mit dem Werk „Offene Rechnung“ von Philippe Dijan.

// Wer sich fragt, was passiert, wenn man Privates und Berufliches vermischt, der findet in dem neuen Buch von Philippe Djian einen spannenden Wegbegleiter. Der schafft es in Offene Rechnung nämlich sehr gekonnt die Zusammenhänge so durchzudeklinieren, dass man sich immer wieder die Augen reibt. Kern des Geschehens bildet der Journalist Nathan, der sich an einem Wendepunkt in seinem Leben vorfindet. Bei seinem Job gehts nicht so recht voran und auch seine Ehe mit seiner Frau Silvia steckt in einer echten Krise. Dadurch verliert er sich zunehmend und findet letztlich Halt bei seiner Schwiegermitter Gaby, die äußerst charismatisch ist und noch dazu die Eigentümerin der Zeitung, bei der Nathan arbeitet. Er bewundert sie regelrecht und ist fasziniert von ihrer Arbeit, aber es herrscht auch eine gefährliche Anziehung zwischen den Beiden, die sein Privatleben nur noch weiter ins Chaos zu stürzen droht.
Als schließlich eine Gruppe von Investoren auftaucht, die versucht die Zeitung an sich zu reißen, wittert Nathan eine Gelegenheit, um sich aus seinem beruflichen Dilemma zu befreien. Er beginnt genauer zu recherchieren und wittert hier einen großen Wurf. Allerdings kommen bei seinen Nachforschungen immer weitere Fragen auf, die dazu führen, dass er schnell nicht mehr weiß, wem hier eigentlich nicht zu trauen ist. Dann taucht auch noch eine mysteriöse Frau auf, die ihr Gedächtnis verloren hat, wodurch dann endgültig kein Stein mehr auf dem anderen liegt. Wem kann er hier eigentlich noch vertrauen und was davon ist wahr. Oder will ihn gar jemand Täuschen. Dieses in den Luft hängen und sich selbst nicht mehr Trauen vermittelt der Roman auf faszinierende Weise. Dijan gibt einem keine einfachen Antworten, er wirft stattdessen neue Fragen auf, zunehmend orientierungslos lässt er seinen Protagonisten voranschreiten durch das Dickicht an Andeutungen und man rätselt nur zu gerne mit, was hier eigentlich wirklich vor sich geht. Wenn du also ein spannendes Werk über die Einfluss von Investoren, enge Familienbande und die Sache mit der Moral genießen möchtest, dann lass dir diesen atmosphärischen Roman aus Frankreich nicht entgehen. Du wirst ganz sicher begeistert sein von seiner lakonischen Sprache.
UND WAS NUN?