// szenenwechsel vol. (2)53 – „besser zoosammen“

mit dem Werk „Neue Abenteuer von Zoomania 2″ – Besser Zoosammen“. // Neue Abenteuer von Zoomania 2 von Joe Caramagna ist genau so ein Buch, das man aufschlägt und sofort wieder mitten in dieser bunten, quirlig-chaotischen Stadt landet, als hätte man den Film gerade erst gesehen. Und das Schöne ist: Es versucht gar nicht, das […]

mit dem Werk „Neue Abenteuer von Zoomania 2″ – Besser Zoosammen“.

// Neue Abenteuer von Zoomania 2 von Joe Caramagna ist genau so ein Buch, das man aufschlägt und sofort wieder mitten in dieser bunten, quirlig-chaotischen Stadt landet, als hätte man den Film gerade erst gesehen. Und das Schöne ist: Es versucht gar nicht, das große, alles überragende Abenteuer zu erzählen – sondern konzentriert sich auf die kleinen Fälle, die den Alltag von Judy und Nick eigentlich erst lebendig machen. Was mir beim Lesen sofort aufgefallen ist: Der Ton stimmt einfach. Diese Mischung aus Humor, Tempo und einem leichten Augenzwinkern fühlt sich sehr nah am ursprünglichen Zoomania-Gefühl an. Judy Hopps ist immer noch die übermotivierte Polizistin mit großem Herzen, Nick Wilde der charmante, leicht zynische Partner – und genau aus diesem Zusammenspiel ziehen die Geschichten ihren Reiz. Es sind oft die Dialoge, die hängen bleiben, dieses schnelle Hin und Her, bei dem man merkt, wie gut die beiden inzwischen als Team funktionieren. Die vier enthaltenen Geschichten sind angenehm überschaubar, fast wie einzelne Episoden einer Serie. Das macht das Buch gerade für jüngere Leser richtig zugänglich, weil man nicht unbedingt alles am Stück lesen muss.

Gleichzeitig steckt in jeder Geschichte eine kleine Idee: mal ein kurioser Fall, mal ein Missverständnis, mal eine Situation, in der die beiden lernen, dass auch die scheinbar unwichtigen Dinge Bedeutung haben. Was ich besonders mochte, ist dieser Fokus auf den Alltag in Zoomania. Es geht nicht ständig um die große Bedrohung, sondern um die vielen kleinen Begegnungen, die diese Stadt ausmachen. Unterschiedliche Tiere, unterschiedliche Lebensweisen, kleine Konflikte – und immer wieder die Frage, wie Zusammenleben eigentlich funktioniert. Das ist leicht erzählt, aber nie ganz oberflächlich. Gerade für Kinder ist das schön, weil es zeigt: Auch kleine Taten können etwas verändern. Visuell macht das Buch ebenfalls Spaß. Die farbigen Zeichnungen sind lebendig, klar und sehr nah an der Filmästhetik. Man erkennt die Figuren sofort wieder, und die Panels sind so gestaltet, dass man gut durch die Geschichten geführt wird, ohne sich zu verlieren. Es wirkt insgesamt sehr zugänglich, fast wie ein sanfter Einstieg in die Welt der Comics. Natürlich ist das kein Buch, das alles neu erfindet oder besonders tief in die Materie geht. Aber genau das will es auch gar nicht. Es ist eher wie ein Wiedersehen mit vertrauten Figuren, ein kleines Weitererzählen für zwischendurch. Und gerade darin liegt seine Stärke: Es macht einfach Spaß, begleitet einen unkompliziert und schafft es, dieses warme, humorvolle Gefühl von Zoomania einzufangen. Am Ende hatte ich beim Zuklappen genau dieses Gefühl, das man von guten Kindercomics kennt: Es war kurz, es war unterhaltsam, und irgendwie hätte ich nichts dagegen, noch ein paar weitere Fälle mit Judy und Nick zu lesen.