º zuckerbeat: musik / szene
- 12.Apr.
- // zuckerbeat vol. (6)68 – „news from planet zombie“
-
mit dem Album „News From Planet Zombie“ von The Notwist.

// News From Planet Zombie von The Notwist fühlt sich für mich ein bisschen an wie ein Wiedersehen mit etwas Vertrautem, das sich trotzdem weiterentwickelt hat. Diese Band hatte ja schon immer die Fähigkeit, Melancholie und Wärme gleichzeitig entstehen zu lassen – und genau das zieht sich auch durch dieses Album, nur vielleicht noch etwas gelassener, fast versöhnlicher als früher. Was sofort auffällt: Die Songs wirken direkter, zugänglicher, ohne dass dabei diese typische Notwist-Atmosphäre verloren geht. Es ist immer noch dieses leicht Fragile, dieses vorsichtige Tasten zwischen Elektronik, Indie-Pop und etwas sehr Eigenem – aber diesmal mit mehr Klarheit. Weniger Verklausulierung, mehr Gefühl. Und trotzdem bleibt genug Uneindeutigkeit, damit man beim Hören nicht einfach durchrauscht, sondern hängen bleibt. Ich finde auch spannend, wie sehr man hört, dass das Album gemeinsam eingespielt wurde.
Den ganzen Beitrag lesen » - 10.Apr.
- // presswerke vol. (2)95 – „tears are“
-
mit der neuen Vinyl-LP von The Orielles.

// Mit Only You Left legen The Orielles ein Album vor, das sich wie ein Neuanfang anfühlt – und zugleich wie die logische Weiterentwicklung einer Band ist, die sich nie davor gescheut hat, ihren Sound ständig neu zu hinterfragen. Das Trio aus Manchester hat in den vergangenen Jahren immer wieder mit Stilrichtungen experimentiert, mit Strukturen gespielt und Grenzen verschoben. Auf diesem Album scheint vieles davon zusammenzufließen: die Energie ihres frühen Indie-Sounds, die Neugier späterer Experimente und eine neue, erstaunlich klare emotionale Linie. Entstanden ist Only You Left zwischen zwei sehr unterschiedlichen Orten – der griechischen Insel Hydra und Hamburg. Diese geografische Spannung spiegelt sich auch im Klang wider. Manche Songs wirken warm und lichtdurchflutet, fast meditativ, während andere rauer, direkter und rhythmisch drängender sind. Insgesamt klingt das Album reduzierter als manche früheren Arbeiten der Band, gleichzeitig aber konzentrierter. Die Songs stehen stärker im Mittelpunkt, ohne dass die spielerische Experimentierfreude verloren geht.
Den ganzen Beitrag lesen » - 03.Apr.
- // presswerke vol. (2)94 – „schnauze“
-
mit der neuen Vinyl-LP von Deutsche Laichen.

// Punk ist scheiße, Punk ist geil von der Band Deutsche Laichen fühlt sich -passend zum Osterfest natürlich stilgerecht mit Häschencover- beim Hören an wie ein Abend in einem verschwitzten kleinen Club, irgendwo zwischen politischer Kampfansage, grölendem Freundeskreis und zunehmendem Kontrollverlust. Du legst die Platte auf, das erste Stück läuft an – und sofort ist klar: Das hier will dich nicht nur unterhalten, das will dich mit reinziehen. Was mich direkt gepackt hat, ist diese Mischung aus Haltung und Widerspruch. Der Titel ist ja schon Programm: Punk wird hier nicht romantisiert, sondern er zerlegt einfach mal wieder. Und genau so klingen die Songs auch. Mal knallen sie dir roh und direkt entgegen, fast trotzig, dann wieder brechen sie auf und werden überraschend verletzlich. Es gibt diese Momente, in denen die Wut richtig laut wird – und direkt danach kommt etwas, das sich fast wie ein intimer Gedanke anfühlt. Man merkt, dass seit dem Debüt Zeit vergangen ist. Das ist kein „wir spielen einfach nochmal schneller und lauter“-Album. Es ist reflektierter, aber deswegen noch lange nicht zahmer.
Den ganzen Beitrag lesen » - 27.März
- // presswerke vol. (2)93 – „slumber party“
-
mit der neuen Vinyl-LP von Brigitte Calls Me Baby.

// Mit Irreversible veröffentlichen Brigitte Calls Me Baby ihr zweites Album – und bestätigt damit eindrucksvoll, warum die Band inzwischen zu den spannendsten Namen im internationalen Alternative-Rock zählt. Schon ihr Debüt hatte Aufmerksamkeit erregt, doch dieses neue Album wirkt größer, selbstbewusster und emotional kompromissloser. Produziert von Yves Rothman und Lawrence Rothman, verbindet Irreversible eine elegante Melancholie mit drängender Energie. Gitarren stehen klar im Zentrum, doch der Sound ist alles andere als roh oder nostalgisch. Stattdessen entsteht eine Mischung aus dramatischem Indie-Rock, dunklem Pop und hymnischer Emotionalität. Besonders prägend ist die markante Stimme des Sängers, die den Songs eine unverwechselbare Atmosphäre verleiht – zugleich verletzlich und pathetisch, ohne je ins Übertriebene zu kippen. Viele der Stücke sind auf Tour entstanden, und das hört man dem Album an. Die Songs wirken unmittelbar, fast körperlich.
Den ganzen Beitrag lesen » - 22.März
- // zuckerbeat vol. (6)67 – „langsam wirst ma fremd“
-
mit dem Album „Gschnas“ von Voodoo Jürgens.

// Mit Gschnas meldet sich Voodoo Jürgens zurück – und zwar nicht leise. Drei Jahre nach Wie die Nocht noch jung wor steht plötzlich nicht mehr nur der melancholische Beisl-Poet im Raum, sondern ein Künstler, der spürbar an einem neuen Punkt angekommen ist. Einer, der sich seiner Wirkung bewusst ist – und trotzdem nicht geschniegelt wirkt. Vielleicht gerade deshalb. Schon der Opener „Langsam wirst ma fremd“ fühlt sich an wie eine Ansage. Da ist diese vertraute Stimme, dieses leicht brüchige Timbre, das sofort eine Welt aufmacht. Aber musikalisch ist da mehr Weite als früher. Weniger verrauchte Hinterzimmer, mehr Horizont. Gschnas klingt größer, offener, ohne die Intimität aufzugeben, die Voodoo Jürgens immer ausgezeichnet hat. In den letzten Jahren ist viel passiert: Filmerfolg, Auszeichnungen, ausverkaufte Tourneen. Man könnte erwarten, dass so ein Aufstieg entweder zu Größenwahn oder zur Selbstkopie führt. Beides passiert hier nicht. Stattdessen hört man eine Art Standortbestimmung.
Den ganzen Beitrag lesen »
º literatur / comic
- 15.Apr.
- // aufgelesen vol. (6)76 – „sanditz“
-
mit dem Werk „Sanditz“ von Lukas Rietzschel.

// Sanditz von Lukas Rietzschel ist ein beeindruckendes Zeitpanorama, das sich wie eine literarische Landkarte der Nachwendezeit in Ostdeutschland liest. Rietzschel, der 1994 in Zwickau geboren wurde und bereits mit seinem Debütroman Mit der Faust in die Welt schlagen als eine der prägnantesten Stimmen seiner Generation Aufmerksamkeit erregte, setzt hier erneut auf seine Stärke: die multiperspektivische, detailreiche Darstellung von Menschen und Orten, die den Übergang von der DDR in die Gegenwart spürbar macht. Im Zentrum steht die fiktive Kleinstadt Sanditz, die Rietzschel wie ein Mikrokosmos für die Veränderungen im Land nutzt. Alte Offiziere, Bürgerrechtler, Orgelbauer, Archivare, Kinder, Liebespaare und die Familie Wenzel bevölkern seine Seiten – Figuren, die zunächst ganz alltäglich wirken, deren Leben sich aber zu einem Kaleidoskop gesellschaftlicher, historischer und politischer Entwicklungen verdichten. Es ist faszinierend, wie Rietzschel die unterschiedlichen Perspektiven miteinander verschränkt: man liest das Aufbegehren gegen die alten Strukturen, die Sehnsucht nach Zugehörigkeit, die Ausbrüche von Freiheit und gleichzeitig die alltäglichen Dramen, die selbst in kleinen Städten stattfinden.
Den ganzen Beitrag lesen » - 13.Apr.
- // aufgelesen vol. (6)75 – „belly up“
-
mit dem Werken „Der Lebenszyklus des gemeinen Oktopus“ von Emma Knight und „Belly Up“ von Rita Bullwinkel.

// Wenn man Rita Bullwinkels Belly Up und Emma Knights Der Lebenszyklus des Gemeinen Oktopus nebeneinanderlegt, hat man fast das Gefühl, zwei Werke in der Hand zu halten – die auf seltsame Weise miteinander kommunizieren. Belly Up ist kein Buch, das man einfach „durchliest“. Es ist eher eines, in das man immer wieder hineinfällt. Jede Geschichte wirkt wie ein eigener kleiner Kosmos, oft nur wenige Seiten lang, aber voller Irritationen. Da verwandeln sich Körper, da kippen Situationen ins Groteske, da passieren Dinge, die man rational gar nicht mehr greifen kann. Und trotzdem fühlt sich das nie beliebig an. Im Gegenteil: Gerade diese Verschiebungen machen sichtbar, wie fragil unser Verständnis von Normalität eigentlich ist. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, dass Bullwinkel Dinge beschreibt, die man aus dem echten Leben kennt – Angst, Scham, Neugier, Gewalt, Begehren –, aber sie durch eine Art Verzerrungslinse betrachtet. Plötzlich sieht man diese Gefühle klarer, weil sie nicht mehr im Gewohnten versteckt sind.
Den ganzen Beitrag lesen » - 12.Apr.
- // aufgelesen vol. (6)74 – „es war nicht anders möglich“
-
mit dem Werken „Schattennummer“ von Thomas Pynchon und „Es war nicht anders möglich“ von Svenja Liesau.

// Wenn man Es war nicht anders möglich von Svenja Liesau und Schattennummer von Thomas Pynchon nebeneinanderlegt, hat man zunächst das Gefühl, zwei völlig unterschiedliche literarische Welten zu betreten – und doch kreisen beide auf ihre eigene Weise um ähnliche Fragen: Orientierung, Identität und das Verlieren – oder Wiederfinden – von Halt in einer Welt, die sich nicht mehr stabil anfühlt. Bei Liesau ist alles nah dran, fast unangenehm nah. Martina, diese etwas verlorene, suchende Figur, bewegt sich durch Berlin, durch Nächte, Kneipen, Gespräche, Erinnerungen – und man hat beim Lesen oft das Gefühl, direkt neben ihr zu sitzen. Der Tod ihres Vaters wirkt dabei weniger wie ein klarer Ausgangspunkt als wie ein Auslöser, der etwas ins Rutschen bringt, das schon lange instabil war. Es geht nicht um eine klassische Trauerbewältigung, sondern um ein langsames, tastendes Sich-annähern an das eigene Leben. Was den Roman so stark macht, ist diese Mischung aus Trotz und Verletzlichkeit. Martina flüchtet sich in Alkohol und Begegnungen, aber gleichzeitig sucht sie auch – nach Nähe, nach Zugehörigkeit, nach einem Gefühl von Zuhause.
Den ganzen Beitrag lesen »
º termine
- 07.März
- // —> da geht was…
Taubertal Festival mit Sportfreunde Stiller, SDP, Kaffkiez, Donots, Itchy, Drei Meter Feldweg, The Red Flags, Dilla, Chapo102, Feine Sahne Fischfilet, Biffy Clyro, Zartmann, Giant Rooks, Milleniumkid, The Dropkick Murphys, uvm. (06. bis 09.08.26 / Eiswiese, Rothenburg od Tauber) -> jetzt Tickets sichern unter: https://taubertal-festival.de/
und sonst so?
Lucy Kruger & The Lost Boys (13.03. / Immerhin)
Lonely Spring (15.04. / Posthalle)
Drei Meter Feldweg (17.04. / Stattbahnhof, SW)
Mad Caddies (21.05. / Stattbahnhof, SW)
Africa Festival mit Angelique Kidjo, Ami Warning, Fafa Ruffino, uvm. (22. bis 25.05.26 / Congress Centrum, Wurzburg)
Rock im Park mit Linkin Park, Iron Maiden, Volbeat, Limp Bizkit, Papa Roach, Electric Callboy, Bad Omens, Sabaton, The Offspring, Architects, Babymetal, Trivium, Within Temptation, Ice Nine Kills, Landmvrks, Marteria, Three Days Grace, A Perfect Circle, Hollywood Undead, Social Distortion, Alter Bridge, The Hives, Tom Morello, Finch, Breaking Benjamin, Bush, H-Blockx, The Pretty Reckless, Mehnersmoos, Ecca Vandal, Sondaschule, Basement, President, Wargasm, High Vis, Danko Jones, Bloodywood, uvm. (05. bis 07.06.26 / Zeppelinfeld, Nürnberg)
udwue (18. bis 21.6., Mainwiesen, Würzburg)
Ab geht die Lutzi! mit Giant Rooks, Von Wegen Lisbeth, Swiss & Die Andern, Chapo102, Blackout Problems, Raum27, Schmutzki, uvm. (25. und 27.06.26 / Rottershausen)
Beth Hart (06.07. / Posthalle)
Xavier Rudd (09.07. / Wöllrieder Hof, Rottendorf)
Madsen (10.07. / Wöllrieder Hof, Rottendorf)
Heroes Festival mit SSIO, Rin, Haftbefehl, 102 Boyz, Kool Savas, Bausa, Beslik, Mariybu, Symba, Sierra Kidd uvm. (19. und 20.07.26 / Strohofer, Geiselwind)
Burg Herzberg Festival mit Wolfmother, Matze Rossi, Walter Trout, Hilight Tribe, Mo’Kalamity, Kadavar, Buntspecht, Marlo Grosshardt, Lara Hulo, The Magic Mumble Jumble, My Baby, Elder, Rockpommel’s Band, Mal Élevé, Steiner & Madlaina, Fortuna Ehrenfeld, Wicked Dub Division meets North East Ska Jazz Orchestra, Laura Cox, Spidergawd, NAFT, Killabeatmaker, Orange, uvm. (30.07. bis 03.08. / Breitenbach am Herzberg)
Roy Bianco und die Abbrunzati Boys (07.08. / Residenzplatz)
Superbloom Festival mit Kygo, Tom Odell, Zara Larsson, Tash Sultana, Zartmann, Berq, bbno$, Vicky, Asha Banks, Jolle, Mika Noe, Magda, Laurenz Nikolaus, Civan, Jules War, Merve, Ikkimel, Filow, horsegiirL, Noga Erez, Oskar Med K, Baran Kok, Kiarababa, Dani Lia, Yung Pepp, Lorde, Audrey Hobert, Sombr, Ennio, Lewis Capaldi, Bastille, Jessie Murph, Ayliva, uvm. (29.08. bis 04.09. / Olympiapark, Munchen)
Rian (28.11. / Posthalle)
Steiner & Madlaina (10.12. / Cairo)
° fashion / photos / games / kunst / werktag
- 10.Apr.
- // spieltrieb vol. (3)42 – „die sieben zwergbären“
-
mit dem wunderbaren Kosmos der „Zwergbären“.

// Die beiden Bände Das tapfere Prinzlein und die sieben Zwergbären und Die sieben Zwergbären und der große Hunger von Émile Bravo sind auf den ersten Blick klassische Kindercomics – bunt, verspielt, märchenhaft. Doch wie so oft bei Bravo steckt hinter der scheinbaren Leichtigkeit eine erstaunlich kluge, oft sogar subversive Auseinandersetzung mit den Erzähltraditionen, aus denen diese Geschichten schöpfen. Schon die Grundidee der Reihe ist ein Vergnügen: Sieben kleine Bären, die offensichtlich an die sieben Zwerge erinnern, geraten in eine Welt, in der Märchenfiguren und -motive wild durcheinandergewürfelt werden. In Band eins beginnt alles mit einer vertrauten Situation – eine schlafende Figur im Bett der „Zwergwesen“ –, doch schnell kippt die Geschichte ins Absurde. Der Prinz, der eigentlich als Retter auftreten soll, verweigert schlicht seine Rolle. Er will die Unbekannte nicht küssen, weil er sie gar nicht kennt. Allein dieser Moment ist typisch für Bravos Humor: Er nimmt die oft unhinterfragten Logiken klassischer Märchen und legt sie mit einem einfachen, aber wirkungsvollen Gedanken offen.
Den ganzen Beitrag lesen » - 09.Apr.
- // zuckerschock für den april 2026: „battle of dice“
-
mit dem neuen Spiel „Battle Of Dice“.

// Man sitzt am Tisch, die Würfel liegen noch ruhig da, das Brett ist aufgebaut, die Farben verteilt – und in dem Moment, in dem jemand sagt „Okay, ich fang an“, kippt die Stimmung sofort von entspannt zu konzentriert. Genau so fühlt sich Battle of Dice an: wie ein Spiel, das keine lange Anlaufzeit braucht, sondern einen direkt fasziniert. Die ersten Züge des Games, das noch dazu direkt aus dem Würzburger Umland stammt, wagen wir noch etwas bedacht, mit einem gewissen Maß an Vorsicht. Man schaut, wie die Felder angeordnet sind, überlegt, wo man sich breitmachen will. Dann die Würfel: einmal werfen, kurz innehalten, neu ansetzen. Dieses kleine Ritual wiederholt sich ständig – und wird erstaunlich schnell zu so etwas wie einem inneren Puls des Spiels. Du merkst, wie alle am Tisch anfangen mitzuzählen, mitzudenken, leise zu hoffen oder sich zu ärgern, obwohl sie gar nicht am Zug sind. Was uns dabei sofort gepackt hat, ist dieses Gefühl von Kontrolle und Kontrollverlust gleichzeitig. Du hast drei Würfe wie bei Kniffel, du kannst Entscheidungen treffen, Kombinationen planen – und trotzdem hängt alles an diesen fünf Würfeln, die über den Tisch springen. Im Gegensatz zu Kniffel spielst du aber nicht für dich selbst, sondern duellierst dich auf dem Spielfeld mit anderen Spielern um möglichst viele Räume an dich zu reißen. Manchmal läuft es dann auch perfekt: Du triffst genau die Kombination, die du brauchst, setzt nicht nur einen, sondern gleich zwei Steine, und plötzlich sieht dein ganzes Spielfeld ganz anders aus. Das sind diese kleinen Triumphe, bei denen man sich kurz zurücklehnt und denkt: „Jetzt hab ich euch.“
Den ganzen Beitrag lesen » - 03.Apr.
- // werktag vol. (1)93 – „japan“
-
mit dem Werk „Japan – Einblicke in ein faszinierendes Land“ von Francoise Hauser.

// Françoise Hausers Japan ist für mich so ein Buch, das man nicht unbedingt am Stück durchliest, sondern eher immer wieder zur Hand nimmt – und jedes Mal bleibt man an irgendeinem Detail hängen, von dem man vorher gar nicht wusste, dass es einen interessiert. Was mir direkt gefallen hat, ist der Ansatz: Es geht hier nicht um den klassischen Reiseführer mit Sehenswürdigkeiten und To-do-Listen, sondern eher um ein Verstehen des Alltags. Also genau die Dinge, über die man stolpert, wenn man sich mit Japan beschäftigt – warum bestimmte Verhaltensregeln so wichtig sind, wieso Abläufe so organisiert sind, wie sie sind, oder warum scheinbar kleine Details eine große Bedeutung haben. Diese Mischung aus Neugier und Erklärung funktioniert richtig gut. Gerade diese kleinen Fragen – etwa warum in Nara frei herumlaufende Hirsche zum Stadtbild gehören oder wie sich bestimmte Höflichkeitsregeln im Alltag auswirken – öffnen immer wieder größere Zusammenhänge. Man merkt schnell, dass vieles, was aus europäischer Perspektive erst mal ungewöhnlich wirkt, tief in kulturellen, historischen oder sozialen Strukturen verankert ist.
Den ganzen Beitrag lesen » - 27.März
- // werktag vol. (1)92 – „manga!“
-
mit dem Werk „Manga – Der definitive Guide“ vpm Helen McCarthy.

// Mit Manga! legt die britische Autorin und Kulturhistorikerin Helen McCarthy ein umfangreiches Überblickswerk vor, das sich der Geschichte, Entwicklung und kulturellen Bedeutung japanischer Comics widmet. Der reich bebilderte Band versteht sich als umfassender Leitfaden durch die Welt des Manga – von seinen historischen Wurzeln bis zu den globalen Trends der Gegenwart. Helen McCarthy gehört seit vielen Jahren zu den wichtigsten Vermittlerinnen japanischer Popkultur im englischsprachigen Raum. Bereits in den 1990er-Jahren begann sie, Bücher über Anime und Manga zu veröffentlichen, zu einer Zeit also, als diese Medien im Westen noch längst nicht die heutige Popularität erreicht hatten. Ihre Arbeiten verbinden kulturhistorische Recherche mit einem klaren, zugänglichen Stil, der sowohl Einsteigerinnen und Einsteiger als auch erfahrene Fans anspricht. Manga! knüpft an diese Tradition an und bündelt ihr Wissen in einer umfassenden Darstellung der Manga-Kultur. Der Band setzt bewusst weit vor der modernen Comicindustrie an. McCarthy zeigt, dass die Wurzeln der Manga-Erzählweise weit in die japanische Bildgeschichte zurückreichen.
Den ganzen Beitrag lesen » - 20.März
- // werktag vol. (1)91 – „yokai monster“
-
mit dem Werk „Yokai Monsters“ von Philippe Charlier.

// Mit Yokai Monsters widmet sich Philippe Charlier einer der faszinierendsten und zugleich unheimlichsten Traditionen der japanischen Bildkultur: den Yokai. Diese übernatürlichen Wesen bevölkern seit Jahrhunderten die japanische Mythologie und Volkskultur. Sie tauchen in Geschichten, Legenden, Theaterstücken und natürlich auch in der bildenden Kunst auf. Der reich ausgestattete Band versammelt zahlreiche Darstellungen dieser Kreaturen aus der klassischen japanischen Holzschnittkunst und verbindet sie mit kulturhistorischen Erläuterungen zu ihren Ursprüngen und Bedeutungen. Yokai sind schwer eindeutig zu definieren. Der Begriff umfasst eine große Bandbreite an übernatürlichen Erscheinungen: Monster, Geister, Dämonen, verwandelte Tiere oder sogar alltägliche Gegenstände, die ein Eigenleben entwickeln. Manche dieser Wesen wirken bedrohlich, andere eher schelmisch oder verspielt. Gemeinsam ist ihnen, dass sie an den Übergängen zwischen der sichtbaren Welt und dem Reich des Unheimlichen existieren. Sie tauchen in dunklen Wäldern, an Flussufern, in verlassenen Häusern oder auf nächtlichen Straßen auf – überall dort, wo die Vorstellungskraft Raum für das Unbekannte findet.
Den ganzen Beitrag lesen »
º film / tv
- 20.März
- // szenenwechsel vol. (2)52 – „sherlock & daughter“
-
mit der DVD zur TV-Serie „Sherlock & Daughter“.

// Ich musste bei Sherlock & Daughter noch stärker darüber nachdenken, wie wandlungsfähig Sherlock Holmes eigentlich ist – und wie jede Generation sich ihre eigene Version dieser Figur baut. Wenn man sich die Bandbreite anschaut, wird das ziemlich deutlich: Da sind die klassischen, werknahen Umsetzungen, die stark auf Atmosphäre und Vorlage setzen, dann moderne Interpretationen wie Sherlock, die Holmes in die Gegenwart holen und seine Genialität fast schon als Superkraft inszenieren, und schließlich die eher körperlichen, energiegeladenen Filmversionen mit Robert Downey Jr., die das Abenteuerliche und Actionbetonte hervorheben. Sherlock & Daughter schlägt im Vergleich dazu einen anderen Weg ein – und genau das fand ich spannend. Die Serie interessiert sich weniger dafür, Holmes neu zu „verpacken“, sondern stellt ihm eine Figur gegenüber, die seine gewohnte Position ins Wanken bringt. Amelia ist nicht einfach Sidekick oder Bewunderin, sondern jemand, der Ansprüche stellt – emotional, biografisch und auch moralisch. Allein die Möglichkeit, dass Holmes Vater sein könnte, verändert die Dynamik komplett. Plötzlich steht nicht mehr nur die Frage im Raum, wie ein Fall gelöst wird, sondern auch, wer dieser Mann eigentlich ist, wenn man ihn nicht nur als Detektiv betrachtet.
Den ganzen Beitrag lesen » - 16.Jan.
- // szenenwechsel vol. (2)51 – „alone“
-
mit der Live-DVD „A Lost World – Troxy Live 2024“ von The Cure.

// Diese DVD hat mich auf eine ganz eigene Weise erwischt – nicht mit einem Paukenschlag, sondern mit einem langsamen, tiefen Sog. „The Show Of A Lost World: Troxy London 2024“ ist kein gewöhnlicher Konzertfilm, sondern eher ein Zustand, den man betritt. Wer The Cure über Jahrzehnte begleitet hat, spürt schon in den ersten Minuten, dass hier etwas Besonderes festgehalten wurde: kein nostalgischer Rückblick, keine grelle Selbstfeier, sondern ein ernstes, konzentriertes Statement einer Band, die nichts mehr beweisen muss. Der Auftritt im Troxy wirkt von Beginn an bewusst gewählt. Diese Halle, mit ihrer leicht morbiden Eleganz, passt perfekt zur Atmosphäre des Abends. Man merkt, dass es Robert Smith wichtig war, Nähe zu schaffen – keine Stadiondistanz, kein überproduzierter Bombast.
Den ganzen Beitrag lesen » - 09.Jan.
- // szenenwechsel vol. (2)50 – „smile“
-
mit der DVD-Collection zu den beiden Filmen der „Smile“-Horror-Reihe.

// Die beiden Filme der Smile-Collection bilden gemeinsam ein geschlossenes, bemerkenswert konsequentes Horrorprojekt, das weniger auf klassische Schockeffekte setzt als auf eine stetige, psychologisch zermürbende Eskalation von Angst. Regisseur Parker Finn entwickelt in beiden Teilen eine Welt, in der das Übernatürliche untrennbar mit Trauma, öffentlicher Wahrnehmung und innerer Zerrüttung verbunden ist – und genau darin liegt die eigentliche Stärke dieser Reihe. Der erste Film aus dem Jahr 2022 entfaltet seinen Schrecken aus einer intimen, fast klinischen Situation heraus. Die Psychiaterin Rose Cotter wird nach einem verstörenden Erlebnis mit einer Patientin in eine Spirale aus Halluzinationen, Schuldgefühlen und wachsendem Realitätsverlust gezogen. Das titelgebende Lächeln ist dabei weniger ein Monster-Merkmal als ein Störsignal: ein falsches Zeichen von Normalität, das in Momenten tiefster Verzweiflung auftaucht. Der Film verknüpft klassischen Fluch-Horror mit Themen wie unverarbeitetem Trauma, psychischer Erkrankung und der Unfähigkeit moderner Gesellschaften, mit innerem Schmerz offen umzugehen. Die Bedrohung wirkt so nachhaltig, weil sie nie eindeutig greifbar wird – sie lebt von der Angst, nicht mehr unterscheiden zu können, was real ist und was nicht.
Den ganzen Beitrag lesen » - 04.Jan.
- // szenenwechsel 2025 << filme
-
mit den besten 2025er Filmen.

01 One Battle After Another
02 Otec / Father
03 All Is Fine In ´89
04 Ollie
05 Eephus
06 V/H/S Halloween
07 Sinners / Bloods and Sinners
08 The Life Of Chuck
09 Mit der Faust in die Welt schlagen
10 Sketch
Den ganzen Beitrag lesen » - 01.Jan.
- // szenenwechsel 2025 << neue serien
-
mit den besten neuen Serien aus 2025.

01 Pluribus
02 Khauf
03 It: Welcome To Derry
04 Task
05 Dexter: Original Sin
06 Alien: Earth
07 Sweet Pea
08 American Primeval
09 Duster
10 The Last Frontier / Remnick
Den ganzen Beitrag lesen »
° magazine im pdf-archiv
- 07.Apr.
- // ausgabe april 2009
ENDLICH DER NEUE ZUCKERKICK IST DA!!!// inhalt:
// interview mit heike makatsch
// … über die situation der posthalle
// wie ihr gleichzeitig eure wohnung sauber und euren winterspeck weg bekommt
// wie immer viele schöne geschichten unserer autoren
// eventkalender
Um die PDF-Datei der neuesten Ausgabe ansehen zu können, klick einfach auf das Titelbild!Viel Spass!
° stadtplan
- 06.Okt.
- // stadtplan
-
klickt das bild und surft durch die stadt:
1000 möglichkeiten in würzburg einen schönen abend zu verbringen. viel spass!
° über uns
- 24.Aug.
zuckerkick – das stadtmagazin für würzburg – Wir sind ein kostenlosen, unabhängiges Stadtmagazin für Würzburg und Umgebung. zuckerkick gibt es „nur“ noch als Internetblog. Unsere Printausgaben wurde 2009 eingestellt! Die erste Ausgabe wurde im Januar 2006 veröffentlich, seit Sommer 2008 befindet sich unser Büro direkt am Berliner Ring. Viele junge Autoren schreiben für uns! Falls auch Du dazugehören willst, schicke eine einfach kleine „Schreibprobe“ an contact@zuckerkick.com. Falls Sie Interesse haben auf unserer Homepage zu werben mailen Sie bitte an nico@zuckerkick.com. Den ganzen Beitrag lesen »
