• º zuckerbeat: musik / szene

  • 24.Apr.
  • // presswerke vol. (2)97 – superbloom“
  • mit der neuen Vinyl-LP von Jessie Ware.

    // Superbloom von Jessie Ware fühlt sich beim Auflegen genau so an, wie das Wort schon andeutet: wie ein Moment, in dem plötzlich alles gleichzeitig aufblüht. Und auf Vinyl – noch dazu im hochwertigen Gatefold-Cover – bekommt dieses Album nochmal eine ganz andere Präsenz. Es ist nicht nur Musik, sondern ein bewusstes Hörerlebnis, bei dem man sich Zeit nimmt, die Platte auflegt und sich wirklich darauf einlässt. Schon nach den ersten Takten merkt man, dass Jessie Ware hier keinen Schritt zurück macht, sondern eher den nächsten konsequenten nach vorne. Ihr Sound war ja schon in den letzten Jahren immer stärker in Richtung Disco, Funk und luxuriösen Pop gewandert – aber Superbloom wirkt wie der Punkt, an dem sie das komplett verinnerlicht hat. Nichts klingt mehr vorsichtig oder suchend, alles hat diese selbstverständliche Eleganz. Was mich besonders abgeholt hat, ist dieses Gefühl von Wärme, das sich durch das ganze Album zieht.

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  • 18.Apr.
  • // zuckerbeat vol. (6)69 – „deutschrap“
  • mit dem Werk „Deutschrap – Songs und Storys – Chronik einer Kultur“ von Jan Wehn.

    // Mit Deutschrap. Songs und Storys – Chronik einer Kultur legt der Journalist und Autor Jan Wehn eine umfangreiche Bestandsaufnahme der deutschen Rapgeschichte vor. Das Buch versteht sich weniger als klassische Musikchronik im Sinne einer reinen Aufzählung von Veröffentlichungen, sondern vielmehr als kulturgeschichtliche Reise durch mehr als drei Jahrzehnte deutscher Hip-Hop-Kultur – erzählt über Songs, Künstlerinnen und Künstler, prägende Momente und persönliche Geschichten. Deutschrap hat sich seit den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren von einer kleinen Subkultur zu einer der dominierenden Strömungen der deutschen Popmusik entwickelt. Anfangs stark von amerikanischen Vorbildern beeinflusst, suchten die ersten Rapperinnen und Rapper hierzulande noch nach einer eigenen Sprache und Identität. Gruppen wie Die Fantastischen Vier oder Advanced Chemistry legten in dieser Phase wichtige Grundlagen: Sie experimentierten mit deutschsprachigen Texten und zeigten, dass Rap auch jenseits der englischen Sprache funktionieren kann. Jan Wehn verfolgt diese Entwicklung Schritt für Schritt und zeigt, wie sich Deutschrap über die Jahrzehnte immer wieder neu erfunden hat.

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  • 17.Apr.
  • // presswerke vol. (2)96 – „the weight of the woods“
  • mit der neuen Vinyl-LP von Dermot Kennedy.

    // The Weight Of The Woods von Dermot Kennedy fühlt sich beim Hören an wie ein Spaziergang durch vertrautes Gelände – nur dass man diesmal ein bisschen tiefer hineingeht, weiter weg von den offenen Wegen, dorthin, wo es stiller wird und die Gedanken lauter. Ich habe das Album zum ersten Mal am Stück gehört, ohne groß zu skippen – und genau so funktioniert es auch am besten. Es baut sich langsam auf, ohne Druck, ohne den Zwang, sofort zu beeindrucken. Stattdessen entsteht diese typische Dermot-Kennedy-Stimmung: eine Mischung aus Verletzlichkeit, Pathos und diesem fast hymnischen Drang, Gefühle größer zu machen, als sie im Alltag oft sein dürfen. Was hier sofort auffällt, ist, wie sehr er sich auf seine Wurzeln zurückbesinnt. Man hört dieses Irische, dieses Erdige – nicht unbedingt in Form von Folkklischees, sondern eher als Haltung. Gleichzeitig schwingt durch die Zusammenarbeit mit Produzent Gabe Simon auch etwas Weites mit, fast Amerikanisches.

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  • 12.Apr.
  • // zuckerbeat vol. (6)68 – „news from planet zombie“
  • mit dem Album „News From Planet Zombie“ von The Notwist.

    // News From Planet Zombie von The Notwist fühlt sich für mich ein bisschen an wie ein Wiedersehen mit etwas Vertrautem, das sich trotzdem weiterentwickelt hat. Diese Band hatte ja schon immer die Fähigkeit, Melancholie und Wärme gleichzeitig entstehen zu lassen – und genau das zieht sich auch durch dieses Album, nur vielleicht noch etwas gelassener, fast versöhnlicher als früher. Was sofort auffällt: Die Songs wirken direkter, zugänglicher, ohne dass dabei diese typische Notwist-Atmosphäre verloren geht. Es ist immer noch dieses leicht Fragile, dieses vorsichtige Tasten zwischen Elektronik, Indie-Pop und etwas sehr Eigenem – aber diesmal mit mehr Klarheit. Weniger Verklausulierung, mehr Gefühl. Und trotzdem bleibt genug Uneindeutigkeit, damit man beim Hören nicht einfach durchrauscht, sondern hängen bleibt. Ich finde auch spannend, wie sehr man hört, dass das Album gemeinsam eingespielt wurde.

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  • 10.Apr.
  • // presswerke vol. (2)95 – „tears are“
  • mit der neuen Vinyl-LP von The Orielles.

    // Mit Only You Left legen The Orielles ein Album vor, das sich wie ein Neuanfang anfühlt – und zugleich wie die logische Weiterentwicklung einer Band ist, die sich nie davor gescheut hat, ihren Sound ständig neu zu hinterfragen. Das Trio aus Manchester hat in den vergangenen Jahren immer wieder mit Stilrichtungen experimentiert, mit Strukturen gespielt und Grenzen verschoben. Auf diesem Album scheint vieles davon zusammenzufließen: die Energie ihres frühen Indie-Sounds, die Neugier späterer Experimente und eine neue, erstaunlich klare emotionale Linie. Entstanden ist Only You Left zwischen zwei sehr unterschiedlichen Orten – der griechischen Insel Hydra und Hamburg. Diese geografische Spannung spiegelt sich auch im Klang wider. Manche Songs wirken warm und lichtdurchflutet, fast meditativ, während andere rauer, direkter und rhythmisch drängender sind. Insgesamt klingt das Album reduzierter als manche früheren Arbeiten der Band, gleichzeitig aber konzentrierter. Die Songs stehen stärker im Mittelpunkt, ohne dass die spielerische Experimentierfreude verloren geht.

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  • º literatur / comic

  • 24.Apr.
  • // aufgelesen vol. (6)79 – „we love you, bunny“
  • mit dem Werken „We Love You, Bunny“ von Mona Awad und „Das Spiel“ von Aisling Rawle.

    // Wenn man Das Spiel von Aisling Rawle und We Love You, Bunny von Mona Awad zusammen liest, entsteht ein ziemlich intensiver Dialog zwischen zwei Romanen, die auf den ersten Blick ganz unterschiedlich wirken, sich aber im Kern mit denselben Abgründen beschäftigen. Beide kreisen um Gruppendynamiken, um das Bedürfnis nach Zugehörigkeit – und darum, wie schnell sich Identität auflöst, wenn man beginnt, sich an ein System anzupassen, das stärker ist als man selbst. Das Spiel wirkt zunächst zugänglicher. Das Setting ist klar, fast schon vertraut: eine künstliche Anlage, ein Wettbewerb, ein Regelwerk. Man denkt sofort an Reality-TV-Formate wie Love Island, aber auch an dystopische Szenarien wie Die Tribute von Panem. Genau mit dieser Erwartungshaltung spielt der Roman. Anfangs hat das Ganze fast etwas Verführerisches: schöne Menschen, klare Ziele, die Aussicht „zu gewinnen“. Doch je weiter man liest, desto mehr kippt dieses Setting. Die Aufgaben verlieren ihren Sinn, Beziehungen werden strategisch, Vertrauen wird zu einem Risiko. Was mich beim Lesen besonders beschäftigt hat, ist diese permanente Beobachtungssituation.

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  • 21.Apr.
  • // aufgelesen vol. (6)78 – „pina fällt aus“
  • mit den Werken „Die Känguru-Rebellion“ von Marc-Uwe Kling und „Pina fällt aus“ von Vera Zischke.

    // Was für ein spannendes Doppel: Auf der einen Seite totale Eskalation, politischer Witz und dieses typische „Alles muss brennen, sonst bewegt sich nichts“-Gefühl, auf der anderen eine leise, fast vorsichtige Annäherung an das, was Gemeinschaft eigentlich bedeutet – und trotzdem haben Marc-Uwe Kling und Vera Zischke mehr gemeinsam, als man zunächst denkt. Die Känguru-Rebellion fühlt sich an wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten, die plötzlich ernster geworden sind, ohne ihren Humor zu verlieren. Dieses anarchische Duo funktioniert immer noch über Timing, Dialoge und absurde Logik – aber diesmal schwingt mehr mit. Die Welt draußen wirkt kaputter, angespannter, weniger wie eine Bühne für Gags und mehr wie ein Ort, der tatsächlich aus den Fugen gerät. Genau daraus zieht das Buch seine Wucht. Man liest und lacht – oft laut, oft überrascht, manchmal auch ein bisschen schuldbewusst, weil die Pointen so nah an realen politischen Entwicklungen sind. Kling kann diese Balance wie kaum jemand: Er lässt einen lachen und gleichzeitig denken „Ja, stimmt leider“.

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  • 18.Apr.
  • // aufgelesen vol. (6)77 – „eden“
  • mit dem Werk „Eden“ von Marc Elsberg.

    // Eden von Marc Elsberg ist genau die Art Thriller, die man anfängt „nur kurz reinzulesen“ – und dann plötzlich hundert Seiten weiter ist, ohne es wirklich gemerkt zu haben. Wer Elsberg kennt, weiß: Hier geht es nie nur um Spannung, sondern immer auch um die große Frage dahinter – und diesmal ist sie vielleicht aktueller als je zuvor. Elsberg hat sich mit Blackout einen festen Platz im Genre der Wissenschafts- und Technikthriller erarbeitet. Sein Markenzeichen ist diese Mischung aus minutiöser Recherche, komplexen Szenarien und einer fast beunruhigenden Nähe zur Realität. Und genau das zieht sich auch durch EDEN. Es fühlt sich beim Lesen nie wie reine Fiktion an – eher wie ein Gedankenexperiment, das jederzeit Wirklichkeit werden könnte. Im Zentrum steht ein KI-System, das eine globale Krise vorhersagt. Schon diese Ausgangslage hat etwas Beklemmendes, weil sie so plausibel wirkt. Es geht nicht um einen plötzlichen Knall, sondern um ein schleichendes, systemisches Versagen, das sich ankündigt – und genau darin liegt die Spannung.

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  • º termine

  • 07.März
  • // —> da geht was…
  • Taubertal Festival mit Sportfreunde Stiller, SDP, Kaffkiez, Donots, Itchy, Drei Meter Feldweg, The Red Flags, Dilla, Chapo102, Feine Sahne Fischfilet, Biffy Clyro, Zartmann, Giant Rooks, Milleniumkid, The Dropkick Murphys, uvm. (06. bis 09.08.26 / Eiswiese, Rothenburg od Tauber) -> jetzt Tickets sichern unter: https://taubertal-festival.de/

    und sonst so?

    Lucy Kruger & The Lost Boys (13.03. / Immerhin)

    Lonely Spring (15.04. / Posthalle)

    Drei Meter Feldweg (17.04. / Stattbahnhof, SW)

    Mad Caddies (21.05. / Stattbahnhof, SW)

    Africa Festival mit Angelique Kidjo, Ami Warning, Fafa Ruffino, uvm. (22. bis 25.05.26 / Congress Centrum, Wurzburg)

    Rock im Park mit Linkin Park, Iron Maiden, Volbeat, Limp Bizkit, Papa Roach, Electric Callboy, Bad Omens, Sabaton, The Offspring, Architects, Babymetal, Trivium, Within Temptation, Ice Nine Kills, Landmvrks, Marteria, Three Days Grace, A Perfect Circle, Hollywood Undead, Social Distortion, Alter Bridge, The Hives, Tom Morello, Finch, Breaking Benjamin, Bush, H-Blockx, The Pretty Reckless, Mehnersmoos, Ecca Vandal, Sondaschule, Basement, President, Wargasm, High Vis, Danko Jones, Bloodywood, uvm. (05. bis 07.06.26 / Zeppelinfeld, Nürnberg)

    udwue (18. bis 21.6., Mainwiesen, Würzburg)

    Ab geht die Lutzi! mit Giant Rooks, Von Wegen Lisbeth, Swiss & Die Andern, Chapo102, Blackout Problems, Raum27, Schmutzki, uvm. (25. und 27.06.26 / Rottershausen)

    Beth Hart (06.07. / Posthalle)

    Xavier Rudd (09.07. / Wöllrieder Hof, Rottendorf)

    Madsen (10.07. / Wöllrieder Hof, Rottendorf)

    Heroes Festival mit SSIO, Rin, Haftbefehl, 102 Boyz, Kool Savas, Bausa, Beslik, Mariybu, Symba, Sierra Kidd uvm. (19. und 20.07.26 / Strohofer, Geiselwind)

    Burg Herzberg Festival mit Wolfmother, Matze Rossi, Walter Trout, Hilight Tribe, Mo’Kalamity, Kadavar, Buntspecht, Marlo Grosshardt, Lara Hulo, The Magic Mumble Jumble, My Baby, Elder, Rockpommel’s Band, Mal Élevé, Steiner & Madlaina, Fortuna Ehrenfeld, Wicked Dub Division meets North East Ska Jazz Orchestra, Laura Cox, Spidergawd, NAFT, Killabeatmaker, Orange, uvm. (30.07. bis 03.08. / Breitenbach am Herzberg)

    Roy Bianco und die Abbrunzati Boys (07.08. / Residenzplatz)

    Superbloom Festival mit Kygo, Tom Odell, Zara Larsson, Tash Sultana, Zartmann, Berq, bbno$, Vicky, Asha Banks, Jolle, Mika Noe, Magda, Laurenz Nikolaus, Civan, Jules War, Merve, Ikkimel, Filow, horsegiirL, Noga Erez, Oskar Med K, Baran Kok, Kiarababa, Dani Lia, Yung Pepp, Lorde, Audrey Hobert, Sombr, Ennio, Lewis Capaldi, Bastille, Jessie Murph, Ayliva, uvm. (29.08. bis 04.09. / Olympiapark, Munchen)

    Rian (28.11. / Posthalle)

    Steiner & Madlaina (10.12. / Cairo)

  • ° fashion / photos / games / kunst / werktag

  • 24.Apr.
  • // spieltrieb vol. (3)43 – „abrakadabra in der sullivan street“
  • mit dem Werk „Abkrakadabra in der Sullivan Street“ von Mascha Kaléko.

    // Abrakadabra in der Sullivan Street von Mascha Kaléko ist so ein Buch, das man aufschlägt und sofort merkt: Das kommt aus einer anderen Zeit – aber nicht im Sinne von „veraltet“, sondern eher wie etwas, das sich seine eigene, zeitlose Wärme bewahrt hat. Schon die Ausgangssituation hat etwas unglaublich Charmantes: eine Straße, in der Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammenleben, eine kindliche Perspektive, die das alles staunend betrachtet – und dann diese kleine Verschiebung ins Fantastische, wenn Petes Vorstellungskraft plötzlich anfängt, Purzelbäume zu schlagen. Das ist kein lautes Abenteuer, kein dramatischer Plot. Es ist eher dieses leise, poetische Kippen der Wirklichkeit, das Kaléko so gut konnte. Man merkt beim Lesen sofort, dass hier eigentlich eine große Lyrikerin am Werk ist. Die Sprache ist spielerisch, rhythmisch, manchmal fast tänzelnd – selbst dann, wenn man sie einfach still liest. Es hat etwas von einem Gedicht, das sich in eine kleine Geschichte verwandelt hat. Und genau das macht den Reiz aus:

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  • 17.Apr.
  • // werktag vol. (1)94 – „eurovision song contest“
  • mit den Werken „Il Gusto d`Italia“ und „Eurovision Song Contest“.

    // Zwischen Herd und Bühne, zwischen regionaler Verwurzelung und internationaler Inszenierung bewegen sich Il Gusto d’Italia von Maria Pasquale und das große Jubiläumsbuch zum Eurovision Song Contest von Paul Lang – und je länger man sich mit beiden beschäftigt, desto deutlicher wird, dass sie im Kern vom selben erzählen: davon, wie Kultur entsteht, sich verändert und gleichzeitig Identität stiftet. Die italienische Küche, wie Pasquale sie beschreibt, ist historisch gesehen nie ein einheitliches System gewesen. Italien als Nationalstaat existiert erst seit dem 19. Jahrhundert, und entsprechend haben sich auch die kulinarischen Traditionen lange unabhängig voneinander entwickelt. Was man heute unter „italienischem Essen“ versteht, ist eigentlich ein Mosaik aus regionalen Küchen: Im Norden dominieren Butter, Reisgerichte wie Risotto und Einflüsse aus den Alpenregionen, während im Süden Olivenöl, Tomaten, Hartweizen und eine stärkere mediterrane Prägung den Ton angeben. Diese Unterschiede sind nicht nur geschmacklich interessant, sondern erzählen von Handelswegen, klimatischen Bedingungen und sozialen Strukturen. Selbst ein scheinbar einfaches Gericht wie Pasta ist historisch gewachsen – von der bäuerlichen Notwendigkeit, haltbare Lebensmittel zu schaffen, bis hin zur heutigen globalen Ikone.

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  • 10.Apr.
  • // spieltrieb vol. (3)42 – „die sieben zwergbären“
  • mit dem wunderbaren Kosmos der „Zwergbären“.

    // Die beiden Bände Das tapfere Prinzlein und die sieben Zwergbären und Die sieben Zwergbären und der große Hunger von Émile Bravo sind auf den ersten Blick klassische Kindercomics – bunt, verspielt, märchenhaft. Doch wie so oft bei Bravo steckt hinter der scheinbaren Leichtigkeit eine erstaunlich kluge, oft sogar subversive Auseinandersetzung mit den Erzähltraditionen, aus denen diese Geschichten schöpfen. Schon die Grundidee der Reihe ist ein Vergnügen: Sieben kleine Bären, die offensichtlich an die sieben Zwerge erinnern, geraten in eine Welt, in der Märchenfiguren und -motive wild durcheinandergewürfelt werden. In Band eins beginnt alles mit einer vertrauten Situation – eine schlafende Figur im Bett der „Zwergwesen“ –, doch schnell kippt die Geschichte ins Absurde. Der Prinz, der eigentlich als Retter auftreten soll, verweigert schlicht seine Rolle. Er will die Unbekannte nicht küssen, weil er sie gar nicht kennt. Allein dieser Moment ist typisch für Bravos Humor: Er nimmt die oft unhinterfragten Logiken klassischer Märchen und legt sie mit einem einfachen, aber wirkungsvollen Gedanken offen.

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  • 09.Apr.
  • // zuckerschock für den april 2026: „battle of dice“
  • mit dem neuen Spiel „Battle Of Dice“.

    // Man sitzt am Tisch, die Würfel liegen noch ruhig da, das Brett ist aufgebaut, die Farben verteilt – und in dem Moment, in dem jemand sagt „Okay, ich fang an“, kippt die Stimmung sofort von entspannt zu konzentriert. Genau so fühlt sich Battle of Dice an: wie ein Spiel, das keine lange Anlaufzeit braucht, sondern einen direkt fasziniert. Die ersten Züge des Games, das noch dazu direkt aus dem Würzburger Umland stammt, wagen wir noch etwas bedacht, mit einem gewissen Maß an Vorsicht. Man schaut, wie die Felder angeordnet sind, überlegt, wo man sich breitmachen will. Dann die Würfel: einmal werfen, kurz innehalten, neu ansetzen. Dieses kleine Ritual wiederholt sich ständig – und wird erstaunlich schnell zu so etwas wie einem inneren Puls des Spiels. Du merkst, wie alle am Tisch anfangen mitzuzählen, mitzudenken, leise zu hoffen oder sich zu ärgern, obwohl sie gar nicht am Zug sind. Was uns dabei sofort gepackt hat, ist dieses Gefühl von Kontrolle und Kontrollverlust gleichzeitig. Du hast drei Würfe wie bei Kniffel, du kannst Entscheidungen treffen, Kombinationen planen – und trotzdem hängt alles an diesen fünf Würfeln, die über den Tisch springen. Im Gegensatz zu Kniffel spielst du aber nicht für dich selbst, sondern duellierst dich auf dem Spielfeld mit anderen Spielern um möglichst viele Räume an dich zu reißen. Manchmal läuft es dann auch perfekt: Du triffst genau die Kombination, die du brauchst, setzt nicht nur einen, sondern gleich zwei Steine, und plötzlich sieht dein ganzes Spielfeld ganz anders aus. Das sind diese kleinen Triumphe, bei denen man sich kurz zurücklehnt und denkt: „Jetzt hab ich euch.“

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  • 03.Apr.
  • // werktag vol. (1)93 – „japan“
  • mit dem Werk „Japan – Einblicke in ein faszinierendes Land“ von Francoise Hauser.

    // Françoise Hausers Japan ist für mich so ein Buch, das man nicht unbedingt am Stück durchliest, sondern eher immer wieder zur Hand nimmt – und jedes Mal bleibt man an irgendeinem Detail hängen, von dem man vorher gar nicht wusste, dass es einen interessiert. Was mir direkt gefallen hat, ist der Ansatz: Es geht hier nicht um den klassischen Reiseführer mit Sehenswürdigkeiten und To-do-Listen, sondern eher um ein Verstehen des Alltags. Also genau die Dinge, über die man stolpert, wenn man sich mit Japan beschäftigt – warum bestimmte Verhaltensregeln so wichtig sind, wieso Abläufe so organisiert sind, wie sie sind, oder warum scheinbar kleine Details eine große Bedeutung haben. Diese Mischung aus Neugier und Erklärung funktioniert richtig gut. Gerade diese kleinen Fragen – etwa warum in Nara frei herumlaufende Hirsche zum Stadtbild gehören oder wie sich bestimmte Höflichkeitsregeln im Alltag auswirken – öffnen immer wieder größere Zusammenhänge. Man merkt schnell, dass vieles, was aus europäischer Perspektive erst mal ungewöhnlich wirkt, tief in kulturellen, historischen oder sozialen Strukturen verankert ist.

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  • º film / tv

  • 20.März
  • // szenenwechsel vol. (2)52 – „sherlock & daughter“
  • mit der DVD zur TV-Serie „Sherlock & Daughter“.

    // Ich musste bei Sherlock & Daughter noch stärker darüber nachdenken, wie wandlungsfähig Sherlock Holmes eigentlich ist – und wie jede Generation sich ihre eigene Version dieser Figur baut. Wenn man sich die Bandbreite anschaut, wird das ziemlich deutlich: Da sind die klassischen, werknahen Umsetzungen, die stark auf Atmosphäre und Vorlage setzen, dann moderne Interpretationen wie Sherlock, die Holmes in die Gegenwart holen und seine Genialität fast schon als Superkraft inszenieren, und schließlich die eher körperlichen, energiegeladenen Filmversionen mit Robert Downey Jr., die das Abenteuerliche und Actionbetonte hervorheben. Sherlock & Daughter schlägt im Vergleich dazu einen anderen Weg ein – und genau das fand ich spannend. Die Serie interessiert sich weniger dafür, Holmes neu zu „verpacken“, sondern stellt ihm eine Figur gegenüber, die seine gewohnte Position ins Wanken bringt. Amelia ist nicht einfach Sidekick oder Bewunderin, sondern jemand, der Ansprüche stellt – emotional, biografisch und auch moralisch. Allein die Möglichkeit, dass Holmes Vater sein könnte, verändert die Dynamik komplett. Plötzlich steht nicht mehr nur die Frage im Raum, wie ein Fall gelöst wird, sondern auch, wer dieser Mann eigentlich ist, wenn man ihn nicht nur als Detektiv betrachtet.

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  • 16.Jan.
  • // szenenwechsel vol. (2)51 – „alone“
  • mit der Live-DVD „A Lost World – Troxy Live 2024“ von The Cure.

    // Diese DVD hat mich auf eine ganz eigene Weise erwischt – nicht mit einem Paukenschlag, sondern mit einem langsamen, tiefen Sog. „The Show Of A Lost World: Troxy London 2024“ ist kein gewöhnlicher Konzertfilm, sondern eher ein Zustand, den man betritt. Wer The Cure über Jahrzehnte begleitet hat, spürt schon in den ersten Minuten, dass hier etwas Besonderes festgehalten wurde: kein nostalgischer Rückblick, keine grelle Selbstfeier, sondern ein ernstes, konzentriertes Statement einer Band, die nichts mehr beweisen muss. Der Auftritt im Troxy wirkt von Beginn an bewusst gewählt. Diese Halle, mit ihrer leicht morbiden Eleganz, passt perfekt zur Atmosphäre des Abends. Man merkt, dass es Robert Smith wichtig war, Nähe zu schaffen – keine Stadiondistanz, kein überproduzierter Bombast.

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  • 09.Jan.
  • // szenenwechsel vol. (2)50 – „smile“
  • mit der DVD-Collection zu den beiden Filmen der „Smile“-Horror-Reihe.

    // Die beiden Filme der Smile-Collection bilden gemeinsam ein geschlossenes, bemerkenswert konsequentes Horrorprojekt, das weniger auf klassische Schockeffekte setzt als auf eine stetige, psychologisch zermürbende Eskalation von Angst. Regisseur Parker Finn entwickelt in beiden Teilen eine Welt, in der das Übernatürliche untrennbar mit Trauma, öffentlicher Wahrnehmung und innerer Zerrüttung verbunden ist – und genau darin liegt die eigentliche Stärke dieser Reihe. Der erste Film aus dem Jahr 2022 entfaltet seinen Schrecken aus einer intimen, fast klinischen Situation heraus. Die Psychiaterin Rose Cotter wird nach einem verstörenden Erlebnis mit einer Patientin in eine Spirale aus Halluzinationen, Schuldgefühlen und wachsendem Realitätsverlust gezogen. Das titelgebende Lächeln ist dabei weniger ein Monster-Merkmal als ein Störsignal: ein falsches Zeichen von Normalität, das in Momenten tiefster Verzweiflung auftaucht. Der Film verknüpft klassischen Fluch-Horror mit Themen wie unverarbeitetem Trauma, psychischer Erkrankung und der Unfähigkeit moderner Gesellschaften, mit innerem Schmerz offen umzugehen. Die Bedrohung wirkt so nachhaltig, weil sie nie eindeutig greifbar wird – sie lebt von der Angst, nicht mehr unterscheiden zu können, was real ist und was nicht.

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  • 04.Jan.
  • // szenenwechsel 2025 << filme
  • mit den besten 2025er Filmen.

    01 One Battle After Another

    02 Otec / Father

    03 All Is Fine In ´89

    04 Ollie

    05 Eephus

    06 V/H/S Halloween

    07 Sinners / Bloods and Sinners

    08 The Life Of Chuck

    09 Mit der Faust in die Welt schlagen

    10 Sketch

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  • 01.Jan.
  • // szenenwechsel 2025 << neue serien
  • mit den besten neuen Serien aus 2025.

    01 Pluribus

    02 Khauf

    03 It: Welcome To Derry

    04 Task

    05 Dexter: Original Sin

    06 Alien: Earth

    07 Sweet Pea

    08 American Primeval

    09 Duster

    10 The Last Frontier / Remnick

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  • ° magazine im pdf-archiv

  • 07.Apr.
  • // ausgabe april 2009
  • zuckerkick 04 2009ENDLICH DER NEUE ZUCKERKICK IST DA!!!

    // inhalt:
    // interview mit heike makatsch
    // … über die situation der posthalle
    // wie ihr gleichzeitig eure wohnung sauber und euren winterspeck weg bekommt
    // wie immer viele schöne geschichten unserer autoren
    // eventkalender

    Um die PDF-Datei der neuesten Ausgabe ansehen zu können, klick einfach auf das Titelbild!

    Viel Spass!

  • ° stadtplan

  • 06.Okt.
  • // stadtplan
  • stadtplan von würzburg

    klickt das bild und surft durch die stadt:
    1000 möglichkeiten in würzburg einen schönen abend zu verbringen. viel spass!

  • ° über uns

  • 24.Aug.
  • zuckerkick – das stadtmagazin für würzburg – Wir sind ein kostenlosen, unabhängiges Stadtmagazin für Würzburg und Umgebung. zuckerkick gibt es „nur“ noch als Internetblog. Unsere Printausgaben wurde 2009 eingestellt! Die erste Ausgabe wurde im Januar 2006 veröffentlich, seit Sommer 2008 befindet sich unser Büro direkt am Berliner Ring. Viele junge Autoren schreiben für uns! Falls auch Du dazugehören willst, schicke eine einfach kleine „Schreibprobe“ an contact@zuckerkick.com. Falls Sie Interesse haben auf unserer Homepage zu werben mailen Sie bitte an nico@zuckerkick.com. Den ganzen Beitrag lesen »