• º zuckerbeat: musik / szene

  • 03.Apr.
  • // presswerke vol. (2)94 – „schnauze“
  • mit der neuen Vinyl-LP von Deutsche Laichen.

    // Punk ist scheiße, Punk ist geil von der Band Deutsche Laichen fühlt sich -passend zum Osterfest natürlich stilgerecht mit Häschencover- beim Hören an wie ein Abend in einem verschwitzten kleinen Club, irgendwo zwischen politischer Kampfansage, grölendem Freundeskreis und zunehmendem Kontrollverlust. Du legst die Platte auf, das erste Stück läuft an – und sofort ist klar: Das hier will dich nicht nur unterhalten, das will dich mit reinziehen. Was mich direkt gepackt hat, ist diese Mischung aus Haltung und Widerspruch. Der Titel ist ja schon Programm: Punk wird hier nicht romantisiert, sondern er zerlegt einfach mal wieder. Und genau so klingen die Songs auch. Mal knallen sie dir roh und direkt entgegen, fast trotzig, dann wieder brechen sie auf und werden überraschend verletzlich. Es gibt diese Momente, in denen die Wut richtig laut wird – und direkt danach kommt etwas, das sich fast wie ein intimer Gedanke anfühlt. Man merkt, dass seit dem Debüt Zeit vergangen ist. Das ist kein „wir spielen einfach nochmal schneller und lauter“-Album. Es ist reflektierter, aber deswegen noch lange nicht zahmer.

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  • 27.März
  • // presswerke vol. (2)93 – „slumber party“
  • mit der neuen Vinyl-LP von Brigitte Calls Me Baby.

    // Mit Irreversible veröffentlichen Brigitte Calls Me Baby ihr zweites Album – und bestätigt damit eindrucksvoll, warum die Band inzwischen zu den spannendsten Namen im internationalen Alternative-Rock zählt. Schon ihr Debüt hatte Aufmerksamkeit erregt, doch dieses neue Album wirkt größer, selbstbewusster und emotional kompromissloser. Produziert von Yves Rothman und Lawrence Rothman, verbindet Irreversible eine elegante Melancholie mit drängender Energie. Gitarren stehen klar im Zentrum, doch der Sound ist alles andere als roh oder nostalgisch. Stattdessen entsteht eine Mischung aus dramatischem Indie-Rock, dunklem Pop und hymnischer Emotionalität. Besonders prägend ist die markante Stimme des Sängers, die den Songs eine unverwechselbare Atmosphäre verleiht – zugleich verletzlich und pathetisch, ohne je ins Übertriebene zu kippen. Viele der Stücke sind auf Tour entstanden, und das hört man dem Album an. Die Songs wirken unmittelbar, fast körperlich.

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  • 22.März
  • // zuckerbeat vol. (6)67 – „langsam wirst ma fremd“
  • mit dem Album „Gschnas“ von Voodoo Jürgens.

    // Mit Gschnas meldet sich Voodoo Jürgens zurück – und zwar nicht leise. Drei Jahre nach Wie die Nocht noch jung wor steht plötzlich nicht mehr nur der melancholische Beisl-Poet im Raum, sondern ein Künstler, der spürbar an einem neuen Punkt angekommen ist. Einer, der sich seiner Wirkung bewusst ist – und trotzdem nicht geschniegelt wirkt. Vielleicht gerade deshalb. Schon der Opener „Langsam wirst ma fremd“ fühlt sich an wie eine Ansage. Da ist diese vertraute Stimme, dieses leicht brüchige Timbre, das sofort eine Welt aufmacht. Aber musikalisch ist da mehr Weite als früher. Weniger verrauchte Hinterzimmer, mehr Horizont. Gschnas klingt größer, offener, ohne die Intimität aufzugeben, die Voodoo Jürgens immer ausgezeichnet hat. In den letzten Jahren ist viel passiert: Filmerfolg, Auszeichnungen, ausverkaufte Tourneen. Man könnte erwarten, dass so ein Aufstieg entweder zu Größenwahn oder zur Selbstkopie führt. Beides passiert hier nicht. Stattdessen hört man eine Art Standortbestimmung.

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  • 20.März
  • // presswerke vol. (2)92 – „whatever comes“
  • mit der neuen Vinyl-LP von Joshua Idehen.

    // Mit I Know You’re Hurting, Everyone Is Hurting… legt Joshua Idehen ein Album vor, das sich zwischen Spoken Word, elektronischer Musik und Soul bewegt und dabei vor allem eines versucht: einen Raum zu öffnen, in dem Verletzlichkeit ausgesprochen werden darf. Schon der Titel macht klar, worum es geht. Schmerz wird hier nicht individualisiert oder dramatisiert, sondern als etwas Gemeinsames begriffen – als Erfahrung, die Menschen verbindet. Musikalisch bewegt sich das Album in einer spannenden Zwischenzone. Elektronische Beats, warme Soul-Elemente und atmosphärische Klangflächen bilden das Fundament, über dem Idehen seine Texte spricht, manchmal fast predigt, dabei aber immer reflektiert um die Ecke biegt. Seine Stimme trägt die Stücke – rhythmisch, eindringlich, aber nie überladen. Die Tracks wirken dadurch zugleich tanzbar und nachdenklich. Man kann sie im Hintergrund laufen lassen, doch eigentlich laden sie dazu ein, genauer hinzuhören. Thematisch kreisen viele Stücke um Erschöpfung, Hoffnung und Selbstbestimmung. Titel wie „Don’t Let It Get You Down“, „Choose Yourself“ oder „Turn It Around“ wirken zunächst wie einfache Botschaften, doch Idehen gelingt es, ihnen eine größere Tiefe zu geben.

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  • 13.März
  • // presswerke vol. (2)91 – „messer“
  • mit der Vinyl-LP von FJØRT.

    // Ich habe belle époque von FJØRT nicht einfach nur gehört – ich musste es erst einmal aushalten. Schon die ersten Minuten von „’43“ haben bei mir ein richtiges Unbehagen ausgelöst. Diese ruhige, fast zerbrechliche Einleitung wiegt einen kurz in Sicherheit, und dann bricht alles auf. Genau das beherrscht diese Band wie kaum eine andere. Den kontrollierten Kontrollverlust. Was mich besonders getroffen hat, ist die Direktheit der Texte. FJØRT waren nie unpolitisch, aber hier wirkt alles noch klarer, noch kompromissloser. Wenn sie historische Schuld nicht als abstrakte Vergangenheit behandeln, sondern als etwas, das uns bis heute betrifft, dann bleibt das hängen. Ich hatte beim Hören mehr als einmal das Gefühl, dass man sich diesem Album nicht entziehen kann. Es zwingt einen dazu, zuzuhören – und mitzudenken. Musikalisch liebe ich genau diese Dramaturgie, die FJØRT perfektioniert haben.

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  • º literatur / comic

  • 09.Apr.
  • // aufgelesen vol. (6)72 – „die riesinnen“
  • mit den Werk „Die Riesinnen“ von Hannah Häffner.

    // Die Riesinnen von Hannah Häffner hat mich sofort gepackt, weil es diesen ganz eigenen Ton trifft – rau und poetisch zugleich, als würde jemand eine Familiengeschichte nicht einfach erzählen, sondern aus der Erde herausgraben. Schon die ersten Bilder bleiben hängen: diese Frauen, die zu groß sind für ihr Dorf, zu auffällig, zu wenig passend – und genau daraus entsteht eine Spannung, die sich durch den ganzen Roman zieht. Im Zentrum stehen drei Generationen: Liese, Cora und Eva. Was sie verbindet, ist nicht nur ihre Herkunft, sondern auch dieses Gefühl, nie ganz dazuzugehören. Ihr Körper wird zum sichtbaren Zeichen dafür – dieses „Zu-groß-Sein“ ist nicht nur physisch gemeint, sondern auch sozial, emotional, fast existenziell. Sie ragen heraus, und das macht sie angreifbar, aber auch eigenwillig stark. Liese wirkt dabei wie eine Figur aus einer anderen Zeit: hart, kontrolliert, fast unbeweglich. Ihre Stärke ist etwas, das sie sich erarbeitet hat, vielleicht auch erarbeiten musste, um in dieser dörflichen Enge bestehen zu können. Cora dagegen ist diejenige, die ausbricht – wütend, unruhig, voller Energie.

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  • 08.Apr.
  • // strichcode vol. (4)57 – „daytripper“
  • mit dem Werk „Daytripper“ (Deluxe Edition) von Fábio Moon und Gabriel Bá.

    // Mit der Deluxe-Neuauflage von Daytripper liegt ein Comic vor, der sich weniger wie eine klassische Graphic Novel liest und mehr wie eine leise, philosophische Meditation über das Leben selbst. Fábio Moon und Gabriel Bá erzählen darin die Geschichte von Brás de Oliva Domingos – und gleichzeitig viele Versionen dieser Geschichte. Brás schreibt Nachrufe. Ausgerechnet er, der beruflich täglich das Leben anderer Menschen auf seinen Endpunkt reduziert, hat das Gefühl, dass sein eigenes noch gar nicht richtig begonnen hat. Er träumt davon, Schriftsteller zu sein, ernst genommen zu werden, Spuren zu hinterlassen. Doch was macht ein Leben eigentlich bedeutsam? Der große Durchbruch? Die erste Liebe? Die Geburt eines Kindes? Oder sind es gerade die unscheinbaren Momente, die im Rückblick alles tragen? Das Raffinierte an Daytripper ist seine Struktur. Jedes Kapitel zeigt einen bestimmten Lebensabschnitt von Brás – und endet mit seinem Tod. Mal stirbt er mit 21, mal mit 32, mal als älterer Mann. Immer wieder wird der Faden neu aufgenommen, als würde das Leben zurückblättern und eine alternative Seite aufschlagen. Das klingt konstruiert, fühlt sich beim Lesen aber erstaunlich organisch an.

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  • 07.Apr.
  • // strichcode vol. (4)56 – „centuria“
  • mit dem Werk „Centuria“ von Tohru Kuramori.

    // Tohru Kuramoris Centuria hat mich direkt mit seiner düsteren Atmosphäre gepackt – und zwar nicht auf eine „cool düster“-Art, sondern eher so, dass man von Anfang an merkt: Das hier wird kein angenehmer Trip. Der Einstieg ist schon ziemlich heftig. Ein Sklavenschiff, Enge, Gewalt, Ausweglosigkeit – und mittendrin Julian, der eigentlich nur als blinder Passagier mitreist und dann selbst Teil dieses Systems wird. Diese Ausgangssituation fühlt sich roh und unangenehm an, fast schon klaustrophobisch. Und genau das zieht einen sofort rein, weil man merkt, dass der Manga sich nicht scheut, seine Welt wirklich hart zu zeigen. Was danach passiert, kippt das Ganze dann endgültig ins Übernatürliche. Dieses Massaker an Bord, das aus dem Blut heraus etwas Fremdes, Unbegreifliches entstehen lässt – das hat für mich sehr stark in Richtung kosmischer Horror funktioniert. Also weniger klassisches Monster-Action-Ding, sondern eher dieses Gefühl, dass da etwas existiert, das sich menschlichen Maßstäben komplett entzieht.

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  • º termine

  • 07.März
  • // —> da geht was…
  • Taubertal Festival mit Sportfreunde Stiller, SDP, Kaffkiez, Donots, Itchy, Drei Meter Feldweg, The Red Flags, Dilla, Chapo102, Feine Sahne Fischfilet, Biffy Clyro, Zartmann, Giant Rooks, Milleniumkid, The Dropkick Murphys, uvm. (06. bis 09.08.26 / Eiswiese, Rothenburg od Tauber) -> jetzt Tickets sichern unter: https://taubertal-festival.de/

    und sonst so?

    Lucy Kruger & The Lost Boys (13.03. / Immerhin)

    Lonely Spring (15.04. / Posthalle)

    Drei Meter Feldweg (17.04. / Stattbahnhof, SW)

    Mad Caddies (21.05. / Stattbahnhof, SW)

    Africa Festival mit Angelique Kidjo, Ami Warning, Fafa Ruffino, uvm. (22. bis 25.05.26 / Congress Centrum, Wurzburg)

    Rock im Park mit Linkin Park, Iron Maiden, Volbeat, Limp Bizkit, Papa Roach, Electric Callboy, Bad Omens, Sabaton, The Offspring, Architects, Babymetal, Trivium, Within Temptation, Ice Nine Kills, Landmvrks, Marteria, Three Days Grace, A Perfect Circle, Hollywood Undead, Social Distortion, Alter Bridge, The Hives, Tom Morello, Finch, Breaking Benjamin, Bush, H-Blockx, The Pretty Reckless, Mehnersmoos, Ecca Vandal, Sondaschule, Basement, President, Wargasm, High Vis, Danko Jones, Bloodywood, uvm. (05. bis 07.06.26 / Zeppelinfeld, Nürnberg)

    udwue (18. bis 21.6., Mainwiesen, Würzburg)

    Ab geht die Lutzi! mit Giant Rooks, Von Wegen Lisbeth, Swiss & Die Andern, Chapo102, Blackout Problems, Raum27, Schmutzki, uvm. (25. und 27.06.26 / Rottershausen)

    Beth Hart (06.07. / Posthalle)

    Xavier Rudd (09.07. / Wöllrieder Hof, Rottendorf)

    Madsen (10.07. / Wöllrieder Hof, Rottendorf)

    Heroes Festival mit SSIO, Rin, Haftbefehl, 102 Boyz, Kool Savas, Bausa, Beslik, Mariybu, Symba, Sierra Kidd uvm. (19. und 20.07.26 / Strohofer, Geiselwind)

    Burg Herzberg Festival mit Wolfmother, Matze Rossi, Walter Trout, Hilight Tribe, Mo’Kalamity, Kadavar, Buntspecht, Marlo Grosshardt, Lara Hulo, The Magic Mumble Jumble, My Baby, Elder, Rockpommel’s Band, Mal Élevé, Steiner & Madlaina, Fortuna Ehrenfeld, Wicked Dub Division meets North East Ska Jazz Orchestra, Laura Cox, Spidergawd, NAFT, Killabeatmaker, Orange, uvm. (30.07. bis 03.08. / Breitenbach am Herzberg)

    Roy Bianco und die Abbrunzati Boys (07.08. / Residenzplatz)

    Superbloom Festival mit Kygo, Tom Odell, Zara Larsson, Tash Sultana, Zartmann, Berq, bbno$, Vicky, Asha Banks, Jolle, Mika Noe, Magda, Laurenz Nikolaus, Civan, Jules War, Merve, Ikkimel, Filow, horsegiirL, Noga Erez, Oskar Med K, Baran Kok, Kiarababa, Dani Lia, Yung Pepp, Lorde, Audrey Hobert, Sombr, Ennio, Lewis Capaldi, Bastille, Jessie Murph, Ayliva, uvm. (29.08. bis 04.09. / Olympiapark, Munchen)

    Rian (28.11. / Posthalle)

    Steiner & Madlaina (10.12. / Cairo)

  • ° fashion / photos / games / kunst / werktag

  • 09.Apr.
  • // zuckerschock für den april 2026: „battle of dice“
  • mit dem neuen Spiel „Battle Of Dice“.

    // Man sitzt am Tisch, die Würfel liegen noch ruhig da, das Brett ist aufgebaut, die Farben verteilt – und in dem Moment, in dem jemand sagt „Okay, ich fang an“, kippt die Stimmung sofort von entspannt zu konzentriert. Genau so fühlt sich Battle of Dice an: wie ein Spiel, das keine lange Anlaufzeit braucht, sondern einen direkt fasziniert. Die ersten Züge des Games, das noch dazu direkt aus dem Würzburger Umland stammt, wagen wir noch etwas bedacht, mit einem gewissen Maß an Vorsicht. Man schaut, wie die Felder angeordnet sind, überlegt, wo man sich breitmachen will. Dann die Würfel: einmal werfen, kurz innehalten, neu ansetzen. Dieses kleine Ritual wiederholt sich ständig – und wird erstaunlich schnell zu so etwas wie einem inneren Puls des Spiels. Du merkst, wie alle am Tisch anfangen mitzuzählen, mitzudenken, leise zu hoffen oder sich zu ärgern, obwohl sie gar nicht am Zug sind. Was uns dabei sofort gepackt hat, ist dieses Gefühl von Kontrolle und Kontrollverlust gleichzeitig. Du hast drei Würfe wie bei Kniffel, du kannst Entscheidungen treffen, Kombinationen planen – und trotzdem hängt alles an diesen fünf Würfeln, die über den Tisch springen. Im Gegensatz zu Kniffel spielst du aber nicht für dich selbst, sondern duellierst dich auf dem Spielfeld mit anderen Spielern um möglichst viele Räume an dich zu reißen. Manchmal läuft es dann auch perfekt: Du triffst genau die Kombination, die du brauchst, setzt nicht nur einen, sondern gleich zwei Steine, und plötzlich sieht dein ganzes Spielfeld ganz anders aus. Das sind diese kleinen Triumphe, bei denen man sich kurz zurücklehnt und denkt: „Jetzt hab ich euch.“

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  • 03.Apr.
  • // werktag vol. (1)93 – „japan“
  • mit dem Werk „Japan – Einblicke in ein faszinierendes Land“ von Francoise Hauser.

    // Françoise Hausers Japan ist für mich so ein Buch, das man nicht unbedingt am Stück durchliest, sondern eher immer wieder zur Hand nimmt – und jedes Mal bleibt man an irgendeinem Detail hängen, von dem man vorher gar nicht wusste, dass es einen interessiert. Was mir direkt gefallen hat, ist der Ansatz: Es geht hier nicht um den klassischen Reiseführer mit Sehenswürdigkeiten und To-do-Listen, sondern eher um ein Verstehen des Alltags. Also genau die Dinge, über die man stolpert, wenn man sich mit Japan beschäftigt – warum bestimmte Verhaltensregeln so wichtig sind, wieso Abläufe so organisiert sind, wie sie sind, oder warum scheinbar kleine Details eine große Bedeutung haben. Diese Mischung aus Neugier und Erklärung funktioniert richtig gut. Gerade diese kleinen Fragen – etwa warum in Nara frei herumlaufende Hirsche zum Stadtbild gehören oder wie sich bestimmte Höflichkeitsregeln im Alltag auswirken – öffnen immer wieder größere Zusammenhänge. Man merkt schnell, dass vieles, was aus europäischer Perspektive erst mal ungewöhnlich wirkt, tief in kulturellen, historischen oder sozialen Strukturen verankert ist.

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  • 27.März
  • // werktag vol. (1)92 – „manga!“
  • mit dem Werk „Manga – Der definitive Guide“ vpm Helen McCarthy.

    // Mit Manga! legt die britische Autorin und Kulturhistorikerin Helen McCarthy ein umfangreiches Überblickswerk vor, das sich der Geschichte, Entwicklung und kulturellen Bedeutung japanischer Comics widmet. Der reich bebilderte Band versteht sich als umfassender Leitfaden durch die Welt des Manga – von seinen historischen Wurzeln bis zu den globalen Trends der Gegenwart. Helen McCarthy gehört seit vielen Jahren zu den wichtigsten Vermittlerinnen japanischer Popkultur im englischsprachigen Raum. Bereits in den 1990er-Jahren begann sie, Bücher über Anime und Manga zu veröffentlichen, zu einer Zeit also, als diese Medien im Westen noch längst nicht die heutige Popularität erreicht hatten. Ihre Arbeiten verbinden kulturhistorische Recherche mit einem klaren, zugänglichen Stil, der sowohl Einsteigerinnen und Einsteiger als auch erfahrene Fans anspricht. Manga! knüpft an diese Tradition an und bündelt ihr Wissen in einer umfassenden Darstellung der Manga-Kultur. Der Band setzt bewusst weit vor der modernen Comicindustrie an. McCarthy zeigt, dass die Wurzeln der Manga-Erzählweise weit in die japanische Bildgeschichte zurückreichen.

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  • 20.März
  • // werktag vol. (1)91 – „yokai monster“
  • mit dem Werk „Yokai Monsters“ von Philippe Charlier.

    // Mit Yokai Monsters widmet sich Philippe Charlier einer der faszinierendsten und zugleich unheimlichsten Traditionen der japanischen Bildkultur: den Yokai. Diese übernatürlichen Wesen bevölkern seit Jahrhunderten die japanische Mythologie und Volkskultur. Sie tauchen in Geschichten, Legenden, Theaterstücken und natürlich auch in der bildenden Kunst auf. Der reich ausgestattete Band versammelt zahlreiche Darstellungen dieser Kreaturen aus der klassischen japanischen Holzschnittkunst und verbindet sie mit kulturhistorischen Erläuterungen zu ihren Ursprüngen und Bedeutungen. Yokai sind schwer eindeutig zu definieren. Der Begriff umfasst eine große Bandbreite an übernatürlichen Erscheinungen: Monster, Geister, Dämonen, verwandelte Tiere oder sogar alltägliche Gegenstände, die ein Eigenleben entwickeln. Manche dieser Wesen wirken bedrohlich, andere eher schelmisch oder verspielt. Gemeinsam ist ihnen, dass sie an den Übergängen zwischen der sichtbaren Welt und dem Reich des Unheimlichen existieren. Sie tauchen in dunklen Wäldern, an Flussufern, in verlassenen Häusern oder auf nächtlichen Straßen auf – überall dort, wo die Vorstellungskraft Raum für das Unbekannte findet.

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  • 13.März
  • // werktag vol. (1)90 – „99 1/2 missverstandene songs“
  • mit dem Werk „Verhört Verkannt Vereinnahmt“ von Michael Behrendt.

    // Ich liebe Bücher, die Popmusik nicht nur feiern, sondern hinterfragen – und genau das macht Michael Behrendt in Verhört, verkannt, vereinnahmt. 99 ½ missverstandene Songs auf ausgesprochen unterhaltsame Weise. Schon der Titel macht klar, wohin die Reise geht: Es geht um all die Songs, die wir seit Jahren mitsingen, zitieren oder bei Fußballspielen grölen – und vielleicht nie wirklich verstanden haben. Was mir beim Lesen sofort gefallen hat, ist der Tonfall. Behrendt schreibt nicht belehrend, sondern neugierig, manchmal augenzwinkernd, manchmal auch mit einem gewissen Staunen darüber, wie sehr sich Bedeutung verschieben kann. Ob es um verhörte Songzeilen geht, die plötzlich ein völlig absurdes Eigenleben entwickeln, oder um Lieder, die politisch oder kulturell vereinnahmt wurden – das Buch zeigt, wie wandelbar Popmusik ist. Und wie leicht wir ihr Bedeutungen unterschieben, die ursprünglich gar nicht da waren. Besonders spannend finde ich den Dreiklang aus „verhört“, „verkannt“ und „vereinnahmt“. Es geht also nicht nur um lustige Missverständnisse – wie berühmte Textzeilen, die falsch mitgesungen werden –, sondern auch um ernstere Fälle: Songs, die aus ihrem Kontext gerissen, für politische Zwecke benutzt oder als harmlose Hymnen missverstanden wurden, obwohl sie eigentlich etwas ganz anderes erzählen.

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  • º film / tv

  • 20.März
  • // szenenwechsel vol. (2)52 – „sherlock & daughter“
  • mit der DVD zur TV-Serie „Sherlock & Daughter“.

    // Ich musste bei Sherlock & Daughter noch stärker darüber nachdenken, wie wandlungsfähig Sherlock Holmes eigentlich ist – und wie jede Generation sich ihre eigene Version dieser Figur baut. Wenn man sich die Bandbreite anschaut, wird das ziemlich deutlich: Da sind die klassischen, werknahen Umsetzungen, die stark auf Atmosphäre und Vorlage setzen, dann moderne Interpretationen wie Sherlock, die Holmes in die Gegenwart holen und seine Genialität fast schon als Superkraft inszenieren, und schließlich die eher körperlichen, energiegeladenen Filmversionen mit Robert Downey Jr., die das Abenteuerliche und Actionbetonte hervorheben. Sherlock & Daughter schlägt im Vergleich dazu einen anderen Weg ein – und genau das fand ich spannend. Die Serie interessiert sich weniger dafür, Holmes neu zu „verpacken“, sondern stellt ihm eine Figur gegenüber, die seine gewohnte Position ins Wanken bringt. Amelia ist nicht einfach Sidekick oder Bewunderin, sondern jemand, der Ansprüche stellt – emotional, biografisch und auch moralisch. Allein die Möglichkeit, dass Holmes Vater sein könnte, verändert die Dynamik komplett. Plötzlich steht nicht mehr nur die Frage im Raum, wie ein Fall gelöst wird, sondern auch, wer dieser Mann eigentlich ist, wenn man ihn nicht nur als Detektiv betrachtet.

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  • 16.Jan.
  • // szenenwechsel vol. (2)51 – „alone“
  • mit der Live-DVD „A Lost World – Troxy Live 2024“ von The Cure.

    // Diese DVD hat mich auf eine ganz eigene Weise erwischt – nicht mit einem Paukenschlag, sondern mit einem langsamen, tiefen Sog. „The Show Of A Lost World: Troxy London 2024“ ist kein gewöhnlicher Konzertfilm, sondern eher ein Zustand, den man betritt. Wer The Cure über Jahrzehnte begleitet hat, spürt schon in den ersten Minuten, dass hier etwas Besonderes festgehalten wurde: kein nostalgischer Rückblick, keine grelle Selbstfeier, sondern ein ernstes, konzentriertes Statement einer Band, die nichts mehr beweisen muss. Der Auftritt im Troxy wirkt von Beginn an bewusst gewählt. Diese Halle, mit ihrer leicht morbiden Eleganz, passt perfekt zur Atmosphäre des Abends. Man merkt, dass es Robert Smith wichtig war, Nähe zu schaffen – keine Stadiondistanz, kein überproduzierter Bombast.

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  • 09.Jan.
  • // szenenwechsel vol. (2)50 – „smile“
  • mit der DVD-Collection zu den beiden Filmen der „Smile“-Horror-Reihe.

    // Die beiden Filme der Smile-Collection bilden gemeinsam ein geschlossenes, bemerkenswert konsequentes Horrorprojekt, das weniger auf klassische Schockeffekte setzt als auf eine stetige, psychologisch zermürbende Eskalation von Angst. Regisseur Parker Finn entwickelt in beiden Teilen eine Welt, in der das Übernatürliche untrennbar mit Trauma, öffentlicher Wahrnehmung und innerer Zerrüttung verbunden ist – und genau darin liegt die eigentliche Stärke dieser Reihe. Der erste Film aus dem Jahr 2022 entfaltet seinen Schrecken aus einer intimen, fast klinischen Situation heraus. Die Psychiaterin Rose Cotter wird nach einem verstörenden Erlebnis mit einer Patientin in eine Spirale aus Halluzinationen, Schuldgefühlen und wachsendem Realitätsverlust gezogen. Das titelgebende Lächeln ist dabei weniger ein Monster-Merkmal als ein Störsignal: ein falsches Zeichen von Normalität, das in Momenten tiefster Verzweiflung auftaucht. Der Film verknüpft klassischen Fluch-Horror mit Themen wie unverarbeitetem Trauma, psychischer Erkrankung und der Unfähigkeit moderner Gesellschaften, mit innerem Schmerz offen umzugehen. Die Bedrohung wirkt so nachhaltig, weil sie nie eindeutig greifbar wird – sie lebt von der Angst, nicht mehr unterscheiden zu können, was real ist und was nicht.

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  • 04.Jan.
  • // szenenwechsel 2025 << filme
  • mit den besten 2025er Filmen.

    01 One Battle After Another

    02 Otec / Father

    03 All Is Fine In ´89

    04 Ollie

    05 Eephus

    06 V/H/S Halloween

    07 Sinners / Bloods and Sinners

    08 The Life Of Chuck

    09 Mit der Faust in die Welt schlagen

    10 Sketch

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  • 01.Jan.
  • // szenenwechsel 2025 << neue serien
  • mit den besten neuen Serien aus 2025.

    01 Pluribus

    02 Khauf

    03 It: Welcome To Derry

    04 Task

    05 Dexter: Original Sin

    06 Alien: Earth

    07 Sweet Pea

    08 American Primeval

    09 Duster

    10 The Last Frontier / Remnick

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  • ° magazine im pdf-archiv

  • 07.Apr.
  • // ausgabe april 2009
  • zuckerkick 04 2009ENDLICH DER NEUE ZUCKERKICK IST DA!!!

    // inhalt:
    // interview mit heike makatsch
    // … über die situation der posthalle
    // wie ihr gleichzeitig eure wohnung sauber und euren winterspeck weg bekommt
    // wie immer viele schöne geschichten unserer autoren
    // eventkalender

    Um die PDF-Datei der neuesten Ausgabe ansehen zu können, klick einfach auf das Titelbild!

    Viel Spass!

  • ° stadtplan

  • 06.Okt.
  • // stadtplan
  • stadtplan von würzburg

    klickt das bild und surft durch die stadt:
    1000 möglichkeiten in würzburg einen schönen abend zu verbringen. viel spass!

  • ° über uns

  • 24.Aug.
  • zuckerkick – das stadtmagazin für würzburg – Wir sind ein kostenlosen, unabhängiges Stadtmagazin für Würzburg und Umgebung. zuckerkick gibt es „nur“ noch als Internetblog. Unsere Printausgaben wurde 2009 eingestellt! Die erste Ausgabe wurde im Januar 2006 veröffentlich, seit Sommer 2008 befindet sich unser Büro direkt am Berliner Ring. Viele junge Autoren schreiben für uns! Falls auch Du dazugehören willst, schicke eine einfach kleine „Schreibprobe“ an contact@zuckerkick.com. Falls Sie Interesse haben auf unserer Homepage zu werben mailen Sie bitte an nico@zuckerkick.com. Den ganzen Beitrag lesen »