legen, doch Jonas dreht sich ruckartig weg und \u00f6ffnet die Wohnungst\u00fcr. \u201eBitte\u201c, er deutet nach drau\u00dfen. \u201eIch erl\u00f6se dich von dem vergammelten Kerl.\u201c<br \/>\n\u201eLass mich doch erkl\u00e4ren\u201c, Marina hat Tr\u00e4nen in den Augen und schaut ihn verzweifelt an.<br \/>\n\u201eIch hab genug geh\u00f6rt. Wie konnte ich blo\u00df so dumm sein, mich auf dich einzulassen. Du bist echt nicht meine Welt. Geh jetzt bitte.\u201c<br \/>\nMarina will etwas sagen, aber ihre Stimme versagt. Beim Rausgehen dreht sie sich noch einmal um. Doch Jonas hat die T\u00fcr bereits hinter ihr zugeschlagen.<br \/>\n\u201eVerdammte Scheisse!\u201c, Jonas  schl\u00e4gt mit der geballten Faust auf die Badezimmert\u00fcr ein und lehnt sich schlie\u00dflich ersch\u00f6pft an. Er setzt sich auf den Boden und l\u00e4sst den Kopf auf seine Knie sinken&#8230;.<\/p>\n<p>\u201eSo ein Schei\u00dfwetter und ich muss dich auch noch durch die Minigassen in Gromb\u00fchl kutschieren. Ich frag mich echt was in dich gefahren ist, der Typ ist v\u00f6llig unter deinem Niveau. Denkst du eigentlich nur an dich? \u00dcberleg doch mal, was du deinen Eltern damit antust.\u201c, Janine kann es nicht fassen.<\/p>\n<p>Marina indes sieht teilnahmslos aus dem Fenster, eine Tr\u00e4ne rollt \u00fcber ihre Wange. Janine wirft ihr einen verunsicherten Blick zu. \u201eAch Sch\u00e4tzchen, tut mir leid. Ich hab \u00fcberreagiert. Ist der Kerl das wert? Du kennst ihn doch kaum.\u201c<br \/>\nMarina kann sich nicht mehr zur\u00fcckhalten und bricht in Tr\u00e4nen aus.<br \/>\n\u201eDir liegt wirklich viel an ihm.\u201c, seufzend lenkt Janine den Wagen in die Parkbucht vor der Hartensteinschen Villa im Steinbachtal.<br \/>\n\u201eWo warst du denn?\u201c, Marinas Mutter kommt aus dem Haus gest\u00fcrzt und mustert sie von oben bis unten. \u201eWas ist denn los? Du weinst ja, ist was passiert? Ich hab mir solche Sorgen gemacht.\u201c<br \/>\n\u201eKeine Sorge.\u201c, Janine will beruhigend einlenken. \u201eSie ist nur n bisschen durch den Wind weil&#8230;\u201c<br \/>\n\u201eWeil ich jetzt nicht dr\u00fcber reden will. Ich will jetzt nur noch in meine Badewanne, hab bei Janine nicht so gut geschlafen.\u201c<br \/>\nIhre Mutter schaut sie besorgt an.<br \/>\n\u201eLiebeskummer, Mama.\u201c, Marina senkt den Kopf.<br \/>\n\u201eAch wegen Marco!\u201c, erleichtert atmet ihre Mutter auf, \u201eda brauchst du dir keine Gedanken zu machen, der hat vorhin schon angerufen.\u201c<br \/>\nMarina wirft ihrer Mutter einen entsetzten Blick zu und st\u00fcrmt ins Haus.<br \/>\n\u201eAch, sobald sie ihn anruft wird sich das schon regeln.\u201c, Marinas Mutter l\u00e4chelt die betr\u00f6ppelte Janine aufmunternd an. \u201eMarco macht das schon. Genauso hab ich mir meinen Schwiegersohn vorgestellt. Gut aussehend und erfolgreich.\u201c<br \/>\n\u201eDa stimme ich ihnen voll und ganz zu, Frau von Hartenstein.\u201c, Janine steigt in ihr rosa Cabrio und winkt zum Abschied.<br \/>\n\u201eWenn die w\u00fcsste&#8230;\u201c<\/p>\n<p><strong>TEIL 5:<\/strong><br \/>\n\u201eKlingel doch endlich! Warum ruft er denn nicht an?\u201c Marina sitzt wartend vor ihrem pinken Pl\u00fcschtelefon.<br \/>\n\u201eSch\u00e4tzchen!\u201c Die T\u00fcr fliegt auf, Frau von Hartenstein erscheint aufgeregt an ihren Lockenwicklern zupfend.<br \/>\n\u201eAm besten ziehst du heute Abend\u201c, sie rei\u00dft Marinas \u00fcberdimensionalen Kleiderschrank auf, \u201edein fliederfarbenes Satinkleid mit dem R\u00fcschchenausschnitt an. Wenn das Marco nicht bet\u00f6rt, dann wei\u00df ich auch nicht. Ach ja, und denk dran, dass in einer halben Stunde Jenny vom Nagelstudio kommt. Alles muss perfekt sein, immerhin wird der gesamte Golfclub zu unserer Gartenparty erscheinen!\u201c Sie l\u00e4chelt ihre betr\u00fcbt dreinblickende Tochter vielsagend an.<br \/>\n\u201eKeine Sorge M\u00e4uschen, ich habe alles arrangiert, du wirst beim Dinner neben Marco sitzen.\u201c<br \/>\nMit diesen Worten ist sie auch schon wieder verschwunden. Marina l\u00e4sst den Kopf in die H\u00e4nde sinken. \u201eWie soll ich diesen Abend blo\u00df \u00fcberstehen? Marco redet ohnehin wieder nur \u00fcber seine Autos \u2013 aber wenigstens hat er welche und au\u00dferdem umgarnt er mich \u00e4u\u00dferst charmant. Ganz im Gegensatz zu manch Anderem\u201c. Sie schaut zum Telefon. Mit einem Seufzer erhebt sie sich vom Bett und holt ihr \u201eKleines Schwarzes\u201c aus dem Schrank. Sie will es vom B\u00fcgel nehmen, ihr Blick f\u00e4llt abermals auf den pinken Apparat. Wie von einer unbestimmten Macht gelenkt, greift sie pl\u00f6tzlich zum H\u00f6rer und w\u00e4hlt Jonas Nummer.<br \/>\n\u201eJonas? Hey, ich bin\u2019s, Marina.\u201c<br \/>\n\u201eIch&#8230;ich wollte nur,&#8230;es tut mir leid&#8230;\u201c<br \/>\n\u201eWarte, lass mich wenigstens erkl\u00e4ren.\u201c<br \/>\n\u201eIch hab so was noch nie vorher gemacht und dann auch noch&#8230;&#8230;..na ja, du wei\u00dft schon, die \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nde.\u201c<br \/>\n\u201eUm Gottes Willen, nat\u00fcrlich ist das nicht alles, was z\u00e4hlt \u2013 das ist mir in den letzten Tagen bewusst geworden. Es vergeht keine Minute, in der ich nicht an dich denke.\u201c<br \/>\n\u201eSei doch bitte nicht so aggressiv.\u201c<br \/>\n\u201eWas??? Wie hast du mich genannt? Was f\u00e4llt dir eigentlich ein? Wie konnte ich nur so bl\u00f6d sein, dich noch mal anzurufen.\u201c<br \/>\n\u201eJonas? Jonas, bist du noch dran?\u201c<br \/>\nMarina l\u00e4sst den H\u00f6rer sinken, wirft sich aufs Bett und beginnt bitterlich zu weinen.<\/p>\n<p>Wie von Sinnen knallt Jonas das Telefon auf den Boden und rast in die K\u00fcche. Schwungvoll greift er nach `ner Flasche Whiskey und fegt dabei s\u00e4mtliche dreckigen Teller vom Tisch.<br \/>\n\u201eSchei\u00dfe! Warum muss ausgerechnet ich an so `ne Tussi geraten?\u201c<br \/>\nHektisch z\u00fcndet er sich `ne Kippe an.<br \/>\n\u201eSo kann\u2019s nicht weitergehn.\u201c Er nimmt einen tiefen Schluck und starrt stur vor sich hin.<\/p>\n<p>Lampions leuchten, Norah Jones schmachtet im Hintergrund, der Geruch gegrillter Scampis liegt in der Luft und das leise Pl\u00e4tschern des Springbrunnens vervollkommnet das stilvolle Ambiente des Hartensteinschen Anwesens.<br \/>\n\u201eDeine Mutter hat sich mal wieder selbst \u00fcbertroffen, Marina. Alles, was in W\u00fcrzburg Rang und Namen hat, ist hier und das Essen ist wirklich \u00fcberaus delikat. Und dann auch noch solch wundersch\u00f6ne Gesellschaft, du siehst wirklich bezaubernd aus.\u201c<br \/>\nMarina verdreht zwar die Augen, dennoch st\u00f6\u00dft sie l\u00e4chelnd mit Marco an.<br \/>\n\u201eIch sollte eigentlich mal langsam machen mit dem Rotwein\u201c, Marina wirft dem Kellner einen koketten Blick zu und l\u00e4sst sich zum wiederholten Male nachschenken.<br \/>\n\u201eJetzt erz\u00e4hl doch mal, Marco, wohin fliegst du noch mal? Ibiza oder Fuerte Ventura? Schon All Inclusive, oder?\u201c<br \/>\n\u201eSelbstverst\u00e4ndlich! Habe mich jetzt doch f\u00fcr Fuerte Ventura entschieden, die bieten mir einfach mehr Luxus, ich sage dir, das Hotel ist ein Traum. M\u00f6chtest du nicht mitkommen?\u201c<br \/>\n\u201eH\u00f6rt sich durchaus verlockend an&#8230;ich werd\u2019s mir durch den Kopf gehen lassen.\u201c<br \/>\n\u201eAber denk dran, morgen muss ich sp\u00e4testens buchen. Lass uns erst mal tanzen und dann sehen wir weiter&#8230;&#8230;wer wei\u00df, vielleicht werden wir schon bald zu zweit den Sonnenuntergang am Strand genie\u00dfen.\u201c<br \/>\nEr nimmt ihre Hand und f\u00fchrt sie, am Pool vorbei, auf die Veranda, auf welcher sich schon einige P\u00e4rchen eng umschlungen zu langsamer Musik bewegen.<br \/>\nMarco legt seine Arme um Marinas Taille und zieht sie an sich. Sie l\u00e4sst ihn gew\u00e4hren.<br \/>\nIhre Mutter beobachtet das tanzende Paar verz\u00fcckt und nippt zufrieden an ihrem Champagner.<br \/>\nMarina l\u00e4sst ihren Kopf auf Marcos Schulter sinken. \u201eK\u00f6nnte ich doch f\u00fcr ihn dasselbe empfinden wie f\u00fcr Jonas&#8230;&#8230;.\u201c<\/p>\n<p>Jonas erstarrt und l\u00e4sst den Whiskey fallen. \u201eDas darf nicht wahr sein!\u201c Wie in Trance \u00f6ffnet er das Tor zum Hartensteinschen Garten. Die entsetzten Blicke der noblen Gesellschaft nimmt er nicht wahr. Er sieht nur Marina. Er steuert auf sie zu.<br \/>\nMarina h\u00e4lt inne. \u201eER ist hier!\u201c<br \/>\nJonas wird langsamer, er bleibt vor ihr stehen.<br \/>\nMarina l\u00f6st sich aus Marcos Umklammerung, doch einen Schritt auf Jonas zuzugehen wagt sie nicht. Jonas zittert, als er Marinas Hand nehmen will, Marco kommt ihm zuvor und legt sch\u00fctzend seinen Arm um Marina.<br \/>\nSie schaut Jonas mit Tr\u00e4nen in den Augen an.<br \/>\nEr senkt den Blick.<br \/>\n\u201eIch liebe dich.\u201c<\/p>\n<p><strong>TEIL 6:<\/strong><\/p>\n<p>\u201eEr liebt mich. Er liebt mich. Wie kann er mich nach all dem dennoch lieben? Liebe ich ihn? Wieso sagt er das ausgerechnet jetzt? Verdammt, Marco. Meine Mutter. Kann ich ihr das antun? Ich kann doch jetzt nicht so pl\u00f6tzlich entscheiden, ob ich das alles hier aufgebe. F\u00fcr ihn. Marco bietet mir Sicherheit, aber Jonas&#8230;\u201c<br \/>\n\u201eAch, mein armer Junge\u201c, Marco l\u00e4chelt \u00fcberlegen und legt Jonas mitleidig die Hand auf die Schulter. \u201eKann ich dir in deiner Verzweiflung noch irgendwas Gutes tun? Da hinten steht mein Chauffeur. Er wird dich bestimmt sicher nach Hause bringen.\u201c<br \/>\n\u201eFass mich nicht an!\u201c Grob schl\u00e4gt Jonas Marcos Hand weg.<br \/>\nMarco f\u00e4ngt lauthals an zu lachen. \u201eHarry, fahr schon mal den Wagen vor.\u201c. Bestimmend nimmt er Marinas Hand und will sie wegziehen. Das war der Tropfen, der das Fass zum \u00dcberlaufen bringt.<br \/>\n\u201eDu widerliches Arschloch!\u201c, Jonas packt Marco am Kragen und dr\u00fcckt ihn gegen die villensche Wand. Mit verzerrtem Gesicht ballt er die Faust zum Schlag.<br \/>\n\u201eJonas, nein!\u201c, Marina st\u00f6\u00dft Jonas weg und stellt sich sch\u00fctzend vor Marco.<br \/>\n\u201eWas bildest du dir eigentlich ein?\u201c, Jonas blickt sie entsetzt an. \u201eErst steigst du mit mir ins Bett, laberst irgendwas von ach so tiefen Gef\u00fchlen und in Wirklichkeit benutzt du mich nur, um Abwechslung in dein Leben mit deinem zuk\u00fcnftigen Geldgeber zu kriegen.\u201c Marina erblasst.<br \/>\nEin Raunen geht durch die Gesellschaft, die sich das Spektakel selbstverst\u00e4ndlich nicht entgehen l\u00e4sst und sich mit gierigen Blicken um den Schauplatz versammelt hat. Rigoros bahnt sich Frau von Hartenstein einen Weg durch die Menge und baut sich vor Jonas auf. \u201eMit welchem Recht kommen sie eigentlich einfach so auf mein Anwesen, sie ungehobelter R\u00fcpel? Und dann besitzen sie auch noch die Frechheit meine Tochter und ihren Marco derart zu dem\u00fctigen. Von ihrer offensichtlich gewaltt\u00e4tigen Ader mal abgesehen. Man sollte die Polizei alarmieren.\u201c<br \/>\n\u201eSchon geschehen\u201c, der Pr\u00e4sident des Tennis-Club schaltet sich gesch\u00e4ftig ein. Sirenen erklingen und kurze Zeit sp\u00e4ter erscheinen zwei uniformierte M\u00e4nner auf der Veranda. \u201eAls ob wir zur Zeit in der bayerischen Kriminalit\u00e4tshochburg W\u00fcrzburg nicht schon genug zu tun h\u00e4tten, m\u00fcssen wir nun auch noch ins hinterste Steinbachtal fahren. Was ist denn hier los?\u201c<br \/>\n\u201eHat sich schon erledigt\u201c. Marco schreitet g\u00f6nnerhaft ein. \u201eMeine Zuk\u00fcnftige wurde von einem Betrunkenen bel\u00e4stigt. Doch ich, \u00e4h, entschuldigen sie, ich habe mich noch nicht vorgestellt. Gucina, Marco  Gucina. Habe die Situation schon l\u00e4ngst im Griff. Ich danke ihnen f\u00fcr ihre M\u00fchen. Vielleicht m\u00f6chten sie noch einen Drink an unserer Bar genie\u00dfen?\u201c<\/p>\n<p>Marina blickt fassungslos in die Runde. Sie st\u00fcrmt ins Haus. Jonas st\u00fcrmt hinterher. Die Polizisten l\u00e4cheln sich vielsagend ein. \u201eMensch, Kurt Radl, mein guter Kollege, die Jugend immer, schon wieder so`n Romeo und Julia Ding. Lass uns gehen.\u201c<br \/>\n\u201eJa, Peter, wir werden hier nicht mehr gebraucht. Es gibt wichtigeres. Kiliani samt Riesenrad wartet. Auch die umstehende Runde l\u00f6st sich langsam auf. Nur Frau von Hartenstein blickt Marco vielsagend an. \u201eWir sollten mal ein ernstes W\u00f6rtchen miteinander reden.\u201c, sie nimmt ihn beiseite. \u201eUnsere Abmachung stand doch&#8230;.? Ich hatte diesen Abend perfekt arrangiert. Ich denke, du solltest dich mal langsam ins Zeug legen.\u201c<br \/>\nMarco blickt besch\u00e4mt zu Boden. \u201eIch habe alles versucht. Und dieser Jonas ist doch eine l\u00e4cherliche Witzfigur.\u201c<br \/>\n\u201eImmerhin hat er mein Fest ruiniert und meine Tochter verdirbt er ohnehin.\u201c<br \/>\n\u201eDu nimmst diesen Kerl doch wohl nicht ernst. Wo ist er \u00fcberhaupt hin? Wahrscheinlich l\u00e4sst er sich grad irgendwo in\u00b4n er Spelunke volllaufen. Ich sehe ihn nicht als Gefahr an, ich wei\u00df nur nicht mehr, was ich tun soll. Selbstverst\u00e4ndlich hat er gegen mich keine Chance. Aber wer wei\u00df, vielleicht ist deine Tochter im Moment in ihrer wilden Phase.\u201c<br \/>\n\u201eWas hei\u00dft hier wilde Phase? Das Ganze ist doch lediglich eine Farce. Du l\u00e4dst sie einfach morgen Abend ins Weinstein ein und tust endlich, was du schon l\u00e4ngst h\u00e4ttest tun sollen. Ich hoffe, du hast die Ringe schon abgeholt.\u201c<br \/>\n\u201eSelbstverst\u00e4ndlich. Aber ich wei\u00df nicht, ob morgen der geeignete Zeitpunkt ist. Vielleicht sollten wir erst mal gemeinsam in Urlaub fahren. Ich werde morgen die Tickets buchen.\u201c<br \/>\n\u201eJa, tu das. Ein romantischer Liebesurlaub wird das schon richten.\u201c<br \/>\n\u201eVertrau mir, ich kriege immer was ich will.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs tut mir so leid, ich wollte dir den Abend nicht verderben. Ich liebe dich. Verdammte schei\u00dfe, ich lieb dich so.\u201c, Jonas blickt verzweifelt auf Marina, die mechanisch ihre Lippenstiftsammlung auf ihrer ohnehin schon fein s\u00e4uberlich sortierten Kommode ordnet.<br \/>\n\u201eMarina, bitte h\u00f6r mir zu. H\u00f6r auf, deinen schei\u00df Schminkkram in Reih und Glied zu stellen. Es war nicht so gemeint, unsere gemeinsame Nacht hat mir viel bedeutet. Es war mehr&#8230; es waren WIR.\u201c<br \/>\nMarina dreht sich zu ihm. Sie sieht in seine traurigen Augen. Eine Tr\u00e4ne rollt ihre Wange hinunter. Langsam streift sie die Tr\u00e4ger ihres Kleides \u00fcber die nackten Arme. Sie l\u00f6st die Schnalle ihres BHs und l\u00e4sst ihn zu Boden gleiten. Zitternd entledigt sie sich ihres roten Spitzenslips.<br \/>\n\u201eEs war so wundersch\u00f6n. Ich will nur dich. Oh  Jonas, ich liebe dich.\u201c<\/p>\n<p><strong>TEIL 7:<\/strong><\/p>\n<p>Marina blinzelt. Verschlafen tastet sie neben sich und streicht sanft \u00fcber Jonas braungebrannte Arme.<br \/>\n\u201eHmm\u201c, genie\u00dferisch dreht sich Jonas zur Seite. \u201eAb sofort m\u00f6chte ich jeden Morgen so geweckt werden.\u201c Er \u00f6ffnet Augen und sieht Marina liebevoll an. Z\u00e4rtlich gibt er ihr einen Kuss auf die Stirn und sie schmiegt sich eng an ihn. \u201eEs ist so wundersch\u00f6n neben dir aufzuwachen, deine Haut zu sp\u00fcren, deine Stimme zu h\u00f6ren, zu wissen, dass du bei mir bist.\u201c Die beiden l\u00e4cheln sich gl\u00fcckstrunken an.<br \/>\n\u201eMarina! Sch\u00e4tzchen! Liegst du etwa noch immer im Bett?! Das Mittagessen ist schon fertig.\u201c<br \/>\n\u201eSchei\u00dfe, deine Alte?\u201c, Jonas sieht Marina entsetzt an.<br \/>\n\u201eOh nein\u201c, Marina liest Jonas Klamotten vom Boden auf und zerrt ihn zur Verandat\u00fcr ihrer kleinen aber noblen Parterrewohnung. \u201eEs tut mir leid, aber du musst schnellstens hier raus.\u201c, sie dr\u00fcckt ihm seine Kleidung in die Hand und gibt ihm einen fl\u00fcchtigen Kuss.<br \/>\n\u201eIch ruf dich an\u201c, mit diesen Worten verschwindet Marina wieder ins Haus und Jonas schwingt sich \u00fcber das Verandagel\u00e4nder.<\/p>\n<p>\u201eWie sieht es denn hier aus?\u201c Marinas Mutter kommt zur T\u00fcr hereingest\u00fcrmt. Der Anblick ihrer Tochter, die auf einem zerw\u00fchlten Bett kauert und betreten auf den mit Kleidern \u00fcbers\u00e4ten Fu\u00dfboden blickt, findet sie nicht gerade entz\u00fcckend. \u201eDu hast doch nicht&#8230;.was um Himmels willen war hier los?\u201c Frau von Hartenstein setzt sich ans Bettende, w\u00e4hrend Marina versucht, ihre Bl\u00f6\u00dfe mit einer Decke zu verbergen. \u201eIch denke nicht, dass dich das etwas an-geht, Mama\u201c<br \/>\n\u201eDa bin ich anderer Meinung, meine Liebe. Hier sieht es aus wie nach einer Orgie, und da dein Zuk\u00fcnftiger die Nacht daheim verbracht hat, bitte ich um eine plausible Erkl\u00e4rung. Wer war hier?\u201c<br \/>\n\u201eJonas\u201c.<br \/>\n\u201eWie bitte?\u201c Frau von Hartenstein springt wie von der Tarantel gestochen auf. \u201eDieser Barbar hat in meiner Villa gen\u00e4chtigt? Was f\u00e4llt dir ein?\u201c<br \/>\n\u201eNenn ihn nicht noch mal so\u201c, Marinas Stimme zittert.<br \/>\n\u201eWie redest du mit mir?\u201c, in Frau von Hartensteins makellos geschminktem Gesicht bilden sich rote Flecken. \u201eBist du nun vollkommen verr\u00fcckt geworden? Wenn Marco und dein Vater von der Sache w\u00fcssten. Ich darf gar nicht daran denken. Das soll meine vern\u00fcnftige Marina sein?! Ich erkenne dich nicht wieder. Wahrlich nicht.\u201c sie sieht ihre Tochter entgeistert an. Marina hebt den Kopf, ihr Gesicht ist tr\u00e4nen\u00fcberstr\u00f6mt.<br \/>\n\u201eIch wei\u00df selbst nicht mehr, was ich da eigentlich tue, aber Jonas macht mich so&#8230;.so gl\u00fccklich.\u201c<br \/>\n\u201eSch\u00e4tzchen\u201c, die Mutter sieht sie mitleidig an, \u201eich denke dieser Junge macht dich lediglich blind. Glaub mir Kind, Marco ist der, den du eigentlich willst. Dieser Mann ist wie f\u00fcr dich geschaffen, er ist der perfekte Kandidat um ins Label deines Vaters einzusteigen und eines Tages sogar seinen Chefposten zu \u00fcbernehmen. Stell dir nur vor, wenn du in zwei Jahren mit deinem Modedesignstudium fertig bist, jettest du vielleicht schon mit deinem Mann, dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer eines weltber\u00fchmten Modelabels nach Mailand und Paris. &#8211; Marina und Marco Gucina Bergh\u00e4user von Hartenstein, das Traumpaar der Welt der Mode, des Glanz und Glamour.\u201c Verz\u00fcckt von ihrer Idee blickt Frau von Hartenstein vertr\u00e4umt in die Ferne. \u201eAlso tu mir den Gefallen Sch\u00e4tzchen, und nimm Marcos Einladung zum Dinner heute Abend an. Du wirst sehen, danach ergibt sich alles von selbst. Du magst ihn doch im Grunde?\u201c<br \/>\n\u201eSchon, aber bei Jonas&#8230;\u201c<br \/>\n\u201ePsst!\u201c, ihre Mutter legt Marina den Finger auf die Lippen. \u201eDiesen Namen m\u00f6chte ich nicht mehr h\u00f6ren.\u201c<br \/>\n\u201eSchon gut, ich werde dir den Gefallen tun, dann hab ich wenigstens mal Gelegenheit, mein neues rotes Kleid anzuziehen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eHier, haste noch n Zehner. Aber kauf diesmal zwei K\u00e4sten, ich hab kein Bock um zw\u00f6lf wieder ohne Bier dazusitzen.\u201c Simon schlie\u00dft seinen Laden ab und klopft Jonas auf die Schulter. \u201eUnd am Montag biste ma wieder n bisschen fr\u00fcher am Start, Alter. Der Laden l\u00e4uft nich  von selbst und ich hab zur Zeit n Haufen Schei\u00dfe am Arsch.\u201c \u201eGeht klar. Bis sp\u00e4ter\u201c, Jonas steckt das Geld in die Hosentasche.<br \/>\n\u201eDas dauert ja ewig, bis ich daheim bin&#8230;.hoffentlich erreich ich Marina\u201c, gedankenversunken steht Jonas an der LIDL-Kasse an, als ihm jemand auf die Schulter  tippt. \u201eNa, mein Junge, dat wahr wohl nich mit deiner Julia?!\u201c<\/p>\n<p>\u201eMeine G\u00fcte, Janine, schrei mich doch nicht so hysterisch an\u201c, Marina h\u00e4lt den rosa Pl\u00fcschh\u00f6rer von sich weg. \u201eIch weiss, ich weiss. Das ist eine traumhafte, sagenumwobene einmalige Chance f\u00fcr mich.  &#8211; Was? Nat\u00fcrlich denke ich auch an meine Eltern. &#8211; Sicher m\u00f6chte ich sie nicht entt\u00e4uschen, aber ich kann meine Gef\u00fchle zu Jonas nicht kontrollieren, geschweige denn einfach mal eben abschalten. &#8211; Auf die Dauer nicht funkionnieren? &#8211;  Ungl\u00fccklich? Hmm, vielleicht hast du recht. Marco w\u00fcrde mir wohl die perfekte Zukunft sichern, aber &#8211; Jaja, schon gut, ich werd mich jetzt mal in Schale werfen. Bis dann, S\u00fc\u00dfe!\u201c<\/p>\n<p>\u201eBitte sehr, die Dame\u201c, der Kellner reicht Marina die Speisekarte.<br \/>\n\u201eBringen sie uns schon mal eine Flasche Champag-ner. Den Besten, den ihr Haus f\u00fchrt, wir haben n\u00e4mlich etwas zu feiern\u201c, mit einem Seitenblick auf Marina nickt Marco dem Kellner zu und kurz darauf sto\u00dfen Marina und Marco an.<br \/>\n\u201eWas gibt es denn zu feiern?\u201c, fragend schaut Marina Marco an. Dieser nimmt ihre Hand in die Seine und sieht ihr tief in die Augen. \u201eMarina, ich wei\u00df gar nicht wie ich anfangen soll. Ich&#8230;es ist so wundersch\u00f6n heute. Ein lauer Sommerabend, Kerzenlicht, und das Sch\u00f6nste von allem: meine Traumfrau sitzt mir gegen\u00fcber. Und ich m\u00f6chte, dass sie nie wie-der von meiner Seite weicht. Deswegen&#8230;.\u201c, Marco holt eine kleine schwarze Schachtel hervor und legt sie vor Marina auf den Tisch. \u201eEs ist vielleicht etwas fr\u00fch, dich zu fragen, ob du meine Frau werden willst, aber&#8230;.\u201c, er \u00f6ffnet die Schachtel, \u201eich m\u00f6chte dich bitten, diesen Ring als Zeichen meiner innigen Liebe zu tragen.\u201c Vorsichtig steckt er ihr den Ring an den Finger. Marina betrachtet ihn stumm, dreht ihn hin und her. \u201eMarco, das ist sehr lieb von dir. Ich&#8230;danke. Der hat dich bestimmt ein Verm\u00f6gen gekostet. Aber ich f\u00fcrchte, ich kann ihn nicht annehmen. Ich&#8230;\u201c<br \/>\n\u201eMarina, sieh es einfach als kleine Geste an\u201c, er greift abermals in seine Tasche, diesmal zieht er ei-nen wei\u00dfen Umschlag heraus, den er Marina gibt.<br \/>\n\u201eMach schon auf!\u201c Ungeduldig nippt Marco an seinem Champagner. Marina \u00f6ffnet das Kuvert und bringt zwei Flugscheine zum Vorschein. V\u00f6llig perplex starrt sie auf die Tickets.<br \/>\n\u201eUnd?! Was sagt mein Engel dazu?\u201c, Marco l\u00e4chelt siegessicher. \u201eMorgen fr\u00fch geht\u2019s los. Kein Jonas, keine Polizei und kein Stress. Sonne, Strand, Meer und ansonsten nur du und ich. Ist das nicht phantastisch?\u201c<br \/>\n,In der Tat phantastisch, wie Mama und er das eingef\u00e4delt haben\u00b4, Marinas Gedanken \u00fcberschlagen sich. ,Verdammt, Jonas. Aber wenn ich es jetzt vermassel, werden meine Eltern mir das nie verzeihen. Au\u00dferdem&#8230;.zwei Wochen Luxuspool, 10-G\u00e4nge Men\u00fcs und Wellnessprogramm&#8230;vielleicht hat Janine gar nicht so Unrecht. Einfach mal das Leben genie\u00dfen&#8230;\u00b4<br \/>\n\u201eJa, das ist es\u201c, Marina l\u00e4chelt Marco an, \u201eaber dann sollte ich jetzt schleunigst nach Hause, zwei Koffer zu packen braucht schlie\u00dflich seine Zeit, wie du wei\u00dft. K\u00f6nntest du mich bitte vorher noch in Gromb\u00fchl absetzen, ich will noch bei einer Freundin vor beischaun. Sie, \u00e4h, sie hat noch meinen Lieblingsbikini und der muss nat\u00fcrlich mit.\u201c<br \/>\n\u201eSelbstverst\u00e4ndlich. Ist mir ein Vergn\u00fcgen\u201c.<\/p>\n<p>\u201eDreh doch ma die Mucke leiser, hats da grad ge-klingelt?\u201c<br \/>\nSimon l\u00e4sst sich auf Jonas Sofa fallen. \u201eKeine Ahnung, kuck halt nach. Gib ma des Feuer, Andi\u201c.<br \/>\nJonas verl\u00e4sst kopfsch\u00fcttelnd sein Wohnzimmer und l\u00e4uft zur Wohnungst\u00fcr. Er \u00f6ffnet sie. Vor ihm steht Marina.<\/p>\n<p>\u201eMarina! Komm rein, sch\u00f6n, dass du vorbeikommst. Wo warst du? Ich hab dich nicht erreicht.\u201c. Er will sie an sich ziehen und k\u00fcssen, doch Marina weicht zur\u00fcck. \u201eJonas, nicht, bitte. Ich muss mit dir reden. Ich fliege morgen mit Marco in den Urlaub und ich&#8230; vergiss was ich dir letzte Nacht gesagt habe. Ich war angetrunken und wusste nicht, was ich tat. Tut mir leid, dass ich dir Hoffnungen gemacht habe, aber ich denke, ich habe mich get\u00e4uscht. Es ist wohl besser, wenn wir uns nicht mehr sehen.<\/p>\n<p><strong>TEIL 8: <\/strong><\/p>\n<p>\u201eMmh&#8230;k\u00f6stlich, Erdbeer mit einem Hauch von Kokos  und  so cremigzart, wie deine wunderbare Haut. Der Robinsonclub \u00fcbertrifft sich wieder mal selbst mit seinen Cocktailkreationen. Ein Schu\u00df Rum mehr und ich w\u00e4re ganz bet\u00fcdelt, aber das bin ich ja so-         wieso schon&#8230;.\u201c, Marco f\u00e4hrt Marina z\u00e4rtlich durchs Haar und verschlingt sie fast mit den Augen. \u201eIst das dein Lieblingsbikini, den du noch in Gromb\u00fchl abgeholt hast?\u201c. Bei diesen Worten verd\u00fcstert sich Marinas Blick. \u201eGromb\u00fchl? Was? Ja, nat\u00fcrlich.\u201c, hektisch schnappt sie sich ihren Cocktail und trinkt hastig.<\/p>\n<p>\u201eIch muss sagen, er sieht wirklich fabelhaft an dir aus, S\u00fc\u00dfe. Dieses Zusammenspiel von marinen Blaut\u00f6nen, durchzogen von k\u00f6niglichem Gold, und das alles an deinem, mit Verlaub, sexy K\u00f6rper. \u201c<br \/>\n\u201eDanke.\u201c, Marina l\u00e4chelt ihn, nun wieder gefasst, an: \u201eM\u00f6chtest du mich nicht eincremen?\u201c. Hocherfreut springt Marco auf, greift st\u00fcrmisch nach dem Sonnen\u00f6l (LSF 2), um sich anschlie\u00dfend behutsam, aber bestimmt auf Marinas wohlgeformtem Hintern niederzulassen. Sanft beginnt er sie zu massieren. \u201eEntspann dich und genie\u00dfe, denn ich habe magische H\u00e4nde, musst du wissen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNa, da bin ich mal gespannt.\u201c, Marina schlie\u00dft die Augen. ,Mein Gott, was mach ich hier eigentlich? Er mag zwar magische H\u00e4nde haben, aber es sind dennoch definitiv die Falschen&#8230;. Was Jonas wohl gerade macht, ob er mich vermisst? Vielleicht war ich zu hart zu ihm. Verdammt, ich muss aufh\u00f6ren an Jonas zu denken. Ich k\u00f6nnte mit Marco nicht nur einen perfekten Urlaub, sondern das perfekte Leben haben. Mama hat schon Recht, auf Dauer ist eine gesicherte Zukunft wesentlich w\u00fcnschenswerter als von Luft und Liebe zu leben.`<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Marina Marcos \u00f6lige Fingerspitzen auf ih-rer nackten Haut sp\u00fcrt und Jonas aus ihren Gedanken zu verbannen versucht, versucht Jonas ebenfalls Marina aus seinem Kopf zu kriegen. Allerdings auf eine ganz andere Art.<\/p>\n<p>\u201eNoch `n Bier?\u201c, besorgt dr\u00fcckt Simon seinem Kumpel ein Becks in die Hand. \u201eDanke\u201c, Jonas \u00f6ffnet mechanisch seine Flasche, nimmt einen tiefen Schluck und f\u00e4hrt fort, apathisch die Struktur der Tapete zu mustern.<br \/>\n\u201eWas `n eigentlich mit dir los? Sonst hat dich `ne Frau doch auch nich so aus\u00b4m Konzept gebracht. Vor allem so ne oberfl\u00e4chliche Olle. Du wirst scho \u00fcber die Alte wegkommen. Du brauchst jetzt einfach \u00b4ne Kur, Bier, Kippen, Gras, Musik, und schon bist du wie-    der normal.  Vielleicht noch n kleiner Besuch im Haus d\u2019amour und\u2026 \u201c<br \/>\n\u201eHalts Maul, du hast doch keine Ahnung.\u201c, Jonas steht auf und l\u00e4uft zum Fenster.<br \/>\n\u201eMach ma low, Alter\u201c, Simon sieht ihn skeptisch an.<br \/>\n\u201eSorry Simon, aber ich brauch jetz echt ma meine Ruhe. Wir sehn uns.\u201c<\/p>\n<p>Verwirrt verl\u00e4sst Simon die Wohnung und l\u00e4sst Jonas in seinem Elend zur\u00fcck. Jonas kriecht in sein Bett, in dem er \u2013 die Augen starr zur Decke gerichtet  &#8211; f\u00fcr die n\u00e4chsten sechs Stunden reglos liegen bleibt.<br \/>\nSechs Tage, sechs Stunden und sieben Minuten sp\u00e4ter:<\/p>\n<p>\u201eNoch \u00b4n Gl\u00e4schen Schampus, S\u00fc\u00dfe?\u201c Marco und Marina genie\u00dfen ihr F\u00fcnf-G\u00e4nge-Men\u00fc auf dem Balkon ihrer Luxussuite unter dem sternenklaren Himmel Fuerte Venturas. Marco prostet soeben seiner Angebeteten zu und l\u00e4chelt verf\u00fchrerisch. Er legt seine Hand behutsam auf ihre und stutzt: \u201eNanu, hat mein Herzchen seinen Ring verlegt? Hoffentlich hab ich auch wirklich deinen Geschmack damit getroffen, denn er soll ja schlie\u00dflich ein Leben lang deine zarten Finger zieren &#8230; Was meinst du, w\u00fcrde er mir \u2013 etwas gr\u00f6\u00dfer versteht sich \u2013 auch stehen?\u201c.<\/p>\n<p>Er schaut ihr tief in die Augen, streicht sanft \u00fcber ihre Wange und f\u00e4hrt mit seinem Finger \u00fcber ihre samtweichen Lippen. Langsam schlie\u00dft er die Augen und beginnt sie z\u00e4rtlich zu k\u00fcssen. \u201eDu machst mich so gl\u00fccklich, Marina. Du darfst nie mehr von mei-ner Seite weichen &#8230; darf ich diesen Kuss als Siegel unserer Verlobung verstehen?\u201c Siegessicher h\u00e4lt er ihre Hand festumschlossen. V\u00f6llig perplex sieht Marina in Marcos verkl\u00e4rtes Gesicht und zieht ihre Hand erschrocken zur\u00fcck. \u201eVersteh mich nicht falsch\u201c, sie senkt den Kopf, \u201ees ist sehr sch\u00f6n mit dir. Du bist so aufmerksam und gro\u00dfz\u00fcgig. Aber ich brauche noch ein wenig Zeit. Die Woche hier mit dir war fantastisch, aber W\u00fcrzburg ist eben nicht Fuerte Ventura &#8230; . Wenn wir morgen wieder zu Hause sind, muss ich erst mal alles verdauen. Es ist ganz sch\u00f6n viel auf einmal.\u201c<br \/>\n\u201eEs ist wegen Jonas, oder?\u201c<br \/>\n\u201eNein, nein. Der kann dir nun wahrlich nicht das Wasser reichen. Es geht um mich. Lass mir einfach noch ein bisschen Zeit. Ich werde jetzt erst mal ein Bad nehmen.\u201c Mit diesen Worten verschwindet Marina in die Suite und schlie\u00dft die Badezimmert\u00fcr hin-ter sich ab. Benommen von Champagner und Marcos Avancen l\u00e4sst sie sich ins hei\u00dfe Wasser sinken.<\/p>\n<p>Das hei\u00dfe Wasser rinnt \u00fcber Jonas K\u00f6rper. Er stellt die Brause ab und tappt tropfend zum klingelnden Telefon. \u201eJa? \u2013 Simon! Ja, ich leb noch &#8211; Hab ich mich halt ma \u00b4ne Woche nich gemeldet, und? Sind ja schlie\u00dflich nich verheiratet, oder? \u2013 Was? Wieso das denn? \u2013 Andis Geburtstag, hmm&#8230;ich wei\u00df nich. Muss ich? &#8211; Ja ja, ich hab ja keine andre Wahl, kann ja auch nich schaden, ma wieder menschliche Wesen zu Gesicht zu bekommen. Also Boot. \u2013 Bis morgen.\u201c<\/p>\n<p>Der Main und die Sterne glitzern um die Wette, Jonas steht auf der Br\u00fccke der Deutschen Einheit und beobachtet das rege Treiben auf und vor dem Boot aus sicherer Entfernung. \u201eSchei\u00dfe, ums da heut auszuhalten muss ich mich wirklich gewaltig abschie\u00dfen. Warum krieg ich die Frau nicht aus dem Kopf?\u201c<br \/>\n\u201eHallo Jonas.\u201c<br \/>\nRuckartig dreht sich Jonas um.<br \/>\nFassungslos blickt er sie an. \u201eMarina?!\u201c<br \/>\n\u201eWie geht\u2019s dir?\u201c, unsicher l\u00e4chelt Marina ihn an.<br \/>\n\u201eWies mir geht?! Super, wundervoll, ging mir nie besser. Und selbst?\u201c, bitter sieht er zu Boden, er schafft es nicht, ihr in die Augen zu schauen.<br \/>\n\u201eSch\u00f6n, dich zu sehen, ich &#8230;\u201c, Marinas Stimme zittert. Jonas hebt den Kopf und starrt sie an, doch Marina kann seinem Blick nicht standhalten. \u201eIch, ich&#8230;\u201c, sie ger\u00e4t ins Stocken, \u201eich muss weiter.\u201c<br \/>\nEiligen Schrittes entfernt sie sich.<br \/>\nStill und stumm steht Jonas starr. Er f\u00fchlt eine unb\u00e4ndige Wut in sich aufsteigen. \u201eVerdammte schei\u00df Fotze. Nich ma ne Erkl\u00e4rung bringt se \u00fcber die Lippen. Soll se doch mit ihrem Macker im Geld ersticken.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNoch zwei doppelte Tequila, bitte.\u201c, Jonas \u00fcberreicht der h\u00fcbschen Maid neben sich den mittlerweile dritten Kurzen und zieht sie anschlie\u00dfend auf die Tanzfl\u00e4che. Sofort schmiegt sie sich an ihn und beginnt, eindeutige Bewegungen in ihren gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftigen Tanzstil einflie\u00dfen zu lassen. Jonas l\u00e4sst sie gew\u00e4hren. Nach einem ausgiebigen und doch sehr heftigem Tanzintermezzo wanken sie Arm in Arm Richtung T\u00fcr zum Freideck. W\u00e4hrend seine Eroberung ihn kichernd \u00fcber die durchaus absur-den Bettgewohnheiten ihres (Ex-)freundes aufkl\u00e4rt, rei\u00dft Jonas schwungvoll die T\u00fcr auf und traut sei-nen Augen nicht.<\/p>\n<p>Vor sich Marco und Marina.<br \/>\nNeben sich die Maid.<\/p>\n<p>Schockiert h\u00e4lt Jonas inne.<\/p>\n<p>Entsetzt sieht Marina ihn an.<\/p>\n<p><strong>TEIL9:<\/strong><\/p>\n<p>Die Maid: \u201eWeahsn daas?\u201c<br \/>\nMarco: \u201eAch was. Hat sich der kleine Pisser auch endlich ne Schnickse geangelt. Hat wohl schon etwas zu tief ins Glas geschaut. Bisschen billig, oder?\u201c<br \/>\nDie Maid: \u201eWiee bidd\u00e4h? Weahs billig, h\u00e4?\u201c<br \/>\nMarco: \u201eNur die Ruhe, S\u00fc\u00dfe. Das sollte dich nun wirklich nur peripher tangieren. K\u00fcmmer dich lieber um deinen Romeo.\u201c<br \/>\nDie Maid: \u201eBiss ja nua neidisch weillich ne viiehl gailare Numah binnals ds P\u00fcppchen dain dein Arm. Die Alde heult ja fast.\u201c<br \/>\nMarco: \u201eMeine Verlobte ist lediglich ein wenig        durch den Wind.\u201c<br \/>\nMarina dreht sich um. Sie lehnt sich an die Reling und trinkt ihren Cocktail in einem Zug leer.<br \/>\nJonas dreht sich weg. Er geht durch die T\u00fcr und verschwindet ins Mitteldeck.<br \/>\n\u201eEinen doppelten Tequila, bitte.\u201c<\/p>\n<p>Zwei Wochen sp\u00e4ter:<br \/>\nHunderte von Kerzen tauchen den Raum in ged\u00e4mpf-tes Licht. Der Duft aus einem Dialog von Lammragout und Tr\u00fcffelrisotto durchzieht die von Klavierkl\u00e4ngen geschw\u00e4ngerte Luft. Fa-milie von Hartenstein, in deren trautem Kreise Marco mittlerweile fest integriert ist, sitzt unter dem Weihnachtsbaum, der in seiner vollen Pracht erstrahlt. Gernot von Hartenstein l\u00e4sst sich soeben auf dem Klavierschemel nie-der, stimmt voll feierlicher Stimmung \u201eStille Nacht\u201c an und fordert seine Familie auf, mit ihm den Festgesang zu zelebrieren. Fr\u00f6hlich frohlockend wird der Tradition geb\u00fchrend gefr\u00f6nt und anschlie\u00dfend versammelt sich der gesamte Clan um den Berg aus rotem und glitzerndem Geschenkpapier. Nicht zu vergessen, mit perlenbesetzten Sternchen-Schleifchen.<br \/>\n\u201eMara, Darling, dieses Jahr habe ich mir etwas ganz Besonderes f\u00fcr dich einfallen lassen.\u201c, Gernot \u00fcberreicht seiner Gemahlin ein g\u00fcldenes P\u00e4ckchen.<br \/>\n\u201eOh Gernot, das w\u00e4re doch wirklich nicht n\u00f6tig gewesen.\u201c, sie gibt ihm einen z\u00e4rtlichen Kuss und legt sich das funkelnde Diamantencollier um. \u201eMarina, Marco, packt doch mal euer Geschenk aus!\u201c<br \/>\nMarco wirft Frau von Hartenstein einen wissenden und zugleich wohlwollenden Blick zu. \u201eNein!\u201c, Marina f\u00e4llt ihrem \u00fcber alles geliebten Vater um den Hals. \u201ePapi, du bist der Gr\u00f6\u00dfte!\u201c, doch ihre Augen lassen Zweifel erkennen.<br \/>\n\u201eWir haben extra das Rosenthalservice aus dem Jahre 1953 bestellt. Hoffentlich passt es dann auch in eure K\u00fcche. Es ist wirklich zauberhaft, nicht wahr?\u201c, Mara l\u00e4chelt.<br \/>\n\u201eZauberhaft? Es ist fantastisch. Doch nicht so fantastisch wie die Tickets. Hast du gesehen, Marina? Wir fliegen nach Mailand! Die Modewelt wird unseren Kreationen zu F\u00fc\u00dfen liegen. Die Fusion der H\u00e4user Gucina Bergh\u00e4user von Hartenstein wird grandios.\u201c<br \/>\n\u201eAch?\u201c, Gernot blickt fragend in die Runde, \u201esteht der Termin f\u00fcr die Hochzeit etwa schon fest?\u201c<br \/>\n\u201eNein, nein\u201c, Marina lenkt hastig ein, \u201eich meine, nat\u00fcrlich wollen wir heiraten, aber zun\u00e4chst sollte ich doch mein Studium beenden.\u201c &#8230; ,und vor allem die Sache mit Jonas. K\u00f6nnte ich doch nur diesen Anblick vergessen. Er und diese Schlampe Arm in Arm auf dem Boot &#8230; `<br \/>\n\u201eSelbstverst\u00e4ndlich, mein Goldschatz\u201c, Herr von Hartenstein l\u00e4chelt seine einzige Tochter g\u00fctig an. \u201eJetzt genie\u00dft erst mal die Modenschau in Mailand.\u201c<br \/>\n\u201eWelch sch\u00f6nes Weihnachtsfest\u201c, Frau von Hartenstein l\u00e4chelt verz\u00fcckt und legt eine kunstvolle Pause ein. \u201eAuch ich habe eine frohe Botschaft f\u00fcr euch &#8230; ich erwarte ein Kind!\u201c<br \/>\nMarina blickt verwundert drein.<br \/>\nMarco h\u00e4lt inne.<br \/>\nGernot versteinert.<br \/>\nEr erhebt sich und geht in die K\u00fcche. Frau von Hartenstein sieht verunsichert von einem zum anderen. \u201eDas hat er wohl nicht erwartet. Nunja, ihr entschuldigt mich kurz, ich sehe mal nach dem werdenden Vater. Und in ein paar Minuten genie\u00dfen wir zusammen eine k\u00f6stliche Zitronentarte\u201c, mit diesen Worten folgt sie ihrem Mann und l\u00e4sst Marina und Marco verdutzt zur\u00fcck.<br \/>\n\u201eAlso so was. H\u00e4tte nicht gedacht, dass ich mit mei-nen 21 Jahren noch ein Schwesterchen bekomme &#8230; . Oder ein Br\u00fcderchen.\u201c<br \/>\n\u201eDas ist doch wunderbar! Deine Mutter ist doch noch blutjung. Gerade mal zwanzig Jahre \u00e4lter als du, sieht noch aus wie das bl\u00fchende Leben und wenn sie nicht verheiratet w\u00e4re, w\u00fcrde sie die M\u00e4nner bestimmt reihenweise um den Verstand bringen.  Ich denke, wir sollten auf dein Geschwisterchen ansto\u00dfen. Was meinst du? Soll ich eine Flasche Champagner mit runter nehmen?\u201c<br \/>\nMarina, v\u00f6llig verwirrt, nickt geistesabwesend und begibt sich mit Marco in ihr schmuckes Apartment, das ihre Eltern eigens f\u00fcr sie auf dem Hartensteinschen Anwesen, mit allem was einer jungen Frau bedarf, eingerichtet haben.<\/p>\n<p>Ein einziges Teelicht soll der weihnachtlichen Stimmung gen\u00fcgen. Der Geruch von leicht verbrann-tem Weihnachtsbraten durchzieht den von \u201eUnder the bridge\u201c geschw\u00e4ngerten Rauch. Jonas steckt sich einen weiteren Joint an und betrachtet skeptisch das kokelige Etwas in seinem Ofen. \u201eDas ist also Weihnachten. Ich, meine missratene Gans und mein Gras. Sagenhaft. K\u00f6nnte nicht besser sein. Verdammt, wieso kann ich nicht wieder sieben Jahre alt sein und Mamas selbstgebackene Pl\u00e4tzchen schna-bulieren? Hoffentlich geht es ihr gut da oben. Mein Gott, Mama, warum musstest du uns so fr\u00fch verlassen?\u201c, Jonas schaut aus dem Fenster zu den Sternen und dr\u00fcckt seine mittlerweile vierte Dosis an sti-mulierenden Gew\u00e4chsen im Aschenbecher aus. Sein Blick f\u00e4llt auf das Telefon. \u201eSoll ich ihn anrufen? Schei\u00dfe, er meldet sich ja auch nicht. Hockt wahrscheinlich wieder total besoffen vorm Fernseher. Gro\u00dfartiger Vater. Naja, war er ja schon immer.\u201c, Jonas r\u00fcmpft angewidert die Nase. \u201eVerdammt. Jetzt ist mir auch noch mein Weihnachtsessen verbrannt. Ich sollte es einfach lassen.\u201c Jonas schaltet den Ofen aus, zieht sich seine Jacke \u00fcber und macht sich, in der Hoffnung die sch\u00f6ne Maid zu treffen, auf den Weg gen Boot. \u201eDas Fest der Liebe&#8230;. Wenns die schon nicht sein soll, dann wenigstens ein kleines bisschen Freude&#8230; .\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas f\u00fcr eine Freude! Wo hast du diese Dessous blo\u00df entdeckt?\u201c Marina zieht begeistert schwarze Spitzen Slips aus einem mit reichlich T\u00fcll versehenen Paket.<br \/>\n\u201eF\u00fcr dich nur das Beste, mein Schatz\u201c, Marco l\u00e4chelt triumphierend. \u201eWie w\u00e4rs, wenn du mir die neue Kollektion von Victorias Secrets gleich mal pr\u00e4sentierst?\u201c<br \/>\nMit einem s\u00fcffisanten L\u00e4cheln verschwindet Marina Richtung Badezimmer. Kurz darauf erscheint sie wieder, in einem Hauch von Nichts. Zitternd bewegt er sich auf sie zu. Benommen von ihrer Sch\u00f6nheit kann er seinen Augen kaum trauen. Vorsichtig ber\u00fchrt er ihre Wange, sein Blick aber haftet fest auf ihren festen Br\u00fcsten. Sie sieht ihn an, verfolgt das Spiel seiner kr\u00e4ftigen Muskeln, seine enganliegenden Boxershorts betonen seinen durchtrainierten K\u00f6rper. Langsam streift er den Brillianten besetzten BH \u2013Tr\u00e4ger von ihrer zierlichen Schulter. Schnell und immer heftiger atmend sinken sie in die dunkelroten Satinlaken. Victorias Secrets verschwinden unter dem Bett, die feingerippte Boxershorts gesellt sich dazu. Marinas schlanke Schenkel schwingen sich um Marcos H\u00fcften. Sachte aber bestimmt umschlingt er sie, zieht sie an sich. Sie ist sein. Er h\u00e4lt sie fest, seine Lippen wandern \u00fcber ihren K\u00f6rper. Er sieht sie an, seine H\u00e4nde streichen \u00fcber ihre samtweiche Haut. Mit verzerrtem Gesicht l\u00e4sst Marina ihn gew\u00e4hren, gibt sich dem Rausch hin und erreicht laut st\u00f6hnend den H\u00f6hepunkt. Benommen schlie\u00dft sie die Augen:  ,Unglaublich. Wie sch\u00f6n, wie entr\u00fcckend &#8230; wie geil. So gut war es schon lange nicht mehr. Aber dennoch war es nicht perfekt. Es fehlt &#8230; H\u00f6r auf an ihn zu denken, Marina. Jonas ist f\u00fcr dich gestorben.`<\/p>\n<p>\u201eDas kann nicht sein. Ich kann es nicht sein. Ich kann nicht der Vater sein!\u201c, Herr von Hartenstein starrt auf den Rest Scotch in seinem Glas.<br \/>\n\u201eWie bitte?\u201c, seine Frau verteilt apathisch die Zitronentarte auf die Teller. Gernot blickt von seinem Scotch auf. \u201eIch, meine Liebe, habe mich vor gut drei Jahren sterilisieren lassen.\u201c<br \/>\nDie Tarte f\u00e4llt zu Boden. Mara stockt der Atem. \u201eWie sterilisieren?\u201c<br \/>\n\u201eDu hast schon richtig geh\u00f6rt. Ich bin nicht der Vater. Mit wem zum Teufel hast du gefickt?\u201c<br \/>\n\u201eIch&#8230; was denkst du von mir? Ich&#8230;\u201c, Frau von Hartenstein bricht in Tr\u00e4nen aus. \u201eIch wollte das doch nicht.\u201c<br \/>\n\u201eMit wem?\u201c<br \/>\n\u201eEs ging alles so schnell. Glaub mir, ich wollte es nicht. \u2013<br \/>\nMarco.\u201c<\/p>\n<p><strong>TEIL 10:<\/strong><\/p>\n<p>Gernot st\u00fcrmt aus der K\u00fcche, schl\u00e4gt die T\u00fcr hin-ter sich zu und rast die Treppe hinunter, gen Appartement. Dort rei\u00dft er seinen Widersacher wutentbrannt aus dem Schlaf. Marco schreckt hoch und wirft sich, wohlwissend, worum es Herrn von Hartenstein in diesem Moment geht, seinen                                   Satinbademantel \u00fcber. Nach einem kurzen Blick auf die schlafende Marina folgt er dem aufgebrachten Gernot ins Kaminzimmer.<br \/>\n\u201eDu Mistkerl, du egoistischer Bastard, was f\u00e4llt dir ein, meine Frau zu verf\u00fchren und mein Kind derart zu hintergehen. Am Liebsten w\u00fcrde ich dich raus-schmei\u00dfen und dir nie wieder\u2026,\u201d ersch\u00f6pft l\u00e4sst er sich in den ledernen Lehnstuhl sinken, holt eine Havanna aus dem selten verwendeten Etui und nimmt einen tiefen Zug.<br \/>\nVerloren steht Marco im Raum und ringt nach Worten. Doch au\u00dfer dem Knistern des Kamins herrscht f\u00fcr einige Minuten eisige Stille.<br \/>\nGernot greift abermals in das Etui und reicht Marco z\u00f6gernd aber bestimmt eine Zigarre. Ohne ihm in die Augen zu sehen fordert er ihn auf, sich zu setzen. Unbeholfen setzt Marco zu seiner Verteidigung an, doch Herr von Hartenstein f\u00e4llt ihm ins Wort.<br \/>\n\u201eVersuch nicht, etwas zu sagen, es w\u00fcrde sowieso nichts nutzen, was geschehen ist, ist geschehen.\u201d<br \/>\nMarco blickt zu Boden. Gernot sieht ihn kalt an und atmet tief ein.<br \/>\n\u201eIch denke, wir sollten das zum Wohle aller Betei-ligten kl\u00e4ren und die Frauen au\u00dfen vor lassen. Ich m\u00f6chte, dass Marina gl\u00fccklich wird, das sollst du wissen. Sie bedeutet mir alles. Mehr noch als meine Frau. Deshalb habe ich mich entschieden, Marina nichts zu sagen. Jedoch nur, solange du auf meine Bedingungen eingehst. Sie liebt dich und ich m\u00f6chte, dass du sie gl\u00fccklich machst. Du wirst ihre Zukunft sichern, was nat\u00fcrlich die Fusion und somit eure Hochzeit beinhaltet. Also\u201d, Gernot sieht Marco zum ersten Mal direkt in die Augen, \u201ewann wirst du ihr den Antrag definitiv machen und mir dadurch ein Datum f\u00fcr den Beginn eurer Ehe nennen k\u00f6nnen?\u201d<br \/>\nMarco kann seinen Ohren kaum trauen und nickt hastig.<br \/>\n\u201eNat\u00fcrlich Gernot, \u00e4h Herr von Hartenstein, sobald wie nur irgend m\u00f6glich. Ich denke, Silvester  w\u00fcrde den geeigneten Rahmen daf\u00fcr bieten.\u201c<br \/>\n\u201eGut\u201d, Gernot erhebt sich und weist Marco den Weg nach drau\u00dfen, \u201eich denke wir haben uns verstan-den.\u201c Marco verl\u00e4sst erleichtert den Raum und l\u00e4sst Gernot in seiner fatalen Lage zur\u00fcck.<br \/>\n,Warum?\u2019 Gernot blickt verzweifelt ins Feuer. ,Hoffentlich werde ich diesem Kind die gleiche Liebe entgegenbringen k\u00f6nnen, die ich Marina geben konnte. Doch das Schlimmste ist, ich werde meine Tochter ein Leben lang bel\u00fcgen m\u00fcssen.\u2019<\/p>\n<p>\u201eIch verschwinde dann mal kurz ins Bad, ich werde dir etwas bieten, was du noch nie erlebt hast.\u201d, die Maid trippelt von dannen.<br \/>\nJonas l\u00e4sst sich in die Kissen sinken. ,Vielleicht h\u00e4tte ich vom Boot gleich heimgehen sollen\u2026mal sehen, was diese sch\u00f6ne Maid mit mir vorhat.\u2019 Gespannt nimmt er einen tiefen Schluck aus der Jackie Flasche. Die T\u00fcr \u00f6ffnet sich. Im T\u00fcrrahmen erscheint die Maid. \u201eMein Gott!\u201d<br \/>\nDas Bild, das sich vor seinen Augen auftut \u00fcbertrifft alles, was er jemals zu Gesicht bekommen hat.<br \/>\nVon Kopf bis Fu\u00df in Lack und Leder gekleidet, bietet sie ihm, vom schwarzen Push-up Korsett bis zu Spitzenstrapsen und Stiefeln, das Paradebeispiel eines verruchten Weihnachtsengels inklusive Heiligenschein, der in seiner schwarzen Pracht \u00fcber ihrem Kopfe thront. Allein die Peitsche in ihrer Hand berei-tet ihm etwas Sorgen. Mit harschem Schritt stiefelt sie auf ihn zu und wagt mit ihren Smokey Eyes einen lasziven Augenaufschlag.<br \/>\n\u201eWarst du auch immer brav mein S\u00fc\u00dfer?\u201d Sie beugt sich \u00fcber ihn. \u201eDarf ich dich ans Bett ketten?\u201d<br \/>\nJonas wei\u00df nicht wie ihm geschieht, als die Maid ihn gekonnt an die Bettpfosten fesselt. Ekstatisch rei\u00dft sie sich ihren Spitzenstring vom Leib und macht sich daran, seine Hose aufzukn\u00f6pfen.<br \/>\nDominant schwingt sie ihre Peitsche.<br \/>\nEntsetzt rei\u00dft Jonas die Augen auf.<br \/>\n\u201eSei mir nicht b\u00f6se, aber\u2026\u2026. ich glaube das ist mir jetzt doch etwas zu viel.\u201d<br \/>\n\u201eDas ist doch erst der Anfang, du wirst es m\u00f6gen, glaub mir, der Schmerz ist geil, genie\u00df es einfach.\u201d<br \/>\n\u201eDas kann ich mir schon vorstellen, du machst das sicher sehr, \u00e4h \u00fcberzeugend, aber ich bin zu m\u00fcde, muss morgen fr\u00fch raus, du wei\u00dft schon, Weihnachtsessen bei der Verwandtschaft und so.\u201dEntt\u00e4uscht l\u00f6st die Maid die Fesseln. \u201eNa gut, wie du willst. Doch du entkommst mir nicht, sp\u00e4tes-tens an Silvester werde ich dich in meine Welt einf\u00fchren.\u201d Sprach\u2019s und entl\u00e4sst Jonas in die Freiheit.<\/p>\n<p>\u201eKaffee, Espresso, Latte?\u201c, Frau von Hartenstein schiebt sich durch Marinas T\u00fcr. Marina blickt schlaftrunken in das Gesicht ihrer Mutter. \u201eMarco? Mama? Was?\u201c<br \/>\n\u201eNa Sch\u00e4tzchen, gut geschlafen? Ich hab franz\u00f6sisches Fr\u00fchst\u00fcck gemacht.\u201c<br \/>\n\u201eWo ist denn Marco?\u201c<br \/>\n\u201eDer hat schon gefr\u00fchst\u00fcckt. Musste fr\u00fch raus. Gesch\u00e4ftstermine, du wei\u00dft schon&#8230;\u201c<br \/>\n\u201eH\u00e4, am ersten Weihnachtsfeiertag? Naja&#8230;\u201c, Marina reibt sich die Augen und schl\u00fcpft in ihren seidenen Morgenmantel. \u201e\u00c4hm, Kaffee, schwarz bitte.\u201c<\/p>\n<p>Mara schenkt ihrer Tochter mit einem L\u00e4cheln das schwarze Gebr\u00e4u in die Tasse. \u201eWas hat Marco dir denn geschenkt, Sch\u00e4tzchen?\u201c<br \/>\n\u201eDie neueste Kollektion von Victorias Secrets.\u201c<br \/>\n\u201eWirklich?\u201c, Mara tut erstaunt. \u201eDie habt ihr dann wohl gleich getestet, nicht wahr?\u201c, sie zwinkert ih-rer Tochter verschw\u00f6rerisch zu. Marina geht nicht darauf ein.<br \/>\n\u201eWas war denn gestern eigentlich mit Papa los?\u201c, sie bestreicht ihr Croissant mit Erdbeermarmelade.<br \/>\n\u201eAch\u201c, Frau von Hartenstein r\u00fchrt scheinbar konzentriert in ihrem Kaffee.<br \/>\n\u201eEr war nur etwas erstaunt \u00fcber die sp\u00e4ten Vaterfreuden, aber schlie\u00dflich war er doch sehr gl\u00fccklich \u00fcber dein k\u00fcnftiges Geschwisterchen.\u201c,  erwartungsvoll blickt die Mutter Marina an.<br \/>\nMarina z\u00f6gert: \u201eEs kam schon etwas \u00fcberraschend&#8230; Aber ich freue mich nat\u00fcrlich sehr. Wisst ihr denn schon, was es wird?\u201c<br \/>\n\u201eNein, dazu ist es noch zu fr\u00fch. Was h\u00e4lst du denn davon, wenn Marco und du Paten werdet?\u201c<br \/>\n\u201eIch glaube, ich muss das Ganze erst mal verdauen, aber nat\u00fcrlich sagen wir nicht nein.\u201c Marina bei\u00dft in ihr Croissant.<\/p>\n<p>Eine Woche sp\u00e4ter:<br \/>\n\u201eDas ist doch super aufregend, findest du nicht?\u201c, Marco schmei\u00dft seinen Rucksack \u00fcber den Zaun und schickt sich an, diesen zu erklimmen. Marina, weitaus weniger enthusiastisch, versucht es ihm gleichzutun. Schlie\u00dflich landen beide wohlbehalten im wohligen Solebecken des Adamis.<br \/>\n\u201eWie romantisch, dass du so ein Draufg\u00e4nger bist, h\u00e4tte ich nicht gedacht. So was hab ich noch nie gemacht.\u201c<br \/>\n\u201eBier?\u201c, Marco streckt ihr freudig erregt eine Flasche entgegen. \u201eJetzt sind es noch genau drei Stunden bis zum neuen Jahr.\u201c<br \/>\n,Nachts ins Schwimmbad einbrechen. Bier. Mein Gott, scheint das lang her zu sein, als ich das erste Mal Bier getrunken habe. Mit Jonas. Was er wohl gerade tut?<br \/>\nMarco durchbricht Marinas Gedanken: \u201eTr\u00e4gst du eigentlich meinen Ring noch?\u201c<br \/>\n\u201eNat\u00fcrlich.\u201c, Marina reicht ihm ihre Hand.<br \/>\n\u201eIch denke, es ist langsam an der Zeit, die Verlobung zu besiegeln.\u201c<br \/>\nVorsichtig steckt Marco Marina einen goldenen Ring an den Finger.<br \/>\n\u201eWas meinst du? W\u00e4re der erste Mai nicht der goldrichtige Termin f\u00fcr uns beide?\u201c<br \/>\nDas Szenario schie\u00dft in wilden Bildern durch Marinas Kopf. ,Ja sagen. Marco. F\u00fcr immer lieben. Liebe? Nat\u00fcrlich ist Marco perfekt. Aber werde ich es schaffen, dieses unbeschreibliche Gef\u00fchl zu Jonas zu unterdr\u00fccken? Ja, ich werde. Ich muss &#8230;`<br \/>\n\u201eIch will.\u201c<\/p>\n<p>\u201eBin gleich wieder da, mein Schatz. Muss das Feuerwerk in seiner vollen Gr\u00f6\u00dfe bewundern.\u201c, Marco dr\u00fcckt seiner Zuk\u00fcnftigen einen freudigen Kuss auf<br \/>\nden Mund und verschwindet im Gedr\u00e4nge, w\u00e4hrend Marina, aus Angst vor den Feuerwerksk\u00f6rpern, an die Mauer gelehnt zur\u00fcck bleibt. ,W\u00e4ren wir doch blo\u00df im Schwimmbad geblieben. Dieses Tohuwabohu an der Uni macht mich wahnsinnig. Und von dem ach-so-sch\u00f6nen Ausblick am Hubland hab ich ohnehin nichts.`<br \/>\nGedankenverloren lehnt sich Marina an die Wand. ,Fast zw\u00f6lf. Hmm &#8230; eigentlich sagt der Brauch, man solle um diese Zeit denjenigen k\u00fcssen, den man liebt. Wo bleibt er denn blo\u00df?`<\/p>\n<p>,Wo bleibt blo\u00df die Maid?`, Jonas sieht sich suchend um, kann jedoch in der Dunkelheit und dem Gedr\u00e4nge nichts erkennen. ,Wird wohl nichts mit dem<br \/>\nklischeehaften Kuss um zw\u00f6lf&#8230;`<\/p>\n<p>Laut l\u00e4uten die Kirchenglocken den Beginn des neuen Jahres ein. Leise h\u00f6rt Marina eine Stimme an ihrem Nacken.  \u201eDarf ich dich k\u00fcssen?\u201c<br \/>\nMarina schlie\u00dft die Augen. Langsam dreht sie sich um. Sie k\u00fcssen sich.<br \/>\nDas Gef\u00fchl, das sie durchstr\u00f6mt ist \u00fcberw\u00e4ltigend.<br \/>\nSie \u00f6ffnen die Augen.<br \/>\nSie erstarren. Perplex starren sie sich an. Doch Augen sagen mehr als Worte. Abermals siegt das Gef\u00fchl, das sie bannt:<br \/>\nEin Kuss&#8230;<\/p>\n<p><strong>TEIL 11:<\/strong><\/p>\n<p>Ich erstarre. Perplex starre ich ihn an. &#8230; Abermals siegt das Gef\u00fchl, das mich so bannt. Seine Lippen schmiegen sich samtweich an die meinen. Glei\u00dfendes Licht. Hitze. Es ist \u00fcberw\u00e4ltigend. Es ist viel zu stark. Ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhh<br \/>\nIhr eigener Schrei holt Marina zur\u00fcck in die Realit\u00e4t. Schwei\u00dfgebadet wacht sie in ihren g\u00fcldenen Satinlaken auf. \u201eOh Gott, Jonas. Warum tr\u00e4ume ich es immer wieder? Warum bin ich an Silvester wegge-    rannt?\u201c<\/p>\n<p>\u201eGuten Morgen mein Goldst\u00fcck\u201c, fl\u00f6tet Frau von Hartenstein. Marina tapst schlaftrunken zum K\u00fchl-schrank, w\u00e4hrend ihre Mutter d\u00e4mlich grinsend an der Theke lehnt und z\u00e4rtlich ihren Bauch streichelt. \u201eSieh mal mein Kind, das erste Ultraschallbild von dem kleinen Leben unter meinem Herzen. Kannst du die kleinen \u00c4rmchen erkennen? Nun sag schon? Ich bin wahrhaft hin und weg.\u201c Mit dem entz\u00fcckten Blick einer werdenden Mutter reicht Frau von Hartenstein ihrer Tochter das Foto. \u201eOh wie reizend!\u201c In Gedan-ken noch in ihrer jonasschen Traumwelt nickt Marina ihrer Mutter kurz zu und greift nach der Buttermilch.<\/p>\n<p>Ich erstarre. Perplex starre ich sie an. &#8230; Abermals komme ich nicht gegen das Gef\u00fchl an, das mich so bannt. Es ist zu viel. Ihre Lippen. So sch\u00f6n&#8230;.<br \/>\nVerwirrt schreckt Jonas auf und sitzt kerzengerade im Bett. \u201eFuck. Jetzt sind schon Wochen vergangen seit ich sie das letzte Mal an Silvester gesehen hab und die Frau beherrscht noch immer meine Tr\u00e4ume. Warum ist sie nach diesem Kussfeuerwerk blo\u00df weggerannt?\u201c Sein Blick schweift zur Seite.<br \/>\n\u201eWasn los?\u201c Die Maid tastet schl\u00e4frig nach sei-        ner Stra\u00dfe zum Gl\u00fcck und tut das, was sie am Besten kann&#8230;<\/p>\n<p>\u201eJuanita hat wieder ein fabelhaftes Sieben-G\u00e4nge- Men\u00fc  gezaubert. Genau das, was unserer silbernen Hochzeit geb\u00fchrt, nicht wahr Gernot?\u201c Frau von Hartenstein schl\u00fcrft genussvoll ihre Austern und blickt selig in die Runde.<br \/>\n\u201eWie Recht du hast Mutti, unsere Juanita ist ein Schatz und die Austern sind Jahr f\u00fcr Jahr ein Gaumenschmaus.\u201c Marina l\u00e4chelt ihren Eltern zu. Gernot h\u00e4ngt gebannt an den Lippen seiner einzigen Tochter, nostalgisch schwelgt er in Erinnerung an bessere Zeiten. \u201e25 Jahre sind es nun, dass deine Mutter in der Hochzeitsnacht mit dir schwanger ward\u2026\u201c<br \/>\n\u201eHELAU, meine Lieben!\u201c Marco st\u00fcrmt etwas beschwipst ins Dinnerzimmer, \u201eLeider reicht meine Zeit nur f\u00fcr ein schnelles Gl\u00e4schen Schampus, ihr Je-cken, denn ich muss gleich weiter in die B\u00fctt, aber zuvor m\u00f6chte ich euch beiden selbstverst\u00e4ndlich noch meine herzlichsten Gl\u00fcckw\u00fcnsche zu eurem silbrigen Jubil\u00e4um aussprechen.\u201c Er gibt Marina einen feuchten Kuss und kippt den Schampus intus. \u201eProst!\u201c, Marco nickt Gernot fl\u00fcchtig zu und so schnell er kam, ist der als Pimp verkleidete, Goldketten verzierte Marco auch schon wieder weg. Kopfsch\u00fcttelnd sehen sich die Hartensteins an. Der Eine ver\u00e4rgert, die Andere verz\u00fcckt und die J\u00fcngste verwirrt.<br \/>\n\u201eSo, bis der Nachtisch aufgetischt wird, lass ich meine beiden Damen mal alleine und genie\u00dfe meine wohlverdiente Zigarre im Stillen.\u201c Gernot verl\u00e4sst den Raum. Nachdenklich l\u00e4sst er sich in seinem Ka-minzimmer in den ledernen Sessel sinken. ,Oh Marina, wie kannst du diesen Menschen nur so verg\u00f6ttern? Nichts gibt es, was ich mir sehnlicher w\u00fcnsche, als dein Gl\u00fcck, und wenn du es m\u00f6chtest auch mit Marco. Doch noch mehr w\u00fcnsche ich mir, dass eines Tages vorm Altar der Mann neben dir st\u00fcnde, der dich von ganzem Herzen liebt, dich v\u00f6llig erg\u00e4nzt und bis an dein Lebensende gl\u00fccklich macht. Still blickt Gernot durch die beschlagenen Scheiben in den fr\u00fchlingserwartenden, sprie\u00dfenden Garten.<\/p>\n<p>Zu mittern\u00e4chtlicher Stunde am R\u00f6ntgenring:<br \/>\nOb Janine schon da ist? Mal sehen, werd mal aufs Mitteldeck schauen, aufm Boot findet man sich schon&#8230;. Hhhhhhhhh! Marina bleibt wie angewurzelt an der Ampel stehen. Schwarze Jacke, Wuschelkopf, Jonas! \u201eJONAS!\u201c<br \/>\nDie Stimme, die keiner anderen gleicht, ihre, Marinas Stimme, treibt Jonas dazu, sich mitten auf der Stra\u00dfe umzudrehen. Die Maid versucht ihn zur\u00fcck zu rei\u00dfen, doch vergeblich.<br \/>\nEin Knall. Plakate fliegen. Jonas liegt.<br \/>\nEin langhaariger, barf\u00fc\u00dfiger Mensch sammelt entsetzt sein Rad und seinen Hausrat auf und beugt sich zu dem regungslosen Jonas nieder.<br \/>\nDie Maid steht ratlos daneben.<br \/>\nMarina ist der Ohnmacht nahe.<br \/>\nJonas liegt leichenblass auf dem schwarzen Asphalt.<br \/>\nEin paar Momente sp\u00e4ter braust der Krankenwagen heran und Dr. Ross blickt \u00fcberm\u00fcdet auf eine ihm wohlvertraute Szenerie. \u201eEin Fahrradunfall, was haben wir denn da? Oha, einen verletzten J\u00fcng-ling. Nana, nun fangens mal nicht zu weinen an, sieht schlimmer aus als es ist, der Junge erholt sich schon wieder. Wer von den beiden Damen m\u00f6chte ihm denn Beistand leisten und ihn im Krankenwagen begleiten?\u201c<br \/>\nMarina und die Maid sehen sich in die Augen. Jonas Augen auf der Bahre blicken glasig und voller Sehnsucht zu Marina, doch seine Worte sprechen B\u00e4nde. \u201eDie Maid.\u201c<br \/>\nMit triumphierendem Blick stolziert die Maid in den Wagen, die T\u00fcren schlie\u00dfen sich und der Krankenwagen braust von dannen. Verloren steht Marina an der Kreuzung und wei\u00df weder zu denken noch zu handeln. ,Was hab ich nur getan? Reicht es nicht, dass ich sein Herz gebrochen habe? Jetzt trage ich auch noch die Schuld an seinen k\u00f6rperlichen Gebrechen.\u2019<\/p>\n<p>Frau von Hartenstein schenkt ihrer lethargischen Tochter einen doppelten  Espresso ein. \u201eDu siehst so tr\u00fcbselig aus, Sch\u00e4tzchen.  Solltest du nicht vor Gl\u00fcck strotzen, wenn du gerade deine Hochzeitseinladungen schreibst?\u201c<br \/>\nMarina nimmt den Stapel der mit Herzchen verzierten Einladungskarten entgegen und greift nach einem goldenen Stift. \u201eJa, nat\u00fcrlich freue ich mich Mama, es sind ja nur noch drei Monate, bis wir den Bund der Ehe eingehen. Bekommt Kurt Radl eigentlich auch eine Einladung?\u201c M\u00fcde blickt Marina ihre Mutter an, in Gedanken jedoch befindet sie sich noch immer beim n\u00e4chtlichen Unfall. \u201aWie es ihm wohl geht? Ich w\u00fcnschte, ich bek\u00e4me ein kleines Lebenszeichen von ihm.\u2019<br \/>\nRIIIING,RIIIING!!!!!!!!!!<br \/>\nMarina springt auf und rennt zum Telefonapparat.<br \/>\n\u201eMarina?\u201c<br \/>\n\u201eJa, das bin ich.\u201c<br \/>\n\u201eEinen sch\u00f6nen guten Morgen, hier spricht Dr. Ross\u2026\u201c<br \/>\n\u201eDr. Ross, wie geht es ihm, kann ich ihn sehen, ist er schwer verletzt?\u201c<br \/>\n\u201eBeruhigen Sie sich junge Dame, seine Verletzungen sind nur halb so wild, doch ich muss ihnen leider mitteilen, dass ihr Jonas morgen nach Japan verlegt wird. Wir haben bei einer Routineuntersuchung die neuartige und kaum erforschte Krankheit, Enkephalitische Pichtomegalie, bei ihm festgestellt und die einzige Chance auf Heilung besteht in Japan. Bis jetzt wurden erst 100 Patienten therapiert, nicht immer erfolgreich, aber wie gesagt, die Therapie gibt es nur in Japan. Jonas w\u00fcnscht sie noch ein letztes Mal zu sehen, bevor er die weite Reise auf den fern\u00f6stlichen Kontinent antritt.\u201c<br \/>\nMarina l\u00e4sst das Telefon fallen.<\/p>\n<p>V\u00f6llig au\u00dfer sich betritt Marina eine halbe Stunde sp\u00e4ter das sterile Krankenzimmer. Jonas und Marina starren sich wortlos an. Minuten vergehen, ohne dass Worte ihre Lippen verlassen.<br \/>\n\u201eIch, ich\u2026ich muss gehen, Marina.\u201c Jonas setzt sich langsam auf.<br \/>\n\u201eJonas, es tut mir so leid.\u201c Marina nimmt seine Hand in die ihre, eine Tr\u00e4ne rinnt ihre Wange hinunter.<br \/>\n\u201eDu kannst nichts daf\u00fcr, bevor ich gehe, m\u00f6chte ich nur noch eines wissen Marina\u2026\u2026WARUM?\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa, warum nur?\u201c Marina sitzt aufgel\u00f6st vor dem flackernden Bildschirm auf dem sich Windows langsam in Pixel aufl\u00f6st und sackt nach stundenlanger Recherche nach Enkephalitischer Pichtomegalie hilflos in sich zusammen.<br \/>\n\u201aVerdammt, dieses Internet hat mich mal wieder keinen Schritt weitergebracht. Japanische Therapie, was f\u00fcr ein Wahnsinn. Wieso nur diese Krankheit? Wieso Jonas? Nur 50% Chance auf Genesung. Was soll ich nur tun? Oh, Jonas!\u2019<br \/>\nMarinas Gedanken drehen sich im Kreis, sie sieht keinen Ausweg.<br \/>\nM\u00fcde und doch schlaflos deckt sie sich zu und h\u00e4lt krampfhaft ein Kinderbuch in ihren H\u00e4nden. Der Ablenkungsversuch schl\u00e4gt zwar fehl und doch findet Marina bei Heidi in den Bergen die einzig wahre L\u00f6sung. Der Besuch Heidis bei Klara in der Gro\u00dfstadt ist ein Schock f\u00fcr sie. Klara ist gel\u00e4hmt.                     Nichts, keine Therapie, konnte ihr je helfen. Nur Heidis lebensbejahende Art, ihre Freude,\u2026..ihre Liebe konnte sie heilen.<br \/>\n\u201aJonas, du brauchst mich, du brauchst meine Liebe.\u2019<\/p>\n<p><strong>TEIL 12:<\/strong><\/p>\n<p>\u201eGuten Morgen Liebling\u201c, Mara von Hartenstein l\u00e4sst soeben die vollautomatische Kaffeemaschine silbernen Designs an und stellt zwei Tassen darunter. \u201eSo wie immer, mit aufgesch\u00e4umter Milch?\u201c Sie bindet ihren champag nerfarbenen Satinbademantel ein St\u00fcck fester um die mittlerweile etwas breiter gewordenen H\u00fcften und sieht ihre Tochter fragend an. \u201eJa, danke.\u201c Marina l\u00e4sst sich an der gedeckten Fr\u00fchst\u00fcckstafel nieder und st\u00fctzt das h\u00fcbsche Gesicht, welches heute tiefe R\u00e4nder unter und geschwollene Lider an den Augen aufweist, in die H\u00e4nde.<br \/>\n\u201eBitte sehr.\u201c Ihre Mutter stellt ihr eine dampfende Tasse vor die Nase und setzt sich, ohne auszulassen, sich vorher noch einmal \u00fcber  die kleine W\u00f6lbung ihres Bauches zu streichen. \u201eMarco wollte auch gleich kommen&#8230;. Oh, das wird er sein.\u201c Mara folgt dem Klingeln zur T\u00fcr und \u00f6ffnet Marco.<br \/>\n\u201eGuten Morgen die Damen!\u201c Frisch und fesch \u2013 diesmal mit rosa Hemd \u2013 wie eh und je st\u00fcrmt der aufstrebende Unternehmer in die K\u00fcche und packt die noch warmen Croissants aus. \u201eMeine G\u00fcte, kaum ist meine gelungene B\u00fctt und die famose Karnevalszeit vor\u00fcber, gibt es schon wieder bunte Eier beim B\u00e4cker. Wahrhaft, man kann nicht klagen. Es gibt immer was zu feiern, nicht wahr, Schatz?\u201c Er setzt sich zu Tisch und gibt Marina einen Kuss auf die Stirn. \u201eWas ist denn los, Schnuffelsuse? Bekomm ich keinen Gutenmorgenkuss?\u201c Er blickt seine Zuk\u00fcnftige, die ihren Kopf noch immer hinter den H\u00e4nden verborgen h\u00e4lt, an.<br \/>\n\u201eTut mir leid.\u201c Marina sieht ihn an und wirft achtlos zwei Zuckerst\u00fcckchen in ihren Kaffee. \u201eIch hab nicht gut geschlafen.\u201c Sie nimmt einen tiefen Schluck des schwarzen Gebr\u00e4us.<br \/>\n\u201eNa, nun iss erst mal was.\u201c Marco bei\u00dft herzhaft in sein Croissant, ohne Marinas miserables Aussehen zu bemerken.<br \/>\n\u201eIch glaub, ich krieg nichts runter. Ihr entschuldigt mich.\u201c Marina steht auf und verl\u00e4sst das Fr\u00fchst\u00fcckszimmer. Kurz darauf erscheint sie wieder in voller Montur samt Rucksack und Sonnenbrille. \u201eIch muss weg,  bitte fragt nicht, ich habs eilig. Ich melde mich.\u201c Mit diesen Worten verl\u00e4sst Marina \u00fcberst\u00fcrzt die hartensteinsche Villa und l\u00e4sst Mara und Marco verdutzt zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Klirrend fliegt die Vase mit den Blumen der Maid zu Boden. \u201eVerdammte Schei\u00dfe!\u201c Jonas starrt wutentbrannt auf die Scherben und rei\u00dft den Schrank seines Krankenzimmers auf. Mit fahrigen Bewegungen schmei\u00dft er seine sieben Sachen in seine Reisetasche und zieht sich an. \u00b4Das kann nicht ihr Ernst sein. Das kann einfach nicht sein. Marina, warum tust du mir das an? Nicht mal eine Antwort kannst du mir darauf geben. Erb\u00e4rmlich. Schei\u00dfe, wenn ich dich nicht so lieben w\u00fcrde. Ich muss hier raus. Enkephalitische Pichtomegalie, na und?! Mir geht\u2019s pr\u00e4chtig, wunderbar. Es k\u00f6nnte nicht fabelhafter sein.` Mit einem Ruck schwingt Jonas die Reisetasche \u00fcber die Schulter, zieht seine M\u00fctze tief in die Stirn und verl\u00e4sst das Krankenzimmer.<br \/>\n\u201eLast call for pessengers to Tokio. Please\u2026\u201d<br \/>\nWie von Sinnen rast Marina die Rolltreppe hinunter zum Check-in-Schalter.<br \/>\n\u201eTut mir leid, junge Dame. Wenn sie noch kein Ti-           cket haben, kann ich Ihnen nun leider nicht mehr behilf-lich sein.\u201c Die adrett gekleidete Stewardess sieht Marina mitleidig an. \u201eWarum haben Sie sich denn nicht fr\u00fcher um einen Flug gek\u00fcmmert? Ts, ts&#8230; die Jugend von heute. So leichtsinnig und unbedacht.\u201c<br \/>\n\u201eIch&#8230; ich&#8230;\u201c, Marina schnappt atemlos nach Luft. \u201eIch muss zu ihm.\u201c \u201eZu wem?\u201c<br \/>\n\u201eJonas &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eJonas Berg. Aha, nun ich werde mal nachsehen, ob er bei unserem heutigen Flug an Board sein wird. Moment&#8230; Nein, da haben sie Gl\u00fcck, Fr\u00e4ulein, seine Reservierung wurde kurzfristig storniert. Der Herr fliegt heute offenbar nicht nach Tokio, sie k\u00f6nnen ihn also getrost an Land aufsuchen.\u201c<br \/>\nPerplex starrt Marina die Stewardess an und greift apathisch zu ihrem Handy, um das Krankenhaus anzurufen. Doch die \u00c4rzte wollen ihr keinerlei Ausk\u00fcnfte geben.<br \/>\n\u201eHerr Professor, bitte sagen Sie mir, was los ist. Ich geh\u00f6re quasi zur Familie. Ich bin&#8230; ich bin&#8230; Ich liebe ihn.\u201c<br \/>\n\u201eTut mir leid, Fr\u00e4ulein von Hartenstein. Ich darf Ihnen keine Auskunft geben und Jonas ist momentan nicht zu sprechen. Rufen sie bitte morgen wieder an.\u201c<br \/>\nResigniert legt Marina auf, Tr\u00e4nen rinnen ihre Wangen hinunter, w\u00e4hrend sie ohne nach links oder rechts zu sehen zum Ausgang trottet.<br \/>\n\u201eHier haben wir uns das erste Mal gesehen. Oh Gott, Marina. Warum?\u201c Jonas blickt auf das tr\u00fcbe Wasser des Mains, in welchem sich die noch tr\u00fcberen Wolken spiegeln und beginnt bitterlich zu weinen. Verzweifelt l\u00e4sst er sich auf das kalte Gras fallen und sinkt schluchzend in sich zusammen.<br \/>\nEin paar Meter entfernt l\u00e4sst sich Marina auf die Wiese  fallen. \u201eWas hab ich nur getan? Ich liebe ihn so und doch konnte ich nicht mit ihm zusammen sein. Warum? Ach, welch gl\u00fccklicher Moment es war, als wir uns hier fanden und uns das erste Mal in die Augen sahen.\u201c<br \/>\nDoch an diesem Tage sehen sie sich nicht in die Augen.<br \/>\nSie finden sich nicht.<br \/>\n12 Stunden sp\u00e4ter:<br \/>\n\u201eGuten Tag, Herr Professor, ich habe gestern bereits angerufen.\u201c Nerv\u00f6s umklammert Marina die Telefongabel. \u201eWie geht es Jonas?\u201c \u2013 \u201eEr fliegt heute Nacht?!\u201c Marina l\u00e4sst den H\u00f6rer fallen und eilt, ohne noch einmal ihr sonst so gepflegtes \u00c4u\u00dferes im Spiegel zu betrachten, zur T\u00fcr.<\/p>\n<p>\u201eJONAS!\u201c Marina entdeckt seinen Wuschelkopf, der sich umringt von zwei Sanit\u00e4tern gen Terminal 2 bewegt. \u201eJonas, warte!\u201c<br \/>\nEr dreht sich um.<br \/>\nReglos bleiben sie inmitten der Menge stehen und starren sich an. Langsam bewegen sie sich aufeinander zu.<br \/>\n\u201eJonas, ich&#8230; ich komme mit dir.\u201c<br \/>\nJonas erstarrt, zitternd steht er vor ihr, ringt nach Worten. \u201eMarina, ich&#8230; das geht nicht. Ich m\u00f6chte nicht, dass du mich (nach allem was passiert ist), begleitest. Ich muss das alleine schaffen&#8230;\u201c<\/p>\n<p><strong>TEIL 14: <\/strong><br \/>\nVerzeih, dass ich dich nicht auf meinem<br \/>\nschweren Weg nach Japan dabei haben m\u00f6chte. Es ist zu viel geschehen. An unserer Liebe wird sich nie etwas \u00e4ndern. Doch wir werden sie nie leben k\u00f6nnen. Jonas\u201c<br \/>\nMit am\u00fcsiertem Blick legt Marco Marinas rosa Handy beiseite. \u201eAch Gottchen, ich schmelze dahin, ich l\u00f6se mich schier auf bei solch schmachtenden Worten \u00e0 la Romeo und Julia. Ich hoffe nur, ihre Liebe nimmt nicht ein ebenso tragisches Ende. Wie fatal das w\u00e4re. Obwohl? Die Fusion ist ohnehin gesichert und die wun-<br \/>\ndervolle Mutter tr\u00e4gt mein Erbgut unter ihrem Herzen. Einzig Gernot st\u00e4nde unserer grenzenlosen Leidenschaft dann im Wege.\u201c Marco wirft einen selbstgef\u00e4lligen Blick in den Spiegel, um beruhigt festzustellen, dass das Zupfen seiner Brauen wohl noch einen Tag Zeit hat.<\/p>\n<p>K\u00fcche. Kaffee brodelt. Marco erg\u00f6tzt sich am ergiebigen Wirtschaftsteil der Main-Post. Alsdann betreten Marina und ihre Mutter die K\u00fcche. Marco blickt von seinen Studien auf, wobei sein Blick zwar auf Marina gerichtet, jedoch immer wieder Mara von Hartenstein streift. \u201eNa, wie wars bei der Schwangerschaftsgymnastik?\u201c \u201eEs war wundervoll, auch f\u00fcr dich, nicht wahr Sch\u00e4tzchen?\u201c Mara legt den Arm<br \/>\num ihre Tochter. \u201eDa bekommst du gleich mal mit, wie das so ist&#8230;\u201c Abwesend nickt Marina und setzt sich zu Marco an den Fr\u00fchst\u00fcckstisch.<br \/>\n\u201eApropos Nachwuchs\u201c, die Mutter strahlt wie ein Honigkuchenpferd. \u201eWie sieht es mit euren Hochzeitseinladungen aus? Sind alle abge-schickt?\u201c \u201eSelbstverst\u00e4ndlich.\u201c Marco l\u00e4chelt Mara an. \u201eDie Zeit rennt schlie\u00dflich. Bald ist es soweit. Marina und Marco Gucina von Hartenstein. Ein Fest, wie es die Welt noch nicht erlebt hat.\u201c Marina l\u00e4chelt ebenfalls, doch ihre Augen blicken matt. \u201eIch verschwinde mal ins Bad.\u201c<\/p>\n<p>\u201eGucina von Hartenstein. Ich werde seinen Namen tragen. Ich werde mit Marco verbunden sein. F\u00fcr den Rest meines Lebens. Oh Jonas, wie konnte es soweit kommen?\u201c Marina dreht den Wasserhahn auf, klatscht sich das k\u00fchle Nass ins Gesicht und betrachtet sich apathisch im Spiegel. \u201eUnd ich wei\u00df nicht mal wie es dir geht. Warum will Dr. Ross keine Auskunft geben, solange du in Japan bist? Und wie lange noch? Wie lange&#8230;.?\u201c<\/p>\n<p>Vier Wochen sp\u00e4ter:<br \/>\nSanft ist das Klingen leiser Gl\u00f6ckchen zu h\u00f6ren, welches durch die flimmernde Luft getragen wird. Prachtvoll liegen die t\u00fcrkisfarbenen Kuppeln, T\u00fcrmchen und Zinnen im g\u00fcldenen           Licht der sinkenden Abendsonne des Morgenlandes. Bezaubernd durchflutet der Duft des Bl\u00fctenmeers die Parkanlagen, wo sich anmutige Wesen fallustieren und geradezu \u00fcber die<br \/>\nKieswege zu schweben scheinen. Auf der Terrasse des Japanese King Hospital blickt Jonas hoffnungslos auf die friedvolle Idylle. Der smarte Chimono mit den dunkelroten  Bl\u00fctenapplikationen auf tiefschwarzer Seide umh\u00fcllt seinen d\u00fcnnen K\u00f6rper. Zitternd greift er zu seinem Wasserglas und vermag es nicht zum Mund zu f\u00fchren. Eine Tr\u00e4ne rollt seine Wange hinunter als er es wieder sinken l\u00e4sst. \u201eGuten Molgen mein Liebel. Wie geht es Ihnen an diesem Abend?\u201d Prof. Dr. Cheng Hui<br \/>\nschreitet wallenden Gewandes die Stufen<br \/>\nhinunter. Jonas blickt m\u00fcde zu seinem Arzt empor und zuckt die Schultern. \u201eIch habe Neuigkeiten. Soeben telefonielte ich mit meinem deutschen Kollegen, um ihn \u00fcbel Ihlen momentanen Zustand zu infolmielen. El teilt meine Ansicht, dass del elste Teil der Thelapie beendet ist. Del zweite H\u00e4lfte der Thelapie und somit die medikament\u00f6se Behandlung k\u00f6nnen Sie in Ihle Heimatland, in Deutschland foltsetzen. Doch Enkephalitische Pichtomegalie ist eine schwelwiegende Klankheit. Die dauelhafte Heilung ist noch nicht gewiss.\u201c<br \/>\nJonas seufzt kaum merklich und legt den Kopf in den Nacken. \u201eWann?\u201c Prof. Dr. Cheng Hui legt seine Hand auf Jonas Schulter. \u201eMolgen fl\u00fch welden Sie ableisen. Selbstvelst\u00e4ndlich mit meinen besten \u00c4lzten als Begleitung.\u201c<\/p>\n<p>Jonas! Marina bleibt stehen und h\u00e4lt inne. Erschrocken h\u00e4lt sie sich am T\u00fcrrahmen fest und blickt auf die gr\u00fcnen Parkanlagen des Juliusspitals. Singende V\u00f6gel und lachende Menschen erfreuen sich an der Hitze des Sommertages. Stumm und still betrachtet Marina das unsagbare Bild vor ihren Augen. Leichenblass sitzt Jonas inmitten des Gr\u00fcns in seinem Rollstuhl. Langsam geht sie auf ihn zu. \u201eMarina. Woher wei\u00dft du&#8230;?\u201c Jonas blickt kaum auf. \u201eDr. Ross hat mich informiert. Ich&#8230; Jonas&#8230;ich wei\u00df nicht was ich&#8230;\u201c \u201eSag nichts. Es ist ohnehin alles zu sp\u00e4t. Dr. Ross war vorhin bei mir. Mein Zustand hat sich nicht verbessert. Im Gegenteil. Marina, es sind wahrscheinlich nur noch ein paar Monate&#8230;\u201c<br \/>\nJonas und Marina sehen sich an. Kein Wort ber\u00fchrt mehr ihre Lippen. Nichts ist zu h\u00f6ren, nichts ist zu sp\u00fcren. Nichts als Leere. Nichts. Nichts hat mehr einen Sinn. Rein gar nichts. Marina schreit sich die Seele aus dem Leib. Sie rennt davon. Sie rennt und rennt. Und sie schreit.<\/p>\n<p>\u201eKomm mit.\u201c Die Sonne schickt gerade ihre ersten Strahlen aufs Land als Marina zur\u00fcckkehrt. Fest sieht sie Jonas an. \u201eIch habe mit den \u00c4rzten gesprochen und ich m\u00f6chte, dass du mit mir kommst.\u201c Jonas nickt gleichg\u00fcltig. Weder Erstaunen noch Widerwillen, noch Freude sind auf seinem Gesicht zu verzeichnen. Seine Mimik ist kraftlos. Ohne Leben.<\/p>\n<p>Acht Stunden sp\u00e4ter:<br \/>\nSie sitzen nebeneinander. Er legt seinen Kopf auf ihre Schulter. So schauen sie nach vorne. Zum Horizont. Der sich in seinem dunklen Blau kaum merklich von dem des Meeres abhebt. Die Wellen rauschen. Ab und an kommt eine st\u00e4rkere Welle. Dann f\u00fchlen sie das k\u00fchle Nass an den nackten Zehen. So sitzen sie da. Einfach so. Und schauen aufs Meer.<\/p>\n<p>TEIl 15:<\/p>\n<p>\u201aIch kann nicht mehr. Hier und jetzt einfach einschlafen und nicht mehr aufwachen. Gehen, wenn`s am Sch\u00f6nsten ist, das letzte Bild in meinem Kopf, sie im Wasser vor der untergehenden Sonne, wie sie so anmutig in der blutroten Flut versinkt, wie sie paddelt, wie sie mir winkt, wie sie mich anl\u00e4chelt&#8230;\u2018<br \/>\nJonas l\u00e4sst sich ersch\u00f6pft nach hinten in den weichen Sand fallen und schlie\u00dft die Augen. Sein Gedanken entgleisen ihm, er l\u00e4sst sie schweifen, versucht sich nicht zu wehren, treibt davon&#8230;<br \/>\n\u201eJonas!\u201c Marinas Stimme dringt leise zu ihm    durch. Langsam richtet er sich auf, es kostet ihn unglaublich viel Kraft. Er sieht sie. Sie kommt auf ihn zu. Tropfend setzt sie einen Fu\u00df vor den anderen, ihr sonst so akkurater Mascara schl\u00e4ngelt sich in schwarzen Linien verschwommen ihre Wangen hinab.  Jonas erhebt sich schwach. Sie bleibt stehen.<br \/>\n\u201eIch kann ohne dich nicht leben&#8230; dich so zu sehen&#8230; etwas in mir stirbt&#8230;\u201c<br \/>\nDas Salzwasser vermischt sich mit ihren Tr\u00e4nen.<br \/>\nEr geht auf sie zu. Vorsichtig setzt er einen Fu\u00df vor den anderen. Mit jeder Spur, die er im Sand hinterl\u00e4sst, kehrt ein wenig Farbe in sein Gesicht zur\u00fcck. Sie breitet die Arme aus, er sieht nur noch sie. Mehr und mehr kehrt das Leben in ihn zur\u00fcck. Er erreicht sie, sie schlie\u00dft ihn in ihre Arme. H\u00e4lt ihn fest. Ein Kuss.<br \/>\n\u201aJetzt wird alles gut, er ist wieder gesund, wir sind zusammen, wir bleiben zusammen. F\u00fcr immer.\u2018 Marina l\u00e4sst das kalte Wasser \u00fcber ihren K\u00f6rper rinnen und genie\u00dft das Gef\u00fchl des puren Gl\u00fccks. Vergessen sind Marco und all ihre Sorgen. W\u00fcrzburg ist weit weg. Alles was z\u00e4hlt sind sie und Jonas in dieser kleinen, windschiefen H\u00fctte an der Nordsee. Die Dusche prasselt mit dem Regen um die Wette. Sie wickelt sich in ihr Handtuch, cremt ihre vom Salzwasser ger\u00f6tetes Gesicht ein, wirft einen Blick in den beschlagenen Spiegel und betritt die Stube.<br \/>\n\u201eJONAS!\u201c<br \/>\nMarina erstarrt. Sie kann nicht fassen, was sie<br \/>\nsieht. Jonas steht mit seinem Koffer an der T\u00fcr.<br \/>\n\u201eWas tust du da?\u201c<br \/>\n\u201eIch muss gehen.\u201c<br \/>\n\u201eAber&#8230; ich&#8230; ich dachte&#8230; wir&#8230; du kannst doch nicht einfach&#8230; ich verstehe nicht&#8230;\u201c<br \/>\n\u201eMarina ich kann nicht. Ich liebe dich. Aber es ist zu viel geschehen. Die Krankheit, Marco, du, wir, ich habe Angst. Gro\u00dfe Angst. Zu gro\u00dfe Angst.\u201c<br \/>\nEr gibt ihr einen fl\u00fcchtigen Kuss und tritt hinaus in den Sturm. Marina sackt in sich zusammen.<\/p>\n<p>Der Regen zeichnet abstrakte Formen an das Fenster, der Zug rattert, Jonas beobachtet die Landschaft, wie sie immer h\u00fcgeliger werdend ver-   schwommen an ihm vorbeizieht.<br \/>\n\u201aEs geht mir gut. Ich habe Angst, aber es geht mir gut. Ich werde leben. Aber kann ich \u00fcberhaupt leben&#8230; ohne sie?\u2018<br \/>\nDer Regen zeichnet d\u00e4monische Fratzen an das Fenster, der Wind pfeift durch die Ritzen. Marina beobachtet die st\u00fcrmische See, die vor ihren Augen verschwimmt.<br \/>\n\u201aWarum nur? Jonas, wir k\u00f6nnen es schaffen. Wir haben deine Krankheit besiegt. Ich bin mir sicher. Wir lieben uns warum nur, kannst du nicht mit mir sein?\u2018<\/p>\n<p>\u201eCheng Hui, Cheng Hui, etwas g\u00e4nzlich unglaub-liches ist geschehen!!!!\u201c Dr. Ross br\u00fcllt in den H\u00f6rer, als w\u00fcrde er direkt mit Japan sprechen.<br \/>\n\u201eWas?\u201c Dr. Cheng Hui trippelt aufgeregt in seinem Kimono hin und her und verschluckt sich an seinem Sushi. \u201eWas ist? Los, Doktol Los nun sagen Sie schon!\u201c<br \/>\n\u201eIch kann es mir nicht erkl\u00e4ren, aber halten Sie sich fest Cheng Hui, es ist die Wahrheit:<br \/>\nJonas ist geheilt!\u201c<br \/>\n\u201eDoktoR Ross! Ein WundeR, deR KeRl ist z\u00e4heR, als eRwaRtet. Das ist eine Sensation. Das kann nuR wahRe Liebe vollbRacht haben!\u201c<\/p>\n<p>Die Sonne scheint, die V\u00f6gel zwitschern, Jonas steht auf der Juliuspromenade und wartet. Er nimmt alles um sich herum wahr. Jedes Detail wird ihm bewusst. Eisessende Kinder schmieren selbiges \u00fcberall hin nur nicht in ihren Schlund, stilbewusste Teenies tragen ihr Arschgeweih inklusive Minitanga zur Schau und hormonge-steuerte Jungs in zu gro\u00dfen Hosen gucken hinterher, w\u00e4hrend sie verzweifelt versuchen ihre Kippe m\u00f6glichst cool im Mundwinkel zu pla-      tzieren. Alles beim Alten, denkt er sich und ein L\u00e4cheln huscht \u00fcber seine Lippen. \u201eAlter, Mann siehst du schei\u00dfe aus!\u201c Das L\u00e4cheln wird, ob dieser Begr\u00fc\u00dfung zu einem breiten Grinsen. Gut gelaunt springt Jonas zu Simon ins Auto und nimmt ein eiskaltes Distel in Empfang. \u201eMach ma blo\u00df nie wieder so\u00b4n Schei\u00df, lass erst ma zu mir fahren und feiern, schei\u00df auf Enckefuckpichtowasauchimmer&#8230;.Prost!\u201c<\/p>\n<p>\u201eSieh nur, die F\u00fc\u00dfchen, Gernot, siehst du die F\u00fc\u00dfchen, ach guck doch mal, wie s\u00fc\u00df!\u201c Gernot ringt sich ein L\u00e4cheln ab und wirft einen gezwungen faszinierten Blick auf das Ultraschallbild<br \/>\n\u201eJa, \u00e4h, niedlich, ist das nicht eine Hand?\u201c<br \/>\n\u201eHerr Hartenstein, meinen Gl\u00fcckwunsch, das ist wahrhaft das H\u00e4ndchen Ihres Nachkommens, ich freue mich sehr f\u00fcr sie, so sp\u00e4te Vaterfreuden sind nicht h\u00e4ufig.\u201c Frau Doktor Kopischke ahnt nicht mal im Ansatz, wie viel Salz sie soeben in offene Wunden streut. Doch Gernot h\u00e4lt sich tapfer und dr\u00fcckt die Hand seiner Frau, die offenbar nicht realisiert, wie sehr der Anblick dieses Kindes Gernot zusetzt.<\/p>\n<p>\u201aIch muss stark sein. Ich werde dieses Kind lieben, als w\u00e4re es mein eigen Fleisch und Blut. F\u00fcr Marina.\u2018 Gernot parkt in Gedanken den Mercedes, seine Frau trippelt schon vor Richtung K\u00fcche auf der Suche nach sauren Gurken. Sie wird f\u00fcndig und nimmt einen herzhaften Bissen. \u201eIch kenne niemanden, der so sexy in eine Gurke bei\u00dft wie du meine Sch\u00f6nheit.\u201c<br \/>\nMarco erscheint l\u00fcstern l\u00e4chelnd in der T\u00fcr, steuert zielstrebig auf Mara zu und bei\u00dft seinerseits lustvoll in die Gurke in ihrer Hand. Er blickt ihr tief in die Augen und legt seine Hand auf ihren noch durchaus wohlgeformten Hintern.<br \/>\n\u201eMara Liebes, sag mal wei\u00dft du wo ich&#8230;.\u201c<br \/>\nGernot erstarrt, ob des Szenarios, das sich ihm vor dem K\u00fchlschrank bietet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>die komplette geschichte von anfang an&#8230; \/\/ von helena hertlein &amp; johanna kleinschrot Marinas schicksalhafte Begegnung mit einem Barbaren stellt Sie auf eine harte Probe. 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