• º zuckerbeat: musik / szene

  • 13.März
  • // presswerke vol. (2)91 – „messer“
  • mit der Vinyl-LP von FJØRT.

    // Ich habe belle époque von FJØRT nicht einfach nur gehört – ich musste es erst einmal aushalten. Schon die ersten Minuten von „’43“ haben bei mir ein richtiges Unbehagen ausgelöst. Diese ruhige, fast zerbrechliche Einleitung wiegt einen kurz in Sicherheit, und dann bricht alles auf. Genau das beherrscht diese Band wie kaum eine andere. Den kontrollierten Kontrollverlust. Was mich besonders getroffen hat, ist die Direktheit der Texte. FJØRT waren nie unpolitisch, aber hier wirkt alles noch klarer, noch kompromissloser. Wenn sie historische Schuld nicht als abstrakte Vergangenheit behandeln, sondern als etwas, das uns bis heute betrifft, dann bleibt das hängen. Ich hatte beim Hören mehr als einmal das Gefühl, dass man sich diesem Album nicht entziehen kann. Es zwingt einen dazu, zuzuhören – und mitzudenken. Musikalisch liebe ich genau diese Dramaturgie, die FJØRT perfektioniert haben.

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  • 07.März
  • // presswerke vol. (2)90 – „to space“
  • mit den neuen Vinyl-Veröffentlichungen von Jehnny Beth und Kings Of Leon.

    // Zwei aktuelle Vinyl-Veröffentlichungen könnten unterschiedlicher kaum sein – und gerade im Vergleich entfalten sie ihre besondere Aussagekraft. EP #2 von Kings Of Leon und You Heartbreaker, You von Jehnny Beth stehen exemplarisch für zwei sehr verschiedene künstlerische Haltungen innerhalb der zeitgenössischen Rock- und Alternative-Landschaft: hier die selbstbestimmte Rückbesinnung einer etablierten Band, dort die kompromisslose emotionale Zuspitzung einer Solo-Künstlerin. Mit EP #2 schlagen Kings Of Leon ein neues Kapitel auf. Es ist ihre erste Veröffentlichung auf dem eigenen Label und zugleich ihre erste vollständig selbst produzierte Aufnahme. Dieser Schritt ist mehr als ein organisatorisches Detail – er signalisiert künstlerische Autonomie. Nach Jahren im internationalen Mainstream wirkt diese EP wie eine bewusste Reduktion. Die vier Songs klingen direkter, roher und weniger auf große Gesten hin komponiert. Gitarren bekommen wieder Raum zum Atmen, die Arrangements wirken schlanker, fast intim.

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  • 06.März
  • // presswerke vol. (2)89 – „keine angst“
  • mit der neuen Vinyl-LP von Hinterlandgang.

    // Hinterlandgang melden sich mit Vielleicht wird alles gut zurück – einem Doppelalbum, das zugleich Rückblick, Standortbestimmung und Aufbruch ist. Albert und Pablo, aufgewachsen im selben Dorf im vorpommerschen Hinterland, haben sich in den vergangenen Jahren zu wichtigen Stimmen einer ostdeutschen Rap-Realität entwickelt, die abseits urbaner Zentren verortet ist. Ihre Musik erzählt nicht vom Großstadtmythos, sondern von Feldern, leeren Bahnhöfen, Jugendclubs, Dorfplätzen – von einer Region, die oft übersehen oder klischeehaft beschrieben wird. Gerade daraus ziehen sie ihre Kraft: aus der genauen Beobachtung, aus Selbstironie, aus Solidarität. Vielleicht wird alles gut beginnt mit sphärischen, beinahe filmischen Klangflächen. Produziert vom Chaos Compressor Club, klingen die Beats kühl, klar und leicht nostalgisch – ein Echo der 90er-Jahre, jener Zeit, in der im Osten vieles gleichzeitig zerbrach und neu begann. Über diese Produktionen legen sich zwei sehr unterschiedliche Stimmen: Pablos melodischer, verletzlicher Ton und Alberts rauer, direkter Vortrag.

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  • 28.Feb.
  • // zuckerbeat vol. (6)66 – „chainsaw fiddle“
  • mit dem Album „A Hymn Without A Sound“ von The Morning Stars.

    // Manchmal entstehen die schönsten Projekte aus einer Geste heraus – aus Freundschaft, aus einem Impuls, aus einem Moment. Genau so beginnt die Geschichte von The Morning Stars. Was als Geburtstagsüberraschung für Schlagzeuger Sebastian Vogel gedacht war, wurde zu einer echten Band. Die Idee, ihm nicht einfach ein Geschenk zu machen, sondern gleich eine neue musikalische Spielwiese zu schenken, ist so charmant wie ungewöhnlich. Und vielleicht merkt man genau das dieser Musik auch an: dass sie nicht aus Kalkül entstanden ist, sondern aus Nähe und einer gemeinsamen Geschichte. Die vier Beteiligten – Sebastian Vogel, Barbara Morgenstern, Alex Paulick und Felix Müller-Wrobel – kennen sich seit vielen Jahren. Ihre Wege haben sich immer wieder gekreuzt, sei es bei Kreidler, Coloma, Kante oder in Morgensterns Soloprojekten. Diese gewachsene Verbindung hört man sofort. Als sie schließlich gemeinsam in einem Berliner Proberaum standen, war da offenbar kein vorsichtiges Abtasten mehr nötig. Stattdessen legte man einfach mal los.

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  • 27.Feb.
  • // presswerke vol. (2)88 – „dreamer+“
  • mit der neuen Vinyl-LP von Sassy 009.

    // Dreamer+ ist weniger ein Album als ein bewusst gebauter Innenraum – ein Werk, das sich nicht nebenbei erschließt, sondern Aufmerksamkeit verlangt. Hinter dem Projekt Sassy 009 steht Sunniva Lindgård, eine Künstlerin, die sich seit Jahren konsequent der Idee verweigert, Pop müsse leicht konsumierbar sein. In ihrer Musik ging es immer um Übergänge, um Zustände zwischen Nähe und Entfremdung, Kontrolle und Auflösung. Mit diesem Album treibt sie diese Suche auf die Spitze. Entstanden über einen Zeitraum von fast vier Jahren, trägt Dreamer+ deutlich die Spuren einer langen, tastenden Entwicklung. Es ist kein spontanes Statement, sondern ein Werk, das Schicht für Schicht gewachsen ist – mit Phasen des Zweifelns, Neuansetzens und bewussten Verwerfens. Lindgård übernimmt hier sichtbar die vollständige künstlerische Kontrolle: Klang, Erzählung, Ästhetik und Haltung greifen ineinander. Das Album wirkt dadurch geschlossen und gerade deshalb so eindringlich. Musikalisch bewegt sich Dreamer+ durch ein bewusst unscharfes Terrain.

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  • º literatur / comic

  • 14.März
  • // strichcode vol. (4)54 – „es war einmal ein verbrechen“
  • mit den Werken „Es war einmal ein Verbrechen“ (Band 1 bis 3) und Jiangshi X.

    // Die Manga-Reihen Es war einmal ein Verbrechen (uns liegen die Bände 1–3 vor) und Jiangshi X wirken auf den ersten Blick völlig unterschiedlich – hier eine detektivisch begabte Rotkäppchen-Figur im Märchenreich, dort junge Kämpfer im Gefecht mit rachsüchtigen Untoten. Doch nebeneinandergestellt zeigen sie, wie spannend es sein kann, vertraute Mythen und Erzähltraditionen neu zu denken und in moderne Genreformen zu überführen. In Es war einmal ein Verbrechen wird das Märchen zur Bühne für klassische Kriminalfälle. Rotkäppchen ist keine naive Heldin, sondern eine scharfsinnige Ermittlerin, die zwischen Figuren wie Aschenputtel, Hänsel und Gretel oder Dornröschen Verbrechen aufklärt. Schon im ersten Band stößt sie auf eine Leiche – und damit ist klar, dass diese Welt zwar märchenhaft aussieht, aber nach ganz anderen Regeln funktioniert. Der Reiz der Reihe liegt genau in diesem Kontrast: Man kennt die Motive und Figuren aus der Kindheit, doch hier werden sie kriminalistisch seziert. Hinter Lebkuchenhäusern und Schlössern verbergen sich Intrigen, falsche Fährten und überraschende Wendungen.

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  • 13.März
  • // aufgelesen vol. (6)61 – „kleine schwächen“
  • mit dem neuen Werk „Kleine Schwächen“ von Megan Nolan.

    // Megan Nolans Roman Kleine Schwächen ist ein ebenso stilles wie erschütterndes Buch über Schuld, Projektion und gesellschaftliche Abgründe. Schon der Ausgangspunkt ist brisant: Die zehnjährige Lucy wird verdächtigt, eine jüngere Spielgefährtin getötet zu haben. Ein Gerücht, ein Hinweis – und plötzlich steht ein Kind im Zentrum eines moralischen Sturms. Doch Nolan interessiert weniger die kriminalistische Frage nach „Was ist passiert?“ als die gesellschaftliche Dynamik, die sich daraus entfaltet. Lucy lebt mit ihrer Mutter Carmel Anfang der 1990er-Jahre in einer Sozialsiedlung in Südlondon. Das Opfer stammt aus besserem Hause. Allein dieser Gegensatz genügt, um Fronten zu verhärten. Klasse, Herkunft, Geschlecht – alles beginnt ineinanderzugreifen. Verdacht wird zur Gewissheit, Gerede zur öffentlichen Wahrheit. Im Zentrum des Romans steht dabei fast noch stärker als Lucy ihre Mutter Carmel. Sie ist jung, irisch, schön, verschlossen – und genau deshalb eine Projektionsfläche.

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  • 11.März
  • // aufgelesen vol. (6)60 – „es ist hell und draussen dreht sich die welt“
  • mit den Werken „Es ist hell und draussen dreht sich die Welt“ von Dita Zipfel und „Ilaria“ von Gabriella Zalapì.

    // Zwei neue Bücher, zwei sehr unterschiedliche Schauplätze – ein luxuriöser Ferienbungalow am Meer hier, eine rastlose Irrfahrt durch Italien dort – und doch kreisen beide Romane um erstaunlich ähnliche Fragen: Wem gehört ein Körper? Wem gehört ein Kind? Und was geschieht, wenn Nähe nicht nur Geborgenheit bedeutet, sondern auch Bedrohung? Sowohl Es ist hell und draußen dreht sich die Welt von Dita Zipfel als auch Ilaria von Gabriella Zalapì erzählen von weiblicher Selbstbehauptung – einmal aus der Perspektive erwachsener Frauen, einmal aus der Sicht eines Kindes, das viel zu früh erwachsen werden muss. In Es ist hell und draußen dreht sich die Welt steht Linn im Mittelpunkt, deren größter Wunsch es ist, Mutter zu werden. Der geplante Embryotransfer nach dem Urlaub liegt wie ein unsichtbarer Countdown über allem, wie eine leise tickende Uhr im Hintergrund jeder Szene. Zipfel entfaltet diesen inneren Druck mit großer Genauigkeit: die Sehnsucht nach Schwangerschaft, die Angst vor dem eigenen Unvermögen, die bohrende Frage, was eine „gute“ Mutter überhaupt ist – und wer das definiert.

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  • º termine

  • 07.März
  • // —> da geht was…
  • Taubertal Festival mit Sportfreunde Stiller, SDP, Kaffkiez, Donots, Itchy, Drei Meter Feldweg, The Red Flags, Dilla, Chapo102, Feine Sahne Fischfilet, Biffy Clyro, Zartmann, Giant Rooks, Milleniumkid, The Dropkick Murphys, uvm. (06. bis 09.08.26 / Eiswiese, Rothenburg od Tauber) -> jetzt Tickets sichern unter: https://taubertal-festival.de/

    und sonst so?

    Lucy Kruger & The Lost Boys (13.03. / Immerhin)

    Lonely Spring (15.04. / Posthalle)

    Drei Meter Feldweg (17.04. / Stattbahnhof, SW)

    Mad Caddies (21.05. / Stattbahnhof, SW)

    Africa Festival mit Angelique Kidjo, Ami Warning, Fafa Ruffino, uvm. (22. bis 25.05.26 / Congress Centrum, Wurzburg)

    Rock im Park mit Linkin Park, Iron Maiden, Volbeat, Limp Bizkit, Papa Roach, Electric Callboy, Bad Omens, Sabaton, The Offspring, Architects, Babymetal, Trivium, Within Temptation, Ice Nine Kills, Landmvrks, Marteria, Three Days Grace, A Perfect Circle, Hollywood Undead, Social Distortion, Alter Bridge, The Hives, Tom Morello, Finch, Breaking Benjamin, Bush, H-Blockx, The Pretty Reckless, Mehnersmoos, Ecca Vandal, Sondaschule, Basement, President, Wargasm, High Vis, Danko Jones, Bloodywood, uvm. (05. bis 07.06.26 / Zeppelinfeld, Nürnberg)

    udwue (18. bis 21.6., Mainwiesen, Würzburg)

    Ab geht die Lutzi! mit Giant Rooks, Von Wegen Lisbeth, Swiss & Die Andern, Chapo102, Blackout Problems, Raum27, Schmutzki, uvm. (25. und 27.06.26 / Rottershausen)

    Beth Hart (06.07. / Posthalle)

    Xavier Rudd (09.07. / Wöllrieder Hof, Rottendorf)

    Madsen (10.07. / Wöllrieder Hof, Rottendorf)

    Heroes Festival mit SSIO, Rin, Haftbefehl, 102 Boyz, Kool Savas, Bausa, Beslik, Mariybu, Symba, Sierra Kidd uvm. (19. und 20.07.26 / Strohofer, Geiselwind)

    Burg Herzberg Festival mit Wolfmother, Matze Rossi, Walter Trout, Hilight Tribe, Mo’Kalamity, Kadavar, Buntspecht, Marlo Grosshardt, Lara Hulo, The Magic Mumble Jumble, My Baby, Elder, Rockpommel’s Band, Mal Élevé, Steiner & Madlaina, Fortuna Ehrenfeld, Wicked Dub Division meets North East Ska Jazz Orchestra, Laura Cox, Spidergawd, NAFT, Killabeatmaker, Orange, uvm. (30.07. bis 03.08. / Breitenbach am Herzberg)

    Roy Bianco und die Abbrunzati Boys (07.08. / Residenzplatz)

    Superbloom Festival mit Kygo, Tom Odell, Zara Larsson, Tash Sultana, Zartmann, Berq, bbno$, Vicky, Asha Banks, Jolle, Mika Noe, Magda, Laurenz Nikolaus, Civan, Jules War, Merve, Ikkimel, Filow, horsegiirL, Noga Erez, Oskar Med K, Baran Kok, Kiarababa, Dani Lia, Yung Pepp, Lorde, Audrey Hobert, Sombr, Ennio, Lewis Capaldi, Bastille, Jessie Murph, Ayliva, uvm. (29.08. bis 04.09. / Olympiapark, Munchen)

    Rian (28.11. / Posthalle)

    Steiner & Madlaina (10.12. / Cairo)

  • ° fashion / photos / games / kunst / werktag

  • 13.März
  • // werktag vol. (1)90 – „99 1/2 missverstandene songs“
  • mit dem Werk „Verhört Verkannt Vereinnahmt“ von Michael Behrendt.

    // Ich liebe Bücher, die Popmusik nicht nur feiern, sondern hinterfragen – und genau das macht Michael Behrendt in Verhört, verkannt, vereinnahmt. 99 ½ missverstandene Songs auf ausgesprochen unterhaltsame Weise. Schon der Titel macht klar, wohin die Reise geht: Es geht um all die Songs, die wir seit Jahren mitsingen, zitieren oder bei Fußballspielen grölen – und vielleicht nie wirklich verstanden haben. Was mir beim Lesen sofort gefallen hat, ist der Tonfall. Behrendt schreibt nicht belehrend, sondern neugierig, manchmal augenzwinkernd, manchmal auch mit einem gewissen Staunen darüber, wie sehr sich Bedeutung verschieben kann. Ob es um verhörte Songzeilen geht, die plötzlich ein völlig absurdes Eigenleben entwickeln, oder um Lieder, die politisch oder kulturell vereinnahmt wurden – das Buch zeigt, wie wandelbar Popmusik ist. Und wie leicht wir ihr Bedeutungen unterschieben, die ursprünglich gar nicht da waren. Besonders spannend finde ich den Dreiklang aus „verhört“, „verkannt“ und „vereinnahmt“. Es geht also nicht nur um lustige Missverständnisse – wie berühmte Textzeilen, die falsch mitgesungen werden –, sondern auch um ernstere Fälle: Songs, die aus ihrem Kontext gerissen, für politische Zwecke benutzt oder als harmlose Hymnen missverstanden wurden, obwohl sie eigentlich etwas ganz anderes erzählen.

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  • 06.März
  • // werktag vol. (1)89 – „frankenstein“
  • mit den beiden Sonderausgaben von Minalima zu „Frankenstein“ und „Die schöne und das Biest“.

    // Wenn man Die Schöne und das Biest und Frankenstein nebeneinander liest – und in der MinaLima-Reihe auch nebeneinander erlebt –, entfaltet sich ein bemerkenswerter literarischer Dialog über zwei Jahrhunderte hinweg. Beide Werke erzählen auf sehr unterschiedliche Weise von dem, was eine Gesellschaft als „monströs“ definiert, und beide stellen die gleiche, bis heute hochaktuelle Frage: Was macht den Menschen eigentlich menschlich? Die Schöne und das Biest steht am Übergang vom höfischen Märchen zur frühen psychologischen Erzählung der Aufklärung. In der ursprünglichen Fassung von Gabrielle-Suzanne Barbot de Villeneuve ist das Biest nicht nur ein verwunschener Prinz, sondern ein Prüfstein für moralische Reife. Die Schöne lernt, hinter Erscheinungen zu blicken, Konventionen zu hinterfragen und sich gegen die Erwartungen ihrer Umwelt zu entscheiden. Das Monströse ist hier äußerlich, temporär und letztlich heilbar. Liebe wirkt als ordnende Kraft, die das Chaos überwindet und die Welt – ganz im Geist des 18. Jahrhunderts – wieder in Harmonie bringt. In der MinaLima-Ausgabe wird diese Idee gestalterisch aufgegriffen: Das Buch lädt zum langsamen Entdecken ein, zum Öffnen verborgener Türen und zum behutsamen Enthüllen von Geheimnissen. Die Interaktion folgt der inneren Bewegung der Geschichte – Vertrauen wächst Schritt für Schritt.

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  • 27.Feb.
  • // spieltrieb vol. (3)40 – „die mumins“
  • mit dem wunderbaren Kosmos der „Mumins“.

    // Die Mumins sind kein klassisches Kinderbuch-Phänomen, sondern ein literarisches Universum, das sich konsequent jeder Alterszuordnung entzieht. Was auf den ersten Blick wie eine freundliche Trollfamilie wirkt, ist bei genauerem Hinsehen ein komplexes Modell von Gemeinschaft, Einsamkeit und innerer Beweglichkeit. Tove Jansson schrieb die Mumin-Geschichten nicht mit pädagogischem Zeigefinger, sondern aus einer existenziellen Erfahrung heraus: geprägt von Krieg, Verlust, künstlerischer Suche und der lebenslangen Spannung zwischen Nähe und Freiheit. Das Mumintal ist deshalb kein sicherer Schonraum, sondern ein Ort, an dem Unsicherheit, Melancholie und Wandel selbstverständlich dazugehören. In Mumins wundersame Inselabenteuer verschiebt sich der Ton der Reihe deutlich. Der Muminvater, ohnehin eine Figur zwischen Selbstüberschätzung und Verletzlichkeit, will sein bisheriges Leben hinter sich lassen. Der Umzug in den Leuchtturm ist weniger ein Abenteuer als ein radikaler Selbstversuch. Die Insel ist fremd, die Natur abweisend, die Ordnung des Mumintals außer Kraft gesetzt. Figuren wie die Morra verkörpern keine konkrete Gefahr, sondern eine existentielle Kälte, die sich nicht vertreiben lässt. Das Buch erzählt davon, wie Veränderung nicht nur Freiheit, sondern auch Entfremdung bedeutet – und wie Familie kein Schutzschild ist, sondern ein fragiles Gefüge.

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  • 13.Feb.
  • // werktag vol. (1)88 – „opernball“
  • mit dem Werk „Opernball“ von Stefanie Sargnagel.

    // Stefanie Sargnagel nimmt sich mit Opernball eines jener Rituale vor, die wie kaum etwas anderes für österreichische Selbstverklärung stehen: Glanz, Geld, Tradition, Macht – und sehr viel Verdrängung. Auf gerade einmal 80 Seiten entsteht daraus kein klassischer Reportageband, sondern ein bissiger, kluger und überraschend neugieriger Text, der den Wiener Opernball zugleich entzaubert und ernst nimmt. Sargnagel geht nicht als investigative Beobachterin auf Distanz, sondern wirft sich selbst mitten hinein in das Spektakel: geschniegelt, geschminkt, eingeschnürt, sichtbar fehl am Platz – und genau deshalb die ideale Erzählerin. Ihr Blick ist scharf, aber nie kalt. Sie verspottet die Rituale, die Abendkleider, die Selbstgefälligkeit der Hautevolee, doch sie bleibt interessiert an den Menschen hinter dem Lack. Das macht diesen Text so vielschichtig: Er ist böse, aber nicht zynisch; respektlos, aber nicht verächtlich. Besonders stark ist, wie Sargnagel die soziale Choreografie des Abends beschreibt. Wer darf wo stehen, wer wird gesehen, wer ignoriert, wer dient als Staffage für das eigene Prestige.

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  • 30.Jan.
  • // spieltrieb vol. (3)39 – „ein mädchen namens willow“
  • mit den Werken „Schattenzeit“ und dem Buch zum Film von „Ein Mädchen namens Willow“.

    // Die Welt von Sabine Bohlmann rund um Willow hat für mich etwas geschafft, das im Kinder- und Jugendbuch gar nicht so selbstverständlich ist: Sie wirkt gleichzeitig geborgen und spannend, märchenhaft und nah am echten Leben. Sowohl „Das Buch zum Film“ als auch „Schattenzeit“ zeigen sehr schön, warum diese Reihe so viele junge Leserinnen und Leser – und erstaunlich viele Erwachsene – begeistert. Das Buch zum Film ist weit mehr als eine bloße Nacherzählung. Man merkt sofort, dass Sabine Bohlmann ihre eigene Geschichte noch einmal neu durchdrungen hat. Der Ton ist warm, ruhig und voller Momente des Staunens. Willow begegnet uns hier als neugieriges, manchmal unsicheres, aber sehr mutiges Mädchen, dessen Weg zur eigenen Kraft behutsam erzählt wird. Besonders gelungen finde ich, wie das Thema Hexerei nicht als Machtfantasie, sondern als Verantwortung dargestellt wird. Feuer, Wasser, Luft und Erde stehen nicht nur für magische Fähigkeiten, sondern für innere Balance, Freundschaft und das Vertrauen in sich selbst. Die vielen Filmfotos fügen sich überraschend gut ein und unterstützen die Geschichte, ohne sie zu überlagern. Für Kinder, die den Film gesehen haben, ist dieses Buch eine wunderbare Vertiefung, für Neueinsteiger ein sanfter Einstieg in Willows Welt.

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  • º film / tv

  • 16.Jan.
  • // szenenwechsel vol. (2)51 – „alone“
  • mit der Live-DVD „A Lost World – Troxy Live 2024“ von The Cure.

    // Diese DVD hat mich auf eine ganz eigene Weise erwischt – nicht mit einem Paukenschlag, sondern mit einem langsamen, tiefen Sog. „The Show Of A Lost World: Troxy London 2024“ ist kein gewöhnlicher Konzertfilm, sondern eher ein Zustand, den man betritt. Wer The Cure über Jahrzehnte begleitet hat, spürt schon in den ersten Minuten, dass hier etwas Besonderes festgehalten wurde: kein nostalgischer Rückblick, keine grelle Selbstfeier, sondern ein ernstes, konzentriertes Statement einer Band, die nichts mehr beweisen muss. Der Auftritt im Troxy wirkt von Beginn an bewusst gewählt. Diese Halle, mit ihrer leicht morbiden Eleganz, passt perfekt zur Atmosphäre des Abends. Man merkt, dass es Robert Smith wichtig war, Nähe zu schaffen – keine Stadiondistanz, kein überproduzierter Bombast.

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  • 09.Jan.
  • // szenenwechsel vol. (2)50 – „smile“
  • mit der DVD-Collection zu den beiden Filmen der „Smile“-Horror-Reihe.

    // Die beiden Filme der Smile-Collection bilden gemeinsam ein geschlossenes, bemerkenswert konsequentes Horrorprojekt, das weniger auf klassische Schockeffekte setzt als auf eine stetige, psychologisch zermürbende Eskalation von Angst. Regisseur Parker Finn entwickelt in beiden Teilen eine Welt, in der das Übernatürliche untrennbar mit Trauma, öffentlicher Wahrnehmung und innerer Zerrüttung verbunden ist – und genau darin liegt die eigentliche Stärke dieser Reihe. Der erste Film aus dem Jahr 2022 entfaltet seinen Schrecken aus einer intimen, fast klinischen Situation heraus. Die Psychiaterin Rose Cotter wird nach einem verstörenden Erlebnis mit einer Patientin in eine Spirale aus Halluzinationen, Schuldgefühlen und wachsendem Realitätsverlust gezogen. Das titelgebende Lächeln ist dabei weniger ein Monster-Merkmal als ein Störsignal: ein falsches Zeichen von Normalität, das in Momenten tiefster Verzweiflung auftaucht. Der Film verknüpft klassischen Fluch-Horror mit Themen wie unverarbeitetem Trauma, psychischer Erkrankung und der Unfähigkeit moderner Gesellschaften, mit innerem Schmerz offen umzugehen. Die Bedrohung wirkt so nachhaltig, weil sie nie eindeutig greifbar wird – sie lebt von der Angst, nicht mehr unterscheiden zu können, was real ist und was nicht.

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  • 04.Jan.
  • // szenenwechsel 2025 << filme
  • mit den besten 2025er Filmen.

    01 One Battle After Another

    02 Otec / Father

    03 All Is Fine In ´89

    04 Ollie

    05 Eephus

    06 V/H/S Halloween

    07 Sinners / Bloods and Sinners

    08 The Life Of Chuck

    09 Mit der Faust in die Welt schlagen

    10 Sketch

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  • 01.Jan.
  • // szenenwechsel 2025 << neue serien
  • mit den besten neuen Serien aus 2025.

    01 Pluribus

    02 Khauf

    03 It: Welcome To Derry

    04 Task

    05 Dexter: Original Sin

    06 Alien: Earth

    07 Sweet Pea

    08 American Primeval

    09 Duster

    10 The Last Frontier / Remnick

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  • 31.Dez.
  • // szenenwechsel 2025 << alte serien
  • mit den besten alten Serien aus 2025.

    01 The Last Of Us

    02 Landman

    03 Stranger Things

    04 Tulsa King

    05 Doctor Who

    06 Severance

    07 Slow Horses

    08 Major Of Kingstown

    09 Dexter: Ressurection

    10 Fallout

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  • ° magazine im pdf-archiv

  • 07.Apr.
  • // ausgabe april 2009
  • zuckerkick 04 2009ENDLICH DER NEUE ZUCKERKICK IST DA!!!

    // inhalt:
    // interview mit heike makatsch
    // … über die situation der posthalle
    // wie ihr gleichzeitig eure wohnung sauber und euren winterspeck weg bekommt
    // wie immer viele schöne geschichten unserer autoren
    // eventkalender

    Um die PDF-Datei der neuesten Ausgabe ansehen zu können, klick einfach auf das Titelbild!

    Viel Spass!

  • ° stadtplan

  • 06.Okt.
  • // stadtplan
  • stadtplan von würzburg

    klickt das bild und surft durch die stadt:
    1000 möglichkeiten in würzburg einen schönen abend zu verbringen. viel spass!

  • ° über uns

  • 24.Aug.
  • zuckerkick – das stadtmagazin für würzburg – Wir sind ein kostenlosen, unabhängiges Stadtmagazin für Würzburg und Umgebung. zuckerkick gibt es „nur“ noch als Internetblog. Unsere Printausgaben wurde 2009 eingestellt! Die erste Ausgabe wurde im Januar 2006 veröffentlich, seit Sommer 2008 befindet sich unser Büro direkt am Berliner Ring. Viele junge Autoren schreiben für uns! Falls auch Du dazugehören willst, schicke eine einfach kleine „Schreibprobe“ an contact@zuckerkick.com. Falls Sie Interesse haben auf unserer Homepage zu werben mailen Sie bitte an nico@zuckerkick.com. Den ganzen Beitrag lesen »