mit dem Collector´s Edition Media Book zu „Hakaba Kitaro“.

// Heute widmen wir uns mal einer ganz besonderen Veröffentlichung, die man sich als Anime-Fan auf keinen Fall durch die Lappen gehen lassen sollte. „Hakaba Kitarō“ ist zwar bereits im Jahre 2008 erschienen, hat aber bis heute eine treue Fangmeinde um sich geschart und das, obwohl die Serie anfangs nur im japanischen Nachtprogramm zu sehen war. Die Geschichte selbst dreht sich dabei um den titelgebenden Kitarō, welcher der letzte Überlebende eines Geistervolkes ist. Da er auf einem Friedhof geboren wurde, bedeudet sein Namen auch in etwa sowas wie „Der Junge vom Friedhof“. Er ist dabei eine Art Grenzgänger zwischen den Welten, einerseits wandelt er in der Welt der Yōkai, das sind japanische Geisterwesen oder Monster und dann wiederum mischt er sich unter uns irdische Wesen. Ab und zu wagt er dabei sogar einen Abstecher in Richtung Hölle. Mit dabei hat er immer seinen Vater Medama Oyaji, seines Zeichens ein als Augapfel wiedergeborener Geist, der ihm immer wieder mit Rat und Tat zur Seite steht.
In den Geschichten selbst wiederum trifft er nicht nur jede Menge Geisterwesen, sondern bekommt es auch mit Vampirwesen und einem Yokaimädchen namens Neko zu tun. All das hat Shigeru Mizuki mit einer dermaßenen Liebe zum Detail kreiert, dass man sich immer wieder die Augen reibt. Kitarō ist dabei nicht umsonst seine bekannteste Figur. Ursprünglich war der sehr viel böser angelegt, aber da man mit der Manga-Reihe zunehmend ein jüngeres Publikum ansprechen wollte, bekam man bisweilen eine etwas freundlichere, wenn auch nicht minder liebenswerte Version der Figur präsentiert. Die Serie wiederum bietet eher den ursprünglichen Charakter mit all seinen Spleens ab und ist damit ein gefundenes Fressen für all jene, die bereits an den alten Geschichten ihre helle Freude hatten. Dabei ist das Werk nie ein reiner Horror-Anime, sondern vielmehr ein gewagter Stilmix, der auch immer wieder ins Satirische abdriftet. Wer hier eigentlich die Bedrohung ist, die Geister oder gar die Menschen selbst, das alles ist wie im echten Leben bewusst im Fluss und die Perspektiven wechseln ständig. Kitaro selbst ist kein Held, er ist egoistisch, manchmal gar rücksichtlos und definitiv nicht immer ein wahrer Menschenfreund. Zusammen mit seinem Begleiter Nezumi Otoko, den sogenannten Rattenmann, der ebenfalls ziemlich gierig und mies gelaunt ist, wirken sie wahrlich wie ein Duo aus der Hölle und genau das macht ihren Charme aus. Das Mediabook umfasst dabei nicht nur alle 11 Folgen der Serie, sondern auch ein liebevoll gestaltetes Booklet mit 28 Seiten , das unter anderem ein Essay von Deadline-Autor Nando Rohner enthält. Du solltest also mal reinschauen in dieses 220minütige Spektakel. Du wirst es ganz sicher (nicht) bereuen.
UND WAS NUN?