{"id":994,"date":"2008-06-04T11:36:29","date_gmt":"2008-06-04T10:36:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=994"},"modified":"2008-06-18T09:08:06","modified_gmt":"2008-06-18T08:08:06","slug":"zuckerbeat-volume-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=994","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat volume 16"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/06\/zuckerbeat-16-klein.jpg\" alt=\"zuckerbeat 16\" class=\"right\" \/>W\u00e4hrend drau\u00dfen die Festivals gest\u00fcrmt werden, kann sich der melancholisch veranlagte Musikfan mit <strong>Martha Wainwright<\/strong> in die eigenen vier W\u00e4nde zur\u00fcckziehen und sich zu ihrem neuen Album gem\u00fctlich einen guten Wein genehmigen. \u201eI Know You\u00b4re Married But I\u00b4ve Got Feelings Too\u201c (7) ist wie geschaffen f\u00fcr die kleinen Momente. Die K\u00fcnstlerin verliert sich in musikalischen Zwischenwelten. Wenn Tag und Nacht sich die Hand reichen, schl\u00e4gt ihre gro\u00dfe Stunde. Dann spricht einem die Musik direkt aus dem Herzen und erzeugt G\u00e4nsehaut. Das liegt unter anderem an Marthas bet\u00f6render Keller-Bar-Stimme, die stetig zwischen Amy Winehouse und Regina Spektor hin und herpendelt. Wie ein Schleier absorbiert sie die Hektik unserer Zeit, als w\u00e4re das Ticken der Uhr nur ein fremdartiges Ger\u00e4usch abseits unserer Wahrnehmungsf\u00e4higkeiten. Schade nur, dass <strong>Catharina Boutari<\/strong> uns anschlie\u00dfend wieder auf den Boden der Tatsachen zur\u00fcckholt. Deren Musik fehlt einfach der Mut zum Ausbruch aus g\u00e4ngigen Songstrukturen. Fast alles, was einem auf \u201eTanzschule Boutari\u201c (5) vor den Latz geknallt wird, hat man von mia. schon mal in \u00e4hnlicher Form geh\u00f6rt. Man muss der K\u00fcnstlerin allerdings zu Gute halten, dass sie sich vor allem textlich von den \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen in den Charts abgrenzt. Um mich in Euphorie zu versetzen, reicht das allerdings nicht. Da schwelge ich dann doch lieber mit <strong>Alexis Le-Tan &amp; Jess<\/strong> in minimalen Klangwelten. Die Musik klingt, als w\u00fcrde man in der Badewanne untertauchen, Blubberblasen fabrizieren und anschlie\u00dfend mir geballter Faust aus der Wanne h\u00fcpfen.<!--more--> \u201eSpace Oddities\u201c (7) beeindruckt dabei vor allem aufgrund seines Abwechslungsreichtums. Elektronische Soundschnipsel geben sich mit sph\u00e4rischen Kl\u00e4ngen die Klinke in die Hand und es entsteht ein interessanter Mix aus funkigen und poppigen Disco-Sounds. Pl\u00f6tzlich f\u00fchlt man sich, als w\u00fcrde man aus der Gegenwart direkt ins Lichtermeer des Clubs gesp\u00fclt, um dann endg\u00fcltig im Rausch der Musik zu verschwinden. Schade nur, dass <strong>Plemo And Rampue<\/strong> dieses Niveau auf \u201eLove Hate Peace Fuck\u201c (5) nicht so ganz halten m\u00f6chten. Die verwursten lieber allerhand Peinliches a la 2 Unlimited mit durchaus Ansprechendem der Marke Beastie Boys. Das Ganze wirkt dann auch auf den ersten Blick recht charmant, weil es einfach ohne Ende knallt. Nur kann man leider nicht 24 Stunden t\u00e4glich im Club abh\u00e4ngen. Und so verliert der H\u00f6rer im heimischen Wohnzimmer schnell die Geduld mit den oftmals gleichf\u00f6rmig vor sich hinlaufenden Tracks. Im direkten Vergleich mit den Labelmates von Bratze haben also Letztere auch weiterhin die Nase vor. Wer sich trotzdem mal wieder so richtig das Hirn wegballern will, sollte das Ganze aber trotzdem mal antesten. Von <strong>Robert Carl Banks<\/strong> sollte er sich allerdings weit m\u00f6glichst fern halten. Auf \u201eSoul Circus\u201c (3) versucht er der sich an Songwriterkl\u00e4ngen der Marke Damien Rice &amp; John Mayer. Und l\u00f6st damit schlimme Erinnerungen an das allt\u00e4gliche Getr\u00e4ller aus dem Formatradio aus. Die wenigen gelungenen Momente gen\u00fcgen da am Ende leider nicht, um den H\u00f6rer bei der Stange zu halten. Ganz im Gegensatz dazu zaubern uns <strong>Pante\u00f3n Rococo<\/strong> (6) mit ihrem gleichnamigen Album anschlie\u00dfend ein paar schicke Sonnenblumen-Tattoos auf die sonnengebr\u00e4unten Wangen. Mit ihrem hymnischen Ska-Punk-Mix verwandeln sie \u00f6de W\u00fcstenlandschaften in Baggerseeoasen. Und machen nicht den Fehler, wie manche Kollegen, zu sehr in Richtung Stadionrock zu schielen. Stattdessen wird einfach beschwingt dahingerockt, als w\u00e4re der Hosentr\u00e4ger nie erfunden worden. Das ist die perfekte Platte, um beim Grillen mit einer Handvoll Steaks zu jonglieren. Oder einfach mal wieder freudetrunken auszurasten. Wer dazu noch in guten alten Zeiten schwelgen m\u00f6chte, als Emo noch nicht zum musikalischen PokEMOn mutierte, kann sich an dem neuesten After-Aufl\u00f6sungs-Release von <strong>Hot Water Music<\/strong> erfreuen. Schon der erste Song \u201eKill The Night\u201c wischt alle Zweifel beiseite. \u201eTill The Wheels Fall Off\u201c (7) ist  kein lauwarmer Aufguss von verschollenen \u00dcberbleibseln aus dem Backkatalog. Hier wird gerockt, bis die Stimme versagt. Der verrauchte Gesang, die hymnischen Melodien. Hier kriegt der gescholtene Fan alles, wof\u00fcr man diese Band schon immer tief ins Herz geschlossen hat. Da kann sich manch Nachz\u00fcgler in Sachen Intensit\u00e4t ruhig mal ne Scheibe abschneiden. Womit es dann auch langsam an der Zeit ist, etwas runterzukommen. Den perfekten Soundtrack zum Abh\u00e4ngen unter Palmen liefern <strong>Ladytron<\/strong>. Die haben sich auf \u201eVelocifero\u201c (7) endg\u00fcltig von luftigen Arrangements befreit. Das tut der Freude allerdings keinen Abbruch. Songs, wie \u201eBlack Cat\u201c oder \u201eGhosts\u201c fallen eher unter den Banner: \u201eLiebe auf den f\u00fcnften Blick\u201c. Ein ebenso langlebiges, wie spannendes, zudem atmosph\u00e4risch dichtes Album hat man zuletzt h\u00f6chstens noch von The Knife geh\u00f6rt. Selbst nach unz\u00e4hligen Durchl\u00e4ufen \u00fcberraschen einen die vielseitigen Songs immer wieder aufs Neue. Man kann sich kaum vorstellen, dass das die gleiche Band ist, die bei \u201eWitching Hour\u201c noch in der Perfektion ihrer poppigen Arrangements badete. Nein, dieses Album entl\u00e4sst einen soundm\u00e4\u00dfig geradewegs in Richtung ungewisse Zukunft. Und erzeugt einen mysteri\u00f6se Anziehungskraft, deren Geheimnis wohl darin liegt, dass die Band Pop immer wieder mit Unterk\u00fchlung kontert. Vielleicht sollten Ladytron demn\u00e4chst mal dar\u00fcber nachdenken unter die Filmmusiker zu gehen. Im Horror-Movie-Genre w\u00fcrden sie sicher mit offenen Armen empfangen. Womit hier zum Schluss noch kurz auf \u201eEchte Musik\u201c (5) hingewiesen sei. Die aktuelle Scheibe von <strong>Jonesmann<\/strong> ist leider nicht der gro\u00dfe Wurf geworden, den man erwarten konnte. Nun gut: Xavier Naidoo zu featuren scheint sich ja inzwischen als durchaus konsensf\u00e4hig durchgesetzt zu haben. Trotzdem klingt das neue Album des \u201eetablierten K\u00fcnstlers\u201c genau so, wie erwartet: n\u00e4mlich \u201eetabliert\u201c. Die gro\u00dfen \u00dcberraschungen fehlen auf \u201eEchte Musik\u201c. Die Features von Olli Banjo und Azad bewegen sich zwar allesamt auf hohem Niveau, aber eine Revolution lostreten wird man damit kaum. Zudem ist deutschsprachiger Soul-Gesang seit jeher eher mit Vorsicht zu genie\u00dfen, was die Frage aufwirft, warum Jonesmann nicht \u00f6fter mal in seiner Funktion als Rapper ans Mikrofon tritt. Das steht ihm n\u00e4mlich gar nicht mal schlecht. Also dann. Das wars f\u00fcr heute. Wir lesen uns. Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<\/p>\n<p>\/\/ <em>von Alexander Nickel-Hopfengart<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend drau\u00dfen die Festivals gest\u00fcrmt werden, kann sich der melancholisch veranlagte Musikfan mit Martha Wainwright in die eigenen vier W\u00e4nde zur\u00fcckziehen und sich zu ihrem neuen Album gem\u00fctlich einen guten Wein genehmigen. \u201eI Know You\u00b4re Married But I\u00b4ve Got Feelings Too\u201c (7) ist wie geschaffen f\u00fcr die kleinen Momente. Die K\u00fcnstlerin verliert sich in musikalischen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-994","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-filmkunst"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/994","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=994"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/994\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=994"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=994"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=994"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}