// zuckerbeat vol. (6)68 – „news from planet zombie“

mit dem Album „News From Planet Zombie“ von The Notwist. // News From Planet Zombie von The Notwist fühlt sich für mich ein bisschen an wie ein Wiedersehen mit etwas Vertrautem, das sich trotzdem weiterentwickelt hat. Diese Band hatte ja schon immer die Fähigkeit, Melancholie und Wärme gleichzeitig entstehen zu lassen – und genau das […]

mit dem Album „News From Planet Zombie“ von The Notwist.

// News From Planet Zombie von The Notwist fühlt sich für mich ein bisschen an wie ein Wiedersehen mit etwas Vertrautem, das sich trotzdem weiterentwickelt hat. Diese Band hatte ja schon immer die Fähigkeit, Melancholie und Wärme gleichzeitig entstehen zu lassen – und genau das zieht sich auch durch dieses Album, nur vielleicht noch etwas gelassener, fast versöhnlicher als früher. Was sofort auffällt: Die Songs wirken direkter, zugänglicher, ohne dass dabei diese typische Notwist-Atmosphäre verloren geht. Es ist immer noch dieses leicht Fragile, dieses vorsichtige Tasten zwischen Elektronik, Indie-Pop und etwas sehr Eigenem – aber diesmal mit mehr Klarheit. Weniger Verklausulierung, mehr Gefühl. Und trotzdem bleibt genug Uneindeutigkeit, damit man beim Hören nicht einfach durchrauscht, sondern hängen bleibt. Ich finde auch spannend, wie sehr man hört, dass das Album gemeinsam eingespielt wurde.

Es hat etwas Organisches im klassischen Sinne. Gerade im Vergleich zu früheren, stärker fragmentierten neongoldenen oder experimentellen Phasen wirkt das fast wie ein bewusstes Zurückfinden zum Kern der Band. Inhaltlich schwebt über allem dieses Gefühl von, wie sollen wir es nennen? Eine Mischung aus Überforderung, Müdigkeit, aber auch dem Versuch, dem etwas entgegenzusetzen. Der Titel klingt ja erstmal fast ironisch, aber im Album selbst steckt erstaunlich viel Wärme. Keine große Geste, kein Pathos, eher so eine leise Form von Hoffnung. Als würde die Band sagen: Ja, alles ist ein bisschen kaputt gerade – aber wir machen trotzdem weiter, und vielleicht liegt genau darin etwas Tröstliches. Für mich ist das kein Album, das einen sofort überwältigt. Es wächst. Beim ersten Hören denkt man vielleicht: schön, stimmig. Und dann merkt man mit der Zeit, wie viele kleine Momente sich festsetzen – Melodien, Textfragmente, Stimmungen. Genau diese leise Nachhaltigkeit ist es, die ich an The Notwist immer geschätzt habe. Und News From Planet Zombie knüpft daran an, ohne sich zu wiederholen.