// aufgelesen 07. 09/26 – „yesteryear“

mit dem Werk „Yesteryear“ von Caro Claire Burke. // Wer mal ein fantastisches Werk der etwas anderen Art lesen möchte, der sollte sich unbedingt das neue Buch von Caro Claire Burke zu Gemüte führen. Die greift in „Yesteryear“ nämlich den Hype um die sogenannten Tradwives auf und dreht das Thema mal eben um die eigene […]

mit dem Werk „Yesteryear“ von Caro Claire Burke.

// Wer mal ein fantastisches Werk der etwas anderen Art lesen möchte, der sollte sich unbedingt das neue Buch von Caro Claire Burke zu Gemüte führen. Die greift in „Yesteryear“ nämlich den Hype um die sogenannten Tradwives auf und dreht das Thema mal eben um die eigene Achse. Der Wunsch nach einem möglichst traditionellen Leben jedenfalls ist in ihrem Buch nur genau so lange faszinierend, wie man nicht zu tief in die Materie einsteigt. Blickt man einmal hinter die Kulissen, tun sich nämlich schnell Abgründe auf und so zieht die Autorin in ihrem Werk einfach mal den Schutzumschlag weg und legt frei, was sich hinter dem formschönen Einband wirklich verbirgt. Der transparent bedruckte Umschlag der Ausgabe tut hier im übertragenen Sinne sein Nötigstes, um die Situation nochmal zu verdeutlichen und so landen wir mittendrin im Leben von Natalie Heller Mills, die zusammen mit ihren fünf Kindern auf einer beschaulichen Farm lebt.

Die Kids wiederum himmeln die Protagonistin natürlich ausnahmslos an und auch ihr Mann ist ein echter Hingucker und das nicht nur, wenn er sich seine traditionellen Cowboytreter überstreift. Was auf den ersten Blick klingt, wie ein schlechter Scherz, ist es natürlich auch. Denn auch, wenn Natalie im Internet viele Millionen Menschen im Alltag über die Schulter schauen, die wirklichen Skandale und Abgründe werden dabei natürlich professionell ausgespart. Als Natalie dann eines Morgens auch noch ihre Augen öffnet und sich auf einmal mit den Kehrseiten der Medaille konfrontiert sieht – das heißt: keine Nanny mehr, keine helfenden Hände auf der Farm und auch keine Leute, die den ganzen Spaß passend in Szene setzen. Was genau dann passieren würde, darum dreht sich „Yesteryear“ und es wäre ja nicht eh schon so, dass Natalie ihren Mann nicht insgeheim für komplett unfähig halten würde und allgemein die meisten ihrer Zuschauer hassen würde. Nein jetzt findet sie sich plötzlich auch auch noch im Jahre 1855 wieder und reibt sich die Augen, wie so ein patriachales System damals, noch dazu ganz ohen fließend Wasser und Strom, sich tatsächlich anfühlte. Ob es für sie ein Entkommen gibt aus diesem ganzen Wahnsinn? Lass dich ein auf dieses fantastische Buch von Caro Claire Burke, die sich schon vor diesem Roman intensiv mit modernen Frauenrollen und Internetphänomenen wie den „Tradwives“ auseinander setzte. Kein Wunder, dass schon gemunkelt wird, dass daraus bald schon ein Film entstehen könnte. Bis es soweit ist, lest dieses Buch. Ihr werdet es ganz sicher nicht bereuen.