// aufgelesen vol. (3)17 – „k-punk“

mit neuen Werken von Nick Hornby, Mick Rock und Mark Fisher. // Was gibt es in diesen Tagen eigentlich Schöneres, als sich mit einem neuen Werk von Nick Hornby auf die Couch zu verziehen und die Realität da draußen für ein paar Stunden von der innerlichen Mattscheibe zu wischen. Über den Verlag „Kiepenheuer & Witsch“ […]

mit neuen Werken von Nick Hornby, Mick Rock und Mark Fisher.

// Was gibt es in diesen Tagen eigentlich Schöneres, als sich mit einem neuen Werk von Nick Hornby auf die Couch zu verziehen und die Realität da draußen für ein paar Stunden von der innerlichen Mattscheibe zu wischen. Über den Verlag „Kiepenheuer & Witsch“ erscheint in diesen Tagen nun „Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst“ und transferiert uns direkt in die Umlaufbahn eines Paares bestehend aus Tom und Louise. Zusammen machen sie, wie es der Titel schon andeutet, eine Paartherapie, weil sie irgendwie in einer Sackgasse festzustecken scheinen. Dabei geht man der wahren Ursache ihres Problems als Leser erst schrittweise auf den Grund und auch der Ort der Therapie ist ein ganz besonderer: sie treffen sich dazu nämlich in einem Pub und so lassen sie uns teilhaben an den vielen Jahren seit ihrer Hochzeit und all den unausgesprochenen Dingen, die zwischen ihnen stehen. Dabei schafft es Nick Hornby der vergleichbar ernsten Ausgangslage immer mit einer gehörigen Portion Humor zu begegnen und man gerät tatsächlich des Öfteren ins Schmunzeln, wenn man sich dieses Buch über eine ganz gewöhnliche Ehekrise zu Gemüte führt. Worauf also wartest du noch? Schnapp dir das Werk.

// Wer gerne einen intensiven Einblick in das Leben von David Bowie haben möchte, der kommt bei einem hochwertigen Album aus dem „TASCHEN“-Verlag auf seine Kosten. „The Rise Of David Bowie“ beschäftigt sich in diesem Zusammenhang wohl mit einer der spannendsten Stationen im Lebenslauf des Künstlers. Die Jahre 1972 und 73 stehen im Mittelpunkt des Buches und das waren ja bekanntlich die Jahre, in dem unter anderem sein hochgelobtes Album „The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars“ erschien. Bowie inszenierte sich in diesem Zusammenhang als androgyne Kunstfigur und führte damit sämtliche Geschlechterklischees ad absurdum. Ob weiblich oder männlich, fiktional oder authentisch. Alles schien möglich zu jener Zeit und heraus kam ein Pop-Manifest, das man heute vollkommen zu Recht als Klassiker bezeichnet. Dazu stellte Bowie eine solch famose Bühnenshow auf die Beine, dass es einem den Atem verschlug. Immer dabei war damals auch der Haus- und Hoffotograf Mick Rock, welcher nun auch für die Veröffentlichung dieses Werkes mitverantwortlich ist. Zusammen mit Bowie höchstpersönlich hat er im Jahre 2015 die besten Motive jener Zeit zusammengesucht und sie nun in Form dieses Mammut-Werkes veröffentlicht. Der in London geborene Fotograf schafft es dabei immer wieder die Aufbruchsstimmung der damaligen Zeit kongenial aufzufangen und erschafft zusammen mit den Autoren Barney Hoskyns und Michael Bracewell einen fantastischen Almanach, der einen noch einmal knapp 50 Jahre in der Zeit zurückspült. Worauf also wartest du noch? Schnapp dir das Werk. (https://www.taschen.com/pages/de/catalogue/photography/all/43456/facts.mick_rock_the_rise_of_david_bowie_19721973.htm)

// Zu guter Letzt wollen wir euch noch auf ein wirklich faszinierendes Werk aus dem Hause „Edition Tiamat“ aufmerksam machen. Unter dem Titel „k-punk“ erscheinen dort in diesen Tagen nämlich „Ausgewählte Schriften“ aus den Jahren 2004 bis 2016 des vor drei Jahren verstorbenen Autors Mark Fisher. Fast alles, was in diesem über 500-seitigen Werk an Schriften versammelt ist, wurde bisher niemals auf Papier veröffentlicht, sondern vor allem auf seinem eigenen Blog „K-punk“ publiziert. Natürlich schrieb der in London lebende Autor auch für so renommierte Gazetten wie „The Wire“, den „Guardian“ oder „Film Quarterly“, aber man merkt jedem seiner Texte an, dass dem Autor das Schreiben eine echte Herzensangelegenheit war, ganz egal wo der Text letztlich erschienen ist. So bekommen wir hier nun einen spannenden Rundumschlag zu popkulturellen Themen präsentiert. Film-, Musik- und Literaturfans kommen hier genauso auf ihre Kosten, wie auch Menschen, die sich für das politische Geschehen interessieren. Und weil das Ganze auch noch mit einem Vorwort von niemand Geringerem als Simon Reynolds daher kommt, möchte man dieses Werk mit Schriften über Batman Begins, Westworld, The Cure, James Blake, David Bowie, Zombies, das Ende des Neoliberalismus oder Celebrity Big Brother auf keinen Fall mehr aus der Hand legen, bis auch die letzte Seite verschlungen ist. In diesem Sinne. Viel Spaß beim Schmökern. Ihr werdet es ganz sicher nicht bereuen. Und damit Schluss für heute. Bis zur nächsten Leserunde.