// werktag 02.09/26 x aufgelesen 09.09/26 – „junk“

mit den beiden Werken „Junk“ von Ilona Hartmann und „Der goldene Faden“ von Han Kang. // Heute tischen wir mal wieder doppelt auf und haben zwei ganz besondere literarische Schmankerl für euch, die ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet. Den Auftakt macht „Junk“ von Ilona Hartmann, die sich in ihrem Werk daran macht, […]

mit den beiden Werken „Junk“ von Ilona Hartmann und „Der goldene Faden“ von Han Kang.

// Heute tischen wir mal wieder doppelt auf und haben zwei ganz besondere literarische Schmankerl für euch, die ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet. Den Auftakt macht „Junk“ von Ilona Hartmann, die sich in ihrem Werk daran macht, das Leben einer namenlosen Ich-Erzählerin etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, während diese auf eine medizinische Diagnose wartet. Da die Wartezeit ziemlich quälend verläuft, entschließt sie sich in der Zeit einfach mal den Keller ordentlich auszumisten und geht dabei ziemlich konsequent vor. Immer wieder stößt sie dabei auf Dinge, die längst vergessene Erinnerungen in ihre wecken und dabei wirft die Autorin auch immer wieder einen Blick darauf, was sich im Rahmen eines Lebens nicht nur alles Materielles ansammelt, sondern auch in der eigenen Seele. Dabei überkommt auch ihre Protagonistin immer wieder ein Gefühl von Scham, während sie sich durch die Requisiten ihres Lebens wühlt und so scheint es endgültig an der Zeit sich von dem ganzen Ballast vollumfänglich zu befreien.

Der Autorin gelingt dabei ein kleines Kunststück. Sie schickt ihre Heldin auf eine kleine Reise und mit ihr auch uns Leser, die wir gespannt auf die Auflösung dieses Kammerspiels warten, das sich da vor unseren Augen abspielt. Ob am Ende alles wieder gut wird, wenn die Ordnung wieder hergestellt ist? Verschaff dir selbst Klarheit in diesem bezaubernden Buch der Stuttgarter Schriftstellerin, die neben ihrem Leben als Autorin auch noch beim Berliner Radio „Fritz“ eine eigene Sendung moderiert und uns bereits mit ihren Vorgängerromanen „Land in Sicht“ und „Klarkommen“ um den kleinen Finger wickelte.

// Han Kang wiederum ist ihr da in Sachen Veröffentlichungen natürlich meilenweit voraus, aber auch diesmal konnten wir es kaum erwarten, das neue Buch der gefeierten Nobelpreisträgerin für Literatur in den Händen zu halten. In „Der goldene Faden“ dreht sich alles um das Thema „Gewalt“ und wie die Welt davon durchdrungen ist. In ihrer poetischen Sprache macht sie aber auch die Kehrseite von alledem deutlich. Warum bitteschön ist eine solche Welt gleichzeitig so wunderschön? Davon ausgehend nimmt sie uns mit auf eine spannende Rundreise, deren Ausgangspunkt ein Gedicht bildet, das sie als Kind schrieb und als Erwachsene wiederfand. Hier findet sich auch die literarische Brücke zu „Junk“, denn beide Bücher sind in gewisser Weise eine Art Vergangenheitsbewältigung mit Blickrichtung Zukunft. In „Der goldene Faden“ versammeln sich neben der Nobelpreisrede der Autorin von vor zwei Jahren noch zahlreiche Tagebucheinträge und so gelingt es uns gleichzeitig die innere, wie auch die äußere Welt der Autorin zu erspähen, die uns mit ihrer Sprache immer wieder in eine andere Umlaufbahn katapultiert. Lass dich also ein auf diese kleinen Geschichten, die im Kopf immer wieder zu etwas ganz Großen avancieren. Und genieße diese beiden Werke. Bis zu unserer nächsten Leserunde.