// aufgelesen vol. (7)04 – „in bloom“

mit dem neuen Werk „In Bloom“ von Liz Allan. // Viele erinnern sich an die 90er mit einem hohen Faktor von Nostalgie. Wer eine etwas ungeschöntere Hommage an die damalige Zeit erleben möchte, der dürfte beim neuen Roman von Liz Allan an der richtigen Adresse sein. Darin werden wir zurückversetzt ins Jahre 1994. Wir hängen […]

mit dem neuen Werk „In Bloom“ von Liz Allan.

// Viele erinnern sich an die 90er mit einem hohen Faktor von Nostalgie. Wer eine etwas ungeschöntere Hommage an die damalige Zeit erleben möchte, der dürfte beim neuen Roman von Liz Allan an der richtigen Adresse sein. Darin werden wir zurückversetzt ins Jahre 1994. Wir hängen ab in einer Kleinstadt in Australien, die so langsam vom schnelllebigen Treiben da draußen abgehängt wird. Ein eleganter Ausweg, um dem sozialen Abstieg entgegen zu wirken, liegt unter anderem darin, einfach an „Battle Of The Bands“ teilzunehmen. Kurt Cobains fulminanten Auftieg dauerpräsent im Hinterkopf machen sich Leadsängerin Lily und Co. daran ihren Träumen nachzueifern um dem Kleinstadtmief zu entkommen. Und ja, dort stinkts gewaltig. Musiklehrer Mr. P wird nämlich des Missbrauchs beschuldigt und je enger sich die Schlinge zuzieht, umso mehr rücken die Hoffnungen und Träume von den anderen drei Bandmitgliedern in den Hintergrund.

Wie weit sie bereit sind zu gehen, um ihren Traum trotzdem in die Tat umzusetzen? Und was das Ganze in der Kleinstadtidylle auslöst? „In Bloom“ ist ein knallhart schonungsloses Werk über das Ende der Jugend und all die Dinge, die manche lieber unter den Teppich kehren wollen. Es ist aber auch ein Roman, der Hoffnung macht, dass es eben auch anders gehen könnte. Ein Werk, das nur so strotzt vor Lebensfreude, aber gleichzeitig auch die dunklen Kapitel nicht ausspart. Die australische Schriftstellerin, die heute in Großbritannien lebt und bereits mit zahlreichen Preisen für ihre Prosa ausgezeichnet wurde, schafft es auch auf Romanlänge vollends zu überzeugen und wir können nur hoffen, dass es sich hierbei nur um den Auftakt einer langen Karriere als Schriftstellerin handelt. Verdient hätte sie es. Also viel Spaß bei dieser Zeitreise. Ihr werdet das Zusteigen in den Delorean ganz sicher nicht bereuen.