// spieltrieb 02.08/26 – „cryptos“

mit dem neuen Werk „Cryptos“ von Poznanski, Tauber und Grubing und „Gespensterjäger“ (Auf eisiger Spur) von Cornelia Funke und Simona Ceccarelli. // Bei manchen Werken lohnt es sich nochmal etwas genauer hinzuschauen. „Cryptos“ ist eine von ihnen und sie hat es in sich. Wir finden uns in dem Werk auf einmal in einem idyllischen Fischerdorf […]

mit dem neuen Werk „Cryptos“ von Poznanski, Tauber und Grubing und „Gespensterjäger“ (Auf eisiger Spur) von Cornelia Funke und Simona Ceccarelli.

// Bei manchen Werken lohnt es sich nochmal etwas genauer hinzuschauen. „Cryptos“ ist eine von ihnen und sie hat es in sich. Wir finden uns in dem Werk auf einmal in einem idyllischen Fischerdorf wieder, das auf den schönen Namen Kerrybrook hört. Dort treffen wir auf eine gewissen Jana Pasco. Sie ist Webdesignerin und alles verläuft in geregelten Bahnen, bis auf einmal jemand vor ihren Augen das Zeitliche segnet. Eigentlich für die Gestaltung digitaler Welten zuständig, sieht sie sich auf einmal nicht mit alternativen Realitäten konfrontiert, sondern mit einer waschechten Bedrohung. Ob sie es schafft dem Mörder auf die Spur zu kommen und was hier eigentlich wirklich vorgeht. Man sollte sich einlassen auf diese famose Graphic Novel, die sich als Geschichte für die Jugend anbietet, aber auch für erwachsene Leser einige Hingucker parat hat. Während wir also durch fantastische Länder, die Urzeit oder in Trümmer liegende Szenerien wandeln, drängt die Realität zunehmend wieder in den Vordergrund und für alle ab 14 Jahren entpuppt sich das Werk als Tor zu einer fantastischen Welt, das man am Liebsten nicht mehr schließen möchte.

Tauber und Grubing entwerfen dazu Bilder, die formvollendet harmonieren mit der Welt der Wiener Autorin und schaffen es, uns in Sci-Fi-Kosmen abdriften zu lassen, die man bis aufs Innerste durchdringen möchte. Genauso verpackt man eine anspruchsvolle, futuristische Geschichte in Motive, die sich nicht mehr löschen lassen. Man spürt sofort, hier etwas besonderes vor sich liegen zu haben. Das hochwertige Werk im Hardcovereinband beeindruckt mit einer visuellen Wucht, die einen sofort mitreißt. Die komplexe Geschichte wird sehr zugänglich für ein junges Publikum aufgearbeitet und Jana selbst schafft es immer wieder uns ein besonderes Gefühl dafür zu vermitteln, was das eigentlich bedeudet: Gerechtigkeit. Wenn du also auf Werke über jungen Rebellinnen stehst, die nicht müde werden, sich gegen all das Unrecht auf dieser Welt zur Wehr zu setzen, dann findest du hier einen packenden Wegbegleiter. Themen wie Klassensysteme, der Klimawandel und die Sache mit der digitalen Technologie werden tiefgründig durchdekliniert und am Ende reibt man sich immer wieder die Augen, wie treffsicher das hier alles funktioniert. Wenn du auf Werke wie „Little Brother“ von Cory Doctorow stehst, lass dir diese Graphic Novel nicht entgehen.

Und falls du anschließend noch ein wenig auf Geisterjagd gehen möchtest, dann besorg dir gleich im Anschluss noch die ganz wunderbare, grafische Version der „Gespensterjäger“ von Cornelia Funke. Zusammen mit Simona Ceccarelli macht die sich nämlich daran, ihre fantastische Reihe rund um Tom, Hugo und Hedwig noch einmal in einer grafischen Variante unters Publikum zu mischen und der Trick funktioniert. Man bekommt als Fan der Reihe sofort Gänsehaut, wenn man durch die wunderbar-illustrierten Seiten blättert. Doch was macht eigentlich dieses schleimige Gespenst da unten im Keller? Und wieso glaubt dem lieben Tom eigentlich keiner, das es da wirklich sitzt. Da es sich glücklicherweise nur um einen MUG namens Hugo – also ein nur mittelmäßig unheimliches Gespenst – handelt, gibt es allerdings nicht wirklich etwas zu befürchten. Besser jedenfalls als um ein UEG, das wäre dann ein unglaublich ekelhaftes Gespenst und eben jenes hat den lieben Hugo aus seinem Zuhause vertrieben. Ob sie es zusammen zurückschaffen? Lass dich ein auf diese hervorragend für Kids der 3. und 4. Klasse geeignete Graphic Novel, die der inzwischen über 30 Jahre alten Reihe neues Leben einhaucht. Du wirst es ganz sicher nicht bereuen. Und damit Schluss für heute. Bis zu unserer nächsten Grusel- äh, Leserunde.