// aufgelesen 04. 11/26 – „unwucht“

mit dem für den Schweizer Buchpreis nominierten Werk „Unwucht“ von Sarah Elena Müller. // Etwa einen Monat nach dem hiesigen Buchpreis, wird auch alljährlich der Schweizer Buchpreis verliehen und es lohnt sich jedes Jahr aufs Neue einen Blick auf die Nominierungsliste zu werfen. Heute wollen wir euch daraus das neue Werk von Sarah Elena Müller […]

mit dem für den Schweizer Buchpreis nominierten Werk „Unwucht“ von Sarah Elena Müller.

// Etwa einen Monat nach dem hiesigen Buchpreis, wird auch alljährlich der Schweizer Buchpreis verliehen und es lohnt sich jedes Jahr aufs Neue einen Blick auf die Nominierungsliste zu werfen. Heute wollen wir euch daraus das neue Werk von Sarah Elena Müller vorstellen. Die in Amden aufgewachsene Schriftstellerin war nicht nur beim Spoken-Pop-Duo Cruise Ship Misery aktiv, sie hat auch schon eine Mundart-Kolumnensammlung aus dem Ärmel geschüttelt. Nun also steht ihr bereits drittes Werk „Unwucht“ in den Regalen und darin lernen wir Alice kennen, die auf Rio wartet. Er ist verschwunden. Sie beginnt ihn zu suchen. Bricht dabei selbst aus dem Alltag aus und man muss dazu sagen. Wie die Autorin dieses Gefühl des Dazwischen in Worte fasst, ist bemerkenswert. Rio jedenfalls ist in kriminelle Aktivitäten verwickelt. Alice eine erfolglose Künstlerin. Sie jobbt seit geraumer Zeit als Kellnerin und versucht ihren alten Fiat irgendwie am Laufen zu halten, während Rio sich immer weiter seiner Drogensucht hingibt.

Wies jetzt weitergehen soll? Mit oder ohne ihn? Das ist die Frage, die sich immer weiter aufdrängt in Alices Leben – bis ihre Freundinnen dazwischen gehen. Und dann sind auf einmal sieben Jahre vergangen. Alice will nochmal reden. Steht jetzt vor Rios Tür. Ihr erster Roman steht in den Startlöchern, aber da finden sich noch zu viele Lücken, die es zu füllen gilt. Rio stellt dabei immer wieder in Frage, an was sich Alice erinnert. Da bekommt sie selbst Zweifel und ja, ihr habts schon gemerkt. Es gibt zwei Zeitebenen in diesem Roman. Wir stehen also jetzt an dem Punkt sieben Jahre nach Ende der Beziehung zwischen den Beiden, die so destruktiv wie instabil, aber eben auch reizvoll und verrückt gewesen ist. Dabei entwickelt sich eine Art Wettkampf zwischen den Beiden. Es geht um nichts weniger als die Deutungshoheit über ihre gemeinsame Geschichte. Und wir sind fasziniert. Von dieser Sprache. Diesem Hin und her in Beziehung und in Form der Zeitebenen. Dieser Wucht. Dieser Unwucht. Und wir wollen, dass ihr dieses Buch zur Hand nehmt. Es in euch aufsaugt. Ihr werdet es nicht bereuen.