• º zuckerbeat: musik / szene

  • 31.Juli
  • // presswerke vol. (3)12 – „loveland“
  • mit der neuen Vinyl-LP von Suki Waterhouse.

    // Suki Waterhouse schlägt mit Loveland ein neues Kapitel ihrer musikalischen Entwicklung auf und präsentiert ein Album, das ihre charakteristische Mischung aus Dream Pop, Indie und Alternative konsequent weiterführt. Während ihre bisherigen Veröffentlichungen bereits von verträumten Klanglandschaften, melancholischen Melodien und cineastischer Atmosphäre geprägt waren, wirkt ihr drittes Studioalbum geschlossener, persönlicher und emotional noch unmittelbarer. Loveland versteht sich als Momentaufnahme einer Künstlerin, die sowohl privat als auch musikalisch neue Wege beschreitet und ihre Erfahrungen in fein ausbalancierte Popsongs verwandelt. Thematisch kreist das Album um Selbstfindung, Veränderung und die Suche nach einer neuen Identität. Erfahrungen wie Mutterschaft, persönliches Wachstum und das Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Zukunft bilden den emotionalen Kern der vierzehn neuen Songs. Waterhouse erzählt dabei keine linearen Geschichten, sondern arbeitet mit Stimmungen, Erinnerungen und Bildern, die ihre Musik zugleich intim und offen für individuelle Interpretationen machen.

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  • 24.Juli
  • // presswerke vol. (3)11 – „third side of the moon“
  • mit der neuen Vinyl-LP von Modest Mouse.

    // Mit „An Eraser And A Maze“ melden sich Modest Mouse nach fünf Jahren eindrucksvoll zurück und beweisen einmal mehr, warum sie seit den 1990er-Jahren zu den wichtigsten und eigenständigsten Bands des amerikanischen Indie-Rock zählen. Während viele ihrer Zeitgenossen ihren Sound im Laufe der Jahre geglättet oder stärker an den Mainstream angepasst haben, schlagen Isaac Brock und seine Mitstreiter einen anderen Weg ein: Das neue Album knüpft bewusst an die kantige, unberechenbare Energie ihrer frühen Werke an, ohne dabei wie eine bloße Nostalgieübung zu wirken. Stattdessen gelingt der Band eine überzeugende Verbindung aus Rückbesinnung und Weiterentwicklung. Seit Klassikern wie „The Lonesome Crowded West“ oder „The Moon & Antarctica“ steht Modest Mouse für einen Sound, der sperrige Gitarren, verschachtelte Rhythmen, melancholische Melodien und philosophisch geprägte Texte miteinander verbindet. Isaac Brocks unverwechselbarer Gesang, der zwischen verletzlicher Intimität und eruptiver Dringlichkeit pendelt, gehört dabei seit jeher zu den markantesten Stimmen des Indie-Rock. Auch auf „An Eraser And A Maze“ bleibt diese einzigartige Mischung das Herzstück des Albums.

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  • 17.Juli
  • // presswerke vol. (3)10 – „time, you & me“
  • mit der neuen Vinyl-LP von Sienna Spiro.

    // Mit „Visitor“ legt Sienna Spiro ein Debütalbum vor, das erstaunlich reif, selbstbewusst und künstlerisch geschlossen wirkt. Obwohl die britische Sängerin bereits vor ihrem ersten Album mit Milliarden Streams und den erfolgreichen Singles „Die On This Hill“ sowie „You Stole The Show“ internationale Aufmerksamkeit erlangte, fühlt sich „Visitor“ keineswegs wie eine bloße Sammlung bereits bekannter Hits an. Vielmehr präsentiert sich das Album als sorgfältig komponiertes Gesamtwerk, das eine unverwechselbare musikalische Handschrift erkennen lässt und das enorme Potenzial einer Künstlerin unterstreicht, die ihre eigene Stimme längst gefunden hat. Musikalisch bewegt sich Sienna Spiro zwischen modernem Pop, Soul, Jazz-Elementen und atmosphärischem Alternative-Pop. Dabei stehen nie aufdringliche Produktionen oder Effekthascherei im Vordergrund. Vielmehr lebt „Visitor“ von einer bemerkenswerten Zurückhaltung, die den Songs Raum zum Atmen gibt. Arrangements entwickeln sich organisch, Instrumente werden gezielt eingesetzt und lassen vor allem Spiros außergewöhnlicher Stimme den nötigen Platz.

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  • 10.Juli
  • // presswerke vol. (3)09 – „rising tide“
  • mit der neuen Vinyl-LP von Mick Flannery.

    // Mit „The House Must Win“ erweitert Mick Flannery sein ohnehin außergewöhnliches künstlerisches Schaffen um ein Werk, das Album, Theatermusik und Konzeptstück zugleich ist. Der irische Singer-Songwriter zählt seit vielen Jahren zu den interessantesten Stimmen der zeitgenössischen Folk- und Americana-Szene. Seine raue, unverwechselbare Stimme, seine poetischen Texte und sein Gespür für atmosphärisches Storytelling haben ihm weit über Irland hinaus eine treue Fangemeinde eingebracht. Mit diesem ambitionierten Doppelalbum geht Flannery nun einen weiteren Schritt und verbindet seine musikalischen Qualitäten mit einer erzählerischen Vision, die weit über klassische Songstrukturen hinausreicht. „The House Must Win“ knüpft an die Welt seines Debütalbums „Evening Train“ an und entwickelt deren Figuren und Themen weiter. Gleichzeitig funktioniert das Werk vollkommen eigenständig und entfaltet seine Wirkung auch ohne Vorkenntnisse. Dass Flannery neben der Musik auch das zugrunde liegende Bühnenstück geschrieben hat, ist jederzeit spürbar.

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  • 03.Juli
  • // presswerke vol. (3)08 – „mr. alligator“
  • mit der neuen Vinyl-LP von JJerome87.

    // Mit „The Canyon“ legt JJerome87 ein Album vor, das sich kaum in gängige Kategorien einordnen lässt. Der australische Musiker bewegt sich irgendwo zwischen Indie-Folk, alternativem Pop, Soul und Americana und erschafft dabei einen ganz eigenen Klangkosmos. Die Songs erinnern in ihrer verschachtelten Struktur und ihrem Gespür für ungewöhnliche Arrangements gelegentlich an die frühen Werke von alt-J, besitzen aber zugleich eine warme, organische Handschrift, die deutlich von kalifornischer Songwriter-Tradition, Motown-Grooves, Blues und Gospel geprägt ist. Die Entstehungsgeschichte des Albums spiegelt diese Offenheit wider. Aufgenommen wurde „The Canyon“ in Los Angeles gemeinsam mit Produzent Carlos De La Garza sowie einer Gruppe erfahrener Studiomusiker und drei Sängerinnen, die dem Album immer wieder zusätzliche Tiefe verleihen. Dadurch entsteht ein Sound, der gleichzeitig intim und weitläufig wirkt. Viele Stücke leben von ihrer Dynamik: Sie beginnen zurückhaltend und entwickeln sich nach und nach zu regelrechten Klanglandschaften, in denen Stimmen, Instrumente und Melodien ineinandergreifen.

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  • º literatur / comic

  • 01.Aug.
  • // strichcode vol. (4)67 – „blutsauger“
  • mit dem Werk „Blutsauger“ von André Breinbauer.

    // Vampirfans aufgepasst. André Breinbauer verbindet in Blutsauger klassischen Vampirhorror mit aktueller Gesellschaftskritik und verlegt die uralte Figur des Blutsaugers mitten in das heutige Wien. Herausgekommen ist eine Graphic Novel, die Krimi, Mystery und schwarzen Humor ebenso gekonnt miteinander verknüpft wie sie dringliche Themen wie Gentrifizierung, Wohnungsnot und Immobilienspekulation aufgreift. Statt den Vampirmythos lediglich zu modernisieren, nutzt der Autor ihn als Metapher für eine Art von Ausbeutung, die längst nicht mehr nur übernatürlicher Natur sind. Im Mittelpunkt steht Hannah, die sich mit einem merkwürdigen Nachbarn konfrontiert sieht. Mit seinem altmodischen Auftreten und seiner skurrilen Ausstrahlung scheint er direkt einem klassischen Horrorfilm entsprungen zu sein. Gleichzeitig häufen sich rätselhafte Ereignisse: Einige Mieter verschwinden, ein paar dubiose Gestalten interessieren sich auffällig für ein Wiener Zinshaus, und immer mehr Hinweise deuten darauf hin, dass hinter den Immobiliengeschäften weit mehr steckt als Spekulation.

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  • 31.Juli
  • // aufgelesen vol. (6)95 – „mit beiden händen den himmel stützen“
  • mit dem Werk „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ von Lilli Tollkien.

    // Lilli Tollkien erzählt in Mit beiden Händen den Himmel stützen von einer Kindheit, die gleichermaßen von vermeintlicher Freiheit und tiefgreifender Orientierungslosigkeit geprägt ist. Der Roman führt in das West-Berlin der 1980er-Jahre, in eine alternative Männerkommune, in der gesellschaftliche Konventionen bewusst hinterfragt werden und politische Utopien zum Alltag gehören. Zwischen endlosen Diskussionen, Partys und revolutionären Idealen wächst die junge Lale auf – in einer Umgebung, die sich als besonders frei versteht, ihr jedoch genau jene Sicherheit und Geborgenheit vorenthält, die ein Kind am dringendsten braucht. Lale erlebt eine Kindheit ohne klare Regeln und feste Grenzen. Sie darf lange aufbleiben, fernsehen, Süßigkeiten essen und scheinbar tun, was sie möchte. Doch diese grenzenlose Freiheit entpuppt sich zunehmend als Form der Vernachlässigung. Der Roman zeichnet eindringlich nach, wie Ideale von Selbstbestimmung und antiautoritärer Erziehung dort ihre Schattenseiten entfalten, wo Verantwortung und Fürsorge fehlen. Immer wieder werden Lales persönliche Grenzen überschritten, während sie verzweifelt nach Halt, Verlässlichkeit und einem Gefühl von Zugehörigkeit sucht.

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  • 28.Juli
  • // strichcode vol. (4)66 – „wie auch immer…“
  • mit den Werken „Bastard“ und „Ichi The Killer“.

    // Hideo Yamamoto zählt zu den bedeutendsten Vertretern des psychologischen Seinen-Manga, und Ichi the Killer gilt bis heute als eines der radikalsten Werke des Genres. Die Reihe, die durch Takashi Miikes berüchtigte Verfilmung auch außerhalb der Manga-Szene Kultstatus erlangte, erscheint nun erstmals in einer hochwertigen deutschen Neuedition und bietet die Gelegenheit, einen modernen Klassiker neu zu entdecken. Schon der Auftakt macht deutlich, dass Yamamoto keine gewöhnliche Gangstergeschichte erzählen möchte. Zwar bilden die Yakuza-Milieus Tokios den äußeren Rahmen, doch im Mittelpunkt steht weniger die organisierte Kriminalität als vielmehr eine verstörende Studie über Gewalt, Traumata und menschliche Abgründe. Die Titelfigur Ichi wirkt zunächst wie das genaue Gegenteil eines klassischen Actionhelden. Er ist ängstlich, unsicher und emotional instabil – ein junger Mann, der schon bei kleinsten Belastungen in Tränen ausbricht. Doch genau diese Verletzlichkeit bildet den Auslöser für seine zweite Persönlichkeit.

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  • º termine

  • 01.Juli
  • // —> da geht was…
  • Taubertal Festival mit Sportfreunde Stiller, Das Lumpenpack, Karen Dió, SDP, Kaffkiez, Donots, Itchy, Drei Meter Feldweg, The Red Flags, Dilla, Chapo102, Feine Sahne Fischfilet, Biffy Clyro, Zartmann, Giant Rooks, Milleniumkid, The Dropkick Murphys, uvm. (06. bis 09.08.26 / Eiswiese, Rothenburg od Tauber) -> jetzt Tickets sichern unter: https://taubertal-festival.de/

    und sonst so?

    Burg Herzberg Festival mit Wolfmother, Matze Rossi, Walter Trout, Hilight Tribe, Mo’Kalamity, Kadavar, Buntspecht, Marlo Grosshardt, Lara Hulo, The Magic Mumble Jumble, My Baby, Elder, Rockpommel’s Band, Mal Élevé, Steiner & Madlaina, Fortuna Ehrenfeld, Wicked Dub Division meets North East Ska Jazz Orchestra, Laura Cox, Spidergawd, NAFT, Killabeatmaker, Orange, uvm. (30.07. bis 03.08. / Breitenbach am Herzberg)

    Roy Bianco und die Abbrunzati Boys (07.08. / Residenzplatz)

    Superbloom Festival mit Kygo, Tom Odell, Zara Larsson, Tash Sultana, Zartmann, Berq, bbno$, Vicky, Asha Banks, Jolle, Mika Noe, Magda, Laurenz Nikolaus, Civan, Jules War, Merve, Ikkimel, Filow, horsegiirL, Noga Erez, Oskar Med K, Baran Kok, Kiarababa, Dani Lia, Yung Pepp, Lorde, Audrey Hobert, Sombr, Ennio, Lewis Capaldi, Bastille, Jessie Murph, Ayliva, uvm. (29.08. bis 04.09. / Olympiapark, Munchen)

    Rian (28.11. / Posthalle)

    Steiner & Madlaina (10.12. / Cairo)

  • ° fashion / photos / games / kunst / werktag

  • 31.Juli
  • // zuckerschock für den juli 2026: bill watterson – „calvin & hobbes“ (kompaktausgabe)
  • mit der Kompaktausgabe zu „Calvin & Hobbes“.

    // Bill Watterson hat mit „Calvin und Hobbes“ einen Comicklassiker geschaffen, dessen Popularität seit seinem Debüt Mitte der 1980er-Jahre ungebrochen ist. Die Abenteuer des sechsjährigen Calvin und seines Stofftigers Hobbes gehören längst zum Kanon der Comicgeschichte und begeistern Generationen von Leserinnen und Lesern mit einer einzigartigen Mischung aus kindlicher Fantasie, feinsinnigem Humor und überraschender philosophischer Tiefe. Mit „Calvin und Hobbes Kompakt“ erscheint nun eine neue, handliche Ausgabe, die die ersten Jahre der Serie in einem hochwertigen Schuber mit zwei kompakten Bänden versammelt und sowohl Neueinsteigern als auch langjährigen Fans einen idealen Zugang bietet. Der Band enthält nahezu 500 Comicstrips aus den Jahren 1985 bis 1987 – jener Zeit, in der Watterson seine Figuren etablierte und den unverwechselbaren Ton der Reihe entwickelte. Calvin ist dabei weit mehr als ein gewöhnlicher Sechsjähriger. Er ist Träumer, Rebell, Philosoph, Wissenschaftler, Raumfahrer und Dinosaurierjäger zugleich. Seine grenzenlose Fantasie verwandelt den heimischen Garten in fremde Planeten, Schneemänner in groteske Kunstwerke und den Schulweg in ein Abenteuer voller Gefahren.

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  • 24.Juli
  • // werktag vol. (1)98 – „cyberpunk“
  • mit dem Werk „Cyberpunk“ von Asma Mhalla.

    // Asma Mhalla entwirft in Cyberpunk – Das neue totalitäre System eine ebenso provokante wie hochaktuelle Analyse der digitalen Gegenwart. Ausgehend von der Beobachtung, dass sich politische Macht und technologische Kontrolle immer stärker miteinander verweben, entwickelt sie die These, dass das 21. Jahrhundert eine neue Form der Herrschaft hervorgebracht hat – kein klassischer Totalitarismus nach historischem Vorbild, sondern ein hybrides System, das durch Algorithmen, Plattformen, künstliche Intelligenz und mediale Inszenierung funktioniert. Bemerkenswert ist dabei der Zugang der Autorin. Statt die aktuellen Entwicklungen ausschließlich mit den Diktaturen des 20. Jahrhunderts zu vergleichen, greift Mhalla auf die Bildwelten des Cyberpunk und der Science-Fiction zurück. Werke wie Blade Runner oder Matrix dienen ihr nicht als popkulturelle Dekoration, sondern als analytische Werkzeuge. Die düsteren Zukunftsvisionen dieser Geschichten erscheinen ihr als überraschend präzise Beschreibungen einer Gegenwart, in der digitale Infrastrukturen längst zu politischen Machtinstrumenten geworden sind. Die Science-Fiction wird so zur Sprache einer Realität, die traditionelle politische Begriffe nur noch unzureichend erfassen.

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  • 17.Juli
  • // werktag vol. (1)97 – „eine hymne an das leben“
  • mit den Werken von Gisèle Pelicot und Peter Wohlleben.

    // Gisèle Pelicot legt mit Eine Hymne an das Leben kein gewöhnliches Erinnerungsbuch vor, sondern ein zutiefst persönliches Zeugnis über Würde, Mut und den unbedingten Willen, sich das eigene Leben zurückzuerobern. Weltweit wurde ihr Name zum Symbol für den Kampf gegen sexualisierte Gewalt, nachdem sie sich entschied, im vielbeachteten Prozess gegen ihren Ex-Mann und zahlreiche Mitangeklagte bewusst auf ihre Anonymität zu verzichten. Mit ihrem Satz „Die Scham muss die Seite wechseln“ wurde sie zur Stimme unzähliger Betroffener und prägte eine gesellschaftliche Debatte weit über Frankreich hinaus. In ihrer offiziellen Autobiografie richtet sie den Blick jedoch nicht allein auf die Ereignisse des Prozesses, sondern vor allem auf den Menschen hinter den Schlagzeilen. Das Buch erzählt von einem Leben, das durch Verrat, Gewalt und den Verlust von Vertrauen erschüttert wurde, ohne sich darauf reduzieren zu lassen. Pelicot beschreibt eindringlich, wie sich das eigene Selbstverständnis verändert, wenn das Unvorstellbare plötzlich Teil der eigenen Biografie wird. Gleichzeitig schildert sie den langen Weg zurück zu Hoffnung, Selbstbestimmung und Lebensfreude. Dabei verzichtet sie auf Pathos oder Selbstinszenierung. Ihre Sprache wirkt klar, ruhig und von einer bemerkenswerten inneren Stärke getragen, wodurch die emotionale Wirkung ihrer Geschichte umso größer ausfällt. Gerade diese Zurückhaltung macht das Buch so eindringlich.

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  • 10.Juli
  • // werktag vol. (1)96 – „frühling“
  • mit den Werken „Frühling“ und „Herbst“ von Jocelyn Couyuillard.

    // Mit den beiden außergewöhnlich gestalteten Leporello-Ausgaben Frühling und Herbst widmet sich Jocelyn Bouquillard zwei Jahreszeiten, die das japanische Kunstverständnis seit Jahrhunderten in besonderer Weise prägen. Beide Werke sind weit mehr als klassische Kunstbildbände: Sie verbinden herausragende Buchgestaltung mit kunsthistorischer Vermittlung und schaffen ein beinahe museales Erlebnis, das den Betrachter dazu einlädt, die Meisterwerke des japanischen Farbholzschnitts in aller Ruhe und im wahrsten Sinne des Wortes „auszubreiten“. Die außergewöhnliche Leporello-Form erlaubt einen völlig anderen Zugang als ein herkömmliches Buch und macht die Kunstwerke zu einem zusammenhängenden visuellen Erlebnis. Im Mittelpunkt stehen die großen Meister des Ukiyo-e wie Hokusai, Hiroshige, Kuniyoshi und Utamaro, deren Werke bis heute zu den bedeutendsten Zeugnissen japanischer Kunstgeschichte zählen.

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  • 03.Juli
  • // werktag vol. (1)95 – „confusion is next“
  • mit dem neuen Werk „Confusion is next“ von Jens Balzer.

    // Jens Balzer setzt mit „Confusion Is Next“ seine ebenso kenntnisreiche wie unterhaltsame kulturhistorische Vermessung der jüngeren Vergangenheit fort und widmet sich diesmal den Nullerjahren – einem Jahrzehnt, das rückblickend als entscheidende Übergangsphase zwischen analoger Vergangenheit und digitaler Gegenwart erscheint. Was auf den ersten Blick wie eine nostalgische Reise durch Popkultur, Mode und Musik beginnt, entwickelt sich schnell zu einer ebenso klugen wie pointierten Analyse jener Entwicklungen, die unsere heutige Gesellschaft nachhaltig geprägt haben. Balzer gehört seit Jahren zu den profiliertesten deutschen Kulturjournalisten. Als Popkritiker und Feuilletonist gelingt es ihm immer wieder, Musik, Literatur, Film, Politik und gesellschaftliche Veränderungen miteinander zu verknüpfen und daraus größere Zusammenhänge abzuleiten. Genau diese Fähigkeit macht auch „Confusion Is Next“ zu weit mehr als einer bloßen Chronik der Nullerjahre. Statt einzelne Ereignisse lediglich aneinanderzureihen, zeichnet Balzer nach, wie eng Popkultur, Technologie und Politik miteinander verflochten waren und wie viele Entwicklungen unserer Gegenwart bereits damals ihren Anfang nahmen. Besonders spannend ist dabei der Blick auf die scheinbar grenzenlose Euphorie jener Jahre.

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  • º film / tv

  • 10.Juli
  • // szenenwechsel vol. (2)55 – „burn the witch“
  • mit dem Anime „Burn The Witch“.

    // Mit „Burn the Witch“ erhält Tite Kubos gleichnamiger Manga eine atmosphärisch dichte und visuell beeindruckende Anime-Umsetzung, die Fantasy, Action und britischen Charme auf ungewöhnliche Weise miteinander verbindet. Der Schöpfer von „Bleach“ beweist dabei erneut sein Gespür für originelle Welten und charismatische Figuren. Statt ins feudale Japan oder in klassische Fantasyreiche führt die Geschichte ins moderne London – genauer gesagt nach Reverse London, eine verborgene Parallelwelt, in der Drachen existieren und deren Schicksal eng mit dem Leben der Menschen verknüpft ist. Im Mittelpunkt stehen Noel Niihashi und Ninny Spangcole, zwei junge Hexen, die für die Organisation Wing Bind arbeiten. Ihre Aufgabe besteht darin, die Drachen der Stadt zu beaufsichtigen, sie zu schützen und gleichzeitig zu verhindern, dass von ihnen Gefahren für die Menschen ausgehen. Dabei entwickelt sich „Burn the Witch“ rasch zu weit mehr als einer simplen Monsterjagd. Die Serie verbindet urbane Fantasy mit Mystery-Elementen, temporeicher Action und humorvollen Momenten, die vor allem durch die unterschiedlichen Persönlichkeiten der beiden Protagonistinnen entstehen.

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  • 19.Juni
  • // szenenwechsel vol. (2)54 – „tardis“
  • mit der aktuellen Staffel von „Doctor Who“.

    // Mit der zweiten Staffel der neuen „Doctor Who“-Ära setzt Showrunner Russell T Davies konsequent auf große Emotionen, ungewöhnliche Ideen und jene kreative Grenzenlosigkeit, die die traditionsreiche Science-Fiction-Serie seit Jahrzehnten auszeichnet. Die acht Episoden erzählen zwar erneut eigenständige Abenteuer, entwickeln gleichzeitig aber einen übergeordneten Handlungsbogen, der immer wieder auf eine dunkle Verschwörung verweist und in einem überraschenden Finale endet. Im Mittelpunkt steht erneut der von Ncuti Gatwa gespielte Doktor, der seiner Figur eine ganz eigene Dynamik verleiht. Sein Doktor ist energiegeladen, empathisch, humorvoll und gleichzeitig von einer unterschwelligen Melancholie geprägt. Gatwa gelingt das Kunststück, die jahrzehntelange Tradition der Rolle zu respektieren und ihr dennoch eine unverwechselbare eigene Identität zu geben. Seine Darstellung lebt von einer enormen Präsenz, schnellen Stimmungswechseln und einer großen Wärme, die ihn zu einem der zugänglichsten Doktoren der jüngeren Seriengeschichte macht.

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  • 08.Mai
  • // szenenwechsel vol. (2)53 – „besser zoosammen“
  • mit dem Werk „Neue Abenteuer von Zoomania 2″ – Besser Zoosammen“.

    // Neue Abenteuer von Zoomania 2 von Joe Caramagna ist genau so ein Buch, das man aufschlägt und sofort wieder mitten in dieser bunten, quirlig-chaotischen Stadt landet, als hätte man den Film gerade erst gesehen. Und das Schöne ist: Es versucht gar nicht, das große, alles überragende Abenteuer zu erzählen – sondern konzentriert sich auf die kleinen Fälle, die den Alltag von Judy und Nick eigentlich erst lebendig machen. Was mir beim Lesen sofort aufgefallen ist: Der Ton stimmt einfach. Diese Mischung aus Humor, Tempo und einem leichten Augenzwinkern fühlt sich sehr nah am ursprünglichen Zoomania-Gefühl an. Judy Hopps ist immer noch die übermotivierte Polizistin mit großem Herzen, Nick Wilde der charmante, leicht zynische Partner – und genau aus diesem Zusammenspiel ziehen die Geschichten ihren Reiz. Es sind oft die Dialoge, die hängen bleiben, dieses schnelle Hin und Her, bei dem man merkt, wie gut die beiden inzwischen als Team funktionieren. Die vier enthaltenen Geschichten sind angenehm überschaubar, fast wie einzelne Episoden einer Serie. Das macht das Buch gerade für jüngere Leser richtig zugänglich, weil man nicht unbedingt alles am Stück lesen muss.

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  • 20.März
  • // szenenwechsel vol. (2)52 – „sherlock & daughter“
  • mit der DVD zur TV-Serie „Sherlock & Daughter“.

    // Ich musste bei Sherlock & Daughter noch stärker darüber nachdenken, wie wandlungsfähig Sherlock Holmes eigentlich ist – und wie jede Generation sich ihre eigene Version dieser Figur baut. Wenn man sich die Bandbreite anschaut, wird das ziemlich deutlich: Da sind die klassischen, werknahen Umsetzungen, die stark auf Atmosphäre und Vorlage setzen, dann moderne Interpretationen wie Sherlock, die Holmes in die Gegenwart holen und seine Genialität fast schon als Superkraft inszenieren, und schließlich die eher körperlichen, energiegeladenen Filmversionen mit Robert Downey Jr., die das Abenteuerliche und Actionbetonte hervorheben. Sherlock & Daughter schlägt im Vergleich dazu einen anderen Weg ein – und genau das fand ich spannend. Die Serie interessiert sich weniger dafür, Holmes neu zu „verpacken“, sondern stellt ihm eine Figur gegenüber, die seine gewohnte Position ins Wanken bringt. Amelia ist nicht einfach Sidekick oder Bewunderin, sondern jemand, der Ansprüche stellt – emotional, biografisch und auch moralisch. Allein die Möglichkeit, dass Holmes Vater sein könnte, verändert die Dynamik komplett. Plötzlich steht nicht mehr nur die Frage im Raum, wie ein Fall gelöst wird, sondern auch, wer dieser Mann eigentlich ist, wenn man ihn nicht nur als Detektiv betrachtet.

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  • 16.Jan.
  • // szenenwechsel vol. (2)51 – „alone“
  • mit der Live-DVD „A Lost World – Troxy Live 2024“ von The Cure.

    // Diese DVD hat mich auf eine ganz eigene Weise erwischt – nicht mit einem Paukenschlag, sondern mit einem langsamen, tiefen Sog. „The Show Of A Lost World: Troxy London 2024“ ist kein gewöhnlicher Konzertfilm, sondern eher ein Zustand, den man betritt. Wer The Cure über Jahrzehnte begleitet hat, spürt schon in den ersten Minuten, dass hier etwas Besonderes festgehalten wurde: kein nostalgischer Rückblick, keine grelle Selbstfeier, sondern ein ernstes, konzentriertes Statement einer Band, die nichts mehr beweisen muss. Der Auftritt im Troxy wirkt von Beginn an bewusst gewählt. Diese Halle, mit ihrer leicht morbiden Eleganz, passt perfekt zur Atmosphäre des Abends. Man merkt, dass es Robert Smith wichtig war, Nähe zu schaffen – keine Stadiondistanz, kein überproduzierter Bombast.

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  • ° magazine im pdf-archiv

  • 07.Apr.
  • // ausgabe april 2009
  • zuckerkick 04 2009ENDLICH DER NEUE ZUCKERKICK IST DA!!!

    // inhalt:
    // interview mit heike makatsch
    // … über die situation der posthalle
    // wie ihr gleichzeitig eure wohnung sauber und euren winterspeck weg bekommt
    // wie immer viele schöne geschichten unserer autoren
    // eventkalender

    Um die PDF-Datei der neuesten Ausgabe ansehen zu können, klick einfach auf das Titelbild!

    Viel Spass!

  • ° stadtplan

  • 06.Okt.
  • // stadtplan
  • stadtplan von würzburg

    klickt das bild und surft durch die stadt:
    1000 möglichkeiten in würzburg einen schönen abend zu verbringen. viel spass!

  • ° über uns

  • 24.Aug.
  • zuckerkick – das stadtmagazin für würzburg – Wir sind ein kostenlosen, unabhängiges Stadtmagazin für Würzburg und Umgebung. zuckerkick gibt es „nur“ noch als Internetblog. Unsere Printausgaben wurde 2009 eingestellt! Die erste Ausgabe wurde im Januar 2006 veröffentlich, seit Sommer 2008 befindet sich unser Büro direkt am Berliner Ring. Viele junge Autoren schreiben für uns! Falls auch Du dazugehören willst, schicke eine einfach kleine „Schreibprobe“ an contact@zuckerkick.com. Falls Sie Interesse haben auf unserer Homepage zu werben mailen Sie bitte an nico@zuckerkick.com. Den ganzen Beitrag lesen »