// aufgelesen vol. (7)05 – „tag der schwalben“

mit dem Werk „Tag der Schwalben“ von Seraina Kobler. // Wer sich gerne einen Eindruck von unserem Leben in der nahen Zukunft verschaffen möchte, der ist beim neuesten Wurf von Seraina Kobler an der richtigen Adresse. Die in Locarno geborene Schriftstellerin hat bereits ein Studium der Linguistik hinter sich und anschließend unter anderem für die […]

mit dem Werk „Tag der Schwalben“ von Seraina Kobler.

// Wer sich gerne einen Eindruck von unserem Leben in der nahen Zukunft verschaffen möchte, der ist beim neuesten Wurf von Seraina Kobler an der richtigen Adresse. Die in Locarno geborene Schriftstellerin hat bereits ein Studium der Linguistik hinter sich und anschließend unter anderem für die NZZ geschrieben. Bereits vor sechs Jahren erschien mit „Regenschatten“ ihr erstes Werk, das für allerhand Aufsehen in der Literaturszene sorgte. Nun erscheint via „Diogenes“ ihr neuester Wurf namens „Tag der Schwalben“, das uns mit einer Welt konfrontiert, in welcher alle Städte sich zu einer vereinten „Metropolitane“ zusammen geschlossen haben. Ein junger Wissenschaftler namens Alesch macht sich in dieser grotesken Szenerie eines Tages auf den Weg in seinen Heimatort Predetta, der sich unterhalb eines Gletschers befindet. Am Berg selbst bekommt man die Natur unmittelbar zu spüren. Sie bäumt sich auf gegen das, was wir angerichtet hatten und so kommt es dort immer wieder zu seltsamen Phänomenen.

Während seiner Nachforschungen taucht auch immer wieder seine Jugendliebe Annetta auf, die er bis heute nicht vergessen konnte. Und so wirkt er zunehmend hin- und hergerissen von diesem Leben draußen in der Natur uns seiner Aufgabe, eine Antwort auf die sich zuspitzende Energiekrise zu finden. Kobler erzählt all das in wahrlich nachdrücklichen Bildern, die haften bleiben. Wir bekommen zunehmend ein Gespür dafür, was wir als Menschen mit dem Planeten anrichten und sehen uns jetzt in immer drängender Weise mit den Folgen konfrontiert. Man muss eigentlich nur noch aus dem Fenster schauen, um zu sehen, dass es so nicht weitergehen kann. In „Tag der Schwalben“ wird all das ebenfalls gestreift, auch wenn sich das Werk in vielen Passagen auf das Persönliche, das Zwischenmenschliche konzentriert. Gerade aber darin zeigt sich die Kraft dieses Buches, das man sich gerade in diesen heißen Sommermonaten unbedingt mal zu Gemüte führen sollte. Es lohnt sich. Veränderung ist am Ende nämlich sowieso unvermeidbar, stellt sich nur die Frage in welche Richtung sie geht.