mit der neuen Vinyl-LP von Modest Mouse.

// Mit „An Eraser And A Maze“ melden sich Modest Mouse nach fünf Jahren eindrucksvoll zurück und beweisen einmal mehr, warum sie seit den 1990er-Jahren zu den wichtigsten und eigenständigsten Bands des amerikanischen Indie-Rock zählen. Während viele ihrer Zeitgenossen ihren Sound im Laufe der Jahre geglättet oder stärker an den Mainstream angepasst haben, schlagen Isaac Brock und seine Mitstreiter einen anderen Weg ein: Das neue Album knüpft bewusst an die kantige, unberechenbare Energie ihrer frühen Werke an, ohne dabei wie eine bloße Nostalgieübung zu wirken. Stattdessen gelingt der Band eine überzeugende Verbindung aus Rückbesinnung und Weiterentwicklung. Seit Klassikern wie „The Lonesome Crowded West“ oder „The Moon & Antarctica“ steht Modest Mouse für einen Sound, der sperrige Gitarren, verschachtelte Rhythmen, melancholische Melodien und philosophisch geprägte Texte miteinander verbindet. Isaac Brocks unverwechselbarer Gesang, der zwischen verletzlicher Intimität und eruptiver Dringlichkeit pendelt, gehört dabei seit jeher zu den markantesten Stimmen des Indie-Rock. Auch auf „An Eraser And A Maze“ bleibt diese einzigartige Mischung das Herzstück des Albums.
Schon der Opener „Pickin‘ Dragons Pockets“ macht deutlich, wohin die Reise geht. Scharfkantige Gitarren, dynamisches Schlagzeug und überraschende Tempowechsel erinnern an die experimentierfreudigen Frühwerke der Band. Gleichzeitig klingt die Produktion moderner und transparenter als auf vielen älteren Veröffentlichungen, wodurch jedes Instrument genügend Raum erhält, ohne die charakteristische Rauheit einzubüßen. Songs wie „Remember Yourself“, „Life’s a Dream“ oder „Third Side of the Moon“ zeigen eindrucksvoll, weshalb Modest Mouse bis heute als Vorreiter des Alternative- und Indie-Rock gelten. Komplexe Songstrukturen treffen auf eingängige Melodien, während Isaac Brock gewohnt kluge Texte über Vergänglichkeit, Orientierungslosigkeit und die Widersprüche des modernen Lebens singt. Immer wieder wechseln hektische Ausbrüche mit ruhigen, beinahe meditativen Passagen, wodurch ein spannungsreicher Albumfluss entsteht. Besonders reizvoll ist die stilistische Vielfalt innerhalb des Doppelalbums. Das mehrteilige „Dogbed in Heaven / Give It a Skeleton“ gehört zu den atmosphärischen Höhepunkten der Veröffentlichung und verbindet experimentelle Klangflächen mit hymnischen Gitarren. Stücke wie „Rotten Fruit“, „Knocked Down by Waves“ oder „Absolutely Necessary Never“ zeigen dagegen die rohe, beinahe punkige Energie, für die die Band seit ihren Anfangstagen geschätzt wird. Mit „Impossible Somedays“ endet das Album schließlich überraschend nachdenklich und rundet die thematische Auseinandersetzung mit Chaos, Vergänglichkeit und Hoffnung auf stimmige Weise ab. Trotz seiner fünfzehn Titel wirkt „An Eraser And A Maze“ niemals überladen. Vielmehr entwickelt sich mit jedem Durchlauf ein dichteres Gesamtbild, bei dem sich immer neue musikalische Details und lyrische Feinheiten entdecken lassen. Gerade diese Vielschichtigkeit gehört seit jeher zu den größten Qualitäten von Modest Mouse und macht auch dieses Album zu einer Veröffentlichung, die weit über den ersten Höreindruck hinaus wächst. Die vorliegende Limited Edition auf 180-Gramm-„Cosmic-Black-Vinyl“ unterstreicht den hohen Anspruch der Veröffentlichung eindrucksvoll. Das schwere Vinyl vermittelt bereits beim Auspacken einen ausgesprochen hochwertigen Eindruck. Das stabile Gatefold-Cover bietet ausreichend Platz für die stilvolle Gestaltung und passt hervorragend zur atmosphärischen Ausrichtung des Albums. Auch klanglich überzeugt die Pressung auf ganzer Linie: Die beiden Schallplatten laufen ruhig und sauber, mit einer ausgezeichneten Dynamik und einer transparenten Abbildung der komplexen Arrangements. Gerade die vielschichtigen Gitarren, die markanten Basslinien und das druckvolle Schlagzeug profitieren von der analogen Wiedergabe und entfalten eine beeindruckende räumliche Tiefe. Mit „An Eraser And A Maze“ gelingt Modest Mouse eine bemerkenswerte Rückkehr, die sowohl langjährige Fans als auch neue Hörer begeistern dürfte. Das Album verbindet die kreative Unberechenbarkeit der frühen Jahre mit der Erfahrung einer Band, die ihren Platz in der Musikgeschichte längst gefunden hat.
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