mit dem für den Deutschen Buchpreis nominierten Werk „Anton und Alma“ von Dana Vowinckel.

// Unbedingt reinschauen solltet ihr in das neue Werk von Dana Vowinckel. Die in Berlin geborene Schriftstellerin hat ja bereits mit ihrem Debüt „Gewässer“ für Aufsehen gesorgt und ihr neuestes Werk „Anton und Alma“ steht dem mehrfach prämierten Vorgänger in nichts nach. Als Sahnehäubchen wurde das Buch jetzt sogar noch auf die Longlist zur Frankfurter Buchmesse gesetzt und so viel schon einmal vornweg: das ist mehr als verdient. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen dabei die beiden titelgebenden Protagonist*innen. Beide haben ihre Kindheit zusammen verbracht und anschließend sogar an derselben Uni studiert. Mehr Gemeinsamkeiten allerdings scheinen sie nicht wirklich zu haben. Alma lebte lange mit ihrer Mutter und ihrem überaus reservierten Stiefvater am Rand der Stadt. Anton ist ein klassisches Akademikerkind mit jüdischen Wurzeln.
Wie es das Schicksal so will, verlieben sich die Beiden trotzdem ineinander. Sie wagen sogar den Schritt, zusammenzuziehen. Sie leben ein nahezu idealtypisches Pärchenleben mit Streit und anschließender Versöhnung, bis sich Anton eines Tages dazu entscheidet, seine Masterarbeit in New York zu Ende zu bringen. Alma fühlt sich derweil ziemlich einsam in Berlin und findet überraschenderweise Halt in der Gemeinde von Anton. Im Zuge der Ereignisse rund um den 7. Oktober und des Gazakrieges, zieht es Anton schließlich wieder zurück nach Berlin. Dort allerdings tun sich tiefe Gräben auf und das bringt auch die Beziehung der beiden zueinander ordentlich ins Wanken. Gerade als sich alles wieder zu fügen scheint, schlägt allerdings das Schicksal zu und man fühlt sich beim Lesen der finalen Seiten dieses Werkes so hoffnungslos verloren, wie es nur große Literatur zu vollbringen vermag. Dabei schafft es Vowinckel immer wieder ihren Figuren mit ihrer unmittelbaren Sprache eine Tiefe einzuhauchen, die dieses Werk hier zu einem echten Ereignis machen. Schablonenhafte Charakterzeichnungen sucht man hier vergebens. Stattdessen bekommt man alles vor den Latz geknallt, was unser Leben so einzigartig, grausam und wunderschön macht. Wie hier nochmal die grunglegenden Fragen unseres Dasein durchdekliniert werden, davon fühlt man sich nicht nur mitgenommen, sondern tief in den Arm geschlossen und so können wir euch dieses Buch nur dringend ans Herz pressen. Ihr werde es ganz sicher so schnell nicht mehr hergeben wollen. Was für eine Wucht diesem Werk hier innewohnt. Du wirst sie noch Tage später spüren.
UND WAS NUN?