mit den Werken „The Devils“ von Joe Abercrombie und „King Sorrow II“ von Joe Hill.

// Joe Abercrombie und Joe Hill sind derzeit so etwas wie die Hingucker, wenn es darum geht, phantastische Geschichten zu kreieren. Wir wollen die Chance nutzen euch ihre zwei aktuellsten Werke vorzustellen, die zwar sehr unterschiedlich sind, im Kern aber eins gemeinsam haben: die Liebe zum Übernatürlichen. Beide Werke zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Charkatere existenzielle Konflikte durchleben und sowohl The Devils als auch der zweite Teil von King Sorrow dürften schnell eine große Fangemeinde finden. In beiden Büchern haben es die Hauptfiguren mit einer übernatürlichen Bedrohung zu tun, die sich nur schwer kontrollieren lässt. Abercrombie setzt dabei auf schwarzen Humor und politische Intriegen, während Hill sich daran macht einen klassischen Coming Of Age-Roman der Marke „It“ mit Dark Fantasy-Motiven zu unterfüttern. Abercrombies The Devils lockt uns dabei in eine epische Fantasyszenerie, die uns entfernt an das mittelalterliche Europa erinnert. Die Welt ist voll mit Monstern, Magie ist hier keine Seltenheit und überhaupt hat die Apokalypse nicht viel übrig gelassen von dieser Welt, in der der Alltag von Hunger und Krankheiten geprägt ist.
Dabei stoßen wir auf ein paar Elfen, deren Rückkehr das Ende der Welt ankündigen soll. Und so wirft das Werk fortwährend die Frage auf, ob es in dieser Welt überhaupt noch einen klassischen Held braucht. Bruder Diaz könnte so einer werden, er ist nicht nur tiefgläubig, sondern hat auch einen moralischen Kompass, der ihn leitet. Er soll nun allerdings eine Horde wilder Monster und verrückter Kreaturen anführen, die so rein gar nichts mit seinem Gott am Hut haben. Aus diesen Gegensätzen zieht der Roman dann auch seine Kraft, denn sie machen The Devils zu einem wirklich lustigen Unterfangen. Denn wie genau sollen diese Teufel denn jetzt die Menschheit retten? Wenn du also auf verrückte Dialoge, jede Menge Action und ein episches Werk, das auch über die volle Distanz nicht an Drive verliert, stehst, dann lass dir dieses Fantasy-Spekatkel nicht entgehen. Du wirst ganz sicher begeistert sein.

Und kannst dich anschließend gleich an den neuesten Kracher von Stephen Kings Sohn Joe Hill heranmachen. Während der erste Band uns im Cliffhanger beinahe atemlos zurückließ, schafft es Band zwei die Spannungsschraube noch ein bisschen weiter zu drehen. Auch weiterhin steht Arthur Oakes im Mittelpunkt des Geschehens, ist seines Zeichens inzwischen zum Professor für Englische Literatur avanciert und nach wie vor an den geschlossenen Pakt gebunden, der ihn dazu zwingt, alljährlich ein Menschenopfer herbei zu schaffen. Die Rituale bringen ihn und seine Weggefährten zunehmend an ihre Grenzen und es brechen zahlreiche Konflikte hervor. Mit jedem weiteren Opfer wird die Schuld ein bisschen größer und es zeichnet sich ab, dass nur die letztliche Verbannung des Drachen die Spirale der Gewalt durchbrechen kann. Ob es Arthur und den anderen allerdings gelingt dieses knifflige Unterfangen zu meistern? King Sorrow ist wahrlich bemerkenswert geraten. Es ist weit mehr als klassische Abenteuer-Fantasy, es hat genau das, was damals auch „It“ ausmachte. Nachvollziehbare Charaktere und ein moralisches Dilemma, das sich auch auf lange literarische Distanz nicht erschöpft. Ob du also auf bissigen Humor wie in The Devils oder eine Horrorgeschichte mit Drache und innig liebgewonnenen Charakteren wie in King Sorrow II stehst, du wirst hier von beiden Seiten glänzend bedient und solltest dir die warmen Sommernächte bis zum herbstlichen Halloweenfest mit diesen beiden Schmökern vertreiben. Sie lohnen sich trotz ihres epischen Ausmaßes, weil sie sich im Kopf verankern. Also lass dich begeistern. Bis zur nächsten Leserunde.
UND WAS NUN?