• º zuckerbeat: musik / szene

  • 08.Mai
  • // presswerke vol. (2)99 – „wenn wir die karre an die wand fahren…“
  • mit der neuen Vinyl-LP von Das Lumpenpack.

    // Mit „Bevor der Mut dich verlässt“ legt Das Lumpenpack ein Album vor, das auf Vinyl besonders gut zur Geltung kommt – nicht nur klanglich, sondern auch als Gesamtwerk. Der Sound ist klar, direkt und druckvoll, ohne überproduziert zu wirken. Gerade auf der Vinyl-Ausgabe entfaltet sich die große Stärke des Albums – die Songs bekommen Raum zu atmen, wirken wärmer, greifbarer, unmittelbarer. Musikalisch hat sich die Band spürbar weiterentwickelt. Wer Das Lumpenpack noch aus früheren, stärker ironisch gebrochenen Indie- und Liedermacher-Phasen kennt, wird hier eine andere Stimmung wahrnehmen. Der Humor ist nicht verschwunden, aber er steht nicht mehr im Vordergrund. Stattdessen rücken Ernsthaftigkeit, Verletzlichkeit und ein fast schon trotziges Festhalten an der Hoffnung auf ein besseres Morgen ins Zentrum. Das wirkt nie pathetisch, sondern eher wie ein bewusst gewählter Schritt: weniger Augenzwinkern, mehr Haltung.

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  • 01.Mai
  • // presswerke vol. (2)98 – „difficult day“
  • mit der neuen Vinyl-LP von dEUS (30th Anniversary Edition von „In A Bar, Under The Sea“).

    // Die 30th-Anniversary-Ausgabe von In A Bar, Under The Sea ist nicht nur eine Würdigung eines einzelnen Albums, sondern eigentlich eine Erinnerung daran, wie besonders diese Band in der europäischen Musiklandschaft immer war. dEUS sind nie einfach nur „eine Indie-Rock-Band“ gewesen – sie waren von Anfang an ein Kollektiv, das sich bewusst jeder klaren Schublade entzogen hat. Gegründet Ende der 80er in Antwerpen, entstanden dEUS aus einer Szene heraus, die stark von Kunst, Film und experimenteller Musik geprägt war. Viele Mitglieder hatten Hintergründe, die über klassische Rockbiografien hinausgingen – das merkt man ihrer Musik bis heute an. Statt klarer Strukturen oder eingängiger Formeln steht bei ihnen oft das Fragment, das Offene, das Unfertige im Mittelpunkt. Und genau das macht In A Bar, Under The Sea zu einem so zentralen Werk in ihrer Diskografie. Dieses Album markiert eine Phase, in der die Band ihre Identität voll ausformuliert. Nach dem bereits eigenwilligen Debüt wird hier alles größer, mutiger, manchmal auch widersprüchlicher. Die Songs wirken wie kleine Experimente: Ideen werden ausprobiert, wieder verworfen, neu kombiniert.

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  • 25.Apr.
  • // zuckerbeat vol. (6)70 – „folklore“
  • mit den atemlosen Werk „Taylor´s Version“ von Stephanie Burt.

    // Taylor’s Version von Stephanie Burt ist kein klassisches Pop-Sachbuch, das einfach nur Karriere, Skandale und Erfolge von Taylor Swift nacherzählt, sondern fühlt sich eher an wie ein Perspektivwechsel – als würde man plötzlich lernen, ihre Songs nicht nur zu hören, sondern wirklich zu lesen. Was dieses Buch so besonders macht, ist der Ansatz: Burt kommt aus der Literaturwissenschaft, nicht aus dem Musikjournalismus, und genau das prägt jede Seite, denn sie begegnet Swifts Texten mit derselben Ernsthaftigkeit, mit der man sonst Gedichte aus dem Kanon liest, wodurch sich ein ganz neuer Blick öffnet, in dem Pop nicht als flüchtiges Produkt erscheint, sondern als Teil einer viel längeren literarischen Tradition, in der Motive, Bilder und Erzählweisen bewusst gestaltet und weiterentwickelt werden. Plötzlich tauchen Verbindungen zu klassischen Dichtern auf, und man beginnt zu begreifen, dass Swifts Songs oft viel komplexer gebaut sind, als man beim ersten Hören wahrnimmt, weil sie mit Perspektiven spielen, Zeit verschieben, Erinnerungen inszenieren und Gefühle so formulieren, dass sie gleichzeitig individuell und universell wirken. Beim Lesen stellt sich immer wieder dieses leise Staunen ein, weil Burt Dinge sichtbar macht, die man intuitiv längst gespürt hat, ohne sie benennen zu können, und genau darin liegt eine große Stärke des Buches, denn es erklärt nicht von oben herab, sondern begleitet das eigene Hören, vertieft es, schärft den Blick für Details und Zwischentöne – ein zentrales Thema ist dabei die besondere Spannung in Swifts Werk.

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  • 24.Apr.
  • // presswerke vol. (2)97 – superbloom“
  • mit der neuen Vinyl-LP von Jessie Ware.

    // Superbloom von Jessie Ware fühlt sich beim Auflegen genau so an, wie das Wort schon andeutet: wie ein Moment, in dem plötzlich alles gleichzeitig aufblüht. Und auf Vinyl – noch dazu im hochwertigen Gatefold-Cover – bekommt dieses Album nochmal eine ganz andere Präsenz. Es ist nicht nur Musik, sondern ein bewusstes Hörerlebnis, bei dem man sich Zeit nimmt, die Platte auflegt und sich wirklich darauf einlässt. Schon nach den ersten Takten merkt man, dass Jessie Ware hier keinen Schritt zurück macht, sondern eher den nächsten konsequenten nach vorne. Ihr Sound war ja schon in den letzten Jahren immer stärker in Richtung Disco, Funk und luxuriösen Pop gewandert – aber Superbloom wirkt wie der Punkt, an dem sie das komplett verinnerlicht hat. Nichts klingt mehr vorsichtig oder suchend, alles hat diese selbstverständliche Eleganz. Was mich besonders abgeholt hat, ist dieses Gefühl von Wärme, das sich durch das ganze Album zieht.

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  • 18.Apr.
  • // zuckerbeat vol. (6)69 – „deutschrap“
  • mit dem Werk „Deutschrap – Songs und Storys – Chronik einer Kultur“ von Jan Wehn.

    // Mit Deutschrap. Songs und Storys – Chronik einer Kultur legt der Journalist und Autor Jan Wehn eine umfangreiche Bestandsaufnahme der deutschen Rapgeschichte vor. Das Buch versteht sich weniger als klassische Musikchronik im Sinne einer reinen Aufzählung von Veröffentlichungen, sondern vielmehr als kulturgeschichtliche Reise durch mehr als drei Jahrzehnte deutscher Hip-Hop-Kultur – erzählt über Songs, Künstlerinnen und Künstler, prägende Momente und persönliche Geschichten. Deutschrap hat sich seit den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren von einer kleinen Subkultur zu einer der dominierenden Strömungen der deutschen Popmusik entwickelt. Anfangs stark von amerikanischen Vorbildern beeinflusst, suchten die ersten Rapperinnen und Rapper hierzulande noch nach einer eigenen Sprache und Identität. Gruppen wie Die Fantastischen Vier oder Advanced Chemistry legten in dieser Phase wichtige Grundlagen: Sie experimentierten mit deutschsprachigen Texten und zeigten, dass Rap auch jenseits der englischen Sprache funktionieren kann. Jan Wehn verfolgt diese Entwicklung Schritt für Schritt und zeigt, wie sich Deutschrap über die Jahrzehnte immer wieder neu erfunden hat.

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  • º literatur / comic

  • 08.Mai
  • // aufgelesen vol. (6)82 – „unten leben“
  • mit dem Werk „Unten leben“ von Gustavo Faverón Patriau.

    // Unten leben von Gustavo Faverón Patriau ist eines dieser Bücher, bei denen man relativ schnell merkt: Das wird kein geradliniger Roman, sondern ein Labyrinth. Und je weiter man hineingeht, desto klarer wird, dass genau darin seine enorme Kraft liegt. Ausgangspunkt ist dieser verstörende Moment in Peru – ein Mord im Keller, verknüpft mit der realen Festnahme des Anführers von Sendero Luminoso. Schon hier beginnt das Buch, Realität und Fiktion ineinander zu schieben. Aber anstatt diesen Fall einfach aufzuklären, zieht Faverón die Erzählung auseinander, in alle Richtungen, über Jahrzehnte hinweg. Vergangenheit und Zukunft greifen ineinander, Figuren tauchen in anderen Kontexten wieder auf, Zusammenhänge werden angedeutet, verschoben, neu zusammengesetzt. Beim Lesen fühlt sich das oft an, als würde man sich durch unterirdische Gänge bewegen – passend zum Titel.

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  • 05.Mai
  • // aufgelesen vol. (6)81 – „eine andere geschichte“
  • mit den Werken „Entzug“ von Christoph Peters und „Eine andere Geschichte“ von Charles Lewinsky.

    // Wenn man Entzug von Christoph Peters und Eine andere Geschichte von Charles Lewinsky zusammen liest, begegnet man zwei Romanen, die sich auf ganz unterschiedliche Weise mit Erinnerung, Selbsttäuschung und der Frage beschäftigen, wie ein Leben eigentlich erzählt wird – und ob man sich dabei jemals wirklich ehrlich begegnet. Entzug ist dabei der unmittelbare, fast schmerzhafte Blick nach innen. Gleich zu Beginn steht dieses einfache, aber erschütternde Bild: eine Wodkaflasche auf dem Küchentisch, mitten am Tag, mitten im Familienleben. Und sofort ist klar, dass hier nichts beschönigt wird. Peters schreibt nicht über Sucht als abstraktes Thema, sondern als gelebten Zustand – als etwas, das sich in den Alltag frisst, in Routinen, in Gedanken, in Beziehungen. Was den Roman so stark macht, ist diese schonungslose Selbstbeobachtung.

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  • 01.Mai
  • // aufgelesen vol. (6)80 – „drachen der ewigkeit“
  • mit dem Werk „Drachen der Ewigkeit – Das Schicksal der Drachenlanze“ (Band 3).

    // Drachen der Ewigkeit von Margaret Weis und Tracy Hickman fühlt sich beim Lesen ein bisschen an wie ein spätes Wiedersehen mit einer Welt, die man vielleicht schon lange kennt – und die trotzdem noch einmal alles auffährt, was epische Fantasy ausmacht: Zeitreisen, Drachen, Götter, Schuld und diese ganz große Frage nach Schicksal und freiem Willen. Als Abschluss der Trilogie „Das Schicksal der Drachenlanze“ trägt der Roman natürlich eine gewisse Erwartung mit sich. Und genau damit spielt er auch. Was zunächst wie eine klassische „Wir reisen in die Vergangenheit, um alles zu retten“-Mission wirkt, kippt ziemlich schnell in etwas deutlich Komplexeres. Denn die Figuren – allen voran Destina – müssen erkennen, dass ihr Eingreifen die Dinge nicht verbessert, sondern im Gegenteil verschlimmert hat. Diese Idee ist nicht neu in der Fantasy, aber hier funktioniert sie erstaunlich gut, weil sie emotional aufgeladen ist: Es geht nicht nur um ein abstraktes Zeitparadox, sondern um echte Konsequenzen, für die die Figuren Verantwortung tragen müssen. Gerade dieser Moment der Rückkehr in eine veränderte Gegenwart ist stark.

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  • º termine

  • 07.März
  • // —> da geht was…
  • Taubertal Festival mit Sportfreunde Stiller, SDP, Kaffkiez, Donots, Itchy, Drei Meter Feldweg, The Red Flags, Dilla, Chapo102, Feine Sahne Fischfilet, Biffy Clyro, Zartmann, Giant Rooks, Milleniumkid, The Dropkick Murphys, uvm. (06. bis 09.08.26 / Eiswiese, Rothenburg od Tauber) -> jetzt Tickets sichern unter: https://taubertal-festival.de/

    und sonst so?

    Lucy Kruger & The Lost Boys (13.03. / Immerhin)

    Lonely Spring (15.04. / Posthalle)

    Drei Meter Feldweg (17.04. / Stattbahnhof, SW)

    Mad Caddies (21.05. / Stattbahnhof, SW)

    Africa Festival mit Angelique Kidjo, Ami Warning, Fafa Ruffino, uvm. (22. bis 25.05.26 / Congress Centrum, Wurzburg)

    Rock im Park mit Linkin Park, Iron Maiden, Volbeat, Limp Bizkit, Papa Roach, Electric Callboy, Bad Omens, Sabaton, The Offspring, Architects, Babymetal, Trivium, Within Temptation, Ice Nine Kills, Landmvrks, Marteria, Three Days Grace, A Perfect Circle, Hollywood Undead, Social Distortion, Alter Bridge, The Hives, Tom Morello, Finch, Breaking Benjamin, Bush, H-Blockx, The Pretty Reckless, Mehnersmoos, Ecca Vandal, Sondaschule, Basement, President, Wargasm, High Vis, Danko Jones, Bloodywood, uvm. (05. bis 07.06.26 / Zeppelinfeld, Nürnberg)

    udwue (18. bis 21.6., Mainwiesen, Würzburg)

    Ab geht die Lutzi! mit Giant Rooks, Von Wegen Lisbeth, Swiss & Die Andern, Chapo102, Blackout Problems, Raum27, Schmutzki, uvm. (25. und 27.06.26 / Rottershausen)

    Beth Hart (06.07. / Posthalle)

    Xavier Rudd (09.07. / Wöllrieder Hof, Rottendorf)

    Madsen (10.07. / Wöllrieder Hof, Rottendorf)

    Heroes Festival mit SSIO, Rin, Haftbefehl, 102 Boyz, Kool Savas, Bausa, Beslik, Mariybu, Symba, Sierra Kidd uvm. (19. und 20.07.26 / Strohofer, Geiselwind)

    Burg Herzberg Festival mit Wolfmother, Matze Rossi, Walter Trout, Hilight Tribe, Mo’Kalamity, Kadavar, Buntspecht, Marlo Grosshardt, Lara Hulo, The Magic Mumble Jumble, My Baby, Elder, Rockpommel’s Band, Mal Élevé, Steiner & Madlaina, Fortuna Ehrenfeld, Wicked Dub Division meets North East Ska Jazz Orchestra, Laura Cox, Spidergawd, NAFT, Killabeatmaker, Orange, uvm. (30.07. bis 03.08. / Breitenbach am Herzberg)

    Roy Bianco und die Abbrunzati Boys (07.08. / Residenzplatz)

    Superbloom Festival mit Kygo, Tom Odell, Zara Larsson, Tash Sultana, Zartmann, Berq, bbno$, Vicky, Asha Banks, Jolle, Mika Noe, Magda, Laurenz Nikolaus, Civan, Jules War, Merve, Ikkimel, Filow, horsegiirL, Noga Erez, Oskar Med K, Baran Kok, Kiarababa, Dani Lia, Yung Pepp, Lorde, Audrey Hobert, Sombr, Ennio, Lewis Capaldi, Bastille, Jessie Murph, Ayliva, uvm. (29.08. bis 04.09. / Olympiapark, Munchen)

    Rian (28.11. / Posthalle)

    Steiner & Madlaina (10.12. / Cairo)

  • ° fashion / photos / games / kunst / werktag

  • 09.Mai
  • // zuckerschock für den mai 2026: matt dinniman – „dungeon crawler carl“
  • mit dem Werk „Dungeon Crawler Carl“ von Matt Dinniman.

    // Matt Dinnimans Dungeon Crawler Carl hat mich ehrlich gesagt ziemlich überrascht – ich bin mit der Erwartung reingegangen, einfach eine abgefahrene, vielleicht etwas alberne Fantasy-Geschichte zu bekommen, und hab am Ende viel mehr gelesen als nur das. Klar, das Ding ist laut, chaotisch und stellenweise komplett drüber – aber genau darin steckt auch seine Stärke. Die Grundidee ist erstmal herrlich absurd: Die Erde wird von Aliens „übernommen“, aber nicht im klassischen Invasionsstil, sondern als gigantische, intergalaktische Gameshow inszeniert. Menschen werden zu Teilnehmern in einem Dungeon, müssen Level bestehen, Loot sammeln, Skills verbessern – und das Ganze wird live übertragen. Einschaltquoten entscheiden mit darüber, wer Unterstützung bekommt und wer einfach draufgeht. Schon dieser Ansatz hat für mich sofort funktioniert, weil er so offensichtlich überzeichnet ist und gleichzeitig ziemlich nah an realen Mechanismen von Unterhaltung rückt.

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  • 09.Mai
  • // spieltrieb vol. (3)46 – „wundervolle welt“
  • mit den beiden Werken „Wundervolle Welt der Vögel“ und „Wundervolle Welt. Wasser“.

    // Diese beiden Bände der „Wundervolle Welt“-Reihe entfalten ihre eigentliche Stärke erst dann vollständig, wenn man sie nebeneinander betrachtet. „Wundervolle Welt. Wasser“ von Sam Hume und „Wundervolle Welt der Vögel“ von Ben Hoare wirken wie zwei sorgfältig komponierte Gegenstücke: das eine führt in die Tiefe, ins Verborgene, in Räume, die für den Menschen nur schwer zugänglich sind; das andere öffnet den Blick nach oben, in die Weite, in Bewegung und Freiheit. Zusammen ergeben sie fast so etwas wie eine visuelle und erzählerische Karte des Lebens zwischen Ozean und Himmel. „Wundervolle Welt. Wasser“ beeindruckt vor allem durch seine Atmosphäre. Schon beim Aufschlagen entsteht das Gefühl, in eine andere Welt einzutreten. Die Darstellung ist nicht rein sachlich, sondern bewusst inszeniert: Leuchtende Korallenriffe, durchscheinende Quallen, gewaltige Wale und fremdartige Tiefseewesen werden so präsentiert, dass sie gleichermaßen faszinierend und leicht entrückt wirken. Die Texte begleiten diese Bilder mit einer Mischung aus Fakten und erzählerischem Ton.

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  • 08.Mai
  • // spieltrieb vol. (3)45 – „das große lexikon“
  • mit dem Werk „memo Wissen. Tiere“.

    // Mit „memo Wissen. Tiere“ liegt ein klassisches, aber zugleich sehr zeitgemäß aufbereitetes Kindersachbuch vor, das vor allem durch seine enorme inhaltliche Breite und seine visuelle Wucht überzeugt. Anders als die eher atmosphärisch erzählenden, fast märchenhaft gestalteten Naturbände wie „Wundervolle Welt“ verfolgt dieses Lexikon einen klar strukturierten, enzyklopädischen Ansatz – und genau darin liegt seine Stärke. Schon beim ersten Durchblättern fällt auf, wie dicht dieses Buch gepackt ist: Über 1000 Fotografien, Grafiken und Detailaufnahmen sorgen dafür, dass nahezu jede Seite visuell etwas Neues bietet. Dabei geht es nicht nur um schöne Tierbilder, sondern um gezielte Wissensvermittlung. Nahaufnahmen zeigen Strukturen, Größenvergleiche machen Dimensionen begreifbar, Infokästen heben Besonderheiten hervor. Kinder bekommen hier nicht einfach Eindrücke, sondern konkrete, greifbare Informationen – etwa darüber, wie sich Tiere an extreme Lebensräume anpassen, wie ihre Körper funktionieren oder welche erstaunlichen Fähigkeiten sie besitzen. Inhaltlich deckt das Buch ein sehr breites Spektrum ab.

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  • 01.Mai
  • // spieltrieb vol. (3)44 – „fan quiz“
  • mit dem Werk „Die Drei ??? – Das kooperative Fan Quiz“.

    // Neulich haben wir „Das kooperative Fan Quiz“ zum Thema Die Drei ??? in einer kleinen Runde ausprobiert und waren ziemlich schnell mittendrin – weniger wie bei einem klassischen Quiz, sondern eher wie bei einem gemeinsamen Fall, den man lösen will. Dass man nicht gegeneinander spielt, sondern zusammen gegen das Spiel, macht direkt einen Unterschied. Statt still für sich zu überlegen, fängt man automatisch an zu diskutieren, zu rätseln, sich gegenseitig zu überzeugen. Oft ging es gar nicht darum, wer recht hat, sondern darum, gemeinsam auf die richtige Spur zu kommen – und genau das fühlt sich erstaunlich nah an der Dynamik der drei Detektive an. Die Fragen selbst sind eine gute Mischung. Manche lassen sich sofort beantworten, gerade wenn man mit den Hörspielen oder Büchern aufgewachsen ist. Andere sind deutlich kniffliger und haben bei uns für längere Diskussionen gesorgt, vor allem wenn es um Details, Zitate oder Cover ging. Gerade diese Cover-Rätsel waren ein Highlight, weil sie das visuelle Gedächtnis ansprechen – plötzlich erinnert man sich nicht mehr nur an die Geschichte, sondern an das Gefühl, die Kassette oder das Buch in der Hand gehabt zu haben.

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  • 24.Apr.
  • // spieltrieb vol. (3)43 – „abrakadabra in der sullivan street“
  • mit dem Werk „Abkrakadabra in der Sullivan Street“ von Mascha Kaléko.

    // Abrakadabra in der Sullivan Street von Mascha Kaléko ist so ein Buch, das man aufschlägt und sofort merkt: Das kommt aus einer anderen Zeit – aber nicht im Sinne von „veraltet“, sondern eher wie etwas, das sich seine eigene, zeitlose Wärme bewahrt hat. Schon die Ausgangssituation hat etwas unglaublich Charmantes: eine Straße, in der Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammenleben, eine kindliche Perspektive, die das alles staunend betrachtet – und dann diese kleine Verschiebung ins Fantastische, wenn Petes Vorstellungskraft plötzlich anfängt, Purzelbäume zu schlagen. Das ist kein lautes Abenteuer, kein dramatischer Plot. Es ist eher dieses leise, poetische Kippen der Wirklichkeit, das Kaléko so gut konnte. Man merkt beim Lesen sofort, dass hier eigentlich eine große Lyrikerin am Werk ist. Die Sprache ist spielerisch, rhythmisch, manchmal fast tänzelnd – selbst dann, wenn man sie einfach still liest. Es hat etwas von einem Gedicht, das sich in eine kleine Geschichte verwandelt hat. Und genau das macht den Reiz aus:

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  • º film / tv

  • 08.Mai
  • // szenenwechsel vol. (2)53 – „besser zoosammen“
  • mit dem Werk „Neue Abenteuer von Zoomania 2″ – Besser Zoosammen“.

    // Neue Abenteuer von Zoomania 2 von Joe Caramagna ist genau so ein Buch, das man aufschlägt und sofort wieder mitten in dieser bunten, quirlig-chaotischen Stadt landet, als hätte man den Film gerade erst gesehen. Und das Schöne ist: Es versucht gar nicht, das große, alles überragende Abenteuer zu erzählen – sondern konzentriert sich auf die kleinen Fälle, die den Alltag von Judy und Nick eigentlich erst lebendig machen. Was mir beim Lesen sofort aufgefallen ist: Der Ton stimmt einfach. Diese Mischung aus Humor, Tempo und einem leichten Augenzwinkern fühlt sich sehr nah am ursprünglichen Zoomania-Gefühl an. Judy Hopps ist immer noch die übermotivierte Polizistin mit großem Herzen, Nick Wilde der charmante, leicht zynische Partner – und genau aus diesem Zusammenspiel ziehen die Geschichten ihren Reiz. Es sind oft die Dialoge, die hängen bleiben, dieses schnelle Hin und Her, bei dem man merkt, wie gut die beiden inzwischen als Team funktionieren. Die vier enthaltenen Geschichten sind angenehm überschaubar, fast wie einzelne Episoden einer Serie. Das macht das Buch gerade für jüngere Leser richtig zugänglich, weil man nicht unbedingt alles am Stück lesen muss.

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  • 20.März
  • // szenenwechsel vol. (2)52 – „sherlock & daughter“
  • mit der DVD zur TV-Serie „Sherlock & Daughter“.

    // Ich musste bei Sherlock & Daughter noch stärker darüber nachdenken, wie wandlungsfähig Sherlock Holmes eigentlich ist – und wie jede Generation sich ihre eigene Version dieser Figur baut. Wenn man sich die Bandbreite anschaut, wird das ziemlich deutlich: Da sind die klassischen, werknahen Umsetzungen, die stark auf Atmosphäre und Vorlage setzen, dann moderne Interpretationen wie Sherlock, die Holmes in die Gegenwart holen und seine Genialität fast schon als Superkraft inszenieren, und schließlich die eher körperlichen, energiegeladenen Filmversionen mit Robert Downey Jr., die das Abenteuerliche und Actionbetonte hervorheben. Sherlock & Daughter schlägt im Vergleich dazu einen anderen Weg ein – und genau das fand ich spannend. Die Serie interessiert sich weniger dafür, Holmes neu zu „verpacken“, sondern stellt ihm eine Figur gegenüber, die seine gewohnte Position ins Wanken bringt. Amelia ist nicht einfach Sidekick oder Bewunderin, sondern jemand, der Ansprüche stellt – emotional, biografisch und auch moralisch. Allein die Möglichkeit, dass Holmes Vater sein könnte, verändert die Dynamik komplett. Plötzlich steht nicht mehr nur die Frage im Raum, wie ein Fall gelöst wird, sondern auch, wer dieser Mann eigentlich ist, wenn man ihn nicht nur als Detektiv betrachtet.

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  • 16.Jan.
  • // szenenwechsel vol. (2)51 – „alone“
  • mit der Live-DVD „A Lost World – Troxy Live 2024“ von The Cure.

    // Diese DVD hat mich auf eine ganz eigene Weise erwischt – nicht mit einem Paukenschlag, sondern mit einem langsamen, tiefen Sog. „The Show Of A Lost World: Troxy London 2024“ ist kein gewöhnlicher Konzertfilm, sondern eher ein Zustand, den man betritt. Wer The Cure über Jahrzehnte begleitet hat, spürt schon in den ersten Minuten, dass hier etwas Besonderes festgehalten wurde: kein nostalgischer Rückblick, keine grelle Selbstfeier, sondern ein ernstes, konzentriertes Statement einer Band, die nichts mehr beweisen muss. Der Auftritt im Troxy wirkt von Beginn an bewusst gewählt. Diese Halle, mit ihrer leicht morbiden Eleganz, passt perfekt zur Atmosphäre des Abends. Man merkt, dass es Robert Smith wichtig war, Nähe zu schaffen – keine Stadiondistanz, kein überproduzierter Bombast.

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  • 09.Jan.
  • // szenenwechsel vol. (2)50 – „smile“
  • mit der DVD-Collection zu den beiden Filmen der „Smile“-Horror-Reihe.

    // Die beiden Filme der Smile-Collection bilden gemeinsam ein geschlossenes, bemerkenswert konsequentes Horrorprojekt, das weniger auf klassische Schockeffekte setzt als auf eine stetige, psychologisch zermürbende Eskalation von Angst. Regisseur Parker Finn entwickelt in beiden Teilen eine Welt, in der das Übernatürliche untrennbar mit Trauma, öffentlicher Wahrnehmung und innerer Zerrüttung verbunden ist – und genau darin liegt die eigentliche Stärke dieser Reihe. Der erste Film aus dem Jahr 2022 entfaltet seinen Schrecken aus einer intimen, fast klinischen Situation heraus. Die Psychiaterin Rose Cotter wird nach einem verstörenden Erlebnis mit einer Patientin in eine Spirale aus Halluzinationen, Schuldgefühlen und wachsendem Realitätsverlust gezogen. Das titelgebende Lächeln ist dabei weniger ein Monster-Merkmal als ein Störsignal: ein falsches Zeichen von Normalität, das in Momenten tiefster Verzweiflung auftaucht. Der Film verknüpft klassischen Fluch-Horror mit Themen wie unverarbeitetem Trauma, psychischer Erkrankung und der Unfähigkeit moderner Gesellschaften, mit innerem Schmerz offen umzugehen. Die Bedrohung wirkt so nachhaltig, weil sie nie eindeutig greifbar wird – sie lebt von der Angst, nicht mehr unterscheiden zu können, was real ist und was nicht.

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  • 04.Jan.
  • // szenenwechsel 2025 << filme
  • mit den besten 2025er Filmen.

    01 One Battle After Another

    02 Otec / Father

    03 All Is Fine In ´89

    04 Ollie

    05 Eephus

    06 V/H/S Halloween

    07 Sinners / Bloods and Sinners

    08 The Life Of Chuck

    09 Mit der Faust in die Welt schlagen

    10 Sketch

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  • ° magazine im pdf-archiv

  • 07.Apr.
  • // ausgabe april 2009
  • zuckerkick 04 2009ENDLICH DER NEUE ZUCKERKICK IST DA!!!

    // inhalt:
    // interview mit heike makatsch
    // … über die situation der posthalle
    // wie ihr gleichzeitig eure wohnung sauber und euren winterspeck weg bekommt
    // wie immer viele schöne geschichten unserer autoren
    // eventkalender

    Um die PDF-Datei der neuesten Ausgabe ansehen zu können, klick einfach auf das Titelbild!

    Viel Spass!

  • ° stadtplan

  • 06.Okt.
  • // stadtplan
  • stadtplan von würzburg

    klickt das bild und surft durch die stadt:
    1000 möglichkeiten in würzburg einen schönen abend zu verbringen. viel spass!

  • ° über uns

  • 24.Aug.
  • zuckerkick – das stadtmagazin für würzburg – Wir sind ein kostenlosen, unabhängiges Stadtmagazin für Würzburg und Umgebung. zuckerkick gibt es „nur“ noch als Internetblog. Unsere Printausgaben wurde 2009 eingestellt! Die erste Ausgabe wurde im Januar 2006 veröffentlich, seit Sommer 2008 befindet sich unser Büro direkt am Berliner Ring. Viele junge Autoren schreiben für uns! Falls auch Du dazugehören willst, schicke eine einfach kleine „Schreibprobe“ an contact@zuckerkick.com. Falls Sie Interesse haben auf unserer Homepage zu werben mailen Sie bitte an nico@zuckerkick.com. Den ganzen Beitrag lesen »