mit dem Werk „Unshame“ von Louisa Dellert.

// Louisa Dellert richtet in ihrem neuen Buch den Blick auf eine Thematik, mit der sich Millionen Menschen täglich zwangsläufig auseinander setzen müssen: den eigenen Körper. In ihrem Buch „Unshame“ gelingt es ihr dabei einen spannenden Blick auf unsere Gesellschaft als Ganzes zu werfen. Woher kommen nur all diese Selbstzweifel, die einen regelrecht einlullen. Dellert entwickelt daraus ein überaus spannendes Werk, das weniger analytisch, sondern vielmehr aufklärend an die ganze Sache herangeht. Woher kommen eigentlich all die Körperfixierungen und Schönheitsideale, die unsichtbar im Raum zu schweben scheinen. Als Ausgangspunkt nimmt Louisa Dellert hier einfach mal sich selbst. Sie war nämlich mal Influencerin im Fitness-Bereich und weiß, wie soziale Medien funktionieren. Durch unterschiedliche Anreize wird man selbst immer mehr dazu erzogen, ein Ideal abzubilden, das es so eigentlich gar nicht gibt. Hier spielen dann auch Dinge, wie Leistung und Anerkennung eine Rolle, die alle von uns aus dem Alltag im Job nur zu gut kennen dürften. Diese sehr persönliche Erzählweise macht ihr Werk zu etwas Außerordentlichem. Sie schafft es nämlich damit all die Widersprüche darin ad absurdum zu führen.
Dass sie am Ende nicht nur ihre persönlichen Erkenntnisse mit einfließen lässt, sondern auch die Gesellschaft als Ganzes im Blick behält, macht ihr Werk zu weit mehr, als einer persönlichen Geschichte. Unshame geht uns alle an und so wagen wir einen Blick rein in die Schönheitsindustrie, die uns mit Vorgaben überflutet. Stichwort Selbstoptimierung. Fitnestracker. Gesteigertes Selbstwertgefühl durch gesellschaftliche Teilhabe. Alles wird durchdekliniert und auf dermaßen nahbare Weise vermittelt, das man sich wirklich verlieben möchte in dieses Buch. So komplex ist die Sache dann am Ende nämlich gar nicht. Man muss einfach nur an den Punkt kommen, an dem man sich selbst akzeptiert. Weg vom Idealbild der Allgemeinheit. Wenn etwas unrealistisch ist, darf man das auch als solches benennen. Wohlbefinden geht vor, nicht Makellosigkeit. Und man sieht es dem Menschen an, der da vor einem steht. Er ist glücklich. Mit sich selbst. Mit der Welt. Und all die Optimierungsapps, die da draußen auf einen niederprasseln, prallen zukünftig einfach an einem ab. Mehr davon, bitte!
UND WAS NUN?